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Karlsruhe Unterirdische Haltestellen: Klappendeckel auf am Europaplatz – hier wird der Brandschutz eingebaut

Die neuen, unterirdischen Haltestellen bekommen immer mehr ihr späteres Gesicht, denn die Wände werden derzeit in weißem Beton verkleidet. Währenddessen hat sich am Europaplatz ein Loch aufgetan, ein Klappdeckel für den Brandschutz. Alles rund um die Kombilösung gibt die Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Baustellen-Update bekannt.

Bei den Arbeiten am Innenausbaus des Stadtbahn- und Straßenbahntunnels unter Karlsruher Innenstadt kommt das endgültige Aussehen der sieben neuen unterirdischen Haltestellen immer mehr zur Geltung: Durch die fortschreitende Montage an den Decken der beiden Haltestellen Kronenplatz und Durlacher Tor ist jetzt schon deutlich zu sehen, wie hell sich die Haltestellen zur Inbetriebnahme präsentieren werden.

Kombi-News 30. August 2019
Decken-weiß: In den Haltestellen Durlacher Tor oder – wie hier – Kronenplatz wird bereits die Deckenverkleidung montiert. | Bild: Kasig

Von unten wachsen bis auf vier Meter Höhe die ebenfalls nahezu weißen Betonwerksteine an den Haltestellenwänden hoch. Auch die Bahnsteigoberflächen sind mit dem gleichen Kunststein belegt – aber durch eine schützende Holzabdeckung derzeit verborgen, so die Kasig in einer Pressemeldung.

In luftiger Höhe verkleiden die Arbeiter die Wände

Danach geht es oberhalb von vier Metern Höhe weiter mit einer Trockenbauwandverkleidung, die dann unter der hellweißen, leicht abgehängten Tunneldecke endet. Sind erst einmal die Lichtelemente des Lichtbüros Ingo Maurer montiert, sehen die Haltestellen so aus, wie sie konzipiert wurden: Hoch und luftig, hell und freundlich.

In den drei Haltestellen Marktplatz, Ettlinger Tor und Kongresszentrum wird aber noch nicht an der Deckenverkleidung gearbeitet, sondern eher in den Niederungen: Die Monteure für die Wandverkleidung setzen die bis zu 70 Kilogramm schweren Betonwerksteine auf die Bahnsteige und auf die Unterkonstruktion aus Metallprofilen. Dabei wird penibel auf den geradlinigen Verlauf der Fugen über die gesamte Haltestellenlänge – immerhin 100 Meter! – geachtet.

Kombi-News 30. August
Wand-weiß: In den Haltestellen Ettlinger Tor und Kongresszentrum läuft noch die Montage der Wand-Betonwerksteine. | Bild: Kasig

Mit dem Einsatz schwerer Maschinen wird der Gleisbau auf dem Südast des künftigen Stadtbahn- und Straßenbahntunnels bewältigt. Im wesentlichen liegen die beiden Gleisstränge bereits zwischen Gleisdreieck unter dem Marktplatz und der Rampe in der Ettlinger Straße. Die Gleise werden jedoch noch ausgerichtet, die sogenannte "Schotterstopfmaschine" sorgt danach für das Finale beim Gleisbau, der Ende September abgeschlossen sein wird.

Für den Notfall: Rauchabzug wird eingebaut

Am Europaplatz entsteht an der Oberfläche über einem bereits angelegten Treppenaufgang eine Mauer als "Absturzsicherung". Gegenüber sind kleinere rechteckige Löcher im Bahnsteig zu sehen: Hier werden die Rauch-Wärme-Abzug-Öffnungen (RWA) eingebaut, die eine Entlüftung der unterirdischen Haltestellen im Notfall ermöglichen. Diese Öffnungen folgen später auch oberhalb der anderen unterirdischen Haltestellen.

Kombi-News 30. August 2019
Klappe auf: Am Europaplatz werden die Klappdeckel für den Rauch-Wärme-Abzug der unterirdischen Haltestelle installiert. | Bild: Kasig

Der Umbau der Kriegsstraße erfolgt in "offener Tunnelbauweise" – und ist deshalb von außen leichter zu verfolgen als das unterirdische Geschehen im Stadtbahn- und Straßenbahntunnel. Am Mendelssohnplatz wird einerseits noch an den wenigen verbliebenen Tunnelaußenwänden, Mittelwänden und einzelnen Bereichen der Tunneldecke gearbeitet.

Ist der Tunnelbau an dieser Stelle erledigt, reicht der im Rohbau hergestellte Autotunnel von der Ludwig-Erhard-Allee bis westlich vom Mendelssohnplatz. Oben auf dem Platz ist der Startschuss zu den Arbeiten an der Gestaltung der endgültigen Oberfläche gefallen: Mitten auf der früheren und künftigen Kreuzung sind die Gleisbauer jetzt an der Reihe, um ein Gleisviereck einzubauen. Ab voraussichtlich 26. Oktober soll das Gleisviereck zunächst nur in der Nord-Süd- beziehungsweise Süd-Nord-Richtung befahrbar sein.

Kombi-News 30. August 2019
Kabel dran: In den Betriebsräumen aller Haltestellen sind laufend Elektriker unterwegs, um – wie hier – die Rolltreppen anzuschließen. | Bild: Kasig

Zwischen Meidinger Straße und Ettlinger Tor wird das Loch des Tunnels zumindest im Osten des Baufelds immer tiefer: Baggerschaufel um Baggerschaufel wird Erdreich bis zur Endtiefe der Baugrube ausgehoben, werden gleichzeitig auch die Anker für den Baugrubenverbau gebohrt. Im westlichen Teil des Baufelds erfolgt laut Kasig die Herstellung der Weichgelsohle.

