135  

Karlsruhe So sieht die Karlsruher Innenstadt in 10 Jahren aus

Eine schienenfreie Kaiserstraße, Straßencafés, flanierende Karlsruher und Weihnachtsmarkt auf dem gesamten Marktplatz. Das ist die Zukunftsvision für die Fußgängerzone der Fächerstadt. Stadtplaner feilen seit Jahren an ihrer Verwirklichung. Sie dürfen allerdings erst ans Werk, wenn alle Bauarbeiten für die Kombilösung abgeschlossen sind. ka-news hat die Pläne im Rathaus eingesehen.

Wie die Karlsruher Innenstadt in zehn Jahren aussehen könnte, ist im Moment schwer vorstellbar. Baustellen reihen sich in diesen Tagen an Bohrlöcher, schweres Gerät sorgt für Lärm und Staub.

Stadtplaner haben konkrete Vorstellungen

Wenn alle Bauarbeiten für die Kombilösung abgeschlossen sind und das Stadtbild umgestaltet ist, dürfen die Karlsruher endlich die Früchte des langen Wartens ernten: Dann flanieren sie durch eine schienenfreie Fußgängerzone, sitzen unbehelligt in Straßencafes und brausen unterirdisch in den Stadtbahnen durch die Kaiserstraße. Bis dahin müssen sie jedoch noch allerhand Geduld aufbringen.

Derzeit hinkt beispielsweise das Baufeld an der Lammstraße dem Zeitplan ein Jahr hinterher - trotzdem ist man bei der Stadt zuversichtlich, dass die Kombilösung tatsächlich wie geplant 2019 fertiggestellt sein wird. Aber egal wann der Spatenstich für die Umgestaltung der Fußgängerzone gesetzt wird - im Stadtplanungsamt hat man bereits ziemlich genaue Vorstellungen, wie die Kaiserstraße, die Strahlenstraßen, aber auch das Mühlburger oder Durlacher Tor dann aussehen werden.

Vor zwei Jahren war ein internationaler Planungswettbewerb ausgelobt worden, um viele Ideen für eine neue Fußgängerzone zu erhalten.In der Planung des preigekrönten Büros für Freiraumgestaltung erstrahlt die Innenstadt vor allem in einem klaren und schnörkelfreien Stil, mit viel Platz für Einkäufer, Cafes und Architektur. "Die Jury war damals überzeugt , dass eigentlich alle festen Installationen eine aktive Nutzung der Freiflächen durch Bewohner und Besucher behindert", erklärt Stadtplaner Georg Gerardi. Deshalb habe man sich für Entwürfe entschieden, die zum Beispiel auf eine Begrünung des Marktplatzes verzichten.

Mosaik-Schmuckband in der Kaiserstraße

Der Platz wird auch künftig baumfrei bleiben, "die Architektur steht dann für sich", erläutert Gerardi. Außerdem könnte so auch problemlos der Weihnachtsmarkt allen verfügbaren Boden in Beschlag nehmen oder es könnten andere Veranstaltungen dort stattfinden. Die Pyramide wird beispielsweise von einem Stein-Teppich mit Mosaikband umsäumt sein, der sich jedoch ebenerdig in den Marktplatz einfügt.

Dieses Schmuckband zieht sich im schienenfreien Teil auch durch die Kaiserstraße, wo dann auch viele Gleditschien den Karlsruhern Schatten spenden. "Solche Bäume gibt es jetzt bereits auf dem Stephanplatz, sie werfen einen angenehm luftigen Schatten", berichtet der Stadtplaner. Für die Neupflanzungen müssen alle jetzigen Bäume noch gefällt werden. Die Gleditschien werden dann etwa sechs Meter hoch eingepflanzt und sollen ein einheitliche Bild formen.

"Nach der Umgestaltung wird es aber mehr Bäume geben als jetzt", betont Gerardi. Die Bepflanzung beginnt an der Kreuz- und Lammstraße jeweils nach Osten und Westen, und verdichtet sich Richtung Mühlburger und Durlacher Tor. Die Kaiserstraße soll sich dabei optisch klar von den Fächerstraßen abgrenzen: Das Schmuckband unterbricht sich zwar an den querenden Straßen, dennoch soll sich die Kaiserstraße symbolisch über die Strahlen legen.

