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Karlsruhe SPD stellt vor: Daniel Fluhrer soll neuer Bau-Bürgermeister werden

Bürgermeister Michael Obert (FDP) soll im Herbst 2018 in den Ruhestand gehen, das verkündete Parsa Marvi (SPD) bei einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche. Wer soll sein Nachfolger werden? 2016 hatte sich der Gemeinderat auf ein Vorschlagsrecht der SPD geeinigt - das hat die Karlsruher SPD nun wahrgenommen. Am Donnerstag stellte sie ihren Kandidaten vor: Daniel Fluhrer, Diplomingenieur, Regierungsbaumeister, Architekt und Stadtplaner aus Herrenberg.

Bereits seit 1. Oktober 2008 ist Michael Obert als Bürgermeister für das Dezernat 6 - die Bereiche Bauen, Planen, Immobi­li­en­ma­na­ge­ment und den Zoo in der Stadt Karlsruhe - zuständig. Ende 2018 beendet er seine langjährige Amtszeit und geht in den Ruhestand - trotz seiner Wiederwahl auf acht weitere Jahre im vergangenen Jahr.

Damals konnten sich die Parteien nach Unstimmigkeiten zwischen den Karlsruher Stadträten in Sachen Bau-Bürgermeister auf einen gemeinsamen Kompromiss verständigen: Die SPD einigte sich mit der "Zählgemeinschaft" - bestehend aus der FDP, GfK, der Wählergemeinschaft der Freien Wähler (FW) - und gab an, eine Verlängerung der Amtszeit von Obert bis 2018 zu unterstützen. Im Jahr 2018 wolle sie dann selbst einen Nachfolger aufgrund des Vorschlagsrechts als zweitstärkste Partei im Gemeinderat anbieten - und das tat die Fraktion nun auch am vergangenen Donnerstag.

Daniel Fluhrer als "Bestes, was die SPD kann"

Das Ergebnis: Daniel Fluhrer, ein parteiloser Diplomingenieur, Regierungsbaumeister, Architekt und Stadtplaner aus Herrenberg. Er soll nun den Gemeinderat im kommenden Jahr von sich für die SPD überzeugen. Eine zu diesem Zweck eingerichtete Findungskommission führte nach Angaben der SPD in den vergangenen Monaten Sondierungsgespräche mit geeigneten Kandidaten und beendete ihre Arbeit mit der Empfehlung von Fluhrer an die SPD-Gremien. Am Donnerstagabend gab die Delegiertenversammlung abschließend ihr "grünes Licht" für den Kandidaten.

SPD-Pressekonferenz Bürgermeister
Daniel Fluhrer (l.), der kandidierende Bau-Bürgermeister für die Karlsruher SPD, und Parsa Marvi, Vorsitzender der Karlsruher SPD am Donnerstag bei der Pressekonferenz. | Bild: Pia Rebel

Der fünffache Vater sei das Beste, was die Fraktion momentan präsentieren könne, so Parsa Marvi, Vorsitzender der Karlsruher SPD-Fraktion am Donnerstag. Er hat nach Angaben des Vorsitzenden langjährige Erfahrung im geforderten Bereich vor allem auch durch seine aktuelle Stelle als Stadtbaudirektor in Esslingen am Neckar und stünde insgesamt für Veränderungen.

Das kann Fluhrer selbst nur bestätigen: "Ich möchte etwas bewegen", erklärt er am Donnerstag und stellt eine innovative und leistungsorientierte Struktur in Aussicht. Sein Vorschlag sei ein Vertrauensbeweis der SPD-Fraktion und eine "große Verpflichtung", so Fluhrer - diese wolle er zum Wohle der Stadt und der Karlsruher erfüllen und verspricht, als Baudezernent den Kontakt zu vielen Personen zu suchen.

Karlsruhe als "große weite Welt"

Karlsruher Bauprojekte sprach der 42-jährige Kandidat am Donnerstag allerdings nicht direkt an. Er wolle sich derzeit noch nicht in die aktuelle Tagespolitik einmischen. Wie Marvi verspricht, könne man sich allerdings unter anderem auf die künftige Stadtentwicklung auch in Bezug auf bezahlbaren Wohnraum sowie auf nachhaltige Mobilitätsentwicklung freuen.

