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Karlsruhe Sicherheit in Karlsruhe: Neue Notruf-Knöpfe an Haltestellen?

Brauchen die Haltestellen in Karlsruhe eine Notruf-Taste? Diese Frage wirft die "Allianz für mehr Sicherheit" jetzt auf. Sie fordert: Auch Fahrscheinautomaten in der Fächerstadt sollten einen Notruf-Knopf bekommen. Die Umsetzung dieser Idee gestaltet sich allerdings schwierig.

Überfälle, medizinische Notlagen, Diebstähle: Wer in Karlsruhe an einer Haltestelle in Not geriet, konnte bis 2015 über Notruf-Säulen Hilfe rufen. An insgesamt 14 Haltestellen im Stadtgebiet waren diese installiert. Die Säulen gehörten dem Land Baden-Württemberg und wurden von der Deutschen Telekom betrieben. 

Notruf-Tasten statt -säulen an Karlsruher Haltestellen?

In Zeiten von Handys sahen die Betreiber die Säulen aber nicht mehr als zeitgemäß an. Die Kommunikationstechnik, insbesondere bei der Notrufabsetzung habe sich verändert. Soll heißen: Die Säulen wurden kaum noch genutzt - der größte Teil der Notrufe wurde nach Aussage der Stadt Karlsruhe per Handy abgesetzt. 2015 entschied das Land daher, die Notruf-Säulen wieder abzubauen - sehr zum Ärger von Stadtrat Stefan Schmitt.

In einer Anfrage fordert der parteilose Stadtrat und Mitbegründer der "Allianz für mehr Sicherheit" von der Stadt eine Alternative zu den abgebauten Notruf-Säulen zu schaffen. Konkret drängen der parteilose Schmitt und Jürgen Wenzel von den Freien Wählern darauf, die Fahrkartenautomaten an den Karlsruher Bahnhaltestellen mit einer Notruf-Technik auszustatten. Mannheim mache bereits vor, wie das aussehen könne. 

Per Knopfdruck direkt zur Polizei 

Hier testet die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) neue Notruf-Knöpfe an seinen Fahrkartenautomaten. An bislang elf Automaten finden die Fahrgäste auf einer roten Fläche direkt über dem Münzeinwurf Anfang Dezember die Notruf-Taste. Wird sie gedrückt, wird der Hilferuf direkt an das Mannheimer Polizeipräsidium durchgestellt. Das Ziel: Die Fahrgäste sollen sich sicher fühlen. 

Notruf-Knopf in Mannheim
Mannheims erster Bürgermeister Christian Specht testet den Notruf-Knopf | Bild: Stadt Mannheim, Fachbereich Presse und Kommunikation

"Der Notruf-Knopf an Fahrkartenautomaten ist auch für die Polizei ein weiterer Schritt, dass sich Bürgerinnen und Bürger in der Metropolregion sicher fühlen", so Mannheims Polizeidirektor Jürgen Dörr. "Als mögliche Anlässe zähle ich Unfälle, medizinische Notfälle oder auch Straftaten. Mit der automatischen Übermittlung des Standortes können wir zudem schnell vor Ort sein."

Bis zum zweiten Quartal dieses Jahres soll die Umrüstung weiterer 200 Automaten im rnv-Gebiet folgen. Langfristig sollen alle Automaten im rnv-Gebiet über einen Notruf-Knopf verfügen. Könnte Mannheim hier Vorbild für Karlsruhe sein?

VBK erteilt Stadträten eine Absage 

Bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) sieht man den Vorschlag der beiden Stadträte eher skeptisch. In Mannheim hatte das Verkehrsunternehmen bei der Anschaffung der rund 200 neuen Automaten nach eigener Aussage bereits darauf geachtet, dass ein nachträglicher Einbau von Notrufsystemen möglich ist. In Karlsruhe müssten die Automaten umgerüstet, wenn nicht gar ausgetauscht werden. 

Sowohl eine Umrüstung als auch der großflächige Austausch der Automaten wären mit einem hohen Aufwand verbunden, erklärt Unternehmenssprecher Michael Krauth im Gespräch mit ka-news. Bis Dezember 2018 planen die VBK, die neuen Niederflurbahnen mit einem Notrufsystem auszustatten, das den Fahrgast im Notfall mit dem Fahrer verbindet. 

Ein weiteres Problem des Vorschlags: Die Kosten für eine Automaten-Umrüstung liegen nach Aussage der Mannheimer Verkehrsbetriebe zwar unter den Kosten für die Installation einer separaten Notrufsäule - billig war der Umbau dennoch nicht. In Mannheim kostet die Umrüstung 3.000 bis 4.000 Euro pro Automat. "Bei den VBK ist aktuell nichts in diese Richtung geplant", so Krauth. Ob sich das ändern wird, bleibt abzuwarten. 

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  •   KA76189
    (16 Beiträge)

    08.01.2017 19:53 Uhr
    Knopf + Kamera
    In Kombination mit einer Kamera welche die Umgebung um den Knopf live überwacht und in die Notrufleitstelle sendet wäre so ein Knopf sehr effektiv Dadurch könnten Fehlalarme reduziert werden
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (657 Beiträge)

    05.01.2017 19:30 Uhr
    Solche Notrufknöpfe
    können nur dann sinnvoll sein wenn es genug Polizisten gibt, die sofort bei Notruf zur Hilfe herbeieilen können.

