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Karlsruhe Stadt Karlsruhe: Gibt es bald mehr Arbeitsplätze für Flüchtlinge?

In der Karlsruher Stadtverwaltung sind nach eigener Aussage derzeit insgesamt zwei Geflüchtete angestellt. In beiden Fällen handelt es sich um Ausbildungsstellen beim Tiefbauamt. Das ist zu wenig - findet die Grüne-Fraktion in einem Antrag an den Gemeinderat und fordert, dass die Stadtverwaltung prüft, inwiefern es möglich sei, weitere Arbeitsplätze zu schaffen.

Insgesamt erhofft sich die Fraktion davon, dass die Stadt "die Zuwanderung als Chance" erkennt, Flüchtlinge zu integrieren und gleichzeitig dem Fachkräftemangel sowie dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Die Grünen haben einen Vorschlag, wie dies gelingen kann: Sie orientieren sich dabei  an einem der ver.di Bundesverwaltung. Konkret geht es dabei um betriebliche und berufliche Integration von Geflüchteten.

"Mehrheit ist keine Fachkraft von morgen"

In ihrer Stellungnahme steht die Stadtverwaltung der Arbeitsplatzbeschaffung für Flüchtlinge positiv gegenüber - sieht im Aspekt der Umsetzung allerdings weitreichende Probleme: "Die Integration der Geflüchteten in die Lebens- und Arbeitswelt in Deutschland benötigt Zeit," beginnt die Stadt ihre Stellungnahme und deutet damit auf einige nun erkannten und eher unerwarteten Tatsachen hin. So sei sie Mehrheit der Flüchtlinge vor allem durch Sprachmangel sowie fehlenden Schul- oder Berufsqualifikationen "keine Fachkräfte von morgen, sondern - wenn überhaupt - erst von ferneren Jahren".

Zur Erklärung dieser These weist die Stadt auf eine Kurzanalyse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hin. Demnach habe jeder zehnte Flüchtling nach einer freiwilligen Selbstauskunft ohne Vorlage von Nachweisen angegeben, zuletzt im Handwerksbereich gearbeitet zu haben, gefolgt von Dienstleistungen, Hilfstätigkeiten, Landwirtschaft und Groß- und Einzelhandel.
 

"Berufliche Qualifikation wird überhöht dargestellt"

Des Weiteren gaben 15,5 Prozent eine Hochschule, 21,5 Prozent ein Gymnasium, 31 Prozent eine Mittelschule und ebenfalls 32 Prozent gaben ein einer Grundschule vergleichbares Niveau oder sogar fehlende Schulbildung an. Solch einem Bildungsstand stünden teilweise auch große Erwartungen der Geflüchteten gegenüber, die aufgrund der Unkenntnis "realitätsferne Vorstellungen" hätten.

Es könne dadurch nicht ausgeschlossen werden, "dass einzelne Asylantragsteller ihre schulische und berufliche Qualifikation 'überhöht' darstellen, weil sie sich dadurch - irrtümlicherweise - eine bessere Ausgangslage für ihr Asylverfahren erhoffen," erläutert die Stadt weiter. Eine schnelle Beschäftigung würde folglich auch an der fehlenden oder eben nicht nachweisbaren Qualifikation scheitern.

Aktivitäten zur Orientierung in Ausbildung und Beruf

Zu diesem Problem kämen nach Angaben der Stadt weitere bestimmte Voraussetzungen zur Umsetzung hinzu: Konkret geht es dabei um rechtliche Rahmenbedingungen, die ohne Erfüllung häufig die betriebliche Integration erschweren würden.

Trotz dieser zahlreichen Hindernisse könnten nach Angaben der Stadt schon jetzt einige Aktivitäten für junge Geflüchtete zur Orientierung in Ausbildung und Beruf stattfinden. Dazu zählen beispielsweise Orientierungstage, mehrtägige Hospitationen in Dienststellen sowie mehrtägige und mehrwöchige Orientierungspraktika. In der Vergangenheit wurden dabei überwiegend positive Erfahrungen gemacht, so die Stadt.

Ein wichtiger Schlüssel bei der Lösungsfindung seien Integrations- und Sprachkurse, so die Stadt. Gute Deutschkenntnisse seien vor allem für eine Ausbildung und qualifizierte Berufstätigkeiten Voraussetzung. Dies gilt nach Angaben der Stadt insbesondere auch für die stark sprachlich geprägten Ausbildungsgänge in der allgemeinen Verwaltung. Mit solchen Kursen könne dann die "größte Hürde für den Weg in eine Ausbildung" gelöst werden.

