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Karlsruhe Sanierung der Innenstadt-Ost: Steigen die Mieten für die Anwohner?

Ohne gezielte Maßnahmen der Stadt Karlsruhe kann eine städtebauliche Umgestaltung und Aufwertung der Innenstadt-Ost zur massiven Verdrängung für große Teile der Anwohner führen. Dieser Meinung ist aktuell die Linke-Fraktion und stellt deshalb eine diesbezügliche Anfrage an den Karlsruher Gemeinderat.

Leerstehende Läden und heruntergekommene öffentliche Plätze sollen in der Karlsruher Innenstadt-Ost bald Vergangenheit sein. Wie der Karlsruher Gemeinderat im September beschlossen hat, sollen insgesamt über 90 Millionen Euro für die Sanierung und damit Aufwertung von rund 35 Hektar in der Innenstadt-Ost ausgegeben werden.

Nachdem die Stadt schließlich im Oktober konkrete Pläne vorgestellt hatte, was genau zwischen dem Marktplatz und der Karl-Friedrich Straße passieren wird, äußert die Linke-Fraktion allerdings nun einige Zweifel: Konkret geht es dabei um die Frage, wie die Stadt beim aktuellen Wohnungsmangel verhindern möchte, dass es durch die Sanierungspläne zu möglichen sozialen Verdrängungseffekte kommt.

Werden zukünftig Mietpreise sprunghaft erhöht?

Als Begründung für diese Zweifel bringen Stadträtin Sabine Zürn und Stadtrat Niko Fostiropoulos vor allem "die Folgen von energetischen Optimierungen, Modernisierungen und Aufwertungen von Wohnungen für die Mieterschaft" an. Dabei sei vor allem zu klären, was passieren würde, wenn Mietpreise in sanierten Gebieten sprunghaft erhöht werden würden.

In ihrer Stellungnahme beantwortet die Stadtverwaltung die Fragen und gibt zunächst Entwarnung: Ehemalige innerstädtische Sanierungsgebiete, wie die Innenstadt-West oder City West, hätten gezeigt, dass es "zu keinen nachvollziehbaren sanierungsbedingten, sozialen Verdrängungseffekten kam". Außerdem: "Ein in direkter Folge eines Sanierungsgebietes erhöhter Aufwand an Transferleistungen wie Wohngeld konnte ebenfalls nicht festgestellt werden."

Direkte Einflussnahme auf Mietpreishöhe nicht möglich

Doch komplett auszuschließen sei eine Erhöhung nicht: Ein direkter Einfluss der Stadt auf die Mietpreishöhe erfolge nur "in den Fällen, bei denen eine Förderung für die energetische und bautechnische Erneuerung der Gebäude durch die Stadt gewährt wird." Die dazugehörigen Förderungsrichtlinien würden bei der Vorlage zum Satzungsbeschluss vorgestellt und präzisiert werden. Darin würden dann auch Aussagen zur Mietpreisbindung im Rahmen der Förderung privater Gebäudeerneuerungsmaßnahmen gemacht werden.

Ohne Förderung dieser Modernisierungsmaßnahmen hat die Stadt allerdings keinen direkten Einfluss auf die Mietpreishöhe. "Möglicherweise könnte daher der intensivierte Erwerb von Gebäuden durch städtische Gesellschaften wie der Volkswohnung oder der Karlsruher Fächer Gesellschaft in dem geplanten Sanierungsgebiet, zumindest teilweise, eine mietpreisberuhigende Signalwirkung haben."

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  •   Svetogor
    (322 Beiträge)

    12.12.2017 12:44 Uhr
    .
    Immer dieses Rumgeplärre um steigende Mieten. Es gibt ja auch mehr Harz IV und die Löhne steigen ja auch ständig. Warum soll ein Vermieter, der Geld in die Renovierung steckt, nicht auch mehr Miete verlangen.

    Wer sich die Mieten nicht leisten kann, soll in die Pampa ziehen. Auf den Dörfern oder im Osten gibts genug bezahlbaren Wohnraum.

