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Karlsruhe Rettungsgasse bei Stau: Das klappt in Karlsruhe so gut wie nie!

Wenn bei einem Unfall Menschen verletzt wurden, zählt jede Minute. Doch immer öfter brauchen die Rettungskräfte unnötig viel Zeit - und zwar, weil Autofahrer keine Rettungsgasse bilden. Zwar sind die Regeln eindeutig, doch auch in Karlsruhe funktioniert die Bildung der Rettungsgasse so gut wie nie.

In der vergangenen Woche kam es auf der A9 in Oberfranken zu einem tragischen Busunglück, bei dem 18 Menschen ihr Leben verloren. Neben der Frage nach der Unfallursache steht vor allem das Verhalten der Autofahrer im Fokus der Diskussion. Sie bildeten nach dem schweren Unfall keine Rettungsgasse und behinderten so Feuerwehr, Notärzte und die Polizei. 

Das Problem ist nicht nur in Bayern, sondern auch auf den Straßen in der Region, bekannt: "Auf den Autobahnen in unserem Zuständigkeitsbereich wird die Rettungsgasse in über 95 Prozent der Fälle nicht gebildet", so das ernüchternde Fazit von Joachim Zwirner, dem Leiter des Sachbereichs Verkehr beim Polizeipräsidium Karlsruhe.

Autofahrer reagieren erst viel zu spät

"Die Behinderungen äußern sich dahingehend, dass, obwohl Sondersignale benutzt werden, von den Autofahrern, welche sogar teilweise das Fenster der Fahrertür geöffnet haben, erheblich zeitverzögert beiseite gefahren wird. Es ist auch festzustellen, dass Einsatzfahrzeuge rechtzeitig von den Verkehrsteilnehmern bemerkt werden, aber von diesen trotzdem eine verzögerte Reaktion erfolgt", beschreibt Zwirner die Problematik.

Und noch ein Fehler der häufig begangen wird: Autofahrer würden der Polizei plötzlich ohne erkennbaren Grund den Fahrstreifen wechseln, obwohl sie zuvor richtig standen - und blockieren so ebenso die so wichtige Durchfahrtstrasse für die Einsatzfahrzeuge.  Ein weiteres Problem: Nach der Durchfahrt der ersten Kräfte werde die Gasse wieder geschlossen.

Bußgelder werden nur selten verhängt 

Erschwert wird die Durchfahrt zudem durch Lastwagen, die nicht nur zwei, sondern alle zur Verfügung stehenden Fahrsteifen belegen: "Im Fall des brennenden Autotransporters vor wenigen Tagen mussten wir auf der A8 zwischen der Anschlussstelle Karlsbad und dem Autobahndreieck Karlsruhe eine Einsatzfahrt abbrechen, da dort alle Fahrstreifen durch Lastzüge im Stau blockiert waren", so Zwirner weiter.

Das beschriebene Verhalten kann nach der Straßenverkehrsordnung geahndet werden. Diese sieht vor, dass bei Schrittgeschwindigkeit oder Stillstand eine freie Gasse gebildet werden muss. Wer sich nicht daran hält, kann mit einem Bußgeld von 20 Euro belegt werden.

Aber: "Verwarnungen wurde in diesem Jahr noch nicht verhängt. In der ersten Phase ist bei schweren Verkehrsunfällen das Personal zunächst mit der Aufklärung und dem ersten Einsatzangriff ausgelastet, sodass für eine Ahndung zu diesem Zeitpunkt keine Kräfte zur Verfügung stehen", sagt Zwirner. 

