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Karlsruhe Stadt Karlsruhe stellt neues Klimakonzept vor: "Wir müssen sehr schnell mehr tun als bisher"

Das Thema Klima wird immer wichtiger, auch für die Stadt Karlsruhe. Wegweiser für das Handeln ist das Klimaschutzkonzept, das derzeit neu- und fortgeschrieben wird. Umweltbürgermeisterin Bettina Lisbach stellte im Rahmen einer Pressekonferenz erste Bilanzen auf, informierte über den aktuellen Sachstand und warf einen Blick in die Zukunft. Das langfristige Ziel: Bis 2050 soll Karlsruhe klimaneutral sein.

Die Diskussion um den Klimawandel ist derzeit in aller Munde. Die Temperatur steigt seit den letzten Jahren immer weiter an, was die Bürger wohl auch an den derzeitigen Hitzewellen zu spüren bekommen. "Wir müssen dringend handeln", fordert Umweltbürgermeisterin Bettina Lisbach von den Grünen.

Die Stadt hat nun ein neues Klimaschutzkonzept erarbeitet, das am vergangenen Dienstag vorgestellt wurde. Das alte Konzept wurde vor rund 10 Jahren mit dem Zielhorizont 2020 entwickelt. "Wir sind hier zwar vorangekommen, aber in den letzten Jahren langsamer, als gewollt", so Lisbach. Die Ansprüche seien gestiegen, hier müsse an Tempo zugelegt werden. Um den Weg für die nächsten Jahre festzustecken, wird das Klimaschutzkonzept nun bis zum Jahr 2030 fortgeschrieben. 

Bettina Lisbach, Umweltdezernentin der Stadt Karlsruhe. | Bild: Thomas Riedel

"Karlsruhe hat in einigen Bereichen der Klimaanpassung eine Vorbildfunktion", lobt Lisbach. Die Fächerstadt gilt als fahrradfreundlich, stadteigene Gebäude beziehen nur Ökostrom, es gibt Klimaschutzfonds und die Abwärmenutzung der Erdölraffinerie Miro sei, laut Lisbach, in Deutschland einzigartig.

Für Klimaneutralität den CO2-Ausstoß 16-fach reduzieren

Trotz Bevölkerungszuwachs sind die CO2-Emissionen um 24 Prozent gesunken. Dies war Teil des Vorgängerkonzepts von 2009, in dem eines der Ziele war, den CO2-Außstoß pro Jahr um zwei Prozent zu verringern. "Das muss trotzdem weiter drastisch nach unten gehen", merkt Lisbach an. "Am Besten insgesamt um 60 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010." 

Denn der aktuelle Stand der Forschung belegt: Zwei Prozent weniger pro Jahr reichen nicht aus. Derzeit stößt jeder Karlsruher im Jahr noch etwa acht Tonnen CO2 aus. Dieser Wert müsste sich für eine Klimaneutralität um das 16-fache reduzieren, nämlich auf 0,5 Tonnen. Dies sei laut Umweltbürgermeisterin Lisbach die größte Hürde.

Das neue Klimaschutzkonzept der Stadt Karlsruhe bis zum Jahr 2030. | Bild: Thomas Riedel

Doch was konkret kann und will die Stadt dafür tun? Derzeit werden verschiedene Maßnahmen ausgearbeitet, die sich in den Themenbereichen Energie, Bauen und Sanieren, Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaft und Verkehr bewegen. "Das ist ein stetig laufender Prozess", erklärt Lisbach. Mithilfe von  Potentialanalysen wird geprüft, welche Maßnahmen am meisten Erfolg versprechen.

Photovoltaik ist die große Hoffnung

"In Sachen Energie durch Photovoltaik ist in der Sonnenstadt Karlsruhe noch deutlich Luft nach oben", meint Dirk Vogeley von der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK). "Wir könnten 54 Prozent des Strombedarfs mit Photovoltaik abdecken!"

Ein hohes Potential ist also vorhanden. Um das in Zukunft besser auszuschöpfen, werden beispielsweise mit Hilfe eines Solarkatasters optimale Dächer für Photovoltaik in der Stadt ermittelt. Für die Bürger wird zusätzlich die Zeit berechnet, ab wann sich eine solche Anlage auf dem Dach finanziell lohnt.

