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Karlsruhe Sehbehinderung ist gleich Beeinträchtigung? Gabriele Becker aus Karlsruhe beweist, dass das nicht zwingend der Fall sein muss

Stellen Sie sich vor, Sie können nur wenig oder gar nichts sehen und müssen dennoch Ihren Alltag meistern - für die allermeisten ein Horrorszenario, für Gabriele Becker aus Karlsruhe ist das seit 30 Jahren Normalität. Wie dabei einfache Aufgaben - etwa Brötchen backen - zur Herausforderung werden können und warum die Sehbehinderung dabei trotzdem kein Hindernis darstellen muss - ka-news hat Gabriele Becker in ihrer heimischen Küche über die Schulter geschaut.

Zielstrebig und sicher bewegt sich Gabriele Becker durch ihre Küche, kramt in den Schränken nach den passenden Backutensilien und greift zielsicher nach Schüsseln, Dosen und Besteck. Betrachtern fällt dabei erst auf den zweiten Blick auf: Die 53-Jährige ist fast blind. Eine Augenerkrankung namens Retinitis pigmentosa sorgte vor 30 Jahren dafür, dass sich ihre Netzhaut zerstörte und sie langsam aber sicher ihr Augenlicht verlor. 

"Das Leben hat sich damals total verändert, ich muss alles planen, kann nicht mehr flexibel sein", erklärt Becker im Gespräch mit ka-news. "Es war wie eine Trauerphase. Man trauert dem nach, was man verloren hat." Aufgegeben hat sich die Karlsruherin aber nicht - im Gegenteil: Mühsam kämpfte sie sich zurück ins Leben und ihren Alltag, den sie - dank vieler verschiedener Hilfsmittel - heute sogar weitestgehend wieder selbstständig bewerkstelligen kann.

Ihr Wissen gibt die 53-Jährige in einer Selbsthilfegruppe sowie einer eigenen Ratgeber-Serie an andere Betroffene weiter - darunter der richtige Umgang mit dem Blindenstock, die Erkennung von Geldscheinen und Münzen sowie Hilfsmittel für die Küche - und wie gerade Letzteres funktioniert, haben wir uns bei Gabriele Becker daheim genauer angeschaut:

Ohne Augen den Alltag meistern - mehr dazu im ka-news-Video

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Kommentare (4)
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  •   Holzbierebub
    (275 Beiträge)

    09.06.2019 19:59 Uhr
    Bei "Roter Drache"
    nimmt die blinde Frau einen Zahnstocher als Hilfsmittel zum Kuchen schneiden.
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  •   Mela
    (2 Beiträge)

    08.06.2019 23:10 Uhr
    Was? Die Menschen mit Behinderungen sitzen nicht hinterm Ofen und weinen?
    Es ist mir unverständlich, wie ein so junges Medium wie ka-news, mit einer jungen Redaktion über Menschen mit Behinderungen berichten kann, als wären wir noch in den 80er Jahren. Voller blauäugigem Erstaunen, dass Menschen mit Behinderungen nicht alle hinter dem Ofen sitzen und weinen, sondern sogar ganz alltägliche Dinge tun. Garniert mit Floskeln aus dem letzten Jahrhundert.
    Ich empfehle der Redaktion einen dringenden Besuch bei leidmedien.de. Die bieten auch Workshops an. Es wäre nötig.
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  •   DenkerKA
    (23 Beiträge)

    07.06.2019 16:52 Uhr
    Reine Text-Einblendungen für Blinde? Im Ernst
    Liebe*r Redakteur*in,
    dieser Artikel wird sicher auch einige Blinde interessieren, meinen Sie nicht? Warum produzieren Sie dann ein Video, dass jede Menge Text-Einblendungen enthält, die für Blinde nicht zugänglich sind? Betroffene können nur die O-Töne hören und es geht viel Information verloren.
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  •   Mela
    (2 Beiträge)

    08.06.2019 23:47 Uhr
    Kein Wunder
    Ich orakele mal, wie viele Menschen mit Behinderungen in der ka-news-Redaktion arbeiten und denke, dass ich mit einer Schätzung von "Null" der Realität sehr nahe komme.
    Sowas kommt von sowas. In nicht-diversen Redaktionen, wird Inklusion eben nicht mitgedacht, sondern ist was extra, mühsam und 'braucht das überhaupt wer?'.
    Merkt man ja auch an der furchtbar muffigen Berichterstattung.
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