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Karlsruhe Sanierung der Europahalle: Stadt Karlsruhe will über 20 Millionen investieren

Wie geht es weiter mit der Europahalle? Diese Frage steht inzwischen seit über zwei Jahren im Raum. Aufgrund von Brandschutzmängeln ist seither Schluss mit Großveranstaltungen in der Europahalle. Ein erster wichtiger Schritt in Richtung "Veranstaltungsstätte" soll bald im Gemeinderat erfolgen.

Großveranstaltungen mit bis zu 9.000 Personen - das gehört in der Europahalle seit 2014 der Vergangenheit an. Ein Brandschutzgutachten zeigte Defizite vor allem in Sachen Lüftung und Entrauchung auf. Seither steht die Halle für Veranstaltungen mit über 200 Personen nicht mehr zur Verfügung. Damit war vorerst auch Schluss mit Konzerten, Ballsport-Events oder dem Indoor Meeting in der Europahalle. 

Nach langer Diskussion landete das Thema im vergangenen Jahr auf der Tagesordnung des Karlsruher Gemeinderats. Eine konkrete Entscheidung wurde allerdings vertagt. Stattdessen sollte die Stadt nochmal alle denkbaren Optionen unter die Lupe nehmen.

Absage für Teilsanierung, Abriss und Großsporthalle

Das Ergebnis stellten Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz und Bürgermeister Martin Lenz am Montag offiziell vor. Ein Abbruch der bisherigen Europahalle ist aus Sicht der Stadt keine denkbare Lösung. Die Halle sei durch den Schul- und Vereinssport voll ausgelastet und werde dringend benötigt, erinnert die Bürgermeisterin beim Pressetermin. Ihr Kollege Lenz pflichtet ihr bei: Bei Abriss der Europahalle würden drei bis vier neue Hallen zum Ausgleich notwendig werden. 

Auch der Umbau zu einer Großsporthalle mit neuem Brandschutzkonzept, Cateringflächen und Modernisierungsmaßnahmen für 27 Millionen Euro ist nach Ansicht der beiden Bürgermeister keine Alternative. "Auch wenn wir 27 Millionen Euro in die Hand genommen hätten, hätten wir nicht mehr die Nutzung wie bisher", schildert Luczak-Schwarz.

Von einer Teilsanierung in Höhe von 9,1 Millionen Euro für den Schul- und Vereinssport rät sie ebenfalls ab. "Diese Maßnahmen wären irreversibel", so die Bürgermeisterin. Sollte der Gemeinderat noch weitere Maßnahmen beschließen, wäre "das Geld in den Sand gesetzt". 

Bürgermeister Martin Lenz (2. v. r.) und Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz (r.) informieren über die Pläne für die Sanierung der Europahalle. | Bild: Heike Jakob

Zwei neue Hallen sollen das Platzproblem lösen

Stattdessen schlägt die Stadt in ihrem Gutachten einen neuen Weg vor: Für 21 Millionen Euro sollen die Fluchtwege und eine neue mobile Tribüne mit Platz für bis zu 1.200 Menschen entstehen. Letztere könne dann, so der Vorschlag der Stadt, auf den bestehenden Trainings- und Sprintlaufbahnen  vor den Gerätenräumen auf der Hallensüdseite gelagert werden. Eine Nutzung der Aufwärmhalle ist in dieser Variante nicht vorgesehen. Nach Rechnung der Stadt könnte die Halle nach dieser Sanierung bis zu 4.800 Menschen fassen, bei Ballspielen, Boxen und Ringen immerhin 3.500. 

Größere Kulturveranstaltungen, das Finale der Deutschen Turnliga und auch das Indoor Meeting könnten dann aber auch künftig nicht mehr in der Europahalle abgehalten werden. Denkbar wären nach Aussage der Stadt daher der Neubau einer zusätzlichen Ballsporthalle für bis zu 3.000 Personen und einer multifunktionalen Großveranstaltungshalle für 3.000 bis 8.000 Personen. 

 

Ein erster Schritt, aber noch keine endgültige Entscheidung

Der Karlsruher Gemeinderat soll in seiner Sitzung im März grünes Licht für einen ersten wichtigen Schritt geben: So soll zunächst eine "kostenkontrollierte Planung für eine Sanierung der Europahalle" erstellt und Machbarkeitsstudien für eine Ballsport- sowie eine Multifunktionshalle in Auftrag gegeben werden. Beschlossene Sache wären die Sanierung und die Neubauten damit noch nicht.

