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Karlsruhe Schwefeltrioxid: Ursache für die Aerosol-Schleppen im Karlsruher Himmel beim EnBW-Rheinkraftwerk gefunden

Schon im Oktober des vergangenen Jahres waren zahlreichen ka-Reportern die Aerosol-Schwaden rund um das RK8 - das Rheinkraftwerk der EnBW - aufgefallen. Keiner wusste damals so ganz genau, was da eigentlich in den Karlsruher Himmel geblasen wurde, die EnBW versprach Aufklärung.

In Zusammenarbeit mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe sollen Tests gemacht werden, erklärte damals Ralph Eckhardt, Pressesprecher "Regionale Kommunikation - Kommunikation & Politik" des Unternehmens. "Die Ursache für den am Ende der Rauchgasfahne auftretenden und teilweise langanhaltend sichtbaren 'Schleier' wird in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe geprüft. Wir vermuten ein optisches Phänomen, das bei bestimmten meteorologischen Bedingungen auftritt. Wir gehen der Sache nach!", versprach er.

Prüfung erst Ende Januar - Ursache nun gefunden

Diese Prüfung konnte erst Anfang des neuen Jahres durchgeführt werden, wie Eckhardt weiter erklärt: "Die Untersuchungen waren früher aufgrund des so genannten Redispatch-Betriebs von RDK 8 nicht möglich. Beim Redispatch-Betrieb wird die Anlage gemäß den Anforderungen der Bundesnetzagentur, also nach einem bestimmten Fahrplan, zur Stabilisierung des Stromnetzes gefahren."

EnBW Kraftwerk im Rheinhafen
Das Kraftwerk im Rheinhafen. | Bild: EnBW

Die Ergebnisse der Untersuchungen liegen nun vor. "Die Einzelmessungen - Ende Januar durch ein zertifiziertes Messinstitut - sowie die dauerhaft betriebenen kontinuierlichen Emissionsmessungen im Rauchgas von RDK 8 haben nachgewiesen, dass die durch die immissionsschutzrechtliche Genehmigung vorgegebenen Grenzwerte für Schwefeldioxid (SO2) und Schwefeltrioxid (SO3) deutlich unterschritten werden", sagt der Pressesprecher.

Daneben sei aber festgestellt worden, dass es in bestimmten Betriebssituationen zu einer geringfügigen Verschiebung des Anteils von SO3 an den gesamten Schwefeloxidemissionen komme. "Es besteht die Möglichkeit, dass der Anteil der Schwefeloxide, der als SO3 emittiert wird, einen Einfluss auf die Trübung der Rauchgasfahne hat", sagt Ralph Eckhardt.

Aerosolschwaden RDK 8
Bild: privat
Umweltverschmutzung bei der EnBW?
Auch ka-Reporter Volker Frerking konnte die Schwaden beobachten. Seit über 20 Jahren hat er diese Aussicht aus seiner Wohnung - doch Schwaden kann er erst vor 2 bis 3 Wochen erstmals gesehen. | Bild: ka-Reporter Volker Frerking

"Grenzwerte zu jedem Zeitpunkt unterschritten"

Aktuell werden erneut Einzelmessungen durch das Messinstitut durchgeführt, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen, wie der Anlagenbetrieb so optimiert werden kann, dass der SO3-Anteil und damit auch die Trübung der Rauchgasfahne minimiert werden.

Denn Schwefeltrioxid ist generell nicht ungefährlich für Mensch und Umwelt. Aber: "Es ist aber an dieser Stelle noch einmal deutlich zu sagen: Die Grenzwerte der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung wurden zu jedem Zeitpunkt deutlich unterschritten", betont der EnBW-Sprecher abschließend.

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