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Karlsruhe Sperrung Rheinbrücke: Mehr und längere Bahnen während Sanierung?

Im Sommer 2018 wird die Auto-Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth saniert. Sie wird für mehrere Monate nur eingeschränkt nutzbar sein. Pendler befürchten ein Chaos - ein Aktionsbündnis fordert die Verschiebung der Sanierung. Unklar ist aktuell noch, ob zusätzliche Zugverbindungen eingerichtet werden können.

Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) lässt aktuell überprüfen, in welchem Umfang auf der Strecke Karlsruhe-Wörth weitere oder verlängerte Bahnen eingesetzt werden können. "Für die vorgesehenen Wochenendvollsperrungen der Autobrücke ist denkbar, vor allem an Samstagen den Fahrplan auf das werktägliche Angebot zu verdichten", so AVG-Sprecher Michael Krauth gegenüber ka-news.

Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV RLP Süd) und die AVG arbeiten zusammen mit der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) und der DB Netz AG an der Überprüfung umsetzbarer, ergänzender Verkehrsangebote für die Zeit der Rheinbrücken-Sanierung. Diese soll in der zweiten Jahreshälfte starten - ein genauer Zeitraum ist noch nicht bekannt. Schätzungsweise wird sie 14 Monate dauern.

Mehr oder längere Bahnen denkbar

Untersucht wird, ob bestehende Bahnverbindungen verlängert und in sogenannten Doppeltraktionen fahren könnten. Zur Diskussion steht weiterhin eine Streckenverlängerung einzelner AVG-Stadtbahnen bis Wörth Bahnhof, die derzeit an der Rheinbergstraße beginnen und enden. Weitere Zug-Angebote sind "in begrenztem Umfang theoretisch denkbar" heißt es von der AVG. Sie würden parallel zu bestehenden Regionalbahnen der Deutschen Bahn und AVG-Stadtbahnen fahren.

Zusätzliche Verbindungen hätten einen Nachteil: Sie könnten dazu führen, dass bereits Bestehende angepasst werden müssten. Das heißt, nicht alle Haltestellen zwischen Wörth und der Rheinbrücke würden  bedient werden. Unklar ist noch, ob die Gleisbelegung im Karlsruher Hauptbahnhof überhaupt mehr Verbindungen zulassen würde - die Untersuchung ist diesbezüglich noch nicht abgeschlossen, teilt die AVG gegenüber ka-news mit.

Faktencheck 2011 wird überprüft

Prüfungen aus dem Jahr 2011 zeigen, dass grundsätzlich weitere Verbindungen, beziehungsweise Trassen, über die Eisenbahnbrücke eingerichtet werden könnten. "2011 wurde im Rahmen des Faktenchecks ermittelt, dass grundsätzlich pro Stunde drei weitere Trassen über die Eisenbahnbrücke zur Verfügung stehen", so Krauth, "versehen mit dem Vorbehalt, dass die Gleiskapazitäten in Karlsruhe Hauptbahnhof, Wörth Bahnhof und der eingleisige Abschnitt zwischen Winden und Kandel dies zulassen."

Eine Rolle spielen auch die Finanzen: "Die NVBW und der ZSPNV Süd werden parallel prüfen, ob und wie viel zusätzliche finanzielle Mittel für ergänzende Kapazitäten zur Verfügung stehen", so Krauth. Fraglich bleibt, ob mehr Züge für zusätzliche Pendler ausreichend sein werden. Eine genaue Information, wie viele Personen die Eisenbahnstrecke täglich nutzen, gibt es vonseiten der AVG nicht. "Da auf dieser Strecke Pendler in den Bahnen mehrere Verkehrsunternehmen unterwegs sind, gibt es keine belastbare 'Gesamtzahl', so Krauth.

Aktionsbündnis will keine Sanierung 2018

Die Auto-Rheinbrücke gar nicht zu sanieren, ist ein aktueller Vorschlag des "Aktionsbündnis Zweite Rheinbrücke". Das Argument: Solange die Autos in Richtung Pfalz noch mit Tempo 100 fahren dürfen, könne es um die Brücke nicht so schlimm bestellt sein. Zudem hätten die "vielen zuständigen Stellen und Behörden bisher keine leistungsorientierten Vorschläge präsentiert", heißt es in einer entsprechenden Pressemeldung.

Unter anderem verschärfe der Wegfall von Pendlerparkplätzen unter der Vorlandbrücke zusätzlich die Verkehrssituation, so das Aktionsbündnis. Es fordert mit einer Petition, die Sanierung mindestens auf das Jahr 2019 zu verschieben.

"Mit Tempo-Reduzierungen, weiträumigen Umleitungen des Schwerlastverkehrs ohne Ziel oder Startpunkt in der Region und notfalls der Schließung des rechten Fahrstreifens, halten wir die Brücke noch weitere zwei bis drei Jahre nutzbar", so der Vorschlag von Bündnisvorsitzenden Steffen Weiß, "eine eingeschränkte Nutzung ist besser als ein Totalausfall."