Innenstadt soll hochwertig sein

Auch der Europaplatz soll durch die Umgestaltung gewinnen: Genau wie auf dem Marktplatz wird es dort die Aufgänge der unterirdischen Haltestellen sowie einen Aufzug für die Barrierefreiheit geben. Die unterirdische Haltestelle markiert ein schlichtes metallenes U-Symbol, nicht das übliche blaue U-Bahn-Zeichen. Auf dem Platz liegen Natursteinplatten, außerdem wird das Grenadierdenkmal wieder aufgebaut. Die Post Galerie soll von der Mitte aus zugänglich sein und der Kunde innen in eine große Halle hineinkommen. "Die Post Galerie wird auch umgebaut. Sie soll zukünftig über die große Halle in der Mitte des Gebäudes aus zugänglich sein", so Gerardi im ka-news-Gespräch.

Entlang der Kaiserstraße werden abgehängte Lampen den Weg leuchten, neben neuen Bänke und Mülleimern werden auch die Brunnen dann wieder aufgebaut sein. Für die Jahre der Bauarbeiten werden sie im Städtischen Bauhof zwischengelagert. Das gesamte Mobiliar soll dabei zusammenpassen und vom gleichen Design sein, sowohl Bänke wie auch Leuchten verfügen über ein wiederkehrendes stilistisches Element. "Die Innenstadt soll hochwertiger werden", erklärt der Stadtplaner. Dazu gehöre auch, dass man der "Aufrüstung" bei der Werbung der Läden gerne Einhalt gebieten möchte. Am liebsten sähe es das Stadtplanungsamt, wenn die Geschäfte von sich aus zurückhaltender wären - auch mit ihren Warenauslagen. "Wir wollen uns da mit den Ladenbesitzern in der Kaiserstraße noch abstimmen."

Steinplatten werden getestet

Wie lange die Umgestaltung dauern wird, ist derzeit noch nicht abzusehen, Gerardi geht aber davon aus, dass die Arbeiten in einem Jahr zu schaffen sein könnten. Ähnlich sieht es bei den Kosten aus, dafür kann er noch keine Hausnummer nennen. "Aber mit Sicherheit wird es nur einen Bruchteil der unterirdischen Arbeiten kosten." Dies hängt letztlich auch davon ab, welche Steinplatten für die Kaiserstraße verwendet werden. Auf der Seite des Schlosses soll es deshalb eines oder mehrere Testfelder geben, wo verschiedene Materialien ausprobiert werden. Sie bleiben etwa zwei Jahre liegen und sollen sich im Kampf gegen Verschmutzung, Fahrzeuge oder Kaugummis bewähren. Am Ende gewinnt der beste Naturstein.

Mehr zur Kombilösung finden Sie in unseremBaustellen-Dossier!

Mehr zum Thema
Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (135)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Der Kommentarbereich wird 7 Tage nach Publikationsdatum geschlossen.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  • unbekannt
    (116 Beiträge)

    02.04.2012 08:53 Uhr
    Was sehen meine Augen - Alles nur fiktiv ?
    Bild 1, Marktplatz eine menschenleere Steinwüste wie tot und leer.
    Bild 2, nahezu orgastische Begeisterung eines shoppenden Paares knapp am Rechtsbruch vorbei (Dior mt halbem R, haben die Hermes, Chanel etc.schon Mietverträge abgeschlossen, weil die Fußgängerzone jetzt so magnetisch geworden ist ?). Die Bäume hören plötzlich auf und die gerade teuer angeschafte "supermoderne" Straßenbeleuchtung ist auch wieder weg, das ist die gute Nachricht.
    Bild 3, Schienen auf dem Europaplatz in der Kaiserstraße sicherlich nur vorläufig, denn Herr Ludwigs Vermächtnis schließt sicherlich perspektifisch die Karlstraße mit ein ? Das Verkehrschaos
    am Mühlburger Tor geht also etwas abgemildert weiter ? Das westliche Stück Kaiserstraße bleibt befahrbar, weil sonst kaufen am
    Ende tatsächlich doch fast alle im Internet oder in Roppenheim, den
    auf der Kaiserstraße werden sich wirklich noble Läden á la Dior sicherlich nicht niederlassen. Karlsruhe klassisch - viel gewollt und wenig gekonnt. [b][/b]
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (10951 Beiträge)

    02.04.2012 12:29 Uhr
    !
    Menschenleere, das scheint das Ziel der U-Strab zu sein ...