 

Und warum stellt die SPD keinen Bau-Bürgermeister-Kandidaten aus den eigenen Reihen und schlägt hingegen einen Außenstehenden zur Wahl vor? "Für die SPD ist vor allem die fachliche Kompetenz wichtig - und diese bringt Daniel Fluhrer mit sich," erklärte Marvi am Donnerstag.

Auf die Frage, warum Fluhrer ausgerechnet in die Fächerstadt kommen will, hat er eine klare Antwort: "Karlsruhe hat einen attraktiven Lebensflair." In seiner Jugend wäre die Stadt die "große weite Welt" gewesen, die es zu entdecken galt. Diese Euphorie übernahm nach eigener Aussage auch schnell seine Frau und damit auch die gesamte Familie: Gemeinsam beschlossen sie, im Falle der Wahl nach Karlsruhe zu ziehen.

ka-news-Hintergrund:

Zunächst werden die Stellen ausgeschrieben. Gewählt werden die Bürgermeister schließlich durch Abstimmung vom Gemeinderat - unter Berücksichtigung der dortigen Parteienverhältnisses. In Karlsruhe gibt es insgesamt fünf Bürgermeister und einen Oberbürgermeister. Jeder Bürgermeister ist für ein Dezernat verantwortlich. Aktuell sitzen auf der Bürgermeisterbank:
  • Wolfram Jäger (CDU) - Dezernat 2 mit Geschäftskreisen: Kultur, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Personal und Organisation, Statistik und Wahlen, Bürgerbeteiligung, Stadtteilentwicklung, Informationstechnik und Digitalisierung. Zudem als Erster Bürgermeister Stellvertretung des Oberbürgermeisters.
  • Martin Lenz (SPD) - Dezernat 3 mit Geschäftskreisen: Jugend und Eltern, Soziales, Bäder, Schulen, Sport und Migrationsfragen.
  • Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) - Dezernat 4 mit den Geschäftskreisen: Finanzen und Beteiligungen, Wirtschaft und Arbeit, Kongresse, Ausstellungen, Veranstaltungen und Tourismus, Versorgung, Verkehr und Hafen, Flächenmanagement, Marktwesen.
  • Klaus Stapf (Grüne) - Dezernat 5 mit den Geschäftskreisen: Umwelt und Klimaschutz, Gesundheit, Brand- und Katastrophenschutz, Friedhofswesen, Abfallwirtschaft, Forst.
  • Michael Obert (FDP) - Dezernat 6 mit den Geschäftskreisen: Planen und Bauen, Immobilienmanagement, Zoo.
  • Den Vorsitz führt Frank Mentrup (SPD): Verwaltungssteuerung, Außenbeziehungen, Repräsentation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Stadtteilverwaltung, Recht, Verkehrsbetriebe und Kasig, Stadtmarketing, Veranstaltungen.
Gewählt wird ein Bürgermeister in der Regel auf die Dauer von acht Jahren - natürlich kann das Amt auch vorzeitig niedergelegt werden, beispielsweise durch Eintritt in den Ruhestand.

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  •   krabb344
    (23 Beiträge)

    07.10.2017 13:28 Uhr
    Wie wärs:
    Lassen wir doch mal seine Taten sprechen.
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  •   Bimbo
    (70 Beiträge)

    07.10.2017 09:31 Uhr
    Direkt von der Uni...
    wieder eine Tole Persönlichkeit die direkt von der Uni Bank auf einen lukrativen Posten gelandet ist.....
    Parteibuch hilft!
    So gut wie nie real gearbeitet.....

    Auch diese Persönlichkeit wird in dieser Stadt nicht die Probleme des (nicht vorhandenen) Wohnungsbaus lösen....

