100  

Karlsruhe Überfälle, Einbrüche, Diebstähle: Wie gefährlich ist Karlsruhe?

ka-news berichtet häufig auch über Raubüberfälle, Diebstähle, Einbrüche und Körperverletzungen.Täglich meldet die Polizei neue Straftaten. Bei manchen Lesern entsteht dadurch ein mulmiges Gefühl. Doch gibt es tatsächlich mehr Straftaten in Karlsruhe als in anderen Großstädten? Und von wem werden die Straftaten eigentlich verübt? Um dem auf den Grund zu gehen, hat ka-news einen Blick in die Kriminalstatistik geworfen und bei der Polizei nachgefragt: Wie sicher ist Karlsruhe wirklich?

"Es lebt sich sehr sicher in Karlsruhe", erklärt ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage von ka-news. Betrachtet man die Zahlen für ganz Deutschland, so bestätigen die Daten diese Aussage.

Karlsruhe ist sichere Großstadt

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2012 (die Statistik für 2013 wird erst in den kommenden Wochen bekannt gegeben) wurden in ganz Deutschland in diesem Jahr 5.997.040 Straffälle bekannt. Gemessen an der absoluten Zahl der Fälle liegt Baden-Württemberg mit 573.459 Fällen (- 1,6 Prozent Vorjahr) hinter Nordrhein-Westfalen und Bayern auf Platz 3 der vermeintlich unsichersten Bundesländer. Doch die absoluten Zahlen sagen nicht viel aus. Ein Bundesland wie das Saarland beispielsweise kann aufgrund seiner deutlich niedrigeren Einwohnerzahl vermutlich gar nicht auf eine solch hohe Fallzahl kommen - es sei denn jeder Bürger dort wird straffällig. In Karlsruhe wurden 2012 insgesamt 28.462 Straftaten registriert - das ist eine Zunahme von 3,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2011.

Setzt man schließlich die Anzahl der verübten Straftaten mit der Einwohnerzahl gleich - üblicherweise geschieht das mittels der Rechnung "Straftaten je 100.000 Einwohner" - so wendet sich das Blatt: Während Nordrhein-Westfalen weiterhin unsicher bleibt, gelten Bayern und Baden-Württemberg mit maximal 6.000 Fällen pro 100.000 Einwohner als die sichersten Bundesländer. Dieses Bild bestätigt sich ebenfalls bei einer näheren Betrachtung der Fallzahl in Städten ab 200.000 Einwohner.

Von 39 Städten belegt Karlsruhe mit "nur" 9.567 Straftaten je 100.000 Einwohner Platz 32 - nur wenige Großstädte gelten bundesweit damit als sicherer. Verübt wurden hier 2012 insgesamt 28.462 Straftaten. Abgesehen von Freiburg (Platz 13) liegen die beiden übrigen baden-württembergischen "Großstädte" wie Mannheim (Platz 33) und Stuttgart (Platz 30) im unteren Drittel. München ist zudem die sicherste Großstadt Deutschlands.

Steigende Zahlen bei nichtdeutschen Straftätern?

Im Zusammenhang mit verübten Straftaten werden auch immer wieder Vorurteile laut, dass vor allem Menschen, die keinen deutschen Pass haben, straffällig würden. Auch der Polizei Karlsruhe ist dieses subjektive Empfinden bekannt. "Das lässt sich aber nicht mit Zahlen untermauern", betont ein Sprecher der Polizei.

Die Polizei-Statistik sagt dazu Folgendes: Im Jahr 2012 wurden in ganz Deutschland 3.259.822 Fälle aufgeklärt (Aufklärungsquote von 54,4 Prozent) und 2.094.118 Tatverdächtige erfasst. 502.390 Fälle davon konnten nichtdeutschen Tatverdächtigen zugeordnet werden. Im Vergleich zum Jahr 2011 ist dies ein Anstieg von 3,7 Prozent. Noch ein paar Jahre zurück war die Anzahl deutlich höher: 2005 beispielsweise konnten 519.375 Nichtdeutsche unter Tatverdacht gestellt werden. Diese insgesamt rückläufige Tendenz bestätigt auch die Karlsruher Polizei für die Fächerstadt.

34,5 Prozent der Tatverdächtigen sind ausländischer Herkunft

11.533 Tatverdächtige (Aufklärungsquote für Karlsruhe: 57,9 Prozent) konnten 2012 in Karlsruhe ausgemacht werden. Dabei handelte es sich bei 3.980 um Personen (2011: 3.699, 2010: 3.515), die keinen deutschen Pass haben. Das bedeutet prozentual gesehen, dass im Jahr 2012 rund 34,5 Prozent aller Tatverdächtigen in Karlsruhe nichtdeutsch waren. Verglichen mit der Einwohnerzahl (1. Januar 2012: 297.488) zeigt sich in Karlsruhe folgendes Bild: Bei 45.767 nichtdeutschen Einwohnern und 3.980 ihnen zugeordneten Fällen kommt man auf eine Quote von 8,69 Prozent. Bei deutschen Straftätern beträgt diese etwa 3 Prozent.

Eine Häufung ausländischer Täter gibt es laut Polizei bei Fällen wie Diebstahl (Trickbetrug, "Antanzen") oder Einbrüchen. Bei allen anderen Straftatbeständen sei keine Auffälligkeit zu erkennen. Auch das vielseits genutzte Vorurteil gegenüber Flüchtlingen, die in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) untergebracht sind, sei haltlos. "Gemessen an den vielen Menschen, die dort stetig im Wechsel ankommen, ist der Prozentsatz von Straftaten dort verschwindend gering", erklärt ein Sprecher der Polizei Karlsruhe.

Warum werden in manchen Berichten die Nationalitäten von Straftätern genannt, in anderen aber nicht? Dieses Thema sorgt auch bei unseren Lesern immer wieder für Diskussionen.ka-news erklärt in diesem Artikel, warum wir nicht immer die Nationalitäten nennen.
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen