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Karlsruhe Streitpunkt Schulweg: Wie Karlsruhe gegen Elterntaxis vorgeht

Zum Schulanfang nach den Ferien wird es wieder voll vor Karlsruhes Schulen: Mütter und Väter bringen als "Elterntaxis" ihre Kinder mit dem Auto fast bis ins Klassenzimmer. Sie verursachen dadurch nicht nur teils chaotische Verkehrssituationen, sondern gefährden damit ebenso andere Kinder. Doch nun wollen die Behörden verstärkt gegen Elterntaxis aktiv werden.

Eltern, die ihre Kinder morgens mit dem Auto bis vor das Schultor fahren, sind zum gängigen Bild vor deutschen Schulen geworden. Dass dies aber den Kindern nicht nur nicht hilft, sondern sogar größere Gefahren bergen kann, als sie alleine losgehen zu lassen, ist dabei aber wohl nur wenigen bewusst. Auch in Karlsruhe stellen diese "Elterntaxis" ein Problem dar. Präventionsmaßnahmen und die Sensibilisierung von Kindern und auch Eltern werden daher nun groß geschrieben.

Wenn Fürsorglichkeit zur Gefahr wird

Doch warum bewältigen eigentlich immer weniger Kinder ihren alltäglichen Schulweg eigenständig? "Eltern bringen ihre Kinder aus Angst vor Kriminalität oder auch vor Verkehrsunfällen mit dem Auto zur Schule", erklärt Wolfgang Schick vom Referat Prävention des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Er und der erste Bürgermeister Wolfram Jäger informierten bei einem Pressegespräch vor der Grundschule am Wasserturm in der Südstadt-Ost über Schulwegsicherheit in der Fächerstadt.

Diese übervorsichtigen Eltern, auch "Helikoptereltern" genannt, gefährden allerdings durch "rücksichtsloses Bringen" ihre und auch andere Kinder mehr, als dass sie ihnen helfen, heißt es weiter. Die Ursache: Falschparken, Verkehrsbehinderungen, Eile und Stress - und damit verbunden eine höhere Unfallgefahr im Bereich vor den Schulen.

Eine weitere Gefahr: Laut Aussage des Statistischen Bundesamtes in einem Bericht des ADAC seien im vergangenen Jahr 10.363 Kinder unter 15 Jahren im Auto ihrer Eltern zu Schaden gekommen - und damit deutlich mehr als auf dem Fußweg.

"Ein Schulweg sollte von Kindern selbst gefunden werden."

Doch wie sieht die Situation in Karlsruhe aus? Einer Aussage der Polizei Karlsruhe zufolge komme es gerade im Bereich von Grundschulen zu Vorfällen, bei welchen sich Elterntaxis gegenseitig behindern. Auch bei der Stadt weiß man um diese Problematik. Seit dem Schuljahr 2011/2012 wurden deshalb an sieben Schulen der Fächerstadt sogenannte "Elternhaltestellen" eingerichtet. Diese Halteplätze befinden sich in etwa 100 bis 500 Metern Entfernung zur Schule. Sie bieten den Kindern die Möglichkeit, gefahrlos aus dem Auto auszusteigen und die restliche Strecke zur Schule zu laufen. 

"Ein Schulweg sollte von Kindern selbst gefunden werden", meint ebenso der Erste Bürgermeister Wolfram Jäger. Durch das dauerhafte Herbringen fehle den Kindern das nötige Sicherheitsgefühl. "Deswegen sollten Eltern ihre Kinder an die Hand nehmen und ihnen mögliche Gefahrenmomente auf dem Schulweg direkt vor Ort aufzeigen."

Aber auch Präventions- und Sensibilisierungsmaßnahmen werden große Bedeutung zugemessen. Eltern würden genauso geschult wie die Kinder, erläutert Schick. Diese unterweise man auch direkt vor Ort, beispielsweise durch den Radführerschein, damit Gefahren wie plötzlich bremsende Autos besser erkannt werden können.

Um die Gefahren auf dem Schulweg zu vermeiden, raten auch das Deutsche Kinderhilfswerk und der ökologische Verkehrsclub VCD dazu, gerade mit jüngeren Kindern gemeinsam einen sicheren Weg festzulegen. Dies geht aus einer gemeinsamen Pressemeldung hervor. "Eltern sollen das Auto stehen lassen und die Kinder entweder zu Fuß begleiten oder sie in Laufgemeinschaften selbstständig losziehen lassen", betont Claudia Neumann, Expertin für Spiel und Bewegung des Deutschen Kinderhilfswerkes. Der VCD und das Deutsche Kinderhilfswerk empfehlen, Fahrgemeinschaften in den Gegenden zu gründen, in denen lange Schulwege oder fehlende Schulbusse das "Elterntaxi" notwendig machen. 

Grundschule wehrt sich gegen Elterntaxis

Auch die Grundschule am Wasserturm ist von dem Problem Elterntaxi betroffen. Im Jahr 2014 wurden deshalb erste Schritte zur Verbesserung der Schulwegsicherheit eingeleitet, indem Piktogramme als deutlicher Hinweis für Autofahrer auf der Straße angebracht wurden. Vor Kurzem folgten weitere Maßnahmen in Form von Eisenstangen, die in den Kurven vor der Schule aufgestellt wurden.

