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Karlsruhe Stufe für Stufe werden die Treppenabgänge fertig - Tunnelbau in der Kriegsstraße läuft "wie am Schnürchen"

Immer zum Wochenende informiert die Karlsruher Schienen-Infrastrukturgesellschaft (Kasig) in ihrem wöchentlichen Bericht über die Baustellen der Kombilösung. In dieser Ausgabe geht es um die Zugänge zu den Haltestellen. Nun wird auch der letzte Treppenabgang angegangen.

Dieser eine Treppenabgang hat noch gefehlt – oder besser: Er war die ganze Zeit schon da, aber man konnte ihn nicht sehen. Abgedeckt unter dem an der Douglasstraße liegenden Ende des nördlichen Bahnsteigs der oberirdischen Haltestelle Europaplatz war dem Zugang zur unterirdischen Haltestelle noch eine Art Dornröschenschlaf vergönnt, da die Normalisierung des oberirdischen Haltestellenbetriebs Vorrang und die Fertigstellung dieser einen Treppe keine Eile hatte.

Kombi-News 9. August 2019
Durchbruch: Für den nordwestlichen Treppenabgang am Europaplatz wird derzeit die Schalung gestellt. | Bild: Kasig

Jetzt aber ist – gewissermaßen im "Schatten" der wegen des Gleistausches der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) in der westlichen Kaiserstraße – Licht am Nordwest-Ende der Haltestelle sichtbar: Der Treppenabgang erhält – erst einmal freigelegt - seine oberirdische Absturzsicherung.

Teile vom Brandschutz werden eingebaut

Diese U-förmige Mauer um den Treppenabgang sorgt dafür, dass Fahrgäste oder Passanten später einmal sicher den Gang von der Oberfläche hinunter zur Fahrgast-Verteilerebene antreten können. Gegenüber auf der südlichen oberirdischen Bahnsteig der Haltestelle Europaplatz tun sich ebenfalls Löcher im Boden auf: Hier werden wie auch an den Haltestellen Lammstraße in der Kaiserstraße, auf dem Marktplatz und an den Haltestellen Kronenplatz und Durlacher Tor Rauch-Wärme-Abzug-Öffnungen (RWA) eingebaut.

Diese Öffnungen sind im Normalbetrieb mit einer unauffälligen Klappe abgedeckt, die sich bei einem Notfall öffnet und somit Rauch und Hitze durch die Decke der Haltestelle von unten nach oben entweichen lässt. Auf dem Süd-Ast des U-Strab-Tunnels zwischen Gleisdreieck unter dem Marktplatz und der Rampe in der Ettlinger Straße auf Höhe der Augartenstraße arbeiten die Gleisbauer inzwischen am zweiten Schienenstrang.

Gleise oben und Gleise unten sind verbunden

Auf der Westseite liegen Unterschottermatten, Schotter und Gleise bereits, auf der Ostseite beginnt das Verfahren nun aufs Neue. Die Gleisbauer sind auch westlich vom Mühlburger Tor unterwegs: Hier werden Weichen und Schienen eingebaut, um die unterirdischen Gleise mit dem oberirdischen Gleisnetz zu verbinden.

Kombi-News 9. August 2019
Geradeaus oder abbiegen – mit dem Einbau der Weichen westlich des Mühlburger Tors sind oberirdische und unterirdische Gleise jetzt miteinander verbunden. | Bild: Kasig

Parallel zu den Gleisbauern sind in den drei Haltestellen Marktplatz, Ettlinger Tor und Kongresszentrum des Südabzweigs auch die Monteure der Wandverkleidung unterwegs: Sie legen Betonwerksteine auf die Bahnsteigoberflächen und befestigen diese "Kunststeine" auch bis zu einer Höhe von vier Metern an den Haltestellenwänden. In der Haltestelle Marktplatz steht seit Tagen schon der Aufbau des Raumgerüstes auf dem Programm: Das riesige Gerüst erlaubt auch Arbeiten an der Wandverkleidung oberhalb von vier Metern sowie unter der Decke, während darunter in der Haltestelle die Gleisbauer tätig sind.