    Ist es schon den Oberen aufgefallen, dass es mitterweile in Karlsruhe nich mal Luxus Wohnungen zu kaufen gibt???
    Ich rede hier nicht mal von Wohnungen, die sich ein "duschnittlicher" Bürger leisten kann!!!!
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  •   dipfele
    (4237 Beiträge)

    07.10.2017 11:53 Uhr
    Bitte erst mal....
    ..... den Bericht vollständig lesen. Herr Fluhrer als Ingenieur hat verschiedene berufliche Stationen hinter sich und dementsprechend auch Erfahrungen in jeder Hinsicht. Die hat der jetzige Baubürgermeister, der nur Karlsruhe kennt und lange Jahre als Jurist seine Zeit im Gemeinderat abgesessen hat, eben nicht.
    Wenn es entsprechende Fehlentwicklungen hier gibt, wie Wohnungsmangel oder das Abholzen der Kaiserstrasse, dann ist das in erster Linie dem Gemeinderat zuzuschreiben und einem fachfremden Baubürgermeister
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  •   Bimbo
    (70 Beiträge)

    08.10.2017 03:05 Uhr
    So, so Berufserfahrung...
    Dann lösen wir das Problem wie ein guter Personal Chef
    1994-1998 Mitarbeit in verschiedenen Architekturbüros in Tübingen und Ditzingen
    1994-2000 Studium der Architektur und Stadtplanung an der Universität Stuttgart mit Diplomabschluss
    > paar obsolete Praktika wie jeder Student es macht. Meistens kleine Hilfsarbeiten

    1998-1999 Hilfswissenschaftler am Institut für Bauökonomie an der Universität Stuttgart
    > paar Vorlesungen (wennüberhaupt) sonst Hilfsarbeiten

    2000-2002 Architekt und Stadtplaner im Büro von Hans-Joachim Aminde in Stuttgart
    > 2 Jahre Berufserfahrung, naja für einen Architekten recht wenig

    > 2002-2004 was war da???? Arbeitslos? Selbsverwirklichung??? oder vielleicht doch Vaterschafts Urlaub.

    ab 2004 Leitende Positionen; der Mann kann sich durchsetzen! Mit gerade 30 Jahren, aller Achtung!
    Mit gerade fantastischen 2 Jahren Berufserfahrung!

    In den meisten Firmen, die "gut" geführt werden würde es nicht mal zum Vorstellungsgespräch reichen!!!!
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  •   betablocker
    (907 Beiträge)

    08.10.2017 09:01 Uhr
    Oooh,
    man hat, abgesehen von den inflationären Fragezeichen praktisch über Nacht das Schreiben gelernt, beachtlich!!!!!!

    Und du musst ja richtig Wissen haben, mein lieber Scholli. Hört sich schwer nach Sozialneid an, das zu dem es der Herr Fluhrer im Gegensatz zu einem selbst schon gebracht hat.
    Und als fünffacher Vater kann er durchaus in Elternzeit gewesen sein. Die hat er aber dann genutzt, denn am Ende steht diese grosse Staatsprüfung mit erfolgreichem Abschluss. Hört sich auch nicht an als würde man das im Vorbeilaufen machen.

    Du hast dir ja mit deiner neu erworbenen Eloquenz sehr viel Mühe gegeben den Lebenslauf negativ zu interpretieren obwohl du von dem Mann überhaupt nichts weisst.
    Aber hier meinen den Personalchef spielen zu müssen und beurteilen zu können wie Firmen 'gut' geführt werden.
    Lachhaft.
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  •   Bimbo
    (70 Beiträge)

    08.10.2017 17:05 Uhr
    Ausgerechnet SPD muss über Sozialneid reden
    Ausgerechnet SPD!
    Schon vergessen, dass SPD die größten Neo-Liberalen Reformen gemacht hat?
    Schon vergessen, dass SPD sich davon nie distanziert hat?

    Und zum Thema Hr. Fluhrer.
    2 Jahre da, 2 Jahre dort. Alleine tiefere Einarbeitung für solche Positionen dauert 2 Jahre.
    In Deutschland ist es gang und gebe (wenn nicht die Regel), dass unfähige und unkompetente Persönlichkeiten aus Öffentlichen Ämtern nicht entlassen sondern nach Oben weggelobt werden!
    Aber vielleicht ist Hr. Fluhrer ja ganz anderst.
    Er hat ja bei dem, besten der besten Architekten der Moderne gearbeitet - sagenhafte 2 Jahre.
    Als kleiner Tip am Rande schaut nach was für tollte, großartige Projekte der Hr. Aminde zustande gebracht hat.

