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Calw/Karlsruhe/Pforzheim Schulstart in Karlsruhe: Das "Elterntaxi" soll Zuhause bleiben

Am 15. September ist es wieder soweit: Pünktlich zum Schulbeginn machen sich viele Kinder - häufig zum ersten Mal - auf den Weg ins Klassenzimmer. Auf dem Schulweg lauern laut Polizei viele Risiken, die Zahl der Unfälle steigt hier immer wieder an. Viele Eltern wollen das verhindern, indem sie den Nachwuchs mit dem eigenen Auto zur Schule bringen. Ein Verhalten, das sowohl bei der Polizei als auch beim ADAC auf Kritik stößt.

Damit die Kinder sicher von A nach B kommen, führt die Polizei der Verkehrsprävention in der kommenden Woche, 15. bis 19. September, zur Vorbereitung auf den sicheren Schulweg mehrere Aktionen durch. Ziel sei es, die Aufmerksamkeit der Schüler im Straßenverkehr zu schärfen und sie in die Lage zu versetzen, auch komplexe Verkehrssituationen zu durchschauen und angemessen zu reagieren.

Gefahrenquelle "Elterntaxi"?

"Nach wie vor wird die Gefahr für Kinder als Mitfahrer in Kraftfahrzeugen auch von Eltern unterschätzt", teilt die Polizei ihrer Pressemeldung mit. Gerade bei den so genannten "Eltern-Taxis" müsste auf korrekte Kindersicherung geachtet werden. Gleichzeitig kritisiert die Polizei, dass "Elterntaxis" nicht nur die Verkehrssicherheit der Kinder gefährden können, sondern vor allem die Entwicklung der Motorik, die Förderung der Gesundheit und die Selbständigkeit der Kinder bremsen.

Und auch der ADAC fordert: "Das Elterntaxi sollte Zuhause bleiben". Richtiges Verhalten im Straßenverkehr sei eine Grundlage dafür, dass Kinder nicht verunglückten. Der Vorsitzende des ADAC Württemberg, Dieter Roßkopf, kritisiert dabei vor allem Eltern, die ihre Kinder trotz kurzer Wege mit dem Auto in die Schule bringen. Vielmehr sollte der Schulweg mit Hilfe von Schulwegplänen gemeinsam trainiert werden. 

Anstieg in Karlsruhe, weniger Unfälle in Pforzheim und Calw

Im vergangen Jahr verunglückten nach Angaben der Polizei im Stadt- und Landkreis Karlsruhe 187 Kinder im Straßenverkehr. "Glücklicherweise kam dabei kein Kind ums Leben", so die Polizei, "dennoch ist die Zahl der schwer verletzten Kinder mit 35 Unfällen gegenüber 2012 mit 26 Kindern um 34 Prozent angestiegen". Die Zahl der Unfälle mit Kindern als Mitfahrer sei mit 57 Verunglückten ebenfalls wieder angestiegen.

In Pforzheim und Calw hingegen ist diese Zahl rückläufig: Insgesamt erlitten im vergangenen Jahr im Stadtkreis Pforzheim und im Enzkreis insgesamt 68 Kinder Unfälle im Straßenverkehr.  Die Unfälle der Kinder als Mitfahrer sind mit 25 Verunglückten leicht rückläufig. Die Zahl der schwer verletzten Kinder ist laut Polizei mit 14 Unfällen gegenüber 2012 mit 21 Kindern um ein Drittel zurückgegangen, so die Polizei.

Im Jahr 2013 verunglückten im Landkreis Calw 29 Kinder, die Zahl der schwer verletzten Kinder mit sechs Unfällen ist gegenüber 2012 mit 8 Kindern um 20 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der leicht verletzten Kinder sei mit 23 Unfällen ebenfalls rückläufig. Und auch die Unfälle der Kinder als Mitfahrer sind mit elf Verunglückten gegenüber 2011 um etwa die Hälfte zurückgegangen.

Mit dem Drahtesel zur Schule: Auch hier lauern Gefahren

Wenn der Nachwuchs sich mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule macht, sollten Eltern laut Polizei folgende Dinge achten: Grundsätzlich raten die Beamten davon auf, Grundschüler ohne Radfahrschulung und ohne elterliche Begleitung mit dem Fahrrad loszuschicken. "Die meisten Kinder vor dem neunten Lebensjahr sind kaum in der Lage, das Radfahren, ihr Fahrrad und die jeweilige Verkehrslage gleichzeitig zu beherrschen", begründet die Polizei. 

Zudem empfiehlt die Polizei, auf das Tragen eines Fahrradhelms zu achten. In Baden-Württemberg seien im vergangenen Jahr bei Unfällen rund 50 Radfahrer ums Leben gekommen, 35 und somit 70 Prozent hätten keinen Helm getragen. Zudem gelte es zu beachten, dass nach der Straßenverkehrs-Ordnung Kinder unter acht Jahren mit dem Fahrrad den Gehweg benutzen müssen, Kinder unter zehn Jahren den Gehweg mit dem Fahrrad noch benutzen dürfen.

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