    Hat die Polizei dafür wirklich die nötigen Ressourcen?
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  •   dipfele
    (4240 Beiträge)

    07.01.2017 17:17 Uhr
    nicht vergessen werden darf....
    ... dass solche Notrufe auch zum Missbrauch gut geeignet sind, wie weiland die öffentlichen Feuermelder.
    Die Sache ist wohl gut gemeint, aber die Bevölkerung sollte nicht allzusehr verunsichert werden. Vielmehr sollte sich mal jemand um die Kriminellen kümmern, die mit Hilfe von Anwälten hart am Rande der Legalität
    oder im Internet ihr Unwesen treiben.
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  •   ka-lex
    (1520 Beiträge)

    05.01.2017 20:05 Uhr
    Nö, hat sie nicht.
    Aber das interessiert ja einen Wenzel oder Schmitt nicht.
    Hauptsache den Leuten nach dem Mund geredet. Es werden sich schon ein paar Gedankenlose finden, die ihr Kreuzchen dort machen, wo es gebraucht wird.
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  •   Schafrichter
    (398 Beiträge)

    09.01.2017 11:15 Uhr
    Wer ist dafür verantwortlich, dass bei der Polizei...
    ...seit Jahren gespart wird?
    Das sind die verantwortlichen Landespolitiker!
    Wenn es die genannten Stadträte zu verantworten hätten, dass hätten sie es wohl auch getan!
    Ich sage nur KOD!
    Aufstockung von Wenzel und Schmitt gefordert ABER von SPD, GRÜNE, KULT, LINKE und GfK verweigert!
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  •   Handelsreisender
    (1444 Beiträge)

    05.01.2017 17:04 Uhr
    Braucht man dann für den Notruf passendes Kleingeld?
    Wäre im Zusammenhang mit VBK-Automaten dringend im vorhinein zu klären. zwinkern
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  •   Leergutmafia
    (181 Beiträge)

    05.01.2017 15:20 Uhr
    Spätestens wenn die unterirdischen Haltestellen
    des unterirdischen Kombiprojektes fertig und in Betrieb sind, wird man merken, daß zumindest dort solche Knöpfchen wichtig sind. Der Handyempfang könnte dort auch ziemlich lausig sein.
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  •   ALFPFIN
    (5717 Beiträge)

    05.01.2017 11:09 Uhr
    Notrufeinrichtung
    KVV: "In Mannheim hatte das Verkehrsunternehmen bei der Anschaffung der rund 200 neuen Automaten nach eigener Aussage bereits darauf geachtet, dass ein nachträglicher Einbau von Notrufsystemen möglich ist."
    2015 wurde von AVG und KVV eine größere Zahl alter Automaten ersetzt und neue aufgestellt. Da wäre die Möglichkeit gewesen, Automaten mit Notrufeinrichtung aufzustellen. Das Thema Sicherheit war da auch schon sehr präsent.

    Der Notruf wäre nicht nur eine Möglichkeit Hilfe herbeizuholen, wenn man unmittelbar betroffen ist, sondern man kann auch für andere die in unmittelbarer Nähe in Gefahr sind, noch Hilfe anfordern.
    Auch wenn mir im Vorbeigehen das Handy aus der Hand oder die Handtasche entrissen wird, würde ich noch den Notruf betätigen, meistens sind es organisierte Gruppen, die noch im Umfeld "tätig" sind. Eine Chance ist es immerhin. Es gibt ja auch Notfälle aus gesundheitlichen Gründen.
    Leider gibt es dann auch Deppen, die den Notruf aus Spaß auslösen.
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  •   Rambazamba
    (242 Beiträge)

    05.01.2017 10:55 Uhr
    Noch mehr Fehlalarme möglich?
    Neulich kam zur Sprache wie viele falsche Notrufe getätigt werden und wie oft die Polizei wegen Bagatellen oder wirklich nur aus Spaß angerufen wird. Leider kann ich mir viel zu gut vorstellen, dass manch einer (möglicherweise nach dem Genuss von Betäubungsmitteln) auf den verlockenden roten Knöpfen herumdrückt und die Polizei volllabert oder - noch schlimmer - einen falschen Alarm/Einsatz ausslöst, obwohl die Polizei an anderer Stelle tatsächlich gebraucht würde.
    Ich will damit nicht sagen, dass ich nichts davon halte, man aber auch darüber nachdenken sollte.

    Schlimm, dass man sich überhaupt mit so etwas beschäftigen muss - sowohl mit dem Knopf an sich, seiner Notwendigkeit als auch dem Missbrauch desselbigen.
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  •   freigeist
    (375 Beiträge)

    05.01.2017 09:52 Uhr
    Es wird versucht
    an Auswirkungen herum zu laborieren anstatt endlich die Ursachen anzugehen.Irgendwie Typisch für das land und der Stadt.
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