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Karlsruhe Stadt Karlsruhe kauft Majolika für einen Euro

Die Stadt Karlsruhe will die vor dem Aus stehende Majolika-Manufaktur mit einer Stiftung retten. In einer nicht-öffentlichen Sitzung hat der Gemeinderat gestern beschlossen, die Manufaktur für einen symbolischen Euro von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zu kaufen, teilte Oberbürgermeister Heinz Fenrich heute in einer Pressekonferenz mit.

Der Gemeinderat habe "zu später Stunde die Stunde der Zeit erkannt" und mit überwiegender Mehrheit entschieden, dass die Majolika nach dem Kauf an eine Stiftung übertragen wird. An dieser will sich die Stadt mit 50.000 Euro beteiligen.

Getragen wird die Stiftung neben der Stadt Karlsruhe außerdem von Banken, Unternehmen sowie Privatpersonen. Schon morgen soll die Manufaktur an die Stadt überschrieben werden. Als "einzigen Grund" der plötzlichen städtischen Offensive nannte der OB "den Erhalt eines Karlsruher Kulturguts".

 

<%LBX id="159" title="Majolika am Ende?" scl_width="17" scl_height="17"%>Ziel: "Die Majolika in Fahrwasser bringen, wo sie selbst schwimmen kann"

Das Trägerkonzept sehe vor, dass die künftige Stiftung zu 100 Prozent die Anteile an der gewerblichen Majolika übernimmt, erläuterte Fenrich. Zum anderen verfolge die Stiftung durch ihre gemeinnützige Tätigkeit die Kunst- und Kulturförderung, um die inzwischen über 100-jährige Tradition zu wahren, betonte er.

Ziel sei es, "die Majolika in Fahrwasser zu bringen, wo sie selbst schwimmen kann". Konkret will die Stiftung das Konzept der Manufaktur neu ausrichten, Verluste abbauen und Marketing und Vertrieb stärken, "um möglichst schwarze Zahlen zu schreiben", sagte Wolfgang Eichler vom "Freundeskreis Staatliche Majolika Karlsruhe". Der Freundeskreis gehe für diese Entwicklung von mindestens drei Jahren aus. "Wir glauben daran, dass die Majolika als Traditionsunternehmen eine Zukunft hat", zeigte sich Eichler zuversichtlich.

KVVH erwirbt Majolika-Grundstück

Gleichzeitig erwirbt die städtische Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH (KVVH) das Betriebsgrundstück der Majolika im Ahaweg. Dies sei von Interesse, da die KVVH in unmittelbarer Nachbarschaft der Manufaktur mit dem Fernheizwerk und der Zentrale der Straßenbeleuchtung untergebracht ist.

Hintergrund: Im Mai hatte die LBBW mitgeteilt, die Manufaktur schließen zu wollen. Die Geburtsstätte der Rehskulptur "Bambi" schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen. Verhandlungen zwischen den möglichen Stiftern und der Bank waren zuvor vor allem daran gescheitert, dass die LBBW die Risiken aus der Vergangenheit nicht übernehmen wollte.

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Kommentare (22)
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  •   Xapoklakk
    (648 Beiträge)

    28.07.2011 12:24 Uhr
    Nur Finanzdeppen im Gemeinderat?
    Eine Stiftung, in die Banken und Privatpersonen Geld einbringen, soll künftig den Kitschproduzenten Majolika finanziell tragen.
    Nachdem Karlsruhe sich nur mit lumpigen 50 Mille daran beteiligt und die Banken finanziell auf dem letzten Loch pfeifen, darf man gespannt sein wieviele Privatpersonen ihr sauer verdientes Geld freiwillig in so einem schwarzen Loch entsorgen wollen.
    Nimmt man mal überoptimistisch an, dass insgesamt eine Million Euro zusammenkommt, welche dann zu 3% angelegt wird, dann reichen die Zinsen bestenfalls aus, die Inflationsrate im Stiftungskapital auszugleichen. Zur Finanzierung der Majolika bleibt nichts übrig, es sei denn man wolle das Stiftungskapital verbrauchen. Dann kann man in wenigen Jahren eine neue Stiftung auflegen.
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  •   BadenEnte
    (196 Beiträge)

    28.07.2011 10:29 Uhr
    Richtige Entscheidung
    gehört zu Karlsruhe!
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  •   Hoellenreiter
    (517 Beiträge)

    28.07.2011 10:11 Uhr
    Find ich OK
    Hier wird über alles gemeckert, hätte man das Ding verschenkt könnte man hier die selben Kommentare lesen - halt in die andere Richtung !
    Das Ding gehört zu Karlsruhe ! Ende
    Viel haben wir ja nicht mehr, und wenn der SUPER OB Fenrich endlich abtritt gibts auch ein neues Stadion!!
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  • unbekannt
    (3882 Beiträge)

    28.07.2011 10:18 Uhr
    doch, bald
    eine U-Strab zum Glück. dann muss man die häßlichen, gelben Konservendosen nicht mehr sehen..
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  • unbekannt
    (3882 Beiträge)

    28.07.2011 10:19 Uhr
    und die Schloßgartenbahn
    haben wir auch...
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  •   Laetschebachschorsch
    (3151 Beiträge)

    28.07.2011 10:09 Uhr
    Gewinn erzielen
    Es gibt auch andere Ziele als Gewinnsteigerungen, auch wenn das in der heutigen Zeit gerne übersehen wird. Und da die Aufgaben ohne Gewinnmöglichkeiten andere Unternehmen nicht tätigen, landen diese bei den Kommunen. Natürlich sollen diese möglichst kostendeckend arbeiten. Aber wie viele Aufgaben müssen eben als Zuzahlungsgeschäfte betrieben werden, z. B. Müllabfuhr? Es ist doch lediglich zu entscheiden gewesen, ob die Gemeinschaft diese Tätigkeit erfüllen will, und darüber haben unsere gewählten Stadträte entschieden. Und ich bin ausdrücklich mal über diese Entscheidung erfreut. Die Majolika gehört zu Karlsruhe wie das Schloss. Sie ist Teil unserer Kultur. Außerdem dürfen öffentliche Kassen bekanntlich keinen Gewinn erzielen - Kassenrecht.
    Ist ein Fahrstuhlverein, der selber nicht weiß was er will, der nach dem DFB wirtschaftlich geführt werden muss und diese Auflagen nur durch Spenden erfüllen kann, den es gemessen man der Majolika erst ein paar Jahre gibt, Kultur? Majo
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  • unbekannt
    (3882 Beiträge)

    28.07.2011 10:17 Uhr
    die Müllabfuhr
    in KA ist natürlich ein Zuschußbetrieb, soviele Lader die damit fahren gibt es auf der gnaze Welt nicht ein zweites Mal.
    In anderen Städten ist die privatisiert und bringt den Unternehmen Geld.
    Das Schloß gehört übrigens nicht zu Karlsruhe sondern gehört dem Land. Das kostet uns nichts...
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  • unbekannt
    (3882 Beiträge)

    28.07.2011 07:52 Uhr
    Majolika abreisen
    wäre auch ein guter Standort für ein neues Stadion, oder Wohnungen draus machen.
    oder ein Kohlekraftwerk hinbauen, die brauchen wir ja bald.
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  •   NICQ
    (233 Beiträge)

    28.07.2011 08:06 Uhr
    aber wo
    soll sie denn hinreisen, die Majolika?
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  • unbekannt
    (3882 Beiträge)

    28.07.2011 08:24 Uhr
    zur Bauschutt-Recyclinganlage
    soll sie reisen, nach dem sie abgerissen wurde...
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