"Weder personell noch finanziell zusätzliche Ressourcen"

Das Resümee der Stadt fällt nüchtern aus: "Bisher stehen der Stadtverwaltung weder personell noch finanziell zusätzliche Ressourcen zur Integration von Geflüchteten in Ausbildung und Beruf zur Verfügung." Sollte es der Wunsch sein, so die Stadt, dass sich die Stadtverwaltung über die bisherigen Maßnahmen stärker beteiligt, sei dies ohne weitere Verstärkung nicht möglich.

Den Vorschlag sich dem Projekt der ver.di Bundesverwaltung anzuschließen, lehnt die Stadt in ihrer Stellungnahme ab: "Die Anforderungen, die für die Teilnahme an dem Modellprojekt gestellt werden, können aktuell und künftig ohne zusätzliches Personal und zusätzliche finanzielle Mittel nicht erfüllt werden." Doch eine Hoffnung auf weitere Arbeitsplätze bleibt: Der Antrag wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung am 26. September an den Personalausschuss weitergeleitet.

PDF-Download: ver.di Bundesprojekt

 

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Datum : 05.10.2017 17:03
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  •   tomfrance
    (86 Beiträge)

    06.10.2017 17:30 Uhr
    von wegen ....
    ... in den meisten Gegenden, aus denen unsere Goldstücke stammen, ist mittlerweile wieder Ruhe.
    Ist wahr für Afghanistan, weite Teile Syriens, den ganzen Maghreb und etwa Kamerun / Gambia etc.

    In Las Vegas ist die Todesrate höher ....
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  •   schmidmi
    (485 Beiträge)

    06.10.2017 22:16 Uhr
    Todesrate
    Auf eine Woche gesehen vielleicht, ansonsten wohl eher eine sehr fragwürdige Aussage.
    Ich hefte es mal unter "Blödsinn" ab.
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  •   Kultiplex
    (117 Beiträge)

    06.10.2017 15:22 Uhr
    Nacional
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  •   mikado46
    (55 Beiträge)

    06.10.2017 13:36 Uhr
    Fachkräftemangel....
    In der EU gibt es ca. 20 Millionen Arbeitslose.
    In Industrieländer wie z.B. Frankreich, Italien , Spanien, Schweden liegt die Arbeitslosenquote
    zwischen knapp 10% und fast 20%.
    Da werden sich wohl die so nötig gesuchten Fachkräfte finden lassen, die noch dazu nach
    EU Norm ausgebildet wurden.
    Mal sehen ob die Stadtverwaltung von Karlsruhe wegen ihrer Aussage zur Flüchtlingssituation
    Nun auch mit der Nazikeule erschlagen wird.
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  •   schmidmi
    (485 Beiträge)

    06.10.2017 17:20 Uhr
    Die Franzosen
    haben mindestens das gleiche Sprachproblem, wie die Araber...
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  •   EmilyHobhouse
    (991 Beiträge)

    06.10.2017 14:19 Uhr
    AusbildungsEUnorm?
    Du solltest uns noch erläutern, was eine Ausbildung nach EU-Norm sein soll. Spanier und Portugiesen kommen schon nach Deutschland um sich in Industrie-und Handwerksbetrieben ausbilden zu lassen. Im Saarland und Rheinland Pfalz gibt es cooperative Projekte für französische Lehrlinge. Es könnten mehr sein die kommen, der Bedarf ist vorhanden, Hinderungsgründe sind unter anderem die unterschiedlichen Ausbildungssysteme in den EU-Ländern. Also von was für einer Norm schwätzt du?
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  •   stoersender
    (941 Beiträge)

    06.10.2017 15:54 Uhr
    Kaum steht
    irgendwo das Wort Flüchtlinge ist die Emimimimily wieder da und erklärt uns die Welt grinsen
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  •   schmidmi
    (485 Beiträge)

    07.10.2017 20:47 Uhr
    ...und das
    ganze Rechte Gesindel auch grinsen
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  •   mikado46
    (55 Beiträge)

    06.10.2017 14:59 Uhr
    EU Norm
    Wenn jemand etwas herstellen will was in der EU verwendet werden soll, muss er sich in der Regel
    An die Vorgaben der EU Normen halten.
    In der Regel wird er auch entsprechend geschult sein, damit er diese Normen lesen, verstehen,
    und umsetzen kann.
    Menschen die nicht aus Industrienationen stammen, fehlt vielfach das Verständnis für dieses
    "Normdenken".
    Das ist nicht abwertend zu verstehen. Vielmehr sind diese Menschen gewohnt zu improvisieren.
    Überspitz dargestellt, was in anderen Ländern problemlos über die Straße rollt, würde in
    Deutschland eine ganze Schar von Beamten beschäftigen.....
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  •   EmilyHobhouse
    (991 Beiträge)

    06.10.2017 16:11 Uhr
    Lernen
    Nun, das lässt sich alles lernen. Die Ausbildung ist jedenfalls nicht normiert. Die schulische Ausbildung, nicht einmal innerhalb Deutschlands.
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