27  

Karlsruhe Regionalkonferenz in Karlsruhe: Klimawandel am Oberrhein wird heftig

Mehr Hitzetage im Sommer und mehr Regen im Winter: Der Oberrheingraben ist nach Expertenmeinung eine der deutschen Regionen, in denen der Klimawandel in den kommenden Jahren besonders heftig spürbar werden wird. Im Rahmen einer Regionalkonferenz trafen sich in Karlsruhe deshalb Vertreter der Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, um Strategien zur Anpassung an die neuen Gegebenheiten zu entwickeln.

Rund 100 Millionen Euro stecke der Bund derzeit in die Forschung, um möglichst genau herauszufinden, welche Veränderungen der Klimawandel in Deutschland mit sich bringt, erklärte Helge Wendenburg, Abteilungsleiter im Bundesumweltministerium, im Rahmen einer Pressekonferenz zur Regionalkonferenz "Klimawandel im Oberrheingraben" am Montag in Karlsruhe.

Herausgefunden habe man beispielsweise, dass je nach Region sich der Klimawandel völlig anders auswirken wird: Was am Oberrhein zunehmende Hitze im Sommer und mehr Regen im Winter bedeutet, heißt beispielsweise für die Küste höhere Meeresspiegel, deswegen sei der Bund sehr darauf bedacht, in Regionalkonferenzen Länder, Kreise und Kommunen für die jeweiligen Problematiken zu sensibilisieren und ihnen Anpassungsstrategien für die zu erwartenden Veränderungen mit auf den Weg zu geben. 

Klimawandel: Probleme und Chancen

"Fragen Sie mal einen Winzer, da kriegt so mancher glänzende Augen, wenn er an den Klimawandel denkt. Auch wenn vielleicht der gute, alte Trollinger auf der Strecke bleibt, bietet sich den Weinbauern aber auch den Obstbauern so die Chance, ganz neue Sorten anzubauen", erklärt Umweltminister Franz Untersteller auf die Frage nach den Chancen des Klimawandels. Fakt sei aber auch, dass heiße Sommer mit zahlreichen Starkregenereignissen und milde Winter mit viel Niederschlag Probleme mit sich bringen, mit denen man sich schon heute beschäftigen müsse, damit man vorbereitet sei, so der Minister weiter.

Trockenheit im Sommer stelle die konventionelle Landwirtschaft vor große Probleme und auch das Schädlingsaufkommen werde sich möglicherweise verändern. "Aber auch gesundheitlich bringt der Klimawandel Schwierigkeiten mit sich, man muss sich nur an den Jahrhundertsommer 2003 erinnern, in dem es so viele Hitzetote wie noch nie gab. Und da die Gesellschaft an sich auch immer älter wird, muss man da ganz neue Strategien entwickeln", so Untersteller weiter. Und auch im Hochwasserschutz müsse man eventuell umdenken.

Dieses Thema müsse man aber beispielsweise auch städtebaulich angehen, und für Kliniken oder Pflegeheime das Mikroklima einzelner Städte in die Standortwahl mit einbeziehen, aber auch mehr Grünflächen in Form von Frischluftschneisen aber auch an den Gebäude könnten das Klima in den Städten nachhaltig positiv beeinflussen, ergänzte Helge Wendenburg.

Und selbstverständlich verändert sich auch die Natur im Schatten des Klimawandels: Neue Arten siedeln sich an, alte verschwinden, unter anderem ein Problem, das die Stechmücken am Oberrhein betrifft. So ist, aufgrund klimatischer Veränderungen, auch die asiatische Tigermücke mittlerweile hier heimisch, die Krankheiten wie das Dengue-Fieber übertragen kann.

Baden-Württemberg besonders von Veränderungen betroffen

Man habe in Baden-Württemberg schon lange verstanden, dass man jetzt schon Strategien entwickeln muss, um auch im Kleinen auf den Klimawandel reagieren zu können: "Ein Beispiel macht deutlich, wie sehr wir hier im Land betroffen sind, während sich global die Durchschnittstemperatur in den vergangenen Jahren um 0,7 Grad erhöht hat, sind es in Baden-Württemberg im gleichen Zeitraum 1,1 Grad. Deshalb ist der Klimawandel hier schon lange Thema. 250.000 Euro werden in Studien investiert, um herauszufinden, was sich wie ändert und dann Anpassungsstrategien für das Land zu entwickeln. Die sollen schnellstmöglich 2013 und 2014 dann auch umgesetzt werden", so Untersteller weiter.

