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Karlsruhe Städtisches Klinikum: Nimmt die Gewalt in der Notaufnahme zu?

Bedrohungen, Beschimpfungen und Prügel: Kliniken in ganz Deutschland berichten von zunehmender Gewalt von Patienten in Notaufnahmen - so auch in Karlsruhe. Eine Anfrage soll jetzt Klarheit bringen: Die Stadträte Jürgen Wenzel (Freie Wähler) und der parteilose Stefan Schmitt wollen jetzt konkrete Zahlen, wie sich die Situation am Karlsruher Klinikum verhält.

Das Diakonissenkrankenhaus in Karlsruhe berichtet von 970 Fällen aggressiven Verhaltens in der Notaufnahme und der Intensivstation allein im vergangenen Jahr. In 42 Fällen wurden dabei Mitarbeiter verletzt. Viele Notaufnahmen verfügen bereits über einen eigenen Wachschutz und Deeskalationstrainings für Mitarbeiter. Für das Städtische Klinikum lägen aber noch keine genauen Zahlen vor, so die beiden Stadträte in ihrer Anfrage.

Klinikleitung und Aufsichtsrat sind gefragt

"Daraufhin erhielten wir Hinweise von Mitarbeitern des Städtischen Klinikums, dass sich auch dort die Situation, insbesondere in der Zentralen Notaufnahme (ZNA), deutlich verschärft hat", so der parteilose Stadtrat Stefan Schmitt von der "Allianz für mehr Sicherheit in Karlsruhe". Die Palette reiche von verbalen Beleidigungen bis hin zu tätlichen Angriffen auf Ärzte, Sanitäter und das Pflegepersonal. Die Gewalt gegen das Klinikpersonal gehe sowohl von Patienten aus, wie auch von anwesenden Familienangehörigen.

Die Behandlungsplätze in der ZNA seien Einzelkabinen und durch Vorhänge abgetrennte Bereiche, in denen das Klinikpersonal mit dem Patienten alleine sei, so die beiden Stadträte weiter. In diesen Kabinen gebe es keine Alarmknöpfe über die Ärzte oder Pfleger im Ernstfall Hilfe herbeiholen können - ein Standard, den es in anderen Kliniken bereits gebe.

Die beiden Stadträte fordern Gegenmaßnahmen, um die Situation für die ZNA-Mitarbeiter zu verbessern. Dies sei Aufgabe der Klinikleitung und des Aufsichtsrates, der zum größten Teil auch aus Mitgliedern des Gemeinderats bestehe, erklärt Wenzel.

Damit Im Interesse der Gesundheit des Klinikpersonals schnell und richtig gehandelt werden könne, müsse die Situation transparent gemacht werden. Deshalb wollen die beiden Stadträte von der Verwaltung wissen, wie sich die Zahl der Übergriffe auf das Klinikpersonal in den letzten zwei Jahren entwickelt hat.

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Kommentare (12)
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  •   morgana
    (300 Beiträge)

    14.11.2016 11:19 Uhr
    Fehler im System
    Wir haben die Situation dem System im Gesundheitswesen zu "verdanken".
    Vor allem Fachärzte aus dem GOUDAH*-Bereich schicken Patienten (sogar objektive Notfälle!) unbehandelt wieder weg, verweisen dreist auf "Soforthilfe" in den Kliniken und auch der Gröhe'sche Gehirnfurz mit den Terminservicestellen pumpt die Patienten in die Notaufnahmen. Gröhe hat leider vergessen, dort für die nötigen Strukturen und Kapazitäten zu sorgen.
    Bereitschaftsdienste außerhalb der regulären Sprechzeiten werden nicht geleistet (obwohl im Mantelvertrag Ärzte verpflichtend), weil es die Option gibt, sich davon freizukaufen. Wieder landen Patienten zwangsläufig in den Kliniken, die meist rund um die Uhr da sind.

    Und keiner der Politiker greift die inzwischen unmenschlichen Zustände mal auf, haut mit der Faust auf den Tisch und zeigt der "ärztlichen Selbstverwaltung" und den Krankenkassen mal, wo der Bartel den Most holt.
    Allen Ernstes wird darüber diskutiert, ob man für Behandlung in der ZNA extra Geld nimmt!
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  •   morgana
    (300 Beiträge)

    14.11.2016 11:22 Uhr
    *GOUDAH-Ärzte...
    ..sind Ärzte aus den Fachbereichen
    Gynäkologie
    Orthopädie
    Urologie
    Dermatologie
    Augenheilkunde
    HNO

    Hier werden die besch!ssensten Honorare gezahlt und am meisten geIGeLt und am meisten Patienten unbehandelt weggeschickt.
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  •   kika
    (55 Beiträge)