    Im übrigen wäre ich nach Ansicht des Bildes 3 dafür, den Europaplatz in Schweizer Platz umzubenennen ...

    ... wegen den vielen Löchern im ganzen Käse ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Greif
    (1516 Beiträge)

    02.04.2012 09:18 Uhr
    Zitat von latifundus Schienen auf dem Europaplatz in der Kaiserstraße sicherlich nur vorläufig,

    Diese Schienen sind nicht nur mit der Tunnelplanung planfestgestellt - das sind die nicht mehr dargestellten Schienen in der Kaiserstraße nämlich auch - sondern auch wegen des Bürgerentscheids (mit der Formulierung "Erhaltung der oberirdischen Abbiegebeziehungen am ... Europaplatz" auf dem offiziellen Stimmzettel) eindeutig alternativlos.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Gelbsocke
    (3959 Beiträge)

    02.04.2012 05:15 Uhr
    ..grübel..
    So sieht die Karlsruher Innenstadt in 10 Jahren aus?

    Na, dann mach ich mir um meine Rente auch keine Sorgen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   ObenLang
    (2745 Beiträge)

    02.04.2012 09:47 Uhr
    Im Ratloshaus träumt man eben gerne
    Mist, bei "träumen" fallen mir einige Beamtenwitze ein zwinkern

    Zur Zeit träumt man dort bestimmt von glücklichen Geschäftsleuten in der Postgalerie, einer Elektonikabteilung im Karstadt, .... - OK das ist alles nicht mehr lustig ;-(
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Malefiz
    (4616 Beiträge)

    02.04.2012 05:13 Uhr
    Herrliche Aussichten,
    schlage vor, dass ab 2015 zwei Gelddruckmaschinen im Karlsruher
    Rathaus installiert werden, damit man so richtig klotzen kann.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   Gelbsocke
    (3959 Beiträge)

    02.04.2012 06:15 Uhr
    Bis
    2022 ist der Euro wohl sowieso am Ende,trotz aller Rettungsmarkisen.

    Dann zahlen wir wieder in Kreuzern und Silbergulden.
    Die wir natürlich selber prägen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dipfele
    (5556 Beiträge)

    16.04.2012 18:48 Uhr
    Kahle Innensdtadt
    ...aber dann wäre der Zustand von 1877 für gut eine MILLIARDE Euro
    wieder hergestellt ! Ab da fuhr nämlich die Perde- Strassenbahn über den Marktplatz. Find ich ganz TOLL, dass der neue OB nicht mehr vom Schienenquitschen beim Mittagsschlaf gestört wird. Leider kann das der Tunnel - Heinz nicht mehr erleben.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   LaCage
    (2158 Beiträge)

    02.04.2012 07:54 Uhr
    Steine, Steine, Beton und Geldwäsche-Shops
    ein Armutszeugnis für eine Stadt.
    Besonders traurig, kein Baum säumt den Marktplatz.

    Dafür werden die Dönerläden weiter Richtung Osten marschieren.
    Der Westen ist schon mit türkischen Geldwäsche-Betrieben zugepflanzt.

    Und die Karlsruhe Finanzbehörden sitzen in der Stube und schreiben sich gegenseitig E-Mails.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   mueck
    (10951 Beiträge)

    02.04.2012 12:23 Uhr
    !
    Nix da!
    Keine Bäume!
    Die verstellen nur die Sicht auf's Weinbrenner-Ensemble!
    Das dürfen nur aufblasbare Leuchttürme! zwinkern
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 .... 11 12 13 14 (14 Seiten)

Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden.