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Karlsruhe Regionalverband begrüßt Polderbau am Rhein bei Karlsruhe

Im Planungsausschuss des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein bezweifelte bei der Sitzung am Mittwoch niemand die Notwendigkeit einer weiteren Baumaßnahme zum Schutz vor einem extremen Hochwasser am Rhein im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms. Entsprechend beschlossen die Ausschussmitglieder die Stellungnahme des Verbandes zum Planfeststellungsverfahren für den Bau und den Betrieb des Retentionsraumes "Bellenkopf/Rappenwört".

Der so genannte Polder ist ein weiterer Baustein des Integrierten Rheinprogramms. "Eine verlässliche Planung ist eine Sache. Das Land sollte in den kommenden Jahren aber auch ausreichende Haushaltsmittel für die Realisierung der noch ausstehenden Maßnahmen bereitstellen", appelliert Verbandsdirektor Gerd Hager in Richtung Stuttgart.

Damm als umweltverträglichere Variante?

"Voraussetzung ist aber genauso die Solidarität unserer Oberlieger am Fluss, bei denen die Verfahren nicht so schnell wie am Mittleren Oberrhein vorankommen", fügt er in einer Pressemitteilung hinzu. Der Regionalverband hebt in seiner Stellungnahme auch die Bedeutung des geplanten Poldergebietes für die Naherholung hervor. Entsprechende Maßnahmen zur Sicherstellung der Erholungsmöglichkeiten begrüßt er entsprechend. Fragen stellt der Verband zu der geplanten fast eineinhalb Kilometer langen und bis zu vier Meter hohen Spundwand, die den dortigen Gebäudebestand im Überflutungsfall schützen soll. "Es sollte geprüft werden, ob ein Damm nicht die umweltverträglichere Variante ist", gibt Hager zu bedenken. Wenn das nicht möglich sei, sollte die unbedingt erforderliche Höhe der Spundwände nochmals mit dem Vorhabensträger abgeklärt werden.

Der Polder Bellenkopf/Rappenwört ist Bestandteil des Integrierten Rheinprogramms (IRP), bei dem technische und ökologische Hochwasserschutzmaßnahmen Hand in Hand gehen. Das IRP plant an 13 Standorten auf der baden-württembergischen Rheinseite Rückhalteräume für Hochwasser auf ehemaligen Aueflächen des Rheins. Bislang sind erst drei davon einsatzbereit, einer davon in Söllingen/Greffern. Das Land geht derzeit davon aus, dass bis zum Jahr 2028 alle IRP-Rückhalteräume fertig gestellt sind.

"Dieser Zeithorizont ist zu lange. Das Schadenspotential eines Extremhochwassers am Oberrhein wäre mit geschätzten siebeneinhalb Milliarden Euro um etwa das Siebenfache höher als die Kosten für alle dreizehn Hochwasserschutzmaßnahmen. Um Schaden vorzubeugen, sollte das Land mehr Mittel einsetzen", so Hager abschließend.

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