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Karlsruhe Sensationsfund im Botanischen Garten: Hier hat's mal gesprudelt!

Wer buddelt, der findet - und zwar nicht nur im Zuge der Kombilösung. Im Karlsruher Untergrund wurde bei Sanierungsarbeiten im Botanischen Garten eine große Brunnenanlage aus dem 19. Jahrhundert entdeckt. Ein Sensationsfund, der sich unter einem Erde- und Steinhügel in der Ecke des Kakteenhauses verbarg. Denn: Die Brunnenanlage ist deutschlandweit einzigartig.

"Gemessen am heutigen Erhaltungszustand ist die Brunnenanlage einmalig in Deutschland", sagt Michael Hörrmann am Freitag, als er den Sensationsfund im Kakteenhaus präsentiert. Die Brunnenanlage kam zu Vorschein, als bei den derzeitigen Arbeiten ein bepflanzter Hügel entfernt wurde. "Dabei stieß der Bagger auf den Tuffstein", erzählt Geschäftsführer Michael Hörrmann von den Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Vier Wochen dauerte die Freilegung der über zwei Meter hohen Anlage.

Brunnen soll wieder instand gesetzt werden

Dabei handelt es sich um eine felsige Wand, in die zwei Bassins eingelassen sind. Über die Felsen floss das Wasser vom oberen in das untere Auffangbecken. Ein Wasserfall ganz der Gartenmode der damaligen Zeit entsprechend: Stimmungsvoll und romantisierend. "Das musste gar nicht natürlich wirken", erläutert Hartmut Troll. Er ist als Konservator zuständig für die historischen Gartenanlagen des Landes Baden-Württemberg. "Man suchte sogar ein bisschen Showeffekt."

Wann die Brunnenanlage genau unter dem Erdhügel verschüttet wurde, lässt sich noch nicht genau feststellen - vermutlich beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Schwierig ist auch der Zeitpunkt der Entstehung festzulegen - ursprünglich stammen die Gewächshäuser im Botanischen Garten vom badischen Hofbaumeister Heinrich Hübsch. Er ließ die Gebäude ab 1853 errichten. Nach seinem Tod wurde die Anlage jedoch mehrfach verändert: Zunächst durch nachfolgende Bauverantwortliche, dann durch den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Gänzlich unbekannt ist bislang der Architekt der Anlage.

Fachleute mutmaßen, dass der Wasserfall für die "Pflanzen- und Blumenausstellung" 1862 angelegt und nach dessen Ende dauerhaft im Glashaus des Botanischen Gartens installiert worden ist. Jetzt will man die Anlage der Stadt zum Geburtstagsgeschenk machen: "Diese Anlage werden wir erhalten und wieder in Betrieb nehmen", so Hörrmann. Man habe dafür alle Pläne für die Sanierung des Schauhauses umstellen müssen. "Aber das ist es natürlich wert, wenn wir dadurch den originalen Tuffsteinbrunnen des Historismus wieder präsentieren können." Im Mai soll die Sanierung des Glashauses abgeschlossen und wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

ka-news-Hintergrund:

Alle drei Glashäuser des Botanischen Gartens werden saniert. Konkret in Arbeit ist derzeit der erste Bauabschnitt, der bis Mai fertig werden soll. Die Bauarbeiten betreffen das als Kakteenhaus bekannte Gebäude, das im 19. Jahrhundert das Schauhaus für Kamelien und Sukkulenten war - diese sollen nach den Sanierungsarbeiten auch wieder ins Glashaus einziehen. Danach werden das Palmenhaus sowie das Tropenhaus renoviert werden.
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Kommentare (24)
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  •   zweiundvierzig
    (99 Beiträge)

    09.03.2015 14:05 Uhr
    Blöder pinker Bepper!
    Ist doch wahr!
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  •   Dr_Saidias
    (748 Beiträge)

    08.03.2015 17:16 Uhr
    Eigentlich seltsam,
    dass es über diese Anlage keine Unterlagen mehr gab/gibt.
    So lange ist der Bau ja nun auch nicht her.
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  •   Sandhas
    (1286 Beiträge)

    08.03.2015 13:48 Uhr
    Passt auf,
    dass ISIS dieses Weltkulturerbe nicht auch in die Luft sprengt!!
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  •   Rechtsausleger
    (1434 Beiträge)

    08.03.2015 19:58 Uhr
    Achtung,
    es droht der §166 StGB. Mein Dönerverkäufer rennt ja auch nicht mit dem Sprengstoffgürtel rum.

    So oder so ähnlich wird ja gerne argumentiert.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3059 Beiträge)

    07.03.2015 19:53 Uhr
    Schön
    Die haben einen alten Brunnen ausgegraben, ihn sofort untersuchen lassen und jetzt wird er wieder hergestellt.
    Bei meinem letzten - und allerletzten Urlaub - in Griechenland vor ca. 10 Jahren (Tatsachenbericht): Bauarbeiter, Juni, Baugrube, Knochenfunde und sofort Arbeit für gute 4 Monate eingestellt, da Archäologen untersuchen müssen. Die Arbeiter waren zufrieden, es waren die Hühnerknochen vom Mittagessen der Arbeiter. Und das erzählten sie selber. Wenn keine Lust zu arbeiten, "einfach einpaar Kochen in die Grube werfen."
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  •   aridus
    (213 Beiträge)

    08.03.2015 00:06 Uhr
    Wenigstens ein Trost für die Griechen,
    wenn sie Leute wie Dich nicht mehr zu Gast haben müssen!
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  •   Laetschebachschorsch
    (3059 Beiträge)

    08.03.2015 07:13 Uhr
    zu Gast?
    Mit Gästen geht man anders um!
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  •   Laetschebachschorsch
    (3059 Beiträge)

    08.03.2015 07:11 Uhr
    zu Gast?
    Mit Gästen geht man anders umP
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  •   kommentar4711
    (1850 Beiträge)

    07.03.2015 11:04 Uhr
    3 Sandsteine
    Schön, 3 Sandsteine gefunden. Man kann den Brunnen auch nicht weiter einordnen. Mal ehrlich, ich finde da wird etwas viel Theater gemacht um nicht viel mehr als ein Haufen Schutt ohne historische Bedeutung.
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  •   haku
    (3970 Beiträge)

    07.03.2015 21:56 Uhr
    Für die Qualifiziertheit dieses Kommentars spricht schon...
    ...dass Du von Sandstein redest, obwohl im Artikel von Tuffstein die Rede ist.
    Und wenn für Dich das Zeug einfach "Schutt" ist, ist das Deine Meinung, aber vermutlich keine sachkundige Aussage.
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