    Aber vielleicht wir der Hr. eine neue Süd-Oststadt bauen - eine Super, Hiper tolle Architektonische Meister Leistung!
    Massen an Ausländischen Architekten kommen und bestaunen es, weil so toll geworden ist!

    Viel Spaß beim Aufregen!
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  •   silberahorn
    (9374 Beiträge)

    08.10.2017 08:02 Uhr
    In einigen Punkten
    könnte ich dir sogar zustimmen. Als Hiwi während des Studiums hält man keine Vorlesungen.
    Was die Tätigkeiten im Studium angeht, irrst du dich aber, wenn du meinst, dass das immer nur minderwertige Zuarbeit ist. Es gibt nachweisbar Leute, die ganze Entwürfe und Werkplanungen von Gebäuden machen, während z.B. der Chef mit Freundin lieber auf Reisen ist und es später als eigene Arbeit ausgibt. Natürlich hat er dann die Verantwortung dafür, aber seine Arbeit bestand zuvor nur aus einem Blick auf die Vorgabe der Studentenkraft.
    Nach dem Studium ist man AiP. Die vorgeschriebene Dauer dieser Tätigkeit beträgt in Baden-Württemberg zwei Jahre. Es wäre schon interessant, welche Arbeiten er bei Hans-Joachim Aminde machte.
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  •   silberahorn
    (9374 Beiträge)

    08.10.2017 08:20 Uhr
    Aber die Arroganz,
    dass dieser für Architekten durchaus nicht ungewöhnliche Werdegang bis zum 30. Lebensjahr, in den meisten Firmen nicht einmal zu einem Vorstellungsgespräch reichen würde, musst du nicht auch noch wiederholen.

    Schon schlimm genug, wenn wirklich gute Ausbildung in diesem Fachbereich gesellschaftlich betrachtet gar nichts zählt. Glück hat er insofern gehabt, als es in den 90-ern gute berufliche Möglichkeiten in seinem Bereich gab. Das kam durch die Wende und den Aufbau Ost.

    Esslingen, wo er derzeit noch ist, kann keine mit Karlsruhe vergleichbare Situation haben, weil Ostfildern mit der neuen Wohnsiedlung Scharnhauser Park daneben liegt.
    Mal sehen wie lange er hier bleiben will. Bis jetzt hat er immer schnell gewechselt. Jedenfalls könnte er bei fünf Kindern von vier bis 12 Jahren, sollte er sie nicht alle in eine einzige Schuleinrichtung geben, bei Elternabenden viel über Karlsruhe erfahren. Dazu muss er aber dort hingehen.
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  •   silberahorn
    (9374 Beiträge)

    08.10.2017 09:09 Uhr
    In der Vita
    wundert mich viel mehr, warum er nicht Abitur, Wehrdienst oder Zivildienst angegeben hat. Ich stelle nur fest, dass er bereits 20 Jahre alt war, als er sein Studium begonnen hat. Sechs Jahre Studium sind in dem Fach sogar sehr schnell. In Karlsruhe lag der Schnitt damals noch bei 16 Semestern.
    Dann war er bei Studienabschluss also 26 Jahre alt, plus 2 Jahre AiP gibt ein Alter von 28 Jahren. Das ist absolut im normalen Bereich.

    Dass ein Architekt, wenn er seinen Beruf liebt, aber freiwillig in einen Aufgabenbereich geht, der aus langweiligen Sitzungen und Vorbereitungen für das Stadtparlament besteht, das müsste man eigentlich mit einer Sonderzulage wegen Zeitverschwendung bei guten Fähigkeiten besolden. Für das magere Einkommen so viel Verantwortung zu tragen und außerdem viel langweiliges Gelaber ertragen müssen, das ist schon sehr aufopfernd.
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  •   betablocker
    (907 Beiträge)

    08.10.2017 13:57 Uhr
    Es könnte ja sein,
    dass man sich da verbeamten lassen kann, falls er es nicht schon ist. Ist durchaus ein Ziel im Leben das für Sicherheit steht, insbesondere wenn man fünf hungrige Mäuler durchfüttern muss.
    Wieviele Lehrer werden vordringlich Lehrer weil sie verbeamtet werden? 90%?
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