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Karlsruhe Umkleide ohne Klimaanlage, Klos ohne Wasser: Wie umweltfreundlich wird das neue Stadion?

Seit die Schülerin Greta Thunberg 2018 das erste Mal gestreikt hat um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, ist das Thema in aller Munde und bei der Bevölkerung angekommen - auch in Karlsruhe, wo im Juli der Klimanotstand ausgerufen wurde. Nun will die Fraktion der Grünen im Gemeinderat wissen, wie es um die Klimaneutralität im neuen Wildparkstadion bestellt ist und was für den Umweltschutz getan wird.

In der letzten Gemeinderatssitzung ging es erneut um den Neubau im Wildparkstadion, doch nicht, weil erbittert um die Finanzierung, neue Tribünendächer oder um andere Punkte des Umbaus diskutiert wurde, sondern weil die Fraktion der Grünen wissen wollte, welche Maßnahmen ergriffen werden, um die neue Fußballarena klimaneutral zu gestalten. "Wir legen Wert darauf, das Stadion so zu errichten, dass es Vorbildcharakter für andere Stadien hat", schreiben die Grünen in ihrer Anfrage an die Stadtverwaltung.

Viele Handlungsfelder, ein Ziel

"Deshalb ist es wichtig, dass vielfältige Maßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern zum Einsatz kommen. Kompensationszahlungen sollten nur in wenigen Ausnahmen zum Tragen kommen, wo es anders nicht umsetzbar ist!", fordern die Grünen weiter. 

Zoe Mayer Grüne
Zoe Mayer ist die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Karlsruher Gemeinderat. | Bild: Grüne Karlsruhe

Vor allem wollen die Stadträte um Fraktionsvorsitzende Zoe Mayer wissen, wie es in den Bereichen Mobilität, Energiebereitstellung oder im Umgang mit Wasser aussieht, wie die Stadt ein klimafreundliches Stadion baut. In ihrer Stellungnahme schreibt die Stadt Karlsruhe, dass etwa im Handlungsfeld Mobilität das Verkehrskonzept des neuen Stadions die "Förderung der fußläufigen Erschließung und der Radmobilität" vorsieht, aber auch die verstärkte Nutzung des ÖPNV.

Konkret sind bisher geplant: 

  • Schaffung von bis zu 3.500 Radabstellanlagen
  • Verbreiterung der Fuß- und Radwege entlang des Adenauerrings
  • Lückenschlüsse bei der Beleuchtung und Wegweisung
  • Bewirtschaftung der Parkräume
  • Unterbindung von "wildem Parken" im Wald
  • Ausbau des Parkleitsystems zur Vermeidung von Parksuchverkehr und der Mitbenutzung der Parkgaragen in der Innenstadt

Bessere Beleuchtung, trotzdem weniger CO2

Bei der Beleuchtung setzt die Stadt auf LED-Leuchten. "Somit kann der Stromverbrauch auf ein notwendiges Minimum reduziert werden", erläutert die Stadtverwaltung die Maßnahmen. "Im Fall des Bezuges von Öko-Strom wäre somit ein weitestgehend CO2-neutraler Betrieb der öffentlichen Straßenlaternen möglich!" Auch soll die Lichtverschmutzung auf ein Mindestmaß beschränkt werden, das sei so vorgesehen, so die Stadt weiter.

Eine beleuchtete Straße in der Nacht
Straßenlaternen entlang eines Gehwegs. (Symbolbild) | Bild: Patrick Seeger/Archiv

Außerdem sei eine Klimatisierung im Stadion nur teilweise vorgesehen. Lediglich die Polizeiwache, die Leitstelle, der Business-Club samt Logen sowie die Küchenbereich und der Pressebereich wird im neuen Stadion klimatisiert. "Auf die Klimatisierung von weiteren Bereichen wie etwa im Spielbetrieb, beispielsweise in den Umkleiden, wurde verzichtet", nimmt die Stadt Stellung.