Kombi-News 9. August 2019
Präzise verlegt und verfugt werden die Betonwerksteine auf den Bahnsteigoberflächen wie hier am Ettlinger Tor. | Bild: Kasig

Deckel drauf am Mendelssohnplatz

Beim Umbau der Kriegsstraße mit einer Gleistrasse oben und einem Autotunnel darunter ist es am Mendelssohnplatz im Baufeld O2 spannend. Die bisher letzte Decke des Autotunnels unter dem Mendelssohnplatz ist hergestellt. Nun wird Erdreich aufgeschüttet und der endgültige Neubau der Oberfläche Kriegsstraße in diesem Bauabschnitt beginnt mit dem Einbau des künftig hier liegenden Gleisvierecks in Kürze.

Auf die Lage dieses Gleisvierecks angepasst werden bereits die Gleise im südlichen Bereich der Fritz-Erler-Straße: Ihre Lage wird durch Neueinbau so verändert, dass die Bahnen oberirdisch in elegantem Schwung auf den Mendelssohnplatz zu- oder von ihm wegfahren.

Kombi-News 9. August 2019
Eingebaut ist die Tunneldecke am Mendelssohnplatz, Erdreich wird aufgeschüttet. Nur noch die Auflager künden von den abgebauten Bahnhilfsbrücken. | Bild: Kasig

Im westlich an den Mendelssohnplatz anschließenden Baufeld O3, zwischen Mendelssohnplatz und Adlerstraße, geht es in naher Zukunft in die Tiefe: Wenn die Kampfmittelsondierer "grünes Licht" gegeben haben, beginnt auch hier der Erdaushub bis hinunter zur ersten Ankerlage.

Alles dicht: Grundwasser bleibt draußen

Im östlichen Teil des Baufeldes O4 zwischen Meidinger Straße und Kreuzstraße ist die Dichtigkeitsprüfung abgeschlossen. Nun erfolgt der Erdaushub unterhalb des Grundwasserspiegels in Abschnitten bis zur Endtiefe der Baugrube, auf der dann die Tunnelsohle aufgebaut wird. Im Baufeld W4 westlich der Kreuzung Ettlinger Tor werden die Weichgelinjektionen in Kürze beendet, so dass auch hier die Dichtigkeitsprüfung demnächst ansteht.

Kombi-News 26. Juli 2019
Der Tunnel wächst: Östlich vom Mendelssohnplatz sind viele Deckenabschnitte bereits hergestellt. | Bild: Kasig

Im Westteil des Baufelds W3 zwischen Lammstraße und Ritterstraße läuft der Tunnelbau mit dem Takt Betonage von Tunnelsohlen, von Tunnelaußenwänden und der Tunnelmittelwand wie am Schnürchen.

Im östlichen Teil des Baufelds W1 am Karlstor gehen die Tunnelbauer mit dem Erdaushub und dem Ankern in der obersten Lage ebenfalls bereits in die Tiefe. Im westlichen Bereich des Baufelds direkt neben der Kreuzung der Kriegsstraße mit der Karlstraße ist der Abbruch des Deckels der früheren Unterführung zu beobachten.

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  •   malerdoerfler
    (5740 Beiträge)

    13.08.2019 11:04 Uhr
    Dieses Thema scheint wohl nicht so zu zünden.
    Dabei ist es doch interessant den langsamen und schrittweisen Baufortschritt mitzuverfolgen.
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  •   udoh
    (1785 Beiträge)

    14.08.2019 15:19 Uhr
    Vielleicht hat man das Gefühl dass da lediglich ein Rohrkrepierer zündet
    Seit Jahren ist man auf der Zielgeraden, jetzt wird "die letzte Treppe angegangen" , der Euro ist seit langen wieder der "Bevölkerung zurück gegeben" zwinkern
    Was interessiert sind nicht die so super tollen Probleme und ob jetzt tatsächlich das Grundwasser draußen bleibt, sondern:
    - Wie hoch sind die aktuell bekannt gegebenen Baukosten
    - Was kostet uns der Betrieb zukünftig im Jahr
    - WANN haben wir nicht nur KOSTEN, BEHINDERUNGEN und LÄRM sondern die Germersheimer auch die versprochenen 4 (?) Minuten weniger Aufenthalt in der Bahn???
    Wen interessiert schon welche Schraube wo reingedreht wird? Das lenkt doch nur von den für die zahlende Masse interessanten Fragen ab
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