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Karlsruhe Tödlicher Badeunfall im Umland: Bäder-Chef Sternagel erklärt, was für die Sicherheit der Karlsruher Badegäste getan wird

Nach einem tragischen Badeunfall mit Todesfolge, der sich am vergangenen Sonntag in Kandel ereignete, drängt sich nun die Frage auf: Wie sicher sind die Schwimmbäder in Karlsruhe? Bäder-Chef Oliver Sternagel erklärt, was für die Sicherheit der Badegäste getan wird und was das KIT damit zu tun hat.

Am vergangenen Sonntag kam es zu einem schrecklichen Unglück in einem Schwimmbad in Kandel: Ein vierjähriger Junge hatte leblos im Wasser getrieben, als ein Zeuge ihn fand. Bademeister und Feuerwehr führten sofort Reanimationsmaßnahmen durch. Per Hubschrauber wurde der Vierjährige danach in eine Karlsruher Kinderklinik gebracht, wo er am Dienstagabend an den Folgen des Badeunfalls starb. Am gleichen Tag kam es auch in einem Schwimmbad in Gernsbach zu einem Unfall, der für einen Dreijährigen Jungen aber glimpflich ausging.

Solche Zwischenfälle können überall passieren, das weiß auch der Karlsruher Bäderchef Oliver Sternagel. Dennoch ist er froh, dass das in seinen Bädern bisher noch nicht der Fall war. "Bisher hat es Gott sei dank kein solches Vorkommnis gegeben!" erklärte er im Gespräch mit ka-news.

47 Fachkräfte sorgen für Sicherheit

Oliver Sternagel
Bäder-Chef Oliver Sternagel. | Bild: Karlsruher Bäder

Besondere Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, hält er jedoch nach dem Unglücksfällen in Kandel und Gernsbach für überflüssig. "Nein, daran haben wir keinen Bedarf", sagt er deutlich. "Wir sind personell sehr gut aufgestellt und beschäftigen momentan mit 47 ausgebildeten Fachkräften eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an Fachpersonal, das während der Saison noch von zusätzlich 150 Rettungskräften unterstützt wird."

Zahlreiche Präventivmaßnahmen

Kinder im Schwimmkurs
Kinder nehmen an einem Schwimmkurs teil. | Bild: Rolf Vennenbernd/Archiv

Um auch in Zukunft die Unfallgefahr in den Karlsruher Bädern so gering wie möglich zu halten, greift Sternagel auf eine Vielzahl von Maßnahmen zurück. So gibt es beispielsweise Präventivkurse, von denen laut Bäderchef bereits 500 erfolgreich durchgeführt wurden. Sternagel empfiehlt zudem das klassische Babyschwimmen und die Schwimmabzeichen wie das Seepferdchen, um gerade Kinder spielerisch an das Wasser zu gewöhnen.

Ein weiteres Angebot speziell für Kinder ist das sogenannte "Schwimm Fix", ein Projekt des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Dabei werden Grundschulklassen von Lehrassistenten begleitet, die Nichtschwimmern in 15 Einheiten - parallel zum Schwimmunterricht in der Schule - das Schwimmen beibringen sollen. "Über 800 Kinder konnten so bereits Schwimmen lernen", meint Oliver Sternagel gegenüber ka-news. Zusätzlich bietet auch die DLRG Karlsruhe Schwimmkurse für Nichtschwimmer an.

Schwimm Fix Abschlussveranstaltung Turmbergbad
Die Abschlussveranstaltung des Projekts "Schwimm Fix" im Turmbergbad. Bürgermeister Martin Lenz bedankt sich bei Unterstützern und Initiatoren. | Bild: (mn)

Neben Schwimmkursen und ausreichend Personal am Beckenrand, darf die klassische Aufklärungsarbeit vor Ort nicht unterschätzt werden. "Natürlich sensibilisieren wir auch direkt in den Schwimmbädern selbst", unterstreicht Oliver Sternagel. Durch das Aufstellen von Schildern und gezieltes Ansprechen der Schwimmbadbesucher erhofft sich der Bäderchef eine erhöhte Aufmerksamkeit - vor allem von den Eltern kleiner Kinder. "Die meisten sind dann auch wirklich schnell einsichtig", berichtet er.

Trotz aller Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen, Sternagel weiß: Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nie. "Wir geben alles, um das Restrisiko so gut wie möglich zu reduzieren!", äußert er sich gegenüber ka-news. Denn: "Sicherheit ist schließlich das höchste Gut", sagt Sternagel abschließend.

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Kommentare (4)
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  •   ingrid333
    (131 Beiträge)

    15.07.2018 12:32 Uhr
    Schwimmbad
    man kann doch nicht dem Schwimmmeister/Bademeister die Kontrolle für die Kleinkinder überlassen. Ich bin doch selbst verantwortlich und muss das Kind immer im Blick haben, auch wenn das Becken voll ist. Kann das nicht nachvollziehen. Es geht kein Tag im Rappenwörth vorbei, bei Badebetrieb, dass nicht eine Durchsage kommt, Kind sucht seine Eltern, Beschreibung der Kleider folgt, soweit das Kind nicht sagen kann, wie es heißt.
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  •   Hartz4Bomber
    (187 Beiträge)

    14.07.2018 08:21 Uhr
    Das Sprungbecken im Fächerbad
    ist des öfteren unbeaufsichtigt. Wundert mich immer wieder.
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  •   Route66
    (1197 Beiträge)

    13.07.2018 18:03 Uhr
    Es ist immer tragisch
    wenn jemand im Bad oder Bagersee ertrinkt. Das kann man alles gar nicht auffangen. Icy finde, jeder sollte. Hier selbstverantwortlich handeln. Wenn man nach ein paar Bier in der prallen Sonne meint man müsse den See durchschwimmen iat das genauso leichtsinnig wie Eltern, die ihre Dreijährigen im Bad nicht ständig im Auge haben (ohne im Fall Gernsbach genaueres zu wissen). Meine Eltern hatten uns, nachdem sie uns das Schwimmen beigebracht hatten, alleine zum Bagersee gelassen. Und es ist nie etwas passiert. Und die ganz Kleinen waren immer mit den Müttern zusammen im flachen Wasser. Man kann sich nicht immer nur darauf verlassen, dass sich schon jemand kümmert. Wenn man sonntags ins Schwimmbad geht wuselt es da nur so vor Menschen, wie sollen da 3-4 Leute alle sehen können.
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  •   Toffl
    (68 Beiträge)

    13.07.2018 19:07 Uhr
    Und es ist nie etwas passiert
    das sagen die Überlebenden immer - die anderen können leider nicht mehr von ihren Erlebnissen berichten traurig
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