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Karlsruhe Über eine Million Übernachtungen: Braucht Karlsruhe mehr Hotels?

Mit 1.096.961 Übernachtungen im Jahr 2015 boomt der Karlsruher Hotelmarkt auch weiterhin. Kapazitätsengpässe lassen viele Menschen bereits auf Angebote in der Region zurückgreifen. Das Fazit eines Gutachtens zur Analyse des Hotelbedarfs in der Fächerstadt lautet: Karlsruhe braucht mehr Hotels - und das am besten im drei bis vier Sterne-Bereich.

Der Beherbergungssektor Karlsruhe hat sich seit dem Jahr 2000 überaus dynamisch und positiv entwickelt. Einem Kapazitätszuwachs beim Bettenangebot um 45 Prozent steht im Zeitraum 2000 bis 2015 ein deutlich höherer Anstieg bei der Nachfrage gegenüber.

Die Ankünfte verdoppelten sich fast und das Übernachtungsaufkommen stieg um 81 Prozent an. Zu diesen Ergebnissen kam die Unternehmensberatung ghh consult GmbH Dr. Hank-Haas & Kunz, die vom Amt für Stadtentwicklung der Stadt Karlsruhe beauftragt wurde, ein Gutachten zur Analyse des Hotelbedarfs in Karlsruhe zu erstellen.

Karlsruhe benötigt mehr Hotels, so die Schlussfolgerung des Gutachtens. "In jünster Vergangenheit (2010 bis 2015) nahm das Bettenangebot nur um acht Prozent zu, während das Übernachtungsaufkommen im selben Zeitraum allerdings um 16 Prozent anstieg", erklärt Elmar Kunz, von der ghh consult.

Wer reist nach Karlsruhe?

Den größten Anteil der Übernachtungsgäste in Karlsruhe sind Geschäftsreisende, besonders im Bereich der Messen und Kongresse hat dieser Bereich deutlich zugenommen. Aber auch das Segment Tourismus/ private Übernachtungen gewinnt in Karlsruhe zunehmende Relevanz. "Man kann aktuell von einem 70-30-Verhältnis ausgehen", informiert die für den Tourismus verantwortliche Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz.

Da das Segment der Geschäftsreisenden dennoch sehr hoch ist, sind Kapazitäten im Bereich hochwertiger Business- und Tagungshotels notwendig. Denn mehr als 80 Prozent aller Beherbergungsbetriebe in Karlsruhe weisen nur eine Kapazität von 100 Zimmern auf. "Die Karlsruher Hotellerie ist stark von kleineren Betrieben dominiert. Es besteht Nachholbedarf bei prominenten Marken mit nationaler und internationaler Strahlkraft, um so einen Mehrwert zu schaffen", folgert Kunz.

Hotelgutachten Karlsruhe

(Dringender Nachholbedarf sieht das Gutachten in der drei- und vier-Sterne-Hotellerie.)

Mehr Hotels in der Innenstadt

Das derzeitige Hotelangebot der Stadt Karlsruhe wird den gegenwärtigen und auch zukünftigen Nachfrageerwartungen und Anforderungen nicht gerecht - Kapazitätsengpässe entstehen. "Schon jetzt können bestimmte Großkongresse- und veranstaltungen aufgrund fehlender Hotelkapazitäten nicht durchgeführt werden. Während größerer Messen und Veranstaltungen müssen Menschen sogar in Ausweichhotel in einem weiten Umkreis untergebracht werden", so Kunz weiter.

Der dringende Bedarf nach zusätzlichen Hotelkapazitäten wird ebenfalls in einer Befragung von rund 60 Karlsruher Unternehmen sowie Messe- und Kongressveranstalter deutlich. So wünschen sich, laut den Umfrageergebnissen der Unternehmensberatung ghh consult GmbH, 81 Prozent der Teilnehmer mehr Hotels in der Karlsruher Innenstadt. 20 Prozent sehen zukünftige Hotels in Messenähe, während sich 14 Prozent neue Hotelkapazitäten in Autobahnnähe wünschen.

Zukunfts-Szenario

"Gegenüber dem Jahr 2016 werden laut realistischem Szenario im Jahr 2030 zusätzlich rund 900 Hotelzimmer erforderlich sein. Dies entspricht bei einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 180 bis 200 Zimmern etwa vier bis fünf neuen Hotels in Karlsruhe", resümiert Kunz.

Städtische Flächen für potenzielle Hotelansiedelungen sieht Kunz beispielsweise im Bereich des Entwicklungsquartiers Hauptbahnhof Süd sowie im Technologiepark. "Aktuell ist noch nichts Konkretes geplant. Allerdings gibt es durchaus Flächen für neue Hotels - auch in der Innenstadt", bestätigt Luczak-Schwarz.

Was wird aus den kleinen Hotels?

Doch was wird aus den kleineren Hotels, wenn in Karlsruhe möglicherweise bald größere, neuere, Markenhotels wachsen? "Wir sind unendlich stolz auf unsere bestehende Hotellerie", verkündet Luczak-Schwarz. Auch Elmar Kunz fügt hinzu: "Die bestehende Hotellerie in Karlsruhe macht einen guten Job. Karlsruhe steht überdurchschnittlich gut da." Die bestehende Hotellerie soll daher gehalten werden. "Neue und alte bereits bestehende Hotels brauchen sich gegenseitig", fügt Andrea Scholz (Stadt Karlsruhe/ Wirtschaftsförderung) hinzu.

