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Karlsruhe Über 240 Verstöße: Kontrolle der Rettungsgasse deckt viele Verstöße auf

Nachdem sich durch einen Unfall auf der A5 bei Karlsruhe am Dienstagmorgen ein kilometerlanger Stau gebildet hatte, war die Verkehrspolizei mit einem Videofahrzeug im Einsatz um die Rettungsgasse zu kontrollieren - dabei wurden die Beamten wieder einmal auf jede Menge Verstöße aufmerksam.

Am Dienstagmorgen verursachte der Fahrer eines Sattelzuges auf der A5 zwischen Bruchsal und Karlsruhe einen schweren Verkehrsunfall bei dem auch zwei Menschen verletzt wurden. Der Verkehr staute sich daraufhin auf rund 13 Kilometer Länge. Zur Durchfahrt der Rettungskräfte wurde die Bildung einer Rettungsgasse durch ein Videofahrzeug der Polizei überwacht. Immer wieder sorgt die Ignoranz einiger Autofahrer in Sachen Rettungsgasse für Ärger. Auch bei dem Unfall auf der A5 am Dienstag gab es wieder jede Menge Verstöße. Dabei ist sie sehr schnell und einfach gebildet und ermöglicht den Rettungskräften ein schnelles Vordringen zur Unfallstelle.

Rettungsgasse Kampagne Plakat
So soll das Plakat der Kampagne "Rettungsgasse - rettet Leben" aussehen. Sie sollen an Tankstellen oder Rasthöfen verteilt werden. | Bild: Ministerium für Inneres BW

Dabei wurden insgesamt 245 Verstöße festgestellt. Darunter 116 Auto-, 76 Sattelzug-, 47 Lkw- sowie zwei Motorradfahrer und vier Busfahrer, die keine Rettungsgasse gebildet hatten und so den Rettungskräften ein Durchkommen erschwerten oder behinderten. Das teilt die Polizei in einem Pressebericht mit. 

Hunderte von Verstößen bei Kontrollfahrten

Selbst das Videofahrzeug der Polizei brauchte 45 Minuten, um an die Unfallstelle zu gelangen, da die Beamten immer wieder zum Anhalten gezwungen waren. Auch Bergungsfahrzeuge mussten teilweise minutenlang warten, da ein Durchkommen aufgrund besonders rücksichtsloser Fahrer nicht möglich war. Streckenweise sei die Rettungsgasse aber auch vorbildlich gebildet worden, merkt die Polizei in ihrem Pressebericht an.

Stau nach Lkw-Unfall auf der A5
Bis zu 13 Kilometer staute es sich nach dem Lkw-Unfall auf der A5. Auf der eigentlich dreispurigen Fahrbahn wurde noch eine vierte Fahrspur auf dem Standstreifen gebildet. | Bild: Lukas Hiegle

In den ersten drei Monaten des Jahres wurden bei verstärkten Kontrollaktionen der Polizei Karlsruhe auf den Autobahnen A5 und A8 insgesamt weitere 380 Verstöße festgestellt. Die Fahrer hatten ebenfalls keine freie Gasse zur Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen gebildet und müssen nun mit einer Anzeige rechnen.

So musste laut Polizei nach einem schweren Verkehrsunfall Anfang Februar auf der A8 ein Streifenwagen im Stau wegen eines mittig auf dem mittleren Fahrstreifen rollenden Sattelzuges bis zum Stillstand abbremsen, eine Weiterfahrt war nicht möglich. "Der rücksichtslose Fahrer ignorierte sowohl Blaulicht als auch Martinshorn", schreibt die Polizei in ihrer Pressemitteilung.

Polizei geht präventiv auf Fahrer zu

Der Fahrer eines Kleinlasters war zuvor nahezu ungebremst auf einen Sattelzug am Stauende auf der A8 aufgefahren und tödlich verletzt worden. Bei den anschließenden Überwachungsmaßnahmen wurden 79 Fahrzeugführer, darunter 32 Fahrer von Sattelzügen, festgestellt, die keine freie Gasse zur Durchfahrt von Rettungsfahrzeugen gebildet hatten. Auch fielen damals drei Gaffer auf, die mit ihren Mobiltelefonen im Vorbeifahren die Unfallstelle filmten und fotografierten.

Stau nach Lkw-Unfall auf der A5
So wie den Polizisten in diesem Auto geht es vielen Einsatzkräften wenn Stau ist: Statt freier Fahrt heißt es warten! | Bild: Lukas Hiegle

Neben gezielten Überwachungsmaßnahmen wurden an der Tank- und Rastanlagen in Bruchsal und Pforzheim auch Präventionsmaßnahmen durchgeführt. Insgesamt rund 680 Fahrzeugfahrer haben die Beamten angesprochen und auf die Kampagne "Rettungsgasse - rettet Leben" aufmerksam gemacht. Die Polizei kündigt auch für die Zukunft weitere Kontrollen an: "Fahrer müssen auf den Autobahnen A5 und A8 weiterhin mit regelmäßigen Überwachungsaktionen zur Bildung der Rettungsgasse rechnen." Denn im Ernstfall zählt für Rettungskräfte oft jede Minute.

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