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Karlsruhe Sicherheit an Karlsruher Haltestellen: "Wir brauchen Notruf-Knöpfe!"

Sollten die Haltestellen in Karlsruhe mit Notruf-Tasten ausgestattet werden? Über diese Frage herrscht in der Fächerstadt noch immer Uneinigkeit. Die Stadt hält die Knöpfe in Zeiten von Smartphones für unnötig. Viele Stadträte sehen das allerdings anders.

Im Falle eines Notfalls schnell und unkompliziert Hilfe rufen - das ist das Konzept hinter Notruf-Knöpfen, wie man sie beispielsweise an Fahrscheinautomaten in Mannheim findet. Auch in Karlsruhe ist eine Diskussion über das Thema entbrannt.

Befürworter, wie die Karlsruher SPD und die "Allianz für mehr Sicherheit in Karlsruhe" sind sich einig, dass die Tasten das Sicherheitsgefühl verbessern könnten. Die Stadt hingegen lehnt die Idee ab: Zu teuer und unnötig wäre die Umrüstung der Fahrscheinautomaten. 

"Nicht jeder kann ein Handy bedienen"

Notruf-Knöpfe an Fahrscheinautomaten können zum Sicherheitsempfinden der Menschen beitragen, da ist sich SPD-Stadträtin Irene Moser sicher. Ihre Fraktion hatte das Thema am Dienstag mit einem Antrag auf die Tagesordnung gebracht. "Mit Notruf-Knöpfen kann man nicht nur Fahrgästen, sondern auch Passanten im Stadtgebiet die Möglichkeit bieten, in Notsituationen schnell und direkt bei der Polizei um Hilfe zu rufen", so die SPD-Stadträtin. Die Notruf-Tasten könnten auch im Falle eines Unfalls oder medizinisches Notfalls hilfreich sein. 

Einen solchen Sicherheitsbedarf sieht die SPD vor allem in den zukünftigen unterirdischen Haltestellen: "Insbesondere an den unterirdischen Haltestellen, an denen nicht unbedingt ein gutes Mobilnetz verfügbar sein wird, ist dies eine sinnvolle Investition und erhöht entscheidend die aktive und passive Sicherheit", so Moser weiter.

Die Installation von Notruf-Knöpfen an Fahrscheinautomaten hält auch der parteilose Stadtrat und Mitbegründer der "Allianz für mehr Sicherheit in Karlsruhe", Stefan Schmitt, für sinnvoll und längst überfällig: "Notruf-Knöpfe sind keine veraltete Technologie, auch wenn viele Menschen ein Smartphone besitzen. Es gibt viele Gründe, warum ein Handy nicht die Lösung für einen Notfall ist." Das gelte vor allem in den unterirdischen Haltestellen. "Wer bei so einem milliardenschweren Projekt kein Geld für Notfall-Knöpfe an den Fahrscheinautomaten hat, der macht sich lächerlich", so Schmitt. 

Für die Installation von Notruf-Knöpfen an Fahrscheinautomaten spricht sich auch AfD-Fraktionsmitglied Paul Schmidt aus: "Gerade ältere Leute befinden sich oft in hilfesuchenden Situationen und können kein Handy bedienen. Wir brauchen solche Notruf-Knöpfe!" Ähnlich sieht das auch Grünen-Stadtrat Joschua Konrad: "Es tut nichts zur Sache, ob diese Notfall-Knöpfe zeitgemäß sind oder nicht. Fakt ist, dass es sie sogar in der Unibibliothek gibt - und dort läuft jeder mit einem Smartphone herum."

VBK und Kasig sollen sich des Themas annehmen

Weniger überzeugt zeigt sich die Karlsruher CDU-Fraktion von dem Vorschlag.  "Wir brauchen solche Notfall-Knöpfe nicht", erklärt CDU-Stadtrat Sven Maier klar und deutlich. 

FDP-Stadtrat Karl-Heinz Jooß merkt an, dass viele ältere Menschen oft ohne Handy aus dem Haus gehen oder keines besitzen würden. Dennoch fordert er: "Das Thema gehört in den Aufsichtsrat der Verkehrsbetriebe Karlsruhe und nicht hier in den Gemeinderat." So sieht das am Ende auch Oberbürgermeister Frank Mentrup. Anstelle einer Abstimmung wird die Thematik in den Aufsichtsrat der VBK und der Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig) verwiesen. 

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  •   stm-ka
    (90 Beiträge)

    02.05.2017 08:07 Uhr
    Abdeckung?
    - Die Stadt Karlsruhe hat ein Fläche von 173,5 km²
    - Es gibt 140 Automaten
    - Nehmen wir an, ab einem Abstand von 10 Metern wird es im Erstfall schwierig, den Automaten zu erreichen und den Knopf zu drücken.
    =>
    1. Die Automaten decken eine Fläche von 140 * pi * (10 m)² = 0.044 km² ab.
    2. Macht eine Nichtabdeckung von rund 173,45 km², falls ich mich nicht verrechnet habe... In Wirklichkeit sind es noch weniger, da nicht alle Automaten auf Karlsruher Gebiet stehen.
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  •   Joerg_Rupp
    (2715 Beiträge)

    02.05.2017 06:28 Uhr
    ich frag mich ja immer
    warum man nicht das eine tun kann und das andere nicht lassen. Zuviel Schwarz-Weiß-Denke hilft nicht wirklich weiter.

