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Karlsruhe Schwitzen in Uniform oder Hitzefrei für die Karlsruher Polizei?

Bisher hat der Sommer in Deutschland eher unzuverlässig vorbei geschaut - seit zwei Wochen zeigt er aber kräftig, "wo die Sonne hängt". Ab Freitag packt er sogar ein paar Grad oben drauf: Karlsruhe könnte dabei der heißeste Ort im Südwesten werden. Was machen dann eigentlich alle jene, die von Berufswegen eine warme Uniform tragen? ka-news hat sich in der Fächerstadt umgehört.

Die Sonne brennt vom Himmel, vor der Tür lässt sich die dicke Luft schneiden und 30 Grad im Schatten sind nur eine abkühlende Erinnerung. Wenn der Planet brennt, würde wohl jeder lieber im kühlen Nass planschen als bei der Arbeit zu schwitzen. Besonders schwer haben es dann zum Beispiel Leute in Uniform - wie Polizisten, Straßenbahnfahrer oder Müllmänner.

Eis im Gefrierfach

Gerade für die Ordnungshüter gibt es nämlich kein Pardon: Hitze hin oder her, an der Uniform führt kein Weg vorbei. "Von der Tragepflicht wird auch bei 40 Grad niemand befreit, denn die Kleidung macht uns ja erkennbar", erklärt ein Sprecher der Polizei Karlsruhe gegenüber ka-news. Dabei kann er aus eigener Erfahrung berichten, dass sich unter langen Hosen, hochgeschlossenen Schuhen und der obligatorischen Schutzweste ganz schön viel Wärme anstaut. Immerhin ein kleiner Trost: "Die Streifenwagen sind natürlich klimatisiert." Und für zwischendurch gibt's Eis am Stiel im Gefrierfach.

Auf Kühlschränke und Gefrierfächer greift man auch im Rathaus zurück: Dort wird schon mal Kaffee kaltgestellt, den sich die Stadtbediensteten als kühlen Eiskaffee schmecken lassen. Während an Klimaanlagen nicht zu denken ist, blasen Ventilatoren angenehmen Wind um die Schreibtische. "Außerdem haben wir einen Trinkwasserbrunnen im Foyer, der übrigens auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist", erzählt Helga Riedel vom Presseamt. Dort fließt frisches Karlsruher Wasser von den Stadtwerken. Ein ähnliches Exemplar steht übrigens auch im Rathaus Durlach.

Früher anfangen - früher heimgehen

Hitzefrei gibt es für die städtischen Mitarbeiter nicht - mit Gleitzeit werden die Arbeitszeiten aber zumindest im Büro flexibel. Die Männer in Orange hingegen können ihre Mülltouren nicht einfach früher abbrechen, sie dürfen dafür früher anfangen. Wie Riedel erklärt, ist der Arbeitsbeginn im Sommer auf 6 Uhr vorverlegt, so dass das Gröbste in der Mittagshitze erledigt ist.

Besser als die Polizisten haben es übrigens die Fahrer von AVG und VBK: Sie können in ihrer Dienstgarderobe auf luftige Bermuda-Shorts und Polo-Shirts sowie Kurzarm-Hemden zurückgreifen, was das Arbeiten bei der Hitze sicherlich angenehmer macht. Ihre Fahrerkabinen sind außerdem klimatisiert, wie eine Sprecherin der Verkehrsbetriebe berichtet. "In den älteren Fahrzeugen, die auf der Linie 5 unterwegs sind, gibt es noch keine Klimaanlage, dafür einen Ventilator und Luftklappen am Bug", heißt es aus dem Unternehmen. In den Aufenthaltsräumen können sich die Fahrer zudem an Wasserspendern bedienen und bei hohen Temperaturen werden sie in diesen Tagen am Kronenplatz und am Hauptbahnhof mit gekühltem Wasser und Schokoriegeln versorgt. Was will man mehr?

Kein Hitzefrei an den Kombilösungsbaustellen

Darauf können dann wohl vor allem die Bauarbeiter neidisch sein. Denn für die Arbeiten an den Kombilösungshaltestellen gibt es nach Auskunft der Karlsruher Schieneninfrastrukturgesellschaft (Kasig) keine Temperaturgrenze.

In Anzug und Krawatte hinter den Bankschalter? Das gehört der Vergangenheit an. "Wir haben keine offizielle Kleiderordnung im Haus", berichtet Jürgen Burst von der Volksbank Karlsruhe. Dennoch seien natürlich die Mitarbeiter durchweg schick gekleidet. "Wenn da an heißen Tagen aber mal die Krawatte fehlt, ist das kein Problem", meint er. Eis, Ventilatoren oder Fußwannen könne man sich aber sowieso sparen: Das Hauptgebäude in Karlsruhe sowie fast alle Filialen seien klimatisiert.

Wie das Wetter in Karlsruhe und der Region wird, sehen Sie auf unserer ka-news-Wetterkarte. Über die aktuellen Ozonwerte gibt es täglich Auskunft auf den Seiten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg in Karlsruhe.

Siehe auch:

Hitzewelle: Karlsruhe wird heißester Ort im Südwesten

Heißer Job und cooler Dienst: Arbeit bei Rekordhitze
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