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Karlsruhe Studentinnen klagen in Karlsruhe: "Containern" soll nicht strafbar sein! (mit Video)

Sie wurden verurteilt, weil sie Lebensmittel aus der Mülltonne eines Supermarkts gefischt haben - heute reichten sie in Karlsruhe Klage vor Deutschlands höchstem Gericht ein. Unterstützung erhalten sie von zahlreichen anderen Menschen vor Ort. "Containern ist kein Diebstahl", so die Botschaft.

Caro und Franzi - so heißen die beiden Studentinnen, die nachts in Olching bei München Obst und Joghurt aus den Containern eines Supermarktes gefischt hatten. Dafür wurden sie angeklagt und zu Sozialstunden und einer Geldstrafe von 225 Euro verurteilt - wegen schwerem Diebstahl. Das Urteil möchten sie nicht akzeptieren und reichten am Freitag Klage beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein.

"Erst waren wir Angeklagte, jetzt sind wir verurteilt", so die beiden Studentinnen bei ihrer Kundgebung in Karlsruhe. "Die Liebe für Lebensmittel reicht nun bis vor das Bundesverfassungsgericht!".  Am Freitagmorgen sind nicht nur die beiden Studentinnen, sondern auch zahlreiche Unterstützer vor Ort. Eine von ihnen ist Elli: 

Mit ihrer Verfassungsklage wollen die Studentinnen auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen. 

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  •   Denkfehler
    (159 Beiträge)

    09.11.2019 11:36 Uhr
    Eine Gesellschaft....
    ....die es als normal ansieht, dass ca. 13 - 18 Millionen Tonnen Lebensmittel (verzehrfähige Industriepampe wäre der bessere Begriff) jährlich im Müll landen und dafür akzeptiert, dass die Natur erheblich geschädigt wird (Tier- und Pflanzenwelt), ist krank.
    Konsum als Lebenszweck, Wegwerfen als Grundrecht, Ressourcenverschwendung als Hobby, und die damit einhergehende Umweltvernichtung mit einem Schulterzucken abtun - da muss sich ganz gewaltig was ändern.
    Wenn die Klage der zwei jungen Frauen auch nur ansatzweise dafür sorgt, dass das BVerfG den Gesetzgeber - und damit die Gesellschaft als Ganzes - zum Umdenken zwingt, ist die Klage schon ein voller Erfolg.

    Letztlich muss hier darüber geurteilt werden, ob "Wegwerfen" unmittelbar als "Aufgabe des Eigentums" gilt - oder der "Wille zum Eigentumsübergang" an den Entsorger darstellt, und somit als "Bereitstellen von Eigentum zu einem definierten Gebrauch für einen anderen".
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  •   Dirk1971
    (2 Beiträge)

    09.11.2019 12:27 Uhr
    rechtliches
    Das Problem beim Containern ist die Produkthaftung, wer übernimmt die Haftung
    für die folgen beim Verzehr eines Produktes aus dem Container wenn es verdorben
    war !!!!!!! Momentan liegt die Haftung beim Einzelhändler auch wenn es im Müll liegt
    und jemand es aus den Mülltonnen nimmt. Hier Hilft dem Einzelhandler nicht einmal
    ein Haftungsabtretung wie sie teilweise im Umlauf sind. Die Haftung liegt beim in Verkehrbringer.
    Die Mülltonnen gehören dem Einzelhändler somit ist er der in Verkehrbringer.
    Und ob jemand der sich so eine Lebensmittelvergiftung einfängt, danach sagt ist ja nicht so schlimm,
    hatte es ja aus dem Müll oder es heißt das habe ich vom Einzelhändler XYZ.
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  •   Dirk1971
    (2 Beiträge)