(Symbolbild)
Eisenstangen sollen verkehrswidriges Halten in den Kurven verhindern - wie sich zeigt, noch nicht mit durchschlagendem Erfolg | Bild: Julia Wessinger

Diese sollten verhindern, dass Autos dort unerlaubt geparkt werden und dadurch unübersichtliche und gefährliche Verkehrssituationen entstehen. Erziele man dadurch dennoch keinen Erfolg, so werden laut Polizei und der Stadt weitere bauliche Maßnahmen vorgenommen. Doch laut Schick konnte die Lage vor Karlsruher Schulen durch die Erwirkung genannter Schritte insgesamt bereits verbessert werden: "Wir verzeichnen einen Rückgang von Verkehrsunfällen mit Kindern auf deren Schulweg von mehr als 20 Prozent. Die Zahl konnte von 46 auf 34 reduziert werden."

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  •   ingrid333
    (163 Beiträge)

    02.10.2017 13:22 Uhr
    Schule
    bei mir gab es noch Schülerlotsen über die Karlstr., wenige Meter weiter war auch die Heuer Ampel am Karlstor, trotz allem ist man von größeren Schülern über die Straße gelotst worden. Die Aufgabe hat bestimmt den Älteren auch ganz gut gefallen.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    02.10.2017 09:05 Uhr
    An der Eingangstür
    der Schule in der ich zur Wahl gehe hängt ein Schild 'Ab hier schaffen wir das von alleine'.
    Dass man das aufhängen muss sagt mir schon, dass was nicht stimmt.
    Dass vereinzelt Kinder in den ersten Kindergarten- und Schultagen noch ein bisschen Probleme haben - ok, das gabs früher auch schon. Aber damit musste man dann eben klarkommen.

    Und den weissen Sprinter der eine Zeitlang durch alle sozialen Netzwerke geisterte und täglich an mindestens drei Stellen der Republik gleichzeitig gesehen wurde, den gibts nicht!
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  •   Ninz
    (99 Beiträge)

    02.10.2017 07:51 Uhr
    Ich kann es schon verstehen
    Ich wohne im Landkreis, und meine Kinder werden voraussichtlich gut und sicher selbst zur Schule laufen können. Aber in der Stadt? Da hätte ich auch Sorge, vor allem wegen der gestiegenen Kriminalität und der Tatsache, dass die Leute immer bekloppter werden, sobald sie hinterm Steuer sitzen.

    Und bitte, wer hat denn heutzutage morgens noch Zeit, das Kind zu Fuß zu bringen? Die Leute setzen sich ja nicht aus Jux ins Auto und haben es eilig, die haben Druck, pünktlich bei der Arbeit zu sein.

    Nichtsdestotrotz rechtfertigt das nicht das Verhalten einiger Eltern, die mitten im Weg, vor Einfahrten oder in zweiter Reihe parken und dann, nachdem das eigene Goldschätzchen abgeliefert wurde, losrasen und nochmal so richtig schön in der 30er Zone aufs Gaspedal treten.
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  •   dipfele
    (6033 Beiträge)

    03.10.2017 18:31 Uhr
    Die Kinder.....
    ... sollen selbst zur Schule laufen. Für uns war der Heimweg immer ein Abenteuer, bei dem wir den Lernstress abreagieren konnten. Da der 3 Kilometer über freies Feld führte gab es in der Natur immer viel zu entdecken.
    Bei Wind und Wetter. Im Winter kalte Füsse, im Sommer barfusslaufen durch Wassergräben oder durch die Regenpfützen. Welch arme Kinder, die im SUV eingesperrt zu Schule gefahren werden.
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  •   Prof.Baerlapp
    (822 Beiträge)

    02.10.2017 09:09 Uhr
    Kriminalität
    Also ich sehe auch, dass die Kriminalität auf den Straßen gestiegen ist. Aber da geht es um andere Fälle. Dass Grundschüler auf dem Schulweg überfallen oder entführt wurden, davon habe ich noch nichts gelesen. Scheint mir dann doch ein bisschen realitätsfern.
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  •   Ninz
    (99 Beiträge)

    02.10.2017 12:17 Uhr
    Hm
    Mag sein, dass es sich größtenteils um andere Probleme, um Drogendelikte, Beschaffungskriminalität, Gewalt unter Idioten usw.. handelt. Aber auch das kann sich auf ein Kind auf dem Schulweg auswirken. Und wer handelt schon 100% rational, wenn es um das eigene Kind geht? Ehrlich, müsste mein Kind an einem Hotspot wie zum Beispiel dem Werderplatz vorbei, wäre es mir sowas von egal, dass 99% von den Junkies, Säufern und Dealern, die da rumstreunen, nix von kleinen Kindern wollen. Was, wenn mein Kind ausgerechnet an den einen Junkie/Säufer/Dealer gerät, der eben doch gern kleine Kinder abzieht? Hätten Sie da auch nur einen Moment Ruhe? Ich nicht, da bin ich ehrlich.

    Aber ich halte mich trotzdem gern an Verkehrsregeln, so ist es nicht. Auch vorm Kindergarten, in den ich mein Kind derzeit bringe, ist oft das nackte Chaos. Dann parke ich halt drei Straßen weiter, das wird weder mich noch den Kleinen umbringen.
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  •   andip
    (11348 Beiträge)

    02.10.2017 08:37 Uhr
    Ich kann es nicht verstehen
    Von einer gestiegenen Kriminalität, insbesondere gegenüber Schulkindern, kann ja wohl keine Rede sein, man sollte sich nichts zusammenphantasieren und das für die Realität halten.
    Die Kinder täglich zu Fuss in die Schule bringen soll und muss man auch nicht, das macht man ein paar Mal höchstens, dann kann und soll das Kind alleine laufen.
    So hat das zu meiner Schulzeit meine Mutter mit mir gemacht und die Eltern der anderen Kinder auch, da wurde kein Kind in die Schule gebracht. Im Gegenteil, wer von seinen Eltern gebracht wurde, galt als Baby das nichts kann.
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