16  

Karlsruhe Stadt will Technologiepark Karlsruhe ausbauen: Neue Gebäude, neue Straßen - und eine neue Tram-Trasse?

Der Technologiepark Karlsruhe soll erweitert werden - und zwar nach Norden. In den aktuellen Planungen sind weiterhin eine Anbindung an die Haid-und-Neu-Straße sowie an den KIT-Campus enthalten. Die Option auf eine Straßenbahntrasse soll noch geprüft werden.

In seiner Sitzung im März hat der Karlsruher Gemeinderat beschlossen, das Bebauungsplanverfahren "Technologiepark Karlsruhe - Vogelsand – 3. Änderung" einzuleiten und mit der öffentlichen Auslegung des Planentwurfs fortzusetzen. Damit kann der Technologiepark nach Norden hin erweitert werden und so auch eine zusätzliche Anbindung an die Haid-und-Neu-Straße erhalten, was die bisherige Zufahrt deutlich entlasten wird.

Warum der Ausbau?

In Karlsruhe sei ein erheblicher Mangel an Gewerbeflächen erkennbar, so die Begründung zur geplanten Erweiterung des Technologieparks. Aufgrund seiner Lage - angrenzend an die Innenstadt und in der Nachbarschaft zur Universität, zur Technologiefabrik und zum Fraunhofer-Institut - sei das ein optimaler Standort für ein beispielgebendes Gebiet für Forschungsbereiche und technologisch orientierte Betriebe.

Der Technologiepark Karlsruhe
Der Technologiepark Karlsruhe - Blick in Albert-Nestler-Straße. | Bild: Paul Needham

Der Bebauungsplan solle jedoch mit besonderen gestalterischen Festsetzungen gewährleisten, dass sich dieses stadtnahe gelegene Sondergebiet nicht zuletzt durch überdurchschnittliche Gestaltung von dem für Gewerbegebiete üblichen Erscheinungsbild deutlich abhebt.

Östlich des von dem Plan umfassten Gebietes verläuft die Haid-und-Neu-Straße, nördlich liegt die geplante Umfahrung Hagsfeld, in westlicher Richtung wird das Plangebiet abgegrenzt von dem Fächerstrahl Hagsfelder Allee und südlich grenzen die Dauerkleingärten entlang des Hirtenwegs an das Plangebiet.

Kleingärten am Technologiepark
Bleiben bestehen: Die Kleingärten südlich des Technologieparks. | Bild: ka-Reporter: Peter Eich

Rund 70 Unternehmen sind dort schon ansässig, dazu kommen einige Privatgebäude und das Konrad Zuse-Bildungshaus, das sich derzeit im Bau befindet. Mit einem Angebot für Kinder ab sechs Monaten bis zum Abitur - steht somit ein arbeitsplatznahes Angebot für Kinder zur Verfügung. Auch Boardinghouses - für kurzzeitiges Wohnen - und ein Kiosk oder Café sind geplant.

Der Technologiepark Karlsruhe soll erweitert werden
Der Technologiepark Karlsruhe soll erweitert werden | Bild: Paul Needham

Was den ÖPNV betrifft ist das Gebiet bereits mit zwei Straßenbahnhaltestellen gut erschlossen (Hirtenweg und Sinsheimer Straße). Die Verlängerung der Straßenbahnlinie von der Haid-und-Neu-Straße in den Technologiepark über die Emmy-Noether-Straße wird noch geprüft. Der Bebauungsplan sieht die eventuell erforderlichen Flächen im öffentlichen Verkehrsraum vor. Die genaue Trassenführung könnte in einem späteren, gesonderten Planfeststellungsverfahren festgelegt werden.

Emmy-Noether-Straße soll Verbindung zwischen Tech-Park und KIT schaffen

Mit der Durchbindung der Emmy-Noether-Straße öffnet sich der Technologiepark zum Areal des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und schafft mit einem Platz die räumliche Verbindung zwischen den Arealen. Auch das Radwegesystem dort - etwa die Hagsfelder Allee - soll ausgebaut werden, um die zu erwartenden zusätzlichen Verkehrsströme aufnehmen zu können.

Wo heute noch Wendehämmer sind, sollen so genannte "Schaufenster" entstehen, die das Gebiet nicht nur verkehrstechnisch, sondern auch optisch an die Stadt anbinden. Erhalten bleiben die Grünfläche entlang der Emmy-Noether-Straße und die Binnenparks im Innenbereich des Technologieparks. Diese Flächen sollen   einerseits einen Ausgleich zur Bebauungsdichte im Gebiet schaffen und andererseits Räume zur Begegnung und Kommunikation eröffnen.