    09.11.2019 08:39 Uhr
    rechtliches
    Hallo,

    zuerst einmal arbeite ich in einem Lebensmittelgeschäft, und finde auch das zuviel weggeworfen
    wird. Die Übermengen in den Märkten ist allerdings nicht nur das Bestellverhalten der Mitarbeiter
    auch der Kunde trägt viel dazu bei ( wenn er sein Produkt zweimal nicht bekommt geht er wo anders hin !!).
    In unseren Märkten werden Lebensmittel der Tafel bereit gestellt, doch die Tafeln sortieren auf unseren
    Laderampen inzwischen die Prdukte aus und ein großer Teil wird gar nicht mehr mitgenommen. (MHD zu kurz usw.).
    Das Problem beim Cotainern ist allerdings die Produkthaftung. Ich als Einzelhändler werde dafür in Haftung genommen, wenn sich jemand beim Verzehr eines Produktes aus meinem Müllcontainer eine
    Lebensmittelvergiftung oder ähnliches holt !!
    Wenn sich einer beim Containern den Magen verdirbt, heißt es dann wahrscheinlich nicht mehr das habe ich aus dem Müllcontainer sondern von ALDI, LIDL, EDEKA oder REWE usw.
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  •   Malaika
    (236 Beiträge)

    09.11.2019 06:44 Uhr
    Das ist mal wieder
    so typisch deutsch, dass man die Mädchen bestraft hat. Die Grossen lässt man laufen, die Kleinen trifft die volle Härte des Gesetzes. Millionenbetrüger sind hierzulande moderne Robin Hoods, bei Dieben, Vergewaltigern und desgleichen greift die Kuscheljustiz.
    Hoffentlich kommen die Mädels mit ihrer Verfassungsbeschwerde durch und die "Richtenden" machen sich nicht lächerlich.
    Was ist daran so verwerflich, noch verwertbare Lebensmittel aus einem Container zu holen? Die Waren werden doch weggeworfen und es wird niemand geschädigt, bestohlen, verletzt oder dergleichen. Ist meines Wissens auch nur in D strafbar.
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  •   MACHTEL
    (173 Beiträge)

    08.11.2019 23:53 Uhr
    Senfbrot
    Wenn ich als Student trotz Arbeit kein Geld mehr hatte 1980 aß ich Senfbrot.
    Auf container idee waer ich nie gekommen.
    Aber damals wurde auch weniger produziert und weniger weggeworfen.
    Warum machen nicht alle Supermaerkte halbe Preise wenn die Verbraucherdaten dem Ende zugehen?
    Oder verteilen es Ihren Angestellten oder TAFEL anstatt wegzuwerfen.
    Ich versteh die Welt nicht mehr...
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  •   malerdoerfler
    (6053 Beiträge)

    10.11.2019 22:09 Uhr
    Lebensmittel wegwerfen.....
    geht gar nicht.

    Hier sollte die Justiz zuerst einmal ansetzen.

    Und die Mädels - dickes Lob.
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  •   Chris23
    (497 Beiträge)

    10.11.2019 20:50 Uhr
    Volles Sortiment
    Sie werfen ja allein deshalb sachen weg, da sie zum Ladenschluß für dem letzten Kunden noch ein volles Sortiment haben wollen (übrigens nich nur in Supermarkt)
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  •   Maverick
    (209 Beiträge)

    08.11.2019 23:25 Uhr
    Die Gesetze sollten auch
    für die gelten, welche sich moralisch überlegen fühlen.
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  •   FinnMcCool
    (261 Beiträge)

    09.11.2019 16:35 Uhr
    Geltungsbereich der Gesetze?
    Genau darum geht es ja. Um den Geltungsbereich der Gesetze. Im vorliegenden Fall wurden die Studentinnen wegen Diebstahl verurteilt. Und warum? Weil sie etwas mitgenommen haben, was ein Anderer weggeworfen hat. Und nun stellen die Studentinnen an das Gericht die Frage, ob dies wirklich Diebstahl ist, da der vormalige Besitzer dies weggeworfen hat.
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  •   patrickkk
    (1512 Beiträge)

    08.11.2019 21:57 Uhr
    ...
    Es ist auch eine Form Staatlicher Dekadenz Gerichte, Anwälte etc. hunderte oder gar tausende Stunde zu beschäftigen nur weil da zwei Mädels was aus dem Müll genommen haben. Wo ist da denn die Verhältnismäßigkeit?
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