Sonne und Regen leisten einen Teil zum Umweltschutz

Zudem gibt es eine 500 Quadratmeter große Photovoltaikanlage (PV) für die Produktion von Strom, die durch weitere städtische Anlagen ergänzt werden soll. "Der primärenergetische Bedarf für Wärme und Strom des Stadions wird also durch einen PV-Anlagenverbund ausgeglichen. Diese Bilanz soll auf einem Display im Stadion gut sichtbar für alle Besucher dargestellt werden!" 

Solaranlagen
Photovoltaikanlage auf einem Dach. (Symbolbild) | Bild: Martin Schutt

Damit das Spielfeld immer in einem Top-Zustand ist, braucht es Wasser. Dafür soll Regenwasser genutzt werden. "Für die Reduzierung des Trinkwassers werden in einigen Bereichen wasserlose Urinale verbaut", beschreibt die Stadt das Vorgehen.

Ablasshandel Stadion? 

Viele Maßnahmen, die beim Bau und beim Betrieb des Stadions berücksichtigt werden. "Werden sie ausreichen, um das Stadion klimaneutral zu betreiben?", fragen sich die Grünen. "Ursprünglich sah die Funktionale Leistungsbeschreibung vor, das Stadion im Passivhaus-Standard zu bauen.

Stattdessen wurde in einem Gespräch im Sommer 2017 entschieden, dass den Bietern die aktuell gültige Energieeinsparverordnung vorgegeben wird. Ein möglichst geringer Bedarf an End- und Primärenergie blieb weiterhin das Ziel", heißt es vonseiten der Stadt in ihrer Stellungnahme.

Neues KSC-Stadion
Geplantes KSC-Stadion aus der Vogelperspektive (Animation). | Bild: agn/BAM Sports GmbH

"Durch die vertraglich bedingte Reduktion der Standards für energetische Suffizienz und Effizienz muss im stärkeren Maße nun baulich außerhalb des Stadions kompensiert werden!" Heißt konkret, dass beispielsweise der PV-Anlagenverbund eine größere Kompensation leisten muss als ursprünglich abgeschätzt. 

Anders als etwa bei Flugreisen - hier können Passagiere eine CO2-Kompensation bezahlen - wird das die Stadt beim Stadionneubau nicht leisten. "Das ist nicht vorgesehen", so die Stadt in ihrer Stellungnahme zur Grünen-Anfrage. "Sollte dies vom Gemeinderat gewünscht sein, ist weiteres Budget bereitzustellen!"

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  •   patrickkk
    (1479 Beiträge)

    25.11.2019 10:45 Uhr
    ...
    Die Frage darf aber schon gestellt werden von wem dass so gewollt ist?

    Wohl eher weniger denen die dieses Stadion dann besuchen zwinkern. Und jene die es so wollen wundern sich dann wieder über (x,y,z) warum ihr Berufsstand unter den Besuchern so unbeliebt ist.
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  •   mueck
    (11377 Beiträge)

    25.11.2019 12:29 Uhr
    ....
    ... von den Betreibern von Nahverkehr und Stadion ist das so gewollt.
    Wenn da eine Riesenmasse an Leuten auf einmal rausstürmt und an nur einer Haltestelle einer Linie in die Bahn will, ist das schlicht nicht vernünftig abwickelbar. Mit den heutigen mehreren Haltestellen in etwas Entfernung geht das wunderbar, dass sich die Massen gleichmäßiger und ohne zu großes Gedrängel auf alle Linien verteilen.
    Und Bewegung schadet den meisten auch nicht, es ist schließlich ein SPORT-Stadion!
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  •   dipfele
    (5710 Beiträge)