Zur Petition des Aktionsbündnis Zweite Rheinbrücke: https://www.openpetition.de/petition/online/die-fuer-2018-geplante-sanierung-der-rheinbruecke-maxau-muss-verschoben-werden

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  •   max
    (139 Beiträge)

    08.12.2017 13:25 Uhr
    Ist das ernst gemeint ?
    Die AVG/VBK können doch zur Zeit wegen Personalmangel nicht alle Bahnen fahren lassen. Glauben denn die Verantwortlichen, dass während der Sperrung der Rheinbrücke plötzlich Personal da ist. Hier sollte mal dem Aufsichtsrat gesagt werden, warum und weshalb er überhaupt da ist, nicht nur um sogenannte Aufwandsentschädigungen einzustreichen, sondern seine Arbeit zu machen. Sind da nicht Bürgermeister und Gemeinderäte dort aktiv ??
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  •   M.S.
    (231 Beiträge)

    08.12.2017 12:19 Uhr
    mehr
    und längere Bahnen ?
    Das bekommen die doch jetzt noch nichtmal auf die Reihe...
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  •   mueck
    (9100 Beiträge)

    08.12.2017 00:47 Uhr
    !
    "Die Behörden müssen bis zum 1.10. des Vorjahres der Sanierung umfassend über den Projektablauf mit detailliertem Zeitplan öffentlich und verbindlich informieren."
    Illusorisch. So exakt wird man die Vollsperrungen niemals so lange vorausplanen können!

    "Verbesserungen beim ÖPNV und den Radwegeverbindungen müssen geschaffen werden."
    D'accord. Und das dauerhaft!
    Stattdessen wird die Planung der 2. Autobrücke die Radverbindung rüber massiv verschlechtern ...

    "Weiträumige Umfahrungsausschilderungen für den Schwerlastfernverkehr sind notwendig."
    Funktioniert nicht ohne massive Kontrollen, hat man bei der Schiersteiner und Leverkusener Brücke gesehen ...

    Und die Leverkusener Brücke ist KEIN Vorbild für diese Aktion! Die massiven Verkehrsbeschränkungen sind eine Folge des zu langen Aufschiebens von Maßnahmen! Und das will man hier nun auch so machen: Aufschieben, bis sie halber zusammen kracht?
    Dieser Begehr ist mir suspekt ...
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  •   mueck
    (9100 Beiträge)

    08.12.2017 00:50 Uhr
    ...
    Ansonsten kann man eigentlich auch dafür sein ...
    Die Zweitbrückenfans wollen vermutlich am liebsten solange aufschieben, bis die 2. Autobrücke da ist. Denn die Forderungen nach Planungssicherheit sind einfach illusorisch und unerfüllbar.
    Als Brückengegner könnte man auch sagen: Aufschieben, bis die Ersatzbrücke gebaut ist, dann ist die Sanierung eh überflüssig ... zwinkern
    Aber im Sinne der Pendler ist das nicht, dass man so lange aufschiebt, bis das Teil bröckelt ...
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  •   Rheinbrueckendemonstrant
    (189 Beiträge)

    08.12.2017 10:51 Uhr
    Wenn man etwas falsch verstehen will....
    Die Sanierung zu verschieben, ist sicher nicht unumstritten.
    Aber die Gründe, die zur Petition geführt haben, kann man nur nachvollziehen, wenn man das tägliche Pendlerelend kennt und sich nicht nur z.B. mit Geobildern die Breite der Bahntrasse in Kandel an der Saarstraße anschaut.
    Es geht um ein Jahr Verschiebung, aber bis zum 1.10. dann einen konkreten Plan. Die können ja ruhig im Mai/Juni 2018 die Probeplatte am Jachthafen Maxau machen. Dann werden 10 Wochenenden (man braucht ja angeblich nur 6) in 2019 festgelegt, an denen betoniert wird. Im Bauablauf wird sich dann ergeben, dass einzelne dieser Wochenenden nicht zum Betonieren genutzt werden können. Dann entfällt an diesem Wochenende die Sperrung. Alles gut. Es werden aber für diese Wochenenden Pläne gemacht: für die Besetzung der Pflegeschichten in den Krankenhäusern, für Weinfeste, für Produktionsstopp z.B. im Daimler-Werk - z.B. Einplanung von Reinigungsarbeiten.
    Erweiterung des AVG-Fahrplans.
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  •   bergdoerfler
    (1556 Beiträge)

    07.12.2017 21:16 Uhr
    Was will das Aktionsbündnis eigentlich?
    alte Brücke nicht sanieren ... warten bis die neue in 5, 10 ,15 Jahren da ist? Wollen die einen Tunnel bauen oder Fähren einsetzen?
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  •   Rheinbrueckendemonstrant
    (189 Beiträge)

    08.12.2017 12:52 Uhr
    Einfach mal lesen
    Steht doch in der Petition: ein Jahr verschieben und alles ordentlich vorbereiten. Da muss man nicht mal was stoppen, denn die jetzt anlaufenden Vorbereitungen passen bei Fortführung dann exakt zum folgenden Jahr.
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  •   dipfele
    (4240 Beiträge)

    08.12.2017 05:33 Uhr
    Die Brücke wurde doch erst......
    .....2013 saniert ! Was muss denn jetzt schon wieder da dran gemacht werden? Am Besten, die Belastung wird auf 3,5 Tonnen beschränkt und die Güter wie immer propagiert, auf die Bahn.
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  •   Rheinbrueckendemonstrant
    (189 Beiträge)

    08.12.2017 12:51 Uhr
    2012
    Der Fahrbahnbelag wurde zuletzt 2012 mit 4-monatiger halbseitiger Sperrung saniert.
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  •   betablocker
    (963 Beiträge)

    07.12.2017 22:44 Uhr
    Der Tunnel
    könnte schon seit ewig fertig sein...dann würde man wenistens den Stau nicht mehr sehen. grinsen
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