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Karlsruhe Unfall-Rangliste: Das sind Karlsruhes gefährlichste Kreuzungen

Karlsruhe hat 205 Unfall-Knotenpunkte im Stadtgebiet. Das bedeutet, dass dort entweder in einem Jahr mehr als vier ähnliche Unfälle passieren, oder fünf schwere innerhalb drei Jahren. Polizei und Ordnungsamt beobachten diese Kreuzungen deshalb ständig. Unter ihnen findet man beispielsweise auch den Schwerpunkt Weinweg/Durlacher Allee, wo im September zwei Menschen bei einem Unfall starben. ka-news hat mit der Polizei über jene Karlsruher Kreuzungen gesprochen, die die Rangliste "anführen".

Karlsruhe stand Ende September 2012 unter Schock, als ein Auto nach einer Kollision auf der Kreuzung Weinweg/Durlacher Allee in eine Menschenmenge schleuderte. Zwei Personen wurden dabei getötet, neun teilweise schwer verletzt. Inzwischen wurden Gutachten zum Unfallhergang erstellt. Nach Auskunft der Karlsruher Staatsanwaltschaft hat der Verteidiger der Unfallverursacherin bereits Einsicht genommen, bislang aber noch keine Stellungnahme abgegeben.

29 neue Unfallschwerpunkte 2012

Auch das Mühlburger Tor fiel in in den letzten Monaten immer wieder durch Unfälle auf, die auch Zugausfälle nach sich zogen. Autos und Bahnen kollidierten, ein Fahrradfahrer wurde von einer Bahn mitgeschleift, eine unachtsame Fußgängerin wurde von einer Straßenbahn schwer verletzt.

Ganze 205 solcher Unfall-Knotenpunkte gibt es in der Fächerstadt - das klingt zunächst viel. "Aktiv" sind davon jedoch nur 92, wie Joachim Zwirner, Leiter des Referats Verkehr im Polizeipräsidium Karlsruhe, verrät. Weitere 84 stammen aus vergangenen Jahren und Bewertungen, fallen derzeit aber nicht weiter auf. Im Jahr 2012 sind außerdem 29 neue Kreuzungen in die Kartei des Polizeipräsidiums eingegangen.

"Die Unfallschwerpunkte werden nach zwei Kriterien bewertet", erläutert Zwirner. Entweder gebe es dort innerhalb eines Jahres vier gleichgeartete Unfälle, oder fünf schwere Kollisionen in drei Jahren. "Solche Stellen werden dann sehr schnell in Augenschein genommen", berichtet der Fachmann weiter. Man habe die Kreuzungen ständig im Blick.

Ostring/Gerwigstraße mit 18 Kollisionen im Jahr 2011

Zunächst gebe es Voruntersuchungen an den Unfallstellen, bei denen die Polizei zum Beispiel analysiert, ob es meist bei Nässe, Dunkelheit oder etwa abhängig von Jahreszeiten kracht. Erste Ergebnisse würden dann ans Ordnungsamt gemeldet, die Kreuzung wiederum auf Schilder, Markierungen und Ähnliches untersucht. Kann kein Zusammenhang mit einem der Kriterien hergestellt werden, beobachtet man den Schwerpunkt zunächst weiter.

Häufen sich die Unfälle weiter, beschäftigt sich eine Unfallkommission mit dem Fall, die auch Unfallakten zu Rate zieht. Sie besteht aus Polizisten, Mitarbeiter des Tiefbauamtes und des Ordnungsamtes. "Je nachdem ist auch ein Signaltechniker oder jemand von den Verkehrsbetrieben dabei", so Zwirner.

Die Rangliste für Kreuzungen mit den meisten Unfällen in Karlsruhe führt übrigens die Stelle Ostring/Gerwigstraße an. Gemeinsam mit dem Ettlinger-Tor-Platz prangt sie mit jeweils 18 Unfällen im Jahr 2011 an oberster Stelle. (Hinweis der Redaktion: Zahlen für 2012 werden im Frühjahr veröffentlicht). Mit 16 Unfällen folgen die Schwerpunkte Ludwig-Erhard-Allee/Ostendstraße sowie der Mendelssohnplatz, dicht auf den Fersen ist das Mühlburger Tor mit 14 Kollisionen - der Weinweg fiel mit "nur" 12 Crashs auf.

Größere Ampeln beim Weinweg - spitze Verkehrsinsel gegen Wender

"Dort erleben wir die verschiedensten Unfälle", berichtet Joachim Zwirner. Neben Auffahrunfällen fahren Radler bei Rot, außerdem wendeten viele Autos, die eigentlich nach Durlach wollten und sich bei der Autobahnabfahrt vertan hätten. "Vor einiger Zeit haben wir an der Kreuzung zum einen die Signalgeber vergrößert, seither sind die Rotlichtverstöße zurückgegangen." Zudem habe man die Verkehrsinsel spitzer gestaltet, um auch hierdurch ein klares Wendeverbot zu signalisieren. Auch ein Schild mit der Aufschrift "Wendeverbot" sei angebracht worden. Obwohl man nur einige hundert Meter weiter am Ostring offiziell und signalisiert wenden dürfe, sehe die StVO leider kein Hinweisschild vor, das auf diese Möglichkeit aufmerksam mache.

Auch an anderen Unfallknotenpunkten haben Verbesserungen schon ihre Wirkung gezeigt: Beim Ostring wurde die Ampelschaltung Mitte 2012 verändert. Die Linksabbieger im Gegenverkehr haben nun Diagonalgrün, das ihnen signalisiert, wenn die Ampel im Gegenverkehr auf Rot umspringt. An der Auffahrt zur Südtangente von der Fiduciastraße ist eine Ampel angebracht worden, um Auffahrunfälle beim Rausfahren zu verhindern. "2012 hatten wir da keinen einzigen Unfall mehr", berichtet Zwirner. Davor seien es 14 Kollisionen in drei Jahren gewesen. Da sei auch der Rückstau zu verschmerzen, der sich gelegentlich im Feierabendverkehr bilde.

Mehr zum Thema:

Unfallschwerpunkt: Was ist am Mühlburger Tor los?

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