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Karlsruhe Sportgeist in der Fächerstadt: Kommen die Special Olympics wieder nach Karlsruhe?

Die Karlsruher SPD will einen ganz besonderen Wettbewerb zurück in die Fächerstadt nach Karlsruhe holen und forderte die Stadt in einem entsprechenden Antrag dazu auf, sich für die kommenden Special Olympics im Jahr 2022 zu bewerben.

In dieser Woche liefen hoch im Norden die Special Olympic Games. Von Montag, 14. Mai bis Freitag, 18. Mai sorgten in Kiel rund 4.600 Athleten mit geistiger oder mehrfacher Behinderung in 19 verschieden Sportarten für Spaß, Spannung und Lebensfreude.

Bislang steht noch kein Austragungsort für die Spiele in vier Jahren fest. Auf Anregung der erfolgreichen Sportler aus der Albschule hatte die Karlsruher SPD-Fraktion 2004 die Austragung der Spiele für das Jahr 2008 in der Fächerstadt beantragt. Durch eine breite Unterstützung des Gemeinderates war die Bewerbung erfolgreich, sodass die Spiele 2008 nach Karlsruhe kamen.

Nach Ansicht der Karlsruher Sozialdemokraten hatte dies eine nachhaltige Wirkung erzielt. Um nach einigen Jahren an diesen Erfolg anzuknüpfen, schlägt die Fraktion in ihrem Antrag deshalb vor, sich erneut als Ausrichter der Special Olympic Games zu bewerben.

Der Anforderungskatalog für die Nationalen Sommerspiele der Special Olympics 2022 soll nach den Sommerspielen in Kiel vorliegen. Die Bewerbungsphase für interessierte Städte beginnt voraussichtlich im Spätsommer nächsten Jahres, zwischen August und September 2019. Bewerbungsschluss ist im Juni 2020. Die offizielle Bekanntgabe der Gastgeberstadt der Nationalen Sommerspiele 2022 erfolgt im September 2020.

Anforderungskatalog wird wohl neu angepasst

Wie es in der Stellungnahme der Stadt heißt, erwarte man Anpassungen im Anforderungskatalog durch die Geschäftsstelle von Special Olympics Deutschland für die Sommerspiele 2022 hinsichtlich Sportstätteninfrastruktur, allgemeiner Logistik und Gesamtkosten. Auch könnte sich das Spektrum der Sportarten erweitern, so die Verwaltung.

Die Athleten mit geistiger Behinderung messen sich bislang unter anderem im Badminton, Basketball, Beachvolleyball, Fußball, Handball, Tennis, Judo, Radfahren, Kanu, beim Segeln, Golfen oder Schwimmen.

Laut dem Anforderungskatalog für die gerade beendeten Nationalen Sommerspiele in Kiel wurde erwartet, dass die Nationalen Sommerspiele als Veranstaltung im besonderen städtischen Interesse eingestuft und sowohl personell als auch ideell unterstützt werden.

Viele Faktoren für Durchführung entscheidend

Zur Vorbereitung und Durchführung sind einige Faktoren entscheidend, die die Stadt in ihrer Stellungnahme erläutert. Dazu gehören unter anderem die Unterstützung bei Sponsorengewinnung, Koordination bei der Unterkunftssuche, Einrichtung einer Website und Internethotline, regelmäßige Berichterstattung und Einbindung der städtischen Presseabteilung sowie die Nutzung städtischer Werbeflächen und die Einbindung von Special Olympics Deutschland in städtische Veranstaltungen im Vorfeld der Spiele.

Auch beim Thema Infrastruktur und Transport soll es Unterstützung geben. So soll eine kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs für alle Teilnehmer möglich sein und ein Shuttle Service die Athleten zu besonderen Veranstaltungen bringen. 

Sportstätteninfrastruktur in Karlsruhe noch nicht ausreichend  

Nach aktuellem Anforderungskatalog für die Nationalen Sommerspiele kann die geforderte Ausstattung an Sporthallen und Sportanlagen nicht dargestellt werden. So erfülle beispielsweise das Carl-Kaufmann-Stadion an der Europahalle aktuell nicht die notwendigen Kriterien die für eine Ausrichtung nötig seien, erklärt die Stadt in ihrer Stellungnahme.

Der aktuelle Anforderungskatalog sah für die Spiele in Kiel eine Übernachtungskapazität von 8.500 Betten in Jugendherbergen, Ferienwohnungen oder sonstigen günstigen Unterkünften vor. Diese Kapazitäten stünden in Karlsruhe und im Umkreis von 30 Kilometern derzeit nicht zur Verfügung, so die Stadt. 

Kosten für die Stadt derzeit noch nicht absehbar

Die Kosten für die Vorbereitung und Durchführung der Nationalen Sommerspiele beliefen sich laut Stadt bei den vergangenen Veranstaltungen durchschnittlich auf insgesamt 1,8 Millionen Euro. Hinzu kämen Mietkosten für städtische Sportstätten und die organisierten Angebote der jeweiligen Ausrichterstadt. Von diesen Kosten übernahm Special Olympics Deutschland etwa eine Million Euro. Zirka 800.000 Euro waren Zuwendungsmittel öffentlicher Geldgeber.

Aus Sicht der Verwaltung sei aktuell nicht absehbar, welche Kosten für die Stadt Karlsruhe entstehen. Eine Bewerbung für die Stadt Karlsruhe als Austragungsort für die Nationalen Sommerspiele Special Olympics 2022 werde von der Verwaltung geprüft sobald der Anforderungskatalog dafür vorliegt, heißt es in der  Stellungnahme. Das Ergebnis werde man anschließend im Sportausschuss vorstellen.

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  •   aroldo
    (2 Beiträge)

    21.05.2018 12:41 Uhr
    Einfach nur Toll
    Bei den letzten Spiele in Karlsruhe konnte ich ehrenamtlich mitarbeiten und ich kann nur sagen es war einfach nur schön. Ich finde einfach Karlsruhe sollte sich wieder bewerben und das müsste auch zu stemmen sein und es gibt bestimmt auch wieder viele ehrenamtliche die ihren Beitrag dazu geben würden.
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  •   teflon
    (2724 Beiträge)

    20.05.2018 11:45 Uhr
    Mit der derzeitig vorhandenen
    Infrastruktur kann sich Karlsruhe nur blamieren und kommt hoffentlich nicht zum Zug. Das altbekannte Problem von Schilda - viel vor und nichts dahinter
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  •   Robert1959
    (1967 Beiträge)

    19.05.2018 21:21 Uhr
    Besser absagen!
    Wir haben noch nicht einmal eine funktionierende Gr0ßsporthalle, zudem gibt es auch eine Kandidatur des neuen KSC Stadions als WM Austragungsort!
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  •   claaudi68
    (92 Beiträge)

    20.05.2018 08:19 Uhr
    Inklusion
    Wann sollte dies Veranstaltung eher fördern,den grade Menschen mit handicap sind werd vollem Teil unserer Gesellschaft von denn so manch einer was lernen könnte; im üppig gibt es der DM Arena 4 große Hallen
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