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Karlsruher/Plittersdorf Rheinauen voller Schnaken: "Wegen der fehlenden Helikopter mussten wir zu Fuß raus - aber das war nur begrenzt möglich"

Sommerzeit ist auch Schnakenzeit. Die lästigen Blutsauger verursachen Juckreiz und sind mitunter einfach nur nervig. Doch die zahlreichen Mitarbeiter der Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) tun ihr Bestes, um gegen die Stechmücken vorzugehen. ka-news-Redakteurin Anya Barros hat sich zum Interview in die Rheinauen gewagt.

Es summt überall und es fühlt sich an, als würde ständig eine der unzähligen Stechmücken auf meinem Arm landen. Doch was will ich auch anderes erwarten, wenn ich bis zum Knie im Wasser der Rheinauen stehe. "Das dauert jetzt etwa sechs Wochen, dann ist es schon wieder vorbei", sagt Michael Kinzig, Distriktleiter der Kabs für den Landkreis Rastatt. Noch sind die weiblichen Schnaken etwas träge, sind noch nicht in "Stech-Laune". Doch das wird sich in den kommenden Tagen ändern, wenn die Temperaturen weiter steigen. 

 

Im Video: Warum die Kabs gerade am Oberrhein so wichtig ist

Keine Tigermücke in den Rheinauen

Vor der gefährlichen Tigermücke muss sich aber keiner fürchten, erklärt mir Michael Kinzig, die gibt es hier draußen am Rhein nicht. "In Freiburg und Heidelberg haben wir eine Population - noch ist sie nicht sehr verbreitet, aber darin liegt die Gefahr, dass sie sich eben weiter verbreitet", sagt der Mückenexperte.

Denn diese Mückenart birgt die Gefahr, Krankheiten zu übertragen. "Noch sind sie nur ein potentieller Krankheitsüberträger, aber diese Erreger sind hier noch nicht aufgetaucht. die Menschen am Oberrhein müssen sich noch keine Sorgen machen!" Die "normalen" Rheinschnaken bergen demgegenüber keine Gefahr für die Gesundheit. 

Mit der KABS gegen die Schnaken
Bild: Anya Barros

Ebensowenig müssen sich Naturschützer um andere Insekten Gedanken machen, etwa die Honigbiene. Denn auch mit diesem Vorwurf sehen sich die etwa 600 Mitarbeiter der Kabs konfrontiert. "Das Insektensterben hat mit den Stechmücken nichts zu tun", so Michael Kinzig gegenüber ka-news. "Stechmücken sind nur Zusatzfutter für andere Tiere, das muss man unterscheiden!"

Super-Sommer könnte den Schnaken den Garaus machen

Noch steht aber das Wasser in den Rheinauen, der viele Regen der letzten Wochen hat das das Gelände überflutet. Also ideale Voraussetzungen für die Schnaken, die sich mittlerweile auf meinen Armen niederlassen oder im Gesicht von Michael Kinzig - dort finden sich gleich mehrere Tierchen. Doch der Kabs-Experte bleibt ganz locker, denn gestochen wurde er nicht.

Sollte sich der Sommer 2019 wieder zu einem Super-Sommer wie im letzten Jahr entwickeln, dann könnte die Schnakenplage glimpflich für uns ausgehen: "Der größte Feind der Stechmücke ist die Trockenheit, denn viele Feinde hat die Schnake nicht. Trockenheit verhindert die Entwicklung", so Michael Kinzig im Gespräch mit ka-news. 

Lesen Sie in Teil 2 wie man sich gegen die summenden und stechenden Plagegeister schützen kann.

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  •   VielVorNixDahinter
    (250 Beiträge)

    11.06.2019 12:53 Uhr
    Katastrophe
    Die Malaria- und Gelbfieber-Befallenen wurden schon am Rhein gesichtet. Stehen alle in Wohnmobilen an der Leopoldshafener Fähre.

    Ich hab's genau gesehen.
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  •   Waterman
    (6390 Beiträge)

    11.06.2019 15:17 Uhr
    Das war sicherlich die Ein-Tages-Malaria.
    Verschwindet nach einer Nacht Schlaf und Alkoholabstinenz.

    Die Rheinschnaken übertragen auf jeden Fall keine der beiden Krankheiten...
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  •   teflon
    (2724 Beiträge)

    11.06.2019 12:07 Uhr
    Ich kenne noch gut die Zeiten aus den 70zigern,
    wenn ich im Sommer 3-4 Wochen im Urlaub bei Oma & Opa in Karlsruhe war - danach habe ich immer ausgesehen wie ein Teil der Nahrungskette als Lebendblutspender - total zerstochen. Das ist aber seit den 80zigern richtig entspannt geworden und ich denke auch, dass ein Hauptproblem ein ganz Anderes ist. Viele von uns haben Wassertonnen, Tümpel oder Teiche auf dem Grundstück-wenn man da nicht rechtzeitig was gegen die Schnaken tut, wird man auf eigenen Grund & Boden zum Blutspender - ohne jemals in die Nähe der Rheinauen kommen zu müssen
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  •   haku
    (4105 Beiträge)

    11.06.2019 13:18 Uhr
    Yepp...
    Sommerferien bei Onkel und Tante auf dem Bauernhof in der Bühler Gegend. An die Schnaken hatte ich mich aber schnell gewöhnt, nach drei, vier Tagen hat die Haut kaum noch reagiert. Übel blieben aber die Pferdebremsen, die tun wirklich weh. Klasse Zeiten für ein Stadtkind. Kühe, Schweine, Hühner, Hasen. Felder und Obstbau. Drei Wochen lang von Zwetschgen in jeglicher Zubereitungsform gelebt grinsen
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  •   Holzbiene
    (23 Beiträge)

    11.06.2019 10:46 Uhr
    Mücken?
    Ich bin sehr häufig nachts draußen in den Rheinauen. Es gibt ein paar Mücken, sich aber gleich von Armeen überfallen zu sehen, ist schlichte Einbildung.
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  •   Krawallradler
    (507 Beiträge)

    11.06.2019 11:23 Uhr
    Überschwemmungsmücken
    aus den Rheinauen sind typischerweise tagaktive Mücken. Die stechen nachts normal nicht.

    Nachts stechen v.a. Hausmücken, die ab der Dämmerung loslegen und in der Nähe von menschlichen Siedlungen leben
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  •   Holzbiene
    (23 Beiträge)

    11.06.2019 13:44 Uhr
    Überschwemmungsmücken?
    Ich kenne es durchaus, dass man sich auch nachts mit Repellents einreiben muss, um sich die Biester vom Pelz zu halten. Dieses Jahr habe ich das bisher nur ein einziges mal gemacht und da wäre es auch ohne gegangen.

    Hausmücken sind nichts anderes als "Gemeine Stechmücken" Culex pipiens. Nur die Weibchen saugen Blut, die Männchen leben von Nektar. Die Art ist Dämmerungs- und Nachtaktiv.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Stechm%C3%BCcke
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  •   Krawallradler
    (507 Beiträge)

    11.06.2019 14:59 Uhr
    schon etwas älter
    aber sehr informativ:

    Warum stechen Mücken meist abends?

    Aber wenn Sie Wikipedia haben....
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  •   maehdrescher
    (1248 Beiträge)

    11.06.2019 08:55 Uhr
    Trockenheit würde helfen.
    Aber der Klimawandel macht diesen Sommer nicht so richtig mit.
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  •   Krawallradler
    (507 Beiträge)

    11.06.2019 09:19 Uhr
    Komplexere Zusammenhänge
    sind nicht gerade ihrer Stärke, gell.

    Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
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