    Und aus Karlsruhe gibt es übrigens diese APP hier. Wäre ja hilfreich - und könnte man mit der Handyfahrkarte installieren lassen oder zumindest bündeln.
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  •   todi01
    (1152 Beiträge)

    02.05.2017 02:45 Uhr
    Waaas?
    Hier wurde doch neulich diese tolle App vorgestellt, bei der man nur auf den Knopf drücken muss, und schon wird per Bluetooth Hilfe angefordert und die "private Helfer-Cloud" wird in Gang gesetzt. Außerdem schrecken ein integriertes Blinklicht und eine Sirene Angreifer ab. Halloo, hier am weltbesten IT-Standort Karlsruhe, Geburtsort des Erfinders des Fahrrads, werden wir doch wohl low-tech Notrufknöpfe durch eine App ersetzen können. Muss das Cyberforum mal mehr in Sachen Alarm 4.0 machen!
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  •   Dumme_Gans
    (190 Beiträge)

    02.05.2017 00:08 Uhr
    Ich verstehe gar nicht...
    ... wofür man Notrufknöpfe brauchen könnte?
    Für den Fall, dasss man dringend aufs Klo muss?
    Oder wenn man seinen Geldbeutel zu Hause vergessen hat?
    Oder wenn man seine Brille verloren hat, und nicht mehr so richtig scharf sieht?
    SICHER ist Karlsruhe doch, - wie unsere Politiker immer wieder versichern.
    Hat sich ja nichts verändert.
    Oder?
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  • unbekannt
    (688 Beiträge)

    02.05.2017 01:01 Uhr
    Treffende Analyse
    Jahrzehntelang waren diese Alarmknöpfe nicht im Gespräch - kein Bedarf.
    Jetzt schon, offensichtlich. Bitte SPD: Genau erklären, was genau sich verändert hat. Welches sind die Ursachen für genau welche Probleme, die es vor wenigen Jahren nicht gab?
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  •   silberahorn
    (10470 Beiträge)

    02.05.2017 04:42 Uhr
    Was Mannheim hat
    brauchen wir auch.

    Mehr wird es nicht sein. Es ist ohnehin lustig, wie man hier etwas übernimmt, das in anderen Städten schon da ist und - jetzt kommt der typisch Karlsruher Knüller - dann verkauft irgendwer es den Bürgern auch noch, als hätte man in Karlsruhe selbst etwas erfunden oder erdacht.
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    02.05.2017 12:49 Uhr
    Das ist
    wie mit den Streetfood Festivals. Man stellt statt einer Imbissbude 20 davon hin und nennt es dann Streetfood Festival. Und die Leute stehen für einen zusammengeklatschten Kingkamehameha Burger eine Dreiviertelstunde an und zahlen acht Euro dafür.

    Eine geniale Geschäftsidee. Früher hiess das einfach Strassenfest.
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  •   silberahorn
    (10470 Beiträge)

    02.05.2017 05:18 Uhr
    oder so:
    Rechtzeitig haben wir nicht bemerkt, dass man so etwas einrichten kann, undzwar bevor die neuen Fahrklartenautomaten kommen. Dann müssen wir jetzt aber so tun , als wenn wir es waren, die es durchsetzten.

    Die SPD hätte genug zu tun, wenn sie sich einmal mit den Lügengebäuden innerhalb ihres eigen Ressorts auseinandersetzen würde. Fahrkartenautomaten gehören aber nicht in diesen Bereich.
    Den Notrufknopf wird man aber tatsächlich speziell bei der Haltestelle Mühlburger Tor brauchen, z.B. wenn jemand zusammenbricht. Das kann gut passieren, nachdem man die dortigen Rathäuser aufgesucht hat.
    Gute Idee also, wenn man wenigstens dort einen Knopf einrichten könnte.
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  •   Peacemaker
    (423 Beiträge)

    01.05.2017 22:51 Uhr
    Knöpfe gut und schön.
    Nur was passiert, wenn man draufdrückt?

    Wie lange dauert es, bis eine Streife herbeigeeilt kommt?

    Wenn es hart auf hart kommt, halte ich Reizgas, Elektroschocker und eine solide Selbstverteidigungsausbildung für wirksamer.
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  •   Zuglenker
    (59 Beiträge)

    01.05.2017 22:49 Uhr
    Geld verschleudert, wie immer!!!
    Notrufknöpfe, da ist der Missbrauch vorprogrammiert.

    Ich erlebe fast täglich, dass die Notruftasten im ET2010 missbraucht werden. Es kommen immer wieder Anfragen wie: Wohin fährt die Bahn? Wann sind wir dort? Jugentliche bestellen Pizza und Döner u.s.w.

    Immer weniger Lokführer reagieren noch auf die Sprechtaste. Warum auch. Bisher wurde noch nicht ein mal bei mir ein Notfall gemeldet.

    Das selbe mit den Behindertentasten an der Tür. Geplant für Leute mit Gehhilfen oder Kinderwagen. Genutzt von jedem. Einfach auf ales drauftatschen. Logisch wir diese automatisch deaktivieren.

    Wie gesagt. Viel von euren Steuergeldern verplempert. Ein Teil zum einrichten der Tasten. Der rest Boni zahlungen für die spitzen Idee.

    Wilkommen beim KVV
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