    26.11.2019 10:17 Uhr
    Alternativ....
    … ein Radschnellweg?
    Durch Absperrungen kann es so geregelt werden, dass immer wenn eine Bahn voll ist, die nächste die Haltestelle anfährt. Also mehrere Bahnen mit 200 Personen Fassungsvermögen werden hintereinander aufgestellt. Es wird soviel Geld verpulvert, da kommt es wirklich nicht auf 12-15 Mio für nur gelegentlich genutzte Gleise an. Wenn ich mich recht entsinne, wurde sogar die Stadionbahn in die Kombi Kosten-Nutzen- Berechnung mit einbezogen damit der Faktor 1,09 erreicht wird .
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  •   bingobongo
    (332 Beiträge)

    25.11.2019 16:57 Uhr
    Berlin Olympiastadion
    12-gleisiger S-Bahn-Bahnhof plus U-Bahn-Haltestelle.

    So macht man ÖPNV.

    Okay, war halt auch eine gewisse "Prunk- und Großmannssucht" dabei beim Errichten damals....
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  •   Waterman
    (6422 Beiträge)

    25.11.2019 20:04 Uhr
    2006 beim Viertelfinale gegen Argentinien
    war ich in Berlin und wir fuhren mit der U-Bahn ins Stadion. Das war ein Höllentrip wegen Überfüllung der Wägen, jede Menge Halbbesoffenen, die ohne Rücksicht auf dem Bahnsteig von hinten die Leute nach vorne schoben und Leuten, die fast zerquetscht wurden beim Ein - oder Aussteigen.

    Nie mehr wieder. Nach dem Spiel nahmen wir ein Taxi.

    Das Konzept in Karlsruhe mit 3 Haltestellen, einem kleinen Spaziergang vor und nach dem Spiel (sowie ein paar Bussen für die Fußlahmen) ist schon richtig.

    Verstehe sowieso nie, warum die Kapazitäten zu einer Sportveranstaltung gehen und sich dabei scheuen ein paar Meter zu Fuß zurückzulegen. Vielleicht sollte man noch Rolltreppen in den Zu- und Abgängen vorsehen.
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  •   patrickkk
    (1479 Beiträge)

    25.11.2019 13:31 Uhr
    ...
    Prinzipiell bin ich ja deiner Meinung. Aber wenn der ÖPNV mit Sicht auf die Betreiber optimiert wird ist es halt zwangsläufig dass die Nutzer warnehmen dass er nicht unbedingt für sie optimiert ist.

    Aber ja, für gesunde Menschen sollte die Distanz wirklich kein Problem sein. Gibt ja sowieso 120 minuten Sitzpause zwischen an und abmarsch. (Ich geh jetzt einfach mal davon aus dass die Steher noch weniger Probleme mit dem Laufen haben grinsen ).
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  •   Berty87
    (762 Beiträge)

    25.11.2019 12:47 Uhr
    Und
    Weshalb klappt das in Bad Cannstadt
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  •   mueck
    (11377 Beiträge)

    25.11.2019 13:09 Uhr
    !
    War nochnicht dort, warum auch, aber auf der Karte sieht man, dass es auch da nicht nur eine Haltestelle vor der Tür ist, sondern mehrere U- und S-Bahn-Halte und auch paar Meter zu laufen, wenn auch näher dran als in KA, aber eben eine davon ist eine S-Bahn-Haltestelle mit deutlich größeren Zügen als hier in KA möglich wäre. Die können in S also mehr Leute pro Zeit wegschaffen.
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  •   malerdoerfler
    (6035 Beiträge)

    25.11.2019 07:00 Uhr
    Ablasshandel?
    Passt gut.
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  •   107
    (444 Beiträge)

    25.11.2019 06:56 Uhr
    weltweit ist das Bremer Weserstadion auf Platz 13 bei der Nutzung der Sonnenenergie
    Die hier geplanten 500 Quadratmeter reichen allenfalls für eine Hundehütte.

    Seit 16.07.2019 gilt "Klimanotstand" in dieser "Wissenschaftsstadt"
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