Zweite Zufahrt über Hirtenweg, dritte Zufahrt über neue Umgehungsstraße?

Der Technologiepark wird für den Autoverkehr weiterhin über die Einmündung der Albert-Nestler-Straße in südlicher Richtung erschlossen. Eine zweite Zufahrt soll über den Hirtenweg ermöglicht werden, die könnte den Verkehr, der aus Westen auf dem Hirtenweg eintrifft vor der Engstelle Albert-Nestler-Straße bereits abfangen.

Der Technologiepark Karlsruhe
Der Technologiepark Karlsruhe - Blick in Albert-Nestler-Straße. | Bild: Paul Needham

Ein dritter Anschluss nach Norden an die geplante "Umfahrung Hagsfeld" soll ebenfalls in das Planfeststellungsverfahren aufgenommen werden. Die geplante "Umfahrung Hagsfeld" soll von der bereits bestehenden Kreuzung Elfmorgenbruchstraße/B10 Richtung Westen durch den Grünstreifen und über die Bahnlinie führen, um zwischen Rintheim und Hagsfeld auf die Haid-und-Neu-Straße zu treffen und dort über die Stadtbahnlinien auch als Zufahrt in den erweiterten Technologiepark dienen.

Auf diesem Areal könnte die Anbindung an eine "Ortsumfahrung Hagsfeld" erfolgen
Auf diesem Areal könnte die Anbindung an eine "Ortsumfahrung Hagsfeld" erfolgen | Bild: Paul Needham

Nachdem das Projekt "Ortsumfahrung Hagsfeld" - als Teil der Nordtangente - aus dem Bundesverkehrswegeplan herausgenommen wurde, musste das Projekt neu überplant werden. Im Verlauf dieser Planungen wurde 2016 ein direkter Anschluss an den Technologiepark in den Verlauf aufgenommen. Man rechnet für dieses Projekt mit einer Planungsphase von vier bis fünf Jahren und peilt die Umsetzung frühestens 2020/21 an.

PDF-Download: Bebauungsplan Technologiepark

Dateiname : Bebauungsplan Technologiepark
Dateigröße : 6.40 MBytes.
Datum : 30.04.2019 12:30
Download : Download Now!
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (16)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   kommentar4711
    (2288 Beiträge)

    02.05.2019 08:28 Uhr
    ANTWORT AUF "XXX"
    Exakt! Vor allem wenn man mit einbezieht, was in den nächsten Jahren alles absehbar leer stehen wird. Die bislang von dm für die Verwaltung genutzten Gebäude stehen schon in ein paar Wochen leer. Die von 1&1 genutzten Häuser an der Europahalle werden im kommenden Jahr leer sein. Im Technologiezentrum Karlspark wird Eizo bald ausziehen da diese in Rülzheim neu bauen und Siemens will alle dortigen Flächen nach Ablauf des Mietvertrages in 8 Jahren frei machen.

    Davon abgesehen sollte die Stadt nur dann weitere Gewerbeflächen schaffen wenn im gleichen Zug auch die entsprechende Anzahl an Wohneinheiten neu geschaffen werden.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   barheine
    (137 Beiträge)

    02.05.2019 08:23 Uhr
    Mieter...
    ...zahlen aber keine Gewerbesteuer. Deshalb haben sie bei Lokalpolitikern auch keine Lobby.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (5485 Beiträge)

    02.05.2019 12:22 Uhr
    Mieter zahlen aber .....
    Lohnsteuer, Mehrwertsteuer, Stromsteuer, etc.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   schmidmi
    (1929 Beiträge)

    02.05.2019 14:51 Uhr
    noch
    vielleicht demnächst der Vermieter alleine (Reform der Grundsteuer)!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   schmidmi
    (1929 Beiträge)

    02.05.2019 13:17 Uhr
    Das landet aber
    überall, nur nicht bei der Stadt. Die Gewerbesteuer schon...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   NeoTiger
    (685 Beiträge)

    02.05.2019 14:45 Uhr
    Mieter zahlen aber Grundsteuer (zumindestens indirekt über die Nebenkostenabrechnung), und die geht auch an die Gemeinde.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 (2 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.