    Alternativ auch mal einen gscheiten Beruf suchen - gilt vor allem für die Harzer-Schmarotzer, die es ja auch in KA zuhauf gibt.
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  •   Laetschebachschorsch
    (3151 Beiträge)

    12.12.2017 10:11 Uhr
    Wirtschaftliches Denken kannte man dort nicht
    Die Renovierung einer Altbauwohnung mit Badewanne noch unter dem Küchentisch und dem WC im Treppenhaus verschlingt locker 100.000,- €. In welchem Zeitraum soll da der Eigentümer, der keine steuerlichen Abschreibobjekte benötigt so wie große Immo-Firmen, dieses vorgestreckte Geld wieder rein bekommen wenn er nicht entsprechende Mieten verlangt?
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  •   xXJeskoXx
    (99 Beiträge)

    12.12.2017 06:20 Uhr
    Karl Friedrich Straße? ??
    Sie meinen wohl Fritz Erler Strasse oder gibt es 90 Mio für ca. 200m vom Marktplatz zur Karl Friedrich Str. Obwohl die können wir dann vergoleen für das Geld 😆😆😆😆
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  •   Mondgesicht
    (2115 Beiträge)

    11.12.2017 12:34 Uhr
    Ständiges Gejammer
    Wenn die Gebäude und Wohnungen saniert werden, steigt die Wohnqualität. Logischerweise kann dann die Miete nicht mehr so niedrig sein wie in einer runtergekommenen Bruchbude.

    Wenn man will, dass die Mieten nicht steigen, kann man natürlich auch alles verfallen lassen.
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  • unbekannt
    (1273 Beiträge)

    11.12.2017 12:32 Uhr
    Die ~90Mio, woher kommen die?
    Bekommen da die Hauseigentümer die Kohle um Ihre abgewrackten Bauten mal auf "Vordermann" zu bringen? Jahrelang Miete kassiert und NICHTS in den Bau investiert. Wer kann einen hier mal aufklären?
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  •   dipfele
    (5496 Beiträge)

    12.12.2017 14:35 Uhr
    Der Zuschuss....
    ..... zur Gebäudesanierung beträgt etwa 30%. Aber es geht weniger um Gebäude, als um die Umgestaltung der völlig intakten Kaiserstrasse. Die gesunden Platanen und die neuen Strassenbahngleise sollen rausgerissen werden. Und das lässt sich die Stadt über Sanierungsmittel des Landes finanzieren.
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  •   andip
    (9772 Beiträge)

    12.12.2017 15:46 Uhr
    Irgendwo anders
    war die Rede von 5 Mios an Zuschüssen, die für alle privaten Umbauten insgesamt zur Verfügung stünden.
    Da bleibt für den Einzelnen nicht viel übrig.
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  •   andip
    (9772 Beiträge)

    11.12.2017 15:47 Uhr
    Die privaten Hauseigentümer
    bekommen von den 90 Mios nur sehr wenig als Zuschuss ab, wenn sie ihre Hütten renovieren/sanieren.
    Den grösseren Teil ihrer Kosten müssen die selber aufbringen.
    Und wenn sie das tun, werden die die auch auf ihre Mieter umlegen wollen.
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  •   Nachteule
    (665 Beiträge)

    11.12.2017 12:18 Uhr
    Am besten alles verfallen lassen
    dann fühlen sich die Linken wieder wie in der zu Ende gehenden "DDR". Dort waren die meisten Häuser in den Innenstädten verfallen und wurden, wenn sie zur Gefahr für andere Bürger wurden, einfach abgerissen. Was da im Kleinen passiert ist, fand dann auch im Großen statt: die "DDR" wurde abegewickelt und dann sind die Mieten erst richtig gestiegen. Dann zu zahlen in DM. Erstaunlich ist, dass manche Leute aus der Geschichte gornix lernen...
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  •   dipfele
    (5496 Beiträge)

    12.12.2017 14:40 Uhr
    Jeder verantwortungsvolle....
    ..... Hausbesitzer sorgt dafür, dass sein Mietobjekt immer zeitgemäss in Ordnung ist. Der DDR Vergleich hinkt erheblich. Wenn Gebäude dem Verfall preis gegeben werden, dann aus Profitgier.
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