Karlsruhe Unterwegs mit dem TÜV-Prüfer: Herr Schneider, wie sicher fährt es sich auf der Mess'?

Wie sicher sind Achterbahn und Co. auf der Karlsruher Herbstmess'? TÜV-Prüfer Wolfgang Schneider kennt die Antworten. ka-news.de-Redakteurin Anya Barros hat ihm bei der Abnahme der Fahrgeschäfte über die Schulter geschaut.

Einen Tag vor der Eröffnung der Herbstmess' stehen schon fast alle Fahrgeschäfte, lediglich an der Wilden Maus wird noch geschraubt - die Betreiber sind erst spät am Mittwochabend in Karlsruhe angekommen. Daher lassen Wolfgang Schneider und seine Kollegen vom TÜV Süd die Achterbahn vorerst aus und kümmern sich um die Sicherheit der anderen Fahrgeschäfte. 

Wolfgang Schneider vom TÜV Süd.
Wolfgang Schneider vom TÜV Süd. | Bild: Hammer Photographie

Als ka-news.de-Redakteurin Anya Barros den Sachverständigen vom TÜV Süd trifft, ist er gerade bei der Abnahme des Riesenrades. "Es ist die sogenannte Gebrauchsabnahme, die wir hier machen, andernfalls dürften die Schaustellen hier nicht spielen", sagt Wolfgang Schneider. Er und die beiden Kollegen nehmen vor allem die "großen" Fahrgeschäfte ab, da sie auf "fliegende Bauten" spezialisiert sind. Die Baubehörde der Stadt nimmt die kleineren Buden ab. 

Eine bis zwei Stunden pro Fahrgeschäft - das muss reichen

Vieles sehen die Experten vom TÜV schon auf den ersten Blick, wenn sie sich dem Fahrgeschäft nähern. Steht das Riesenrad schief oder sind die Stufen, die zu den Gondeln führen, in der gesetzlichen Höhe - auch solche vermeintlichen "Kleinigkeiten" werden überprüft.

Wolfgang Schneider vom TÜV Süd im Gespräch mit ka-news.de-Redakteurin Anya Barros. | Bild: Hammer Photographie

Bei der Gebrauchsabnahme schaut sich Schneider vor allem die tragenden Teile an. "Wir schauen aber auch, ob die Verbindungen sicher sind und kein Splint fehlt, also die zusätzliche Sicherung der Bolzen, und ob alles richtig aufgestellt wurde, also wie der Untergrund ist", so Schneider im Gespräch mit ka-news.de weiter. "Am Fahrgeschäft selbst machen wir dann eine stichprobenartige Untersuchung!" 

Ein Splint am Bolzen sorgt für zusätzliche Sicherheit.
Ein Splint am Bolzen sorgt für zusätzliche Sicherheit. | Bild: Hammer Photographie

Etwa eine Stunde ist Wolfgang Schneider mit jedem Fahrgeschäft beschäftigt, muss auch auf steilen Leitern nach oben klettern. Im Falle des Riesenrades schaut er sich an, ob mit der Aufhängung der Gondeln alles sitzt. Sein Daumen geht nach oben - am Riesenrad passt alles.

"Zur Inbetriebnahme dürfen keine Mängel da sein", sagt Schneider. Wenn der Experte vom TÜV etwas findet, dann sind es meist Kleinigkeiten. "Etwa ein fehlender Splint, aber das wird dann sofort von den Schaustellern behoben!"  Dann erst gibt es das TÜV-Siegel, der auf jedem Jahrmarkt in das Prüfbuch des Fahrgeschäfts eingetragen wird. 

Der TÜV sei daher kein "nerviges Übel", sagt er, im Gegenteil: "Es ist auch immer ein Informationsaustausch, denn die Gesetze und Vorschriften ändern sich immer wieder. Die Zusammenarbeit hier in Karlsruhe mit dem TÜV läuft daher sehr gut, ebenso mit dem Bauamt!"

Mit Sicherheitsgurt geht es auf das Riesenrad.
Mit Sicherheitsgurt geht es auf das Riesenrad. | Bild: Hammer Photographie

Nach der - zwar gesicherten aber doch nicht ganz ungefährlichen - Kletterpartie von Wolfgang Schneider erhält das "White Star"-Riesenrad die nötige Freigabe. Mit diesem TÜV-Siegel darf das Fahrgeschäft von Christian Göbel auf der Karlsruher Herbstmess' seinen Betrieb aufnehmen.

Bild: Hammer Photographie

"Das ist der Vorteil der Überprüfung durch uns Sachverständige: Sollte etwas passieren, bekommen die Schausteller alle Unterstützung von uns - und es ist schließlich auch in unserem Interesse, dass wir die Abnahme gewissenhaft durchführen, schließlich steht mein Name unter dem Siegel", so Wolfgang Schneider vom TÜV Süd in Karlsruhe, gegenüber ka-news.de. 

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