    14.11.2016 10:57 Uhr
    Schönreden war die falsche Taktik - Gewalt muß geahndet werden
    Gewalt gegen das Klinikpersonal, Polizeibeamte und Rettungssanitäter und Ärzte, usw. wurden verharmlost und die vielen Einzeltaten sind zu einem großen Problem geworden. Auf unseren Schulhöfen ist die Gewalt auch präsent. Warten, zuschauen und schönreden helfen in diesen Fällen nicht. Den meisten Randalierern wird ein Ausnahmezustand oder Einfluss von Drogen und Alkohol bescheinigt. Irgendwann sind sie wieder nüchtern und dann sollten sie auch für ihre Taten eine angemessene Leistung (es muß nicht der Strafvollzug auf Kosten des Steuerzahlers sein) erbringen. Mit 16 darf man in vielen Bundesländern wählen aber mit 18 ist man unreif für die Taten zu Rechenschaft gezogen werden. Ein Kranker bleibt nicht unendlich lange im Krankenbett. Der wird auch entlassen und muß liefern z.B. arbeiten, damit genug Geld da ist für die, die nur fordern. Meine große Anerkennung gilt allen Hilfeleistenden.
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  •   Smartraver
    (7568 Beiträge)

    14.11.2016 15:30 Uhr
    So ist es halt hier in D
    Erst wird mal ignoriert was es nicht geben darf
    Dann wird es schöngeredet
    Dann erkennt man
    Dann beobachtet man
    Dann analysiert man
    Dann beobachtet man weiter...
    So lange bis das Pänomen sich so weit verselbstständigt/etabliert hat, dass man es nicht mehr weg bekommt.
    Dann sagt man, das habe man nicht erkennen/wissen können.
    Dann hat man keine Mittel es in den Griff zu bekommen.
    Schließlich ist es halt so wie es ist.
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  •   Malaika
    (169 Beiträge)

    14.11.2016 08:00 Uhr
    Wundert mich nicht
    dass manche Leute da ausrasten. Musste mit einem schwerkranken Familienmitglied dieses Jahr 3mal die Notaufnahme aufsuchen und stundenlange Wartezeiten in Kauf nehmen. Die sind wahrscheinlich chronisch unterbesetzt. Ich zählte jedes Mal zwischen 20 und 40 Patienten in den verschiedenen Gängen.
    Beim ersten Mal hatte ich den Krankenwagen gerufen und musste 50 Minuten warten! Auf zweimalige Nachfrage hieß es immer "der Wagen sei unterwegs"... Ein Herz- oder Schlaganfall hätte da keine Chance mehr gehabt. Und warum hat nur das Städt. Klinikum eine ZNA? Alles Auswirkungen einer verfehlten Gesundheitspolitik in diesem Lande
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  •   Smartraver
    (7568 Beiträge)

    14.11.2016 08:03 Uhr
    Alle Kliniken haben eine ZNA
    incl. Rettungswagen etc.
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  •   Route66
    (1366 Beiträge)

    14.11.2016 07:13 Uhr
    An ka news
    Wie so oft der gleiche Artikel ein paar Tage später, in der Hoffnung, daß die Kommentatoren, das gleiche noch mal ausdiskutieren? Auf der anderen Seite läuft von Euch z.Zt. eine Leserumfrage u.a. Geht es darum, ob der geneigte Leser bereit wäre für die Nutzung von ka news zu zahlen. Das bin ich nicht. Und andere Leser sicherlich auch nicht. Hier wird oft "Aufgewärmtes" präsentiert, Eure Rechtschreibung sowie auch die Moderation sind auf einem sehr niedrigem Niveau. Für Geld erwarte ich entsprechende Gegenleistung, die ich bei Euch nicht sehe. Schade.
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  •   heaven
    (815 Beiträge)

    14.11.2016 12:05 Uhr
    Zahlst
    Du etwa Geld an ka-news?
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  •   Karlsrator
    (2743 Beiträge)

    14.11.2016 13:41 Uhr
    Geld nicht, aber Daten.
    Bei ka-news laufen derzeit 40 - in Worten: vierzig - Tracker im Hintergrund, die ausschließlich zur Weitergabe des Nutzerverhaltens / der Nutzerinteressen dienen (siehe z.B. unter https://www.sit.fraunhofer.de/de/track-your-tracker/), d.h. der Benutzer "bezahlt" bereits, wenngleich nicht mit Geld. Wenn ich mir dann noch die von Route66 angesprochene Qualität, oder besser gesagt die fehlende Qualität, anschaue, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass jemand für ein solches "Pop-up-verseuchtes" Medium zusätzlich Bares berappt.
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  •   Route66
    (1366 Beiträge)

    14.11.2016 13:28 Uhr
    Nein ich zahle nichts
    aber ka news macht gerade eine Leserumfrage, darin wird u.a. Auch explizit danach gefragt, ob man für ka news bereit wäre, Geld zu zahlen. Und unter diesen Umständen ist das wohl niemand oder?
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