Eine endgültige Entscheidung, so Luczak-Schwarz, soll noch im Laufe dieses Jahres fallen. Eines stehe aber schon jetzt fest: Die Europahalle sei künftig nicht mehr für große Sport- und Kulturveranstaltungen nutzbar. "Das wird sich auch mit den neuen Varianten nicht ändern." 

ka-news Hintergrund:

9.000 Sitz- und Stehplätze standen bislang für Großveranstaltungen in der Europahalle an der Günther-Klotz-Anlage zur Verfügung. Bei Reihenbestuhlung im Innenraum waren es inklusive Tribünenplätzen immer noch rund 5.100 - genug Platz also für Konzerte und Sportveranstaltungen. Im Juni 2014 machte ein Brandschutzgutachten erhebliche Defizite in den Bereichen Lüftung und Entrauchung deutlich - die Halle war künftig nur noch für 200 Personen zugelassen.

Die Genehmigung der Europahalle als Großsporthalle wurde 1983 auf Basis der Versammlungsstättenverordnung von 1974 erteilt. 2004 wurde eine Nutzungsänderung als Mehrzweckhalle mit bis zu 9.000 Besuchern genehmigt. Bei einer Brandverhütungsschau 2012 dann wurden erhebliche Mängel im baulichen Brandschutz festgestellt. Die Mängel waren so grundlegend, dass ein Gutachter eingeschaltet wurde, dessen erste Ergebnisse das Bauordnungsamt veranlassten, 2014 eine Nutzungsuntersagung auszusprechen.

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  •   mein-senf
    (951 Beiträge)

    21.02.2017 10:01 Uhr
    die rechnen doch nach altem Kaufmannsgrundsatz
    20 Mio haben und nicht haben sind schon 40 Mio, und mit derZahl kann man rechnen ...
    Wenn man sich die tollen Projekte der Stadt in letzten Jahren so anssieht gibt es fast Keins welches nicht e
    in Rohrkrepierer war, sprich ca. das Doppelte gekostet hat, als verschlagt, sprich die Damen und Herren Verantwortlichen über den Tisch gezogen worden sind ; Nur verantwortlich zeichnet sich niemand, warum auch ?
    Ah ja noch was KA wird ja dann auch Veranstaltungsstätte der EM , das nächste Fass ohne Boden.

    Ist man erstmal Pleite macht es doch nichts mehr ob mehr oder weiger Pleite ist , Pleite ist Pleite.
    Ist der Ruf ers ruiniert lebt es sich völlig ungeniert...
    Diese Damen und Herren würde man in der freien Wirtschaft einsperren, wegen Insolvetsverschleppung in einem besonders schweren Fall.
    Geht in dem Fall nicht, man hat ja immer noch den Bürger welchen man abzocken kann, nur der ist auch an dem Punkt angelangt , das der dumme Bürger die Faxen dicke hat ...
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  •   melotronix
    (2845 Beiträge)

    21.02.2017 11:23 Uhr
    bitte nicht einfach mal...
    ...so populistisch irgendwelches Gefasel in den Raum werfen...sondern bitte belegen:

    welche Projekte haben sich als "Rohrkrepierer herausgestellt? Beweise!

    So wie sie gerne entsprechende Damen und Herren einsperren würden, könnte man auch Anschuldigungen ohne Belege als Verleumdung anbringen!
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  •   Zutraeger
    (1074 Beiträge)

    21.02.2017 14:09 Uhr
    Dass das
    noch laufende Projekt Kombilösung ein Rohrkrepierer für über eine Milliarde Euro ist, da sind wir uns wohl einig, oder?
    Ich denke mal das ist als Beweis ausreichend.
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  •   Leergutmafia
    (429 Beiträge)

    21.02.2017 18:22 Uhr
    Messe Karlsruhe.
    Jährlich ein zweistelliges Millionendefizit.
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  •   Leergutmafia
    (429 Beiträge)

    21.02.2017 18:26 Uhr
    Rohrkrepierer Stadtslogan
    50 000,-€ für ein Berliner Marketingbüro, welches einen unbrauchbaren Slogan entworfen hat. Was will der melotronix eigentlich? Scheuklappen der feinsten Sorte muß der tragen, wenn er so was nicht sehen will.
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  •   technokrat
    (22 Beiträge)

    21.02.2017 15:52 Uhr
    Rohr...
    "Rohrkrepierer" finde ich jetzt für eine U-Bahn schon mal grundsätzlich passend, den Inhalt der Aussage mal ganz außen vor gelassen grinsen
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  •   zahlenbeutler
    (1267 Beiträge)

    21.02.2017 10:15 Uhr
    wohin
    wurden denn die Insolvets verschleppt, ist das ein Indianerstamm und was hat der Gemeinderat damit zu tun?
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