Die Unternehmensberatung ghh consult GmbH sieht den zusätzlichen Bedarf von 900 Hotelzimmern bis 2030 nicht nur in großen Hotels. Vielmehr sieht das Unternehmen ein neues Hotel im zwei-Sterne-Bereich, zwei bis drei neue Hotel im drei-Sterne-/ Superior-Bereich und ein weiteres neues Hotel im vier-Sterne-Bereich.

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Kommentare (11)
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  •   ralf
    (3638 Beiträge)

    04.12.2016 12:07 Uhr
    Katastrophentourismus?
    Wegen dem schönen Stadtbild kommt wohl Keiner nach Karlsruhe. Der Weihnachtsmarkt auf dem Friedrichsplatz ist zwar inzwischen ganz nett. Aber auch nicht so weit vor anderen Städten, dass sich eine Anreise von einer Entfernung, welche eine Übernachtung sinnvoll macht, lohnen würde. Bleiben im Großen und Ganzen Geschäftsreisende, welche ihren Aufenthalt in Karlsruhe hauptsächlich in Büros und Besprächungsräumen verbringen. Die sehen von der Stadt dann eher begrenzt viel.

    Eine Idee wäre es, vorrangig vorhandene Hotels zu erhalten (beim Badisch' Brauhaus) und bei Straßenbahn-Streckensperrungen davon auszugehen, dass in Karlsruhe ankommende Fahrgäste die SEV-Informationen aus BNN, Baden TV und der neuen Welle nicht unbedingt wahrgenommen haben.
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  •   MacGeifer
    (1840 Beiträge)

    03.12.2016 16:37 Uhr
    Die Verkehrsexperten
    hier sagen doch immer, dass mehr und grössere Strassen mehr Verkehr anziehen. Ich denke das kann man auch auf die Hotels übertragen. Mehr Hotels ziehen mehr Leute in die Stadt. Die Frage ist jetzt: Wollen wir das? Für mich kann ich das schnell mit einem klaren Nein beantworten. Genausowenig wie ich will, dass Karlsruhe weiter wächst. Ist genau richtig so wie es ist. Eine richtige Stadt in der es alles gibt (ausser einer Lamborghini Vertretung, aber daran könnte man ja noch arbeiten), die aber immer noch übersichtlich ist und in der man sich, abgesehen von temporären Kleinbaustellen, recht gut bewegen kann.

    Ich brauch keine ratternden Trolleys 24 Stunden am Tag und Partyvolk das mit dem 15 Euro Bus anreist und die Hauseingänge vollkotzt.

    Schön erhalten was wir haben, das reicht vollkommen.
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  •   Robert1959
    (1912 Beiträge)

    03.12.2016 13:51 Uhr
    Der 300. Geburtstag war schon!
    Die Bauarbeiter brauchen die Hotels nicht mehr!
    Man könnte da ruhig einmal über eine Kommunalsteuer nachdenken, denn sie profitieren auch von der Karlsruher Infrastruktur!
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  •   bier2
    (884 Beiträge)

    03.12.2016 12:49 Uhr
    den Entwurf mit dem alten
    Wasserturm in der Fautenbruchstrasse ist ja mal richtig schick, gefällt mir die Kombi aus Alt und modern..
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  •   A320
    (311 Beiträge)

    03.12.2016 12:22 Uhr
    .
    Nach der Fertigstellung der Kombilösung soll ja eventuell das (meiner Meinung nach) hässlichste Hochhaus Karlsruhes (neben dem Landratsamt) abgerissen werden. Da gibt es Planungen mit Hotel und Büros.
    Das wäre dann vllt mal ein Hotel in Innenstadtlage, mit ruhigem Verkehr und einer schönen Allee vor der Tür.
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  •   zozimura
    (1977 Beiträge)

    04.12.2016 11:38 Uhr
    Mies van Rohe, Schelling, Weinbrenner und Konsorten
    Das Dingens steht in der architektonischen Formensprache des Bauhauses und ergibt mit dem Staatstheater und dem jetzigen Volkwohnungsbunker eine moderne Interpretation der Via Magistralis oder so. Auf deutsch: das häßliche Ding steht unter Denkmalschutz und nur El Kaida oder der IS kann Karlsruhe von dem Ding befreien.
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  •   calamar
    (90 Beiträge)

    03.12.2016 12:05 Uhr
    Korrektur
    Shit, jetzt ist mir auch ein Fehler unterlaufen. Gemeint war natürlich der Teufel, nicht der "Täufel" . Sorry, ist mir so rausgerutscht.
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  •   calamar
    (90 Beiträge)

    03.12.2016 12:03 Uhr
    "Über eine Millionen"
    Der Fehlertäufel hat wieder mal zugeschlagen, und das gleich in der Überschrift. Soll ich weiterlesen...?
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  •   Mondgesicht
    (2021 Beiträge)

    03.12.2016 11:11 Uhr
    Es sind einige neue Hotels eröffnet worden
    und wenn jetzt noch mehr dazu kommen, dann wird man irgendwann plötzliche Überkapazitäten feststellen. Was natürlich politisch gelegen käme, denn dann hat man schöne Immobilien zur Unterbringung von Schutzsuchenden.
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  •   fuzzynervzwerg
    (1148 Beiträge)

    03.12.2016 09:37 Uhr
    An bestimmten Tagen
    klemmt es im oberen Bereich auf jeden Fall.
    Da wäre dringend Abhilfe erforderlich.
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