Die Regionalkonferenz soll länderübergreifend helfen, sich vor Ort mit den jeweils relevanten Themen auseinanderzusetzen und Kommunen, Kreise aber auch die Wirtschaft für die Thematik zu sensibilisieren. Und so haben Interessierte am Montag und Dienstag Gelegenheit,  im Karlsruher Kongresszentrum an Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen zum Thema teilzunehmen. Themen sind unter anderem: "Klimaanpassung auf regionaler und kommunaler Ebene", "Klimawandel in der Gesellschaft: Wahrnehmungsmuster und Anpassungsstrategien" und Workshops zu Wasser-, Land- und Forstwirtschaft und zur Gesundheit.

Mehr zum Thema

Nicht mehr normal: Klimawandel schafft Rekorde

Gutes Wetter hat Schattenseiten

Karlsruher Grüne beantragen Entsiegelungskonzept für die Innenstadt

Klimawandel: 2011 wärmstes Jahr mit La Niña

Haben Sie einen Fehler entdeckt?
Unsere Sonderthemen
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert
Die besten Themen
Kommentare (27)
Hinweis: Kommentare geben nicht die Meinung von ka-news wieder.
Bitte beachten Sie die Kommentarregeln und unsere Netiquette!
  •   dramutie
    (1526 Beiträge)

    27.03.2012 14:37 Uhr
    seufz
    ich habs befürchtet. der satz war zu intelligent formuliert ...
    die erde wandelt sich: gegen, mit oder ohne uns. das tut sie von anbeginn an (kann man in guten büchern nachlesen). ob das klima sich 100 jahre schneller ändert, ist belanglos. ob wir daraus mit weltweit gigantisch teueren und langfristig wirkungslosen maßnahmen 90 oder 110 jahre machen, ist völlig unwichtig. ob man aus 100 jahren 1000 macht, ist genauso wurschd. der mensch ist nicht mal annähernd so bedeutungsvoll, wie er selbst denkt.
    ich trenne trotzdem müll - weil ich es für richtig halte.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (181 Beiträge)

    27.03.2012 19:37 Uhr
    So funktioniert der Klkmawandel nicht
    Durch die Erwärmung entsteht eine Kettenreaktion, die diese noch weiter aufheizt (bspw. durch Methanhydratvorkommen in den Ozeanen). Es geht nicht darum wie lange es dauert auf ein Temperaturmaximum zu kommen, sondern wie hoch dieses Temperaturmaximum sein wird (und damit wie stark die Folgen für den Menschen werden).
    Dieses Maximum oder die Folgen können die Forscher (noch) nicht vorhersagen, das stimmt, aber es macht auch kein Unterschied, denn weg von den fossilen Brennstoffen müssen wir sowieso in den nächsten Jahrzehnten.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   baeuerchen
    (665 Beiträge)

    27.03.2012 17:17 Uhr
    Sehr intelligent!
    Lesen bildet.

    Es gibt genügend wissenschaftliche Erkenntnisse, dass diese Änderungen nicht der natürlichen langsamen Periode entspricht und die Gründe dafür sind hinlänglich bekannt. Ich weiß - nicht der Mensch hat in den letzten Jahren die Ozonschicht verändert, er ist auch nicht für Wasser- und Luftverschmutzung verantwortlich. Das war alles die Natur selber.
    Hat der schlaue Bush auch schon mal so ausgedrückt.
    Wahrscheinlich habe ich deinen Intellektuellen Status wieder nicht erreicht.
    Ist mir aber auch egal!
    Änderungen sind notwendig und zwar schnellstens, nicht nur aus ökologischer Sicht, auch aus sozialen Aspekten und aus Sicht der Lebensqualität für alle Menschen auf der Erde.
    Unsere einseitig ausgerichtete Lebensweise ist für Ausbeutung, ökologische Zerstörung und Verlust von unseren Lebensgrundlagen verantwortlich.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  •   dramutie
    (1526 Beiträge)

    28.03.2012 12:18 Uhr
    ach je
    lesen bildet - das erzählst du einer bibliothekarin ....
    und ja, ich habe bereits auf GUTE bücher aufmerksam gemacht. da gehören weder al gore noch george bushs ghostwriter dazu.
    wissenschaftliche erkenntnisse sind ok, solange ALLE aspekte "ergebnisoffen" beleuchtet werden, nicht nur die, die man gerade hören will oder die in hippe, weil PROFITABLE endzeitszenarien passen. ich erinnere nur an "grenzen des wachstums", club of rome, 1973. alles müll, damals hat sich eine ganze generation in die hose gemacht. heute kräht kein hahn mehr danach.
    die frage ist immer: cui bono - oh, halt: wem nutzt es? oder besser: wer verdient sich eine goldene nase. also, genau hinschauen, WER eine studie bezahlt und was er damit erreichen will. kleiner tipp: folge dem geld ...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1 Beiträge)

    27.03.2012 12:11 Uhr
    Klimawandel
    Ich kann's nicht mehr hören, Klimaerwärmung! Der letzte extrem trockene und heiße Sommer war 2003. Seitdem waren die Sommer meist durchschnittlich bzw. zu nass und kühl. Schnee hatten wir auch fast jeden Winter. Wo war im Winter 2010/2011 die Klimaerwärmung? Frostige Temperaturen mit der ERwärmung erklären zu wollen, grenzt schon an Volksverdummung! Und wann war das letzte große Rheinhochwasser??
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (181 Beiträge)

    27.03.2012 12:34 Uhr
    Witzig
    Dass jemand der offensichtlich überhaupt keine Ahnung hat wie die globale Erwärmung abläuft, diese als Volksverdummung verkauft.

    Hier: Wikipedia Artikel zum Thema
    Lies dir das mal durch und dann wirst du auch verstehen, warum man mit einem kalten Sommer/Winter in Deutschland nicht die globale Erwärmung widerlegen kann (kleiner Tipp: in "globaler Erwärmung" steckt schon ein erster Hinweis).
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (2476 Beiträge)

    27.03.2012 14:55 Uhr
    zur Info an Horrorente:
    Man sollte nicht alles glauben was auf wikipedia steht!!!

    Schon den Kindern bringt man bei NICHT auf wikipedia zu recherchieren, weil da jeder jeden Mist reinschreiben kann und nur dumme Leute so dumm sind das dann zu glauben!
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (181 Beiträge)

    27.03.2012 19:14 Uhr
    Quark
    Die Wikipedia hat schon vor Jahren gezeigt, dass sie hochwertige Artikel bietet (siehe Nature Studie 2005 bspw.). Und so einfach ändern kann man da auch nichts, veröffentlicht wird erst nach einer Prüfung.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (1203 Beiträge)

    27.03.2012 13:14 Uhr
    Mag..
    ..zwar durchaus sein, dass es in Zukunft -allerdings nur geringfügig, wie bsp. in den letzten 100 Jahren- wärmer wird.

    Die Behauptung, dass allerdings diese globale Erwärmung vor allem durch die Menschen verursacht werden würde, ist tatsächlich eine "Menschenverdummung" ausschliesslich mit dem Ziel,
    Milliardenbeträge an (Öko)Steuern und anderen Abgaben dem Bürger abzuzocken...
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten
  • unbekannt
    (181 Beiträge)

    27.03.2012 19:20 Uhr
    Kannst du das auch belegen?
    Es gibt jede Menge wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema, die den Mensch als Ursache für die globale Erwärmung als sehr wahrscheinlich einstufen. 97% aller Klimaforscher sind dieser Meinung.

    Und überhaupt, was wollen Politiker schon groß mit Steuern? Das Geld fließt in den Fiskus und nicht in deren Taschen, für die ist es finanziell weitaus besser als Lobbyisten für große Konzerne zu arbeiten. Wie beispielsweise Mineralölunternehmen.
    Bewerten:  Lädt... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet melden antworten

Seite : 1 2 3 (3 Seiten)

Schreiben Sie Ihre Meinung
Fett Kursiv Link Zitat Sie dürfen noch Zeichen schreiben
Informiert bleiben: