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Karlsruhe Unfall mit vielen Verletzten fordert viele Kapazitäten: So reagieren die Karlsruher ViDia-Kliniken

Nach dem schweren Unfall auf der A5 am frühen Mittwochmorgen herrscht Aufregung in den Vincentius-Diakonissen (ViDia)-Kliniken in Karlsruhe. Ein Reisebus ist in einen Mülllaster gekracht, dabei wurde eine Frau getötet, und mehr als 30 Personen teils schwer verletzt. Doch die Krankenhäuser sind vorbereitet. Kapazitäten werden freigemacht und den Rettungskräften zur Verfügung gestellt. ka-news war am Mittwochmorgen im St. Vincentius-Krankenhaus vor Ort und hat sich umgeschaut.

Ein Großbrand, ein schwerer Verkehrsunfall oder eine Großschadenslage mit mehreren verletzten Personen. Jetzt muss schnell gehandelt werden. Zu den im Tagesgeschäft bereitgestellten Notärzten aus den Anästhesieabteilungen von Diakonissen- und Vincentius-Kliniken werden nun eilig weitere Kapazitäten geschaffen. Es stehen nun Teams in der Unfallchirurgie und Anästhesie bereit, um schnell die verletzten Personen zu versorgen.

Ein Rettungswagen vor der Notaufnahme der Klinik. | Bild: Thomas Riedel

Laut Melanie Barbei, Pressesprecherin der ViDia-Kliniken, sind bereits am Mittwochmorgen um 9 Uhr zwei Verletzte des Busunglücks auf der A5 in der Notaufnahme des Vincentius-Klinik aufgenommen worden. Es herrscht reger Betrieb. Auch die Nachtschwester aus der Notaufnahme beendet ihren Dienst erst um 9 Uhr, statt wie geplant um 6 Uhr. "Die optimale Versorgung und das Freischaffen von Kapazitäten hat oberste Priorität", so Barbei im Gespräch mit ka-news.

Melanie Barbei Presse ViDia
Melanie Barbei, Pressesprecherin der ViDia-Kliniken Karlsruhe. | Bild: M. Leidert @ ViDia-Kliniken

"Dabei muss natürlich auch der ganz normale Betrieb einer Notaufnahme und die Versorgung der Bevölkerung aufrecht erhalten werden", erzählt Barbei weiter. Gegen Vormittag entspannt sich die Lage. Die Unfallstelle wird geräumt, die Verletzten wurden zunächst vor Ort versorgt und in die jeweiligen Krankenhäuser eingeliefert. Zeit zum Durchatmen, auch für Melanie Barbei.

Städtisches Klinikum nimmt viele Verletzte auf

Mit Mannschafts- und Krankentransportwagen wurden verletzte Fahrgäste in einem Konvoi vom Unglücksort zum Städtischen Klinikum Karlsruhe transportiert. Insgesamt versorgte das Städtische Klinikum in einem speziell hierfür eingerichteten Versorgungszentrum 17 leicht verletzte Patienten, bis diese am Abend ihre Weiterreise antreten konnten.

Parallel zur Versorgung der leicht verletzten Patienten erfolgte die Versorgung eines schwerstverletzten Opfers des Busunglücks im Schockraum der Zentralen Notaufnahme. Während der gesamten Einsatzphase wurde der Routinebetrieb in der Zentralen Notaufnahme aufrecht erhalten.

Der Artikel wurde nachträglich um die Angabe des städtischen Klinikums ergänzt.

 

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  •   CrazyDev
    (1 Beiträge)

    28.06.2018 08:59 Uhr
    Respekt an die Nachtschwestern
    Die Krankenschwester haben sicherlich einen guten Job gemacht und das nicht nur an dem Tag des Unfalls. Es wirft aber auch Fragen über das Krankenhaus auf. Woher haben die Schwestern, die um 6 Uhr Feierabend haben, gewusst, dass der Unfall um 6:25 Uhr passieren wird??? Oder müssen sie sowieso immer Überstunden machen und gehen nicht vor 7 Uhr nach Hause?
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  •   andip
    (9750 Beiträge)

    28.06.2018 15:28 Uhr
    Nach meinem Wissen
    erfolgt bei Schichtwechsel eine Übergabe, d.h., die Nachtschicht erzählt der Tagschicht, was alles passiert ist, auf was man zu achten hat bei evtl. neuen Patienten usw.
    Das dauert natürlich eine Zeitlang, kann sein, das dabei die Unfallmeldung reinkam und die Nachtschwestern deshalb dablieben.
    Was anderes, wie sieht das eigentlich bei den Ärzten aus? Die dürfen ja gerne mal nach dem Nachtdienst gleich noch die Tagschicht dazu nehmen bzw. umgekehrt und sind dann schon mal 24 Stunden am Stück im Dienst.
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  •   silberahorn
    (9835 Beiträge)

    28.06.2018 17:37 Uhr
    Wahrscheinlich
    ist das bei Ärzten durch Teamarbeit abgefedert. Bereitschaftsdienst zählt als Arbeitszeit. Im Rahmen der Mindestdauer gesetzlicher Ruhepausen muss Bereitschaftsdienst berücksichtigt werden. Die Arbeitszeit für Ärzte im Krankenhaus darf aber auch über zehn Stunden täglich verlängert werden. Das hängt vom Vertrag ab.

    Wenn es nicht täglich vorkommt, dann sind längere Arbeitszeiten gewiss auch verkraftbar und es gibt spätere Erholungsmöglichkeiten durch Zeitausgleich. In einem Team sollte es auch möglich sein, dass heikle Arbeitsvorgänge von ausgeruhteren Personen ausgeführt werden und ein Arzt, wenn er schon sehr viele Stunden im Dienst ist, nur Arbeiten ausführt, für die er sich noch in der Lage sieht.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    28.06.2018 11:18 Uhr
    Gibt es denn
    Nachtschwestern? Also es gibt OP-Schwestern mit geregelten Tagesarbeitszeiten und Bereitschaftsdienst, aber alle anderen dürften Wechselschicht (früh, spät, nacht) arbeiten.
    Dauernachtschicht darf ja sowieso nirgends mehr gearbeitet werden, es sei denn es basiert noch auf uralten Arbeitsverträgen.
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  •   Robert1959
    (1931 Beiträge)

    28.06.2018 04:36 Uhr
    Diese Nachtschwester
    ist ein gutes Beispiel für vorbildlich Arbeit und dafür, dass sie bei der Erhöhung des Nachtzuschlags im Öffentlichen Dienst wieder durch den BT-K ausgeschlossen wurde!
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  •   nvdnkpr
    (3 Beiträge)

    27.06.2018 20:57 Uhr
    Zum Glück...
    ... für die Verletzten sind nur zwei in den ViDia-Kliniken gelandet. Die meisten wurden glücklicherweise in einem richtigen Krankenhaus, dem Städtischen Klinikum, aufgenommen und versorgt.
    Aus Rücksicht vor den Verletzten baut man sich aber davon hier Presse-Show für die Pressesprecherin der ViDia Kliniken.
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  •   ALFPFIN
    (6727 Beiträge)

    29.06.2018 12:19 Uhr
    ViDia
    Die Vincentiuskliniken und das Diakonissenkrankenhaus (ViDia) sind Krankenhäuser mit mehreren hundert Betten. Ich war schon in beiden Kliniken nach einer OP. Konnte aber nicht feststellen, dass ich nicht in einer "richtigen" Klinik versorgt wurde. Das wäre mir doch irgendwie aufgefallen.
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  •   nvdnkpr
    (3 Beiträge)

    29.06.2018 12:52 Uhr
    Es hat keiner behauptet ...
    ... das das St. Vincentius oder die Diakonissen-Häuser kein richtigen Krankenhäuser sind.

    Damit keine Missverständnisse aufkommen:
    Die ViDia-Kliniken sind Krankenhäuser
    - mit einer Teilzeit-Notaufnahme, denn alle paar Wochen wird die Notaufnahme mal dichtgemacht. Ist ja auch im Sinne einer Notaufnahme im Notfall nicht verfügbar zu sein.
    - mit diskriminierender Einstellungs-Ethik: Geschiedene, aus der Kirche ausgetretene, andere Religionen werden bei der Einstellung ignoriert, das sorgt natürlich für ein wahnsinniges Qualitätsgefüge beim Personal.
    - kassieren Einkommenssteuer und Kirchensteuer kassieren, arbeiten damit jedoch ineffizienter Städtische, das "nur" teilweise über die Einkommenssteuer finanziert wird, es aber bei Vollbetrieb schafft sich schneller zu erneuern als die ViDia-Kliniken mit ihrem Teilzeit-Betrieb.

    Aber ja, die ViDia-Kliniken sind Krankenhäuser, das Selbstbild und die Aussendarstellung überdeckt sich nur nicht mit der Realität.
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  •   nvdnkpr
    (3 Beiträge)

    29.06.2018 14:00 Uhr
    Übrigens ...
    ... Homosexuelle werden in den ViDia-Kliniken eingestellt. Solang sie sich nicht öffentlich geoutet haben. Sehr zeitgemäß eben.

    Und bei dieser Einstellungs-Ethik fragen wir uns echt WOHER der Pflegenotstand kommt ? Wenn die meisten Träger von Krankenhäusern kirchlich sind und sich aus dem ohnehin schon kleinen Pool von Pflegekräften anhand von sinnlosen Kriterien wie Familienstand, Kirchen- oder Religionszugehörigkeit oder sexueller Orientierung einen großen Teil der qualifizierten Pflegekräfte ausklammern ?

    Über das Thema Entlohnung brauchen wir erst gar nicht reden. Nehmt den kirchlichen Trägern das Geld weg, das sie verbrennen, dann hat man in den nicht kirchlichen Kliniken, in denen effiziente Arbeit von vorurteilsfrei eingestellten Kräften ausgeführt wird genug Geld für deren Entlohnung
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  •   ALFPFIN
    (6727 Beiträge)

    29.06.2018 15:30 Uhr
    @nvdnkpr
    die katholische als auch die evangelische Kirche haben, soweit mir bekannt ist, nach der Fusion der beiden Krankenhäuser keine leitende Funktionen mehr. (Vincentius-Diakonissen-Kliniken gAG Art: freigemeinnützig)
    Auch die Einstellung des Personals nach religiöser Zugehörigkeit oder ob geschieden oder nicht, gehört wohl der Vergangenheit an. Diese Enstellungspolitik war vor allen Dingen im Vincenz üblich, solange der Orden noch etwas zu sagen hatte. Ich kenne im Vincenz Pflegepersonal, die seit Jahren dort beschäftigt sind und auch bei der Einstellung angaben, dass sie geschieden sind.
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