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Karlsruhe Überstunden und Überbelegung: Karlsruher Knast platzt aus allen Nähten

Immer wieder ist die kritische Situation in den baden-württembergischen Gefängnissen Thema von Politik und Öffentlichkeit. Und auch Karlsruhe ist von der Situation betroffen.

Unlängst wandte sich die Gewerkschaft der Strafvollzugsbediensteten mit einem drastischen Appell an die Landesregierung: Die Lage sei gefährlich und inakzeptabel – der konstante Mangel an Personal und Haftplätzen sorge dafür, dass "die Uhr im Strafvollzug auf fünf nach zwölf steht", so Alexander Schmid, der Landesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten.

In einer Situation wie der bestehenden sei die Resozialisierung der Inhaftierten fast unmöglich, zudem gefährde man die Sicherheit der Gefangenen und der JVA Bediensteten, so Schmid weiter. Von 800 fehlenden Haftplätzen und 300 fehlenden Strafvollzugsbediensteten ist derzeit allein in Baden-Württemberg die Rede, und das bei einer konstant steigenden Gefangenenzahl. Selbst Justizminister Guido Wolf gibt mittlerweile zu, dass die Gefängnisse im Land chronisch überbelegt sind.

Die Karlsruher JVA ist überbelegt

Auch in der Region ist das nicht anders. Etwas entspannter sei die Lage in der JVA Bruchsal zwar, so der Verwaltungsleiter Dietmar Lamberth im Gespräch mit ka-news, dies aber vor allem, weil es bei der JVA in Bruchsal um eine so genannte Langstrafenanstalt handle, die von der Überbelegung generell nicht so betroffen sei, wie Gefängnisse, die auch Untersuchungshäftlinge aufnehmen. "Aber die Probleme sind im ganzen Land spürbar", so Lamberth weiter. "Und wir sind hier bestimmt keine Insel der Glückseligkeit, allerdings gibt es in Bruchsal keine derart extreme Überbelegung."

Anders in der JVA Karlsruhe: Dort gibt es auch Untersuchungshäftlinge und die Probleme Personalmangel und Überbelegung machen sich deshalb deutlich bemerkbar. "Die Justizvollzugsanstalt Karlsruhe ist seit Jahren stark überbelegt. Wir versuchen dem beispielsweise durch Verlegungen in die JVA Offenburg oder durch Vermittlung der Aufsichtsbehörde in andere Anstalten entgegen zu wirken", erklärt Norbert Schmidt, der Verwaltungsleiter Justizvollzugsanstalt Karlsruhe.

Überstunden und Verständigungsprobleme

Es gebe auch Doppelbelegung von Einzelzellen, grundsätzlich aber nur mit dem Einverständnis der Gefangenen. "Falls ein Gefangener Einzelunterbringung wünscht und vollzugliche Gründe dem nicht entgegenstehen, kommen wir dem Wunsch innerhalb vertretbarer Zeit nach", so Schmidt weiter. "Nach unserer Beobachtung ist es bisher nicht zu vermehrten, klar erkennbaren Konflikten, die auf Religion und/oder ethnischen Probleme zurückzuführen sind, gekommen", so der Verwaltungsleiter der JVA Karlsruhe.

Die Überbelegung führt aber natürlich zu einer Mehrbelastung der Bediensteten, die sich in einer nicht unbeträchtlichen Überstundenzahl niederschlägt, sagt er. "Wir wollen außerdem das Angebot im Haus gerne erhöhen. Auch dadurch entsteht ein Personalmehrbedarf", beschreibt Schmidt die gegenwärtige Situation.

Bundesgerichtshof hat auch Auswirkungen auf Karlsruhe JVA

Die Anforderung an das Personal habe sich auch durch die wachsende Sprachbarriere erhöht: "Die Justizvollzugsanstalt Karlsruhe ist hauptsächlich für den Vollzug der Untersuchungshaft zuständig. Die Anzahl der Insassen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, liegt in diesem Bereich schon immer höher als im Strafhaftbereich. Durch die Zuwanderung der letzten Jahre hat sich diese Zahl nochmals erhöht. Aktuell sind es 63 Prozent", berichtet Schmidt. Die Verständigung sei oftmals sehr schwer.

Zu einer Mehrbelastung habe auch die Schließung von Justizvollzugsanstalten in den letzten Jahren geführt. "Karlsruhe ist zudem auch Sitz des Bundesgerichtshofes und des Generalbundesanwaltes beim Bundesgerichtshof. Deren Verfahren haben natürlich auch Einfluss auf die steigende Belastung der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe", so Nobert Schmidt abschließend.

Neue Stellen werden geschaffen

Abhilfe schaffen sollen Neubaumaßnahmen wie in Stuttgart, so Justizminister Wolf, und 67 neue Stellen im Strafvollzug, die die Landesregierung bereits geschaffen habe, 151 seien zudem im Regierungsentwurf des neuen Haushalts eingeplant. Weniger als die Gewerkschaft fordert, aber dennoch ein erster Schritt, wie Wolf findet.

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Kommentare (21)
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (648 Beiträge)

    10.11.2017 15:47 Uhr
    Test
    Test
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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (648 Beiträge)

    10.11.2017 15:48 Uhr
    Geht wieder.....
    da hat man mich doch tatsächlich eine Woche lang gesperrt, nur weil ich es wagte einen Focus Artikel zu verlinken, der ein paar unangenehme Fakten aufzeigt. zwinkern
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  •   Crackerjack
    (1418 Beiträge)

    10.11.2017 14:40 Uhr
    Wo liegt hier das Problem?
    +++ Das Posting enthält beleidigende Inhalte und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Crackerjack
    (1418 Beiträge)

    10.11.2017 14:43 Uhr
    Sollte dieser Beitrag gesperrt werden, dann wiederhole ich ihn einfach
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  •   Crackerjack
    (1418 Beiträge)

    10.11.2017 15:08 Uhr
    Ka-News
    Was war beleidigend? Es ist eher so, dass ihr mit eurer grenzenlosen Einfalt eure Leser beleidigt.
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  •   Crackerjack
    (1418 Beiträge)

    10.11.2017 15:14 Uhr
    Wiederholung
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere AGB und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   Crackerjack
    (1418 Beiträge)

    10.11.2017 15:16 Uhr
    und somit
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere AGB und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   ALFPFIN
    (5676 Beiträge)

    10.11.2017 15:29 Uhr
    @Crakerjack
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere AGB und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   MaryCarefree
    (419 Beiträge)

    10.11.2017 15:36 Uhr
    Sitzt der Jörg
    +++ Das Posting verstößt gegen unsere AGB und wurde daher von der Redaktion gesperrt +++
  •   mikado46
    (49 Beiträge)

    10.11.2017 13:02 Uhr
    Was kostet........
    Ein strafgefangener kostete 2015 pro Tag 131,62€ , oder knapp 48.000 € pro Jahr.
    So in Schleswig-Holstein. Für BW dürfte es ähnlich sein.
    Meines Wissens, wird das Vermögen des Strafgefangenen für die Deckung dieser Kosten
    nicht berücksichtigt.
    Ein Hartz IV Empfänger muss fast sein gesamtes Erspartes verbrauchen, bevor er
    Leistungsberechtigt ist.
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