Dirk Vogeley von der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK). | Bild: Thomas Riedel

Zudem hat Karlsruhe mit Durlach-Aue, Knielingen und Wettersbach drei sogenannte "EnergieQuartiere". In diesen Vierteln können private Hauseigentümer über den derzeitigen energetischen Zustand ihrer Gebäude aufgeklärt und von der KEK über optimale Energieträger und energetische Gebäudesanierung zur Wärmeeinsparung beraten werden.

Privathaushalte sowohl als auch Gewerbe sind involviert

Norbert Hacker vom Umweltamt Karlsruhe kommt auf den Bereich Wirtschaft zu sprechen: "Wir müssen mit dem Gewerbe ins Gespräch über Klimaanpassung kommen, auf Unternehmen zugehen und eine Bewegung und Dynamik erzeugen. Das kann sehr arbeitsintensiv sein." Er lobt: "Einige Unternehmen in Karlsruhe verhalten sich hier schon vorbildlich!"

Für Unternehmen, die nur noch die Hälfte der CO2-Emissionen produzieren, soll es in Zukunft eine Klimaallianz geben. Zudem werde es laut Hacker einen Energieleitplan mit dem Schwerpunkt Wärme erstellt. Die kommunale Wärmeplanung wird in Baden-Württemberg voraussichtlich Pflicht.

Norbert Hacker vom Umweltamt Karlsruhe. | Bild: Thomas Riedel

Die Stadt strebt darüber hinaus eine klimaneutrale Stadtverwaltung 2040 an - im Blick auf Mobilität, Strom, Wärme- und Kältebedarf und der Kantine. Ebenfalls soll das Fern- und Nahwärmenetz ausgebaut werden und beim Verkehr mehr auf öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad gesetzt werden. Auch die Öffentlichkeitsarbeit soll mit Klimaschutzkampagnen vorangetrieben werden.

Lisbach blickt abschließend in die Zukunft: "Wir werden uns nun Feedback einholen und dann in den Umweltausschuss gehen. Ende des Jahres soll der Gesamtentwurf fertig sein, daraufhin wird es ein Bürgerforum und eine Online-Bürgerbeteiligung geben, bis der Gemeinderat dann im ersten Quartal des neuen Jahres den Beschluss fällt", gibt die Umweltbürgermeisterin den Zeitplan vor. "Natürlich arbeiten wir aber schon vor dem endgültigen Gesamtentwurf an der Umsetzung verschiedener Maßnahmen."

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Kommentare (69)
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  •   Nachteule
    (661 Beiträge)

    05.08.2019 17:42 Uhr
    An die Ka-News-Redaktion - bitte die Aussagen von Frau Lisbach überprüfen !!!
    Liebes Redaktionsteam,
    das Thema Energiewende ist kompliziert. Nicht jeder versteht es sofort. Mißverständnisse sind geradezu vorprogrammiert. Prof. Dr. Dr. h.c. Dirk Dubbers, Prof. Dr. Johanna Stachel und Prof. Dr. Ulrich Uwer vom
    Physikalischen Institut der Universität Heidelberg haben nun eine Erklärung veröffentlicht, mit der auch ein Laie versteht, dass die Aussagen von Frau Lisbach reine Illusion sind. Gerade die Medien tragen Verantwortung dafür, das Scheinwahrheiten nicht kritiklos verbreitet werden. Deshalb sollten Sie in Zukunft alle Aussagen zur Energiewende, bevor Sie sie veröffentlichen, an den folgenden fünf Seiten überprüfen, denn fünf Seiten reichen aus, um die Träume von Frau Lisbach vollkommen aus den Angeln zu heben:
    Traum und Wirklichkeit
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  •   schmidmi
    (1863 Beiträge)

    06.08.2019 22:22 Uhr
    Da stehen ja sehr
    vernünftige Dinge drin! Wenn man den Wissenschaftlern folgt werden zwei Sachen passieren:
    - Es wird uns allen sehr weh tun (unvermeidlich!)
    - wir werden es schaffen
    aber nur, wenn wir radikal mit unseren liebgewordenen Gewohnheit radikal brechen.
    Lasst uns endlich damit anfangen, anstatt nur zu labern...
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  •   Kiwi
    (280 Beiträge)

    03.08.2019 08:56 Uhr
    was denn eigentlich einen Verkehrtwende ist.
    Wenn man auf der Autobahn z.B. auf der A 5 wendet so einfach ist das.
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  •   Kiwi
    (280 Beiträge)

    02.08.2019 12:49 Uhr
    Genau richtig
    Es muss wirklich eine Verkehrswende her

    Was soll man noch alles wenden.
    Vor einigen Jahren wurden Staubsauger mit mehr als 900 W verboten Glühbirnen mit 100 W verboten.
    Jetzt ist die Wende da- es gibt E-Bikes - E- Roller - nicht zu vergechseln mit Deo-Roller
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  •   silberahorn
    (9836 Beiträge)

    03.08.2019 07:35 Uhr
    Trump
    bekommt demnächst einen Umweltpreis.
    Grund:
    Seine Zollpolitik führt zu höheren Preisen-> weniger Konsum -> weniger Flugverkehr, weil die Handelspartner nicht ständig unterwegs sein müssen. Daraus folgt, dass viele Menschen viel mehr Zeit haben um im Bett zu liegen, nachzudenken und dann sogar auf Ideen für neue umweltfreundliche Erfindungen zu kommen. Industriespionage ins Wohnungen solcher Erfinderköpfe ist mit vielen Geräten auch schon gesichert und so können weniger große Firmen sehr umweltfreundlich davon profitieren, während die Erfinder weiter sehr umweltfreundlich im Bett liegen bleiben können und sich überlegen, was denn eigentlich einen Verkehrtwende ist.

    Ich hoffe ich konnte charmante Gedankengänge für dieses Wochenende auslösen und damit für die notwendige Entspannung sorgen.
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  •   Holzbierebub
    (267 Beiträge)

    01.08.2019 22:17 Uhr
    Jeder dieser Laiendarsteller
    hat einen größeren ökologischen Fußabdruck als wir.
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  •   Nico1966
    (355 Beiträge)

    01.08.2019 21:23 Uhr
    Klima
    In Sibirien sind vor ein paar Tagen Wälder in der Größenordnung Nordrhein-Westfalens abgebrannt . Russische Behörden unternahmen zunächst nichts , weil sie Löschversuche für zu teuer hielten ! Nachdem Unmengen von CO 2 freigesetzt wurden , begann man nun mit der Bekämpfung der Flammen . Wir hier bekommen eine Dauerbeschallung was für " Klimaschweine" wir sind ! Von Vorreiterrolle ist die Rede . Dafür werden wir dann kräftig zur Kasse gebeten , denn Klimaretten kostet Geld . Der Effekt ist gleich Null , das Klima ist dann auch nicht anders als in der übrigen Welt . Da können noch so viele Konzepte erarbeitet werden ! Übrigens , die die glauben etwas ändern zu können dürfen dies gerne tun,bezahlen das aber bitteschön selbst . Ob dann die Motivation genauso groß ist sei dahin gestellt !
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  •   Kiwi
    (280 Beiträge)

    01.08.2019 14:20 Uhr
    Besser ein 5 Jahresplan
    Damit ist man an eine Zeit gebunden - mit meinem 10 Punkte -Plan kann man sich Zeit lassen bis zur nächsten Eiszeit.
    Wünsche Dir einen schönen Tag
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  •   DangerMouse
    (88 Beiträge)

    01.08.2019 13:11 Uhr
    Stellt die Weichen auf Elektromobilität
    Ein Aspekt der mir vollig fehlt ist die konsequente Umstellung auf Elektromobilität. Hier ein paar Links von Volker Quaschning (Scientists for Future):

    https://www.volker-quaschning.de/artikel/2018-02_Elektromobilitaet/index.php

    http://www.sonnenseite.com/de/mobilitaet/wie-oeko-ist-ein-elektroauto-wirklich.html

    (Die Links kann man sich auch gut ansehen, egal welche Partei man bevorzugt)

    Ich denke auch individuelle Elektromobilität wird notwendig sein, da ein weitreichendes, flächendeckendes, engmaschiges, kurzgetaktetes ÖPNV Netz zwar wünschenswert wäre, aber zeitlich nicht zu realisieren ist, energetisch nicht so sinnvoll ist und extrem teuer wäre.
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  •   Nico1966
    (355 Beiträge)

    01.08.2019 13:44 Uhr
    Elektro- Mobilität
    Genau !!! Wertvolle Tipps wie man den Kobold aus den Batterien raus bekommt gibt Fr. Baerbock von den Grünen im Focus Sommer- Interview !
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