So funktioniert's mit der Rettungsgasse

Eine Rettungsgasse bilden
So funktioniert die Rettungsgasse. Grafik: dpa-infografik | Bild: dpa-infografik

Kommentar zum Thema: So schwer ist das mit der Rettungsgasse nicht

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  •   andip
    (9915 Beiträge)

    10.07.2017 08:38 Uhr
    Das Problem ist
    dass man eigentlich immer sofort eine Rettungsgasse bilden soll, sobald man in einen Stau kommt und nicht erst dann, wenn ein Einsatzfahrzeug kommt.
    Aber das scheint bei 99% aller unbekannt zu sein.
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  •   NeoTiger
    (697 Beiträge)

    10.07.2017 12:01 Uhr
    Die meisten dürften sie kennen
    Das Problem sehe ich eher darin, dass man nicht mehr daran denkt wenn man in einen Stau kommt, weil einfach die Routine dafür fehlt.

    Und wenn es einem dann irgendwann doch noch einfällt, greif der Herdendruck: die anderen bilden sie ja auch nicht, warum soll ich mich jetzt da als einzelner hervortun?

    In dem Foto zum Artikel sieht man ja auch vereinzelt Fahrer, die sie zu bilden versuchen, aber wenn der Vordermann und Hintermann schon nicht mitspielen ...
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  •   10tacle
    (284 Beiträge)

    10.07.2017 08:08 Uhr
    Die Rettungsgasse
    fängt auf der rechten und (ganz linken) Spur an. Aber wie sollen die LKWs auf den Standstreifen kommen, wenn Sie mit max. 1m Abstand zum Vordermann stehen und somit kein Platz zum Rangieren ist? Davon abgesehen ist z.B. auf der A5 vor den Baustellenverengung die mittlere Spur i.d.R. als Parkplatz für in- und vor allem ausländische Akkord-Berufskraftfahrer zweckentfremdet. Da würde nur die Einführung eines flächendeckenden Überholverbots für NFZ über 3,5t (endlich) Abhilfe schaffen
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  •   schmidmi
    (2103 Beiträge)

    10.07.2017 13:51 Uhr
    Was hat denn das damit zu tun?
    Selbst wenn auf der mittleren Spur die LKW stehen, reicht es, wenn die Fahrer der linken Spur ganz nach links fahren. Alles andere sit Blödsinn.
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  •   10tacle
    (284 Beiträge)

    14.07.2017 15:47 Uhr
    Rechnen sie mal nach
    und vergleichen Sie Fahrzeug und Fahrspurbreiten - ich bin sicher, sie erkennen den Denkfehler.
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    10.07.2017 11:10 Uhr
    Ein Stau
    kommt selten vollkommen aus dem Nichts. Es geht schnell, aber normalerweise geht stockender Verkehr voraus. Und darum ist ja bereits dann, so stehts auch im Artikel, eine Rettungsgasse zu bilden.

    Wichtig wäre meiner Meinung auch ein durchgehender Rettungsweg entlang der Autobahn, der mindestens an jedem Parkplatz eine Zufahrtsmöglichkeit bietet (beschrankt). Ein Rettungswagen der zumindest auf der Höhe des Unfalls steht ist wesentlich mehr wert als einer der einen Kilometer weiter hinten feststeckt.
    Das macht den Autobahnkilometer natürlich teurer, aber das sollte es einem eigentlich wert sein.
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  •   schmidmi
    (2103 Beiträge)

    10.07.2017 18:44 Uhr
    Das kostet
    aber was! grinsen
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  •   Berty87
    (682 Beiträge)

    10.07.2017 07:33 Uhr
    Wie
    soll das Bußgeld verteilt werden.

    Fährt hier ein Streifenwagen hinterher und notiert sich alle Nummer Schilder. Selbst dann Ist noch nicht gesagt ob der Halter auch der Fahrer war.
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  •   schmidmi
    (2103 Beiträge)

    10.07.2017 13:52 Uhr
    Dashcam
    in allen Einsatzfahrzeugen der Pol, Rettungsdienste, Feuerwehr und Abschleppdienste.
    Kann man dann nachher in Ruhe auswerten.
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  •   haku
    (4105 Beiträge)

    10.07.2017 10:39 Uhr
    Dashcam an Rettungsfahrzeuge
    Und einschalten, wenn es eng wird. Danach dann Auswertung. Solange die Dashcam nur anlassbezogen läuft, kein Problem.
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