Ganz im Westen hat in einem Teilbereich die Herstellung der Weichgelsohle begonnen. In dem Baufeld-Bereich direkt östlich vom Karlstor werden noch die Reste der alten Kriegsstraßen-Unterführung abgebrochen. Hier beginnt der Erdaushub bis zur ersten Ankerlage Anfang September.

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  •   Wakeboarder
    (5 Beiträge)

    31.08.2019 21:56 Uhr
    Grillhähnchen
    Werden die auf dem Euro aus den Bahnen aussteigenden Leute eigentlich gegrillt, wenn es unten in der Haltestelle brennt?
    Wie hoch ist die Temperatur der Abluft?
    Wie wird verhindert, dass jemand auf der Klappe steht, wenn diese aufgeht, die Blitzleuchte sieht man erst, wenn es zu spät ist
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  •   Kruppstahl
    (989 Beiträge)

    31.08.2019 23:49 Uhr
    Das geilste ist,
    daß die sich öffnende Klappe denjenigen, der draufsteht in Richtung der Schienen wirft. Wenn dann gerade ne Bahn vorbeifährt...
    Ein Meisterwerk dieser Katastrophenarchitekten. Nicht für 5 Pfennige mitgedacht.
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  •   dipfele
    (5535 Beiträge)

    03.09.2019 00:38 Uhr
    Das dürfte nicht so stimmen....
    … denn seit einigen Jahren gibt es bei den VBK einen Tunnel-Sicherheitsstab zusammen mit Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten, Katastrophenschutz ect, der Sicherheitsmassnahmen für den Ernstfall ausarbeitet. Wenn die Bahn mal läuft, gibt es einen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr. Das wurde dem Wahlvolk 2002 verschwiegen.
    Jetzt müssen die Steuerzahler( auch die Autofahrer) ganz allgemein und die Fahrgäste im Besonderen, das mit ständig steigenden Fahrpreisen bezahlen.
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  •   stefko
    (2108 Beiträge)

    01.09.2019 11:27 Uhr
    Diesen Kommentar-Thread ...
    ... könnte man ganz gut als Beispiel im Wikipedia-Artikel zum Dunning-Kruger-Effekt verlinken ... zwinkern
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  •   Berty87
    (609 Beiträge)

    01.09.2019 06:31 Uhr
    Wo
    Steht denn dies bzw. Auf dem Bild zeigt es die andere Öffnungsrichtung
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  •   mueck
    (10901 Beiträge)

    01.09.2019 11:54 Uhr
    !
    Wer ganz drauf steht, wird vom Gleis weggekegelt, wer aber nur halb drauf steht als Rolli bspw., was spätestens beim Ein- und Aussteigen ja vorkommen wird, wird dagegen zum Gleis hin gekippt ... Die Frage nach einer Vorwarnzeit vorm Hochklappen ist also nicht ganz unberechtigt, ich vermute, dass die lang genug ist. Die ganze Haltestelle hat ja eigentlich genug Volumen für einiges an Rauchgasen, bevor man die über die Klappen entsorgen muss.
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  •   Kruppstahl
    (989 Beiträge)

    31.08.2019 23:52 Uhr
    Gut,
    je nach Öffnungsgeschwindigkeit kann man da noch flüchten. Bei Rollifahrern und Senioren mit Rollator oder Krücken, sieht das wieder anders aus.
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  •   dipfele
    (5535 Beiträge)

    31.08.2019 17:11 Uhr
    Wenn die aktuelle Berichterstattung....
    ... über die aufwändigen Innenausbauarbeiten und Brandschutzdinge mit den Versprechungen von 2002 verglichen wird, erkennt man leicht warum damals die Kosten mit 500 Mio nie und nimmer stimmen konnten und heute bei 1,3 Mrd liegen.
    Der ehemalige Verkehrsminister Rech sprach noch 2008 vom bestens durchkalkulierten Projekt. Wie man sich doch irren kann....
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  •   udoh
    (1785 Beiträge)

    02.09.2019 23:36 Uhr
    Bestens Billigverrechnet trifft es wohl eher
    Im Sinne der Akzeptanz und Subventionen. Letztlich von uns allen erarbeitetes Geld, das außer bei dem von reichlich Pfiffen begleitetem Auftritt Fenrichs nicht vom Himmel fällt!
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  •   mueck
    (10901 Beiträge)

    01.09.2019 12:04 Uhr
    !
    Beim Innenausbau erkenne ich nichts, was aufwendiger wäre als angekündigt. Ein Teil der Wände ist ja eh geschenkt *seufz* zwinkern
    Beim Brandschutz mag es paar Details geben, die noch wegen neuerer Vorschriften geändert wurden. Allerdings war auch schon zu lesen, dass man ein paar Sachen in einigen Haltestellen weglassen darf. Daher gehe ich davon aus, dass das (abgesehen bei beiden Posten von allgemeinen Kostensteigerungen wegen brummender Baukonjunktur, das auch wegen verspätetem Beginn der Arbeiten) auch nicht DER große Kostenposten werden wird, ganz im Gegenteil zum Rohbau, der ja tw. x-mal länger gedauert hat und daher auch x-mal teurer wurde schon wegen x-mal mehr Personal in der x-mal längeren Zeit ...
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