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Karlsruhe Regio-Krimis aus Karlsruhe: Wo wird am liebsten gemordet?

Des Deutschen liebstes Genre ist zweifelsohne der Krimi. Insbesondere Regio-Krimis erfreuen sich großer Beliebtheit. Das wirft die Frage auf, wie populär sind Karlsruher Krimis und wo wird am liebsten gemordet? ka-news hat sich auf Spurensuche begeben...

Egal ob im Allgäu, der Kurpfalz oder in der Eifel, Krimis mit einem starken regionalen Bezug werden seit Jahren immer populärer. Die Bezeichnung Regio-Krimi hat sich deshalb mehr und mehr eingebürgert. Auch Karlsruhe bietet inzwischen eine Vielzahl an Krimis. Doch hinter dem Regio-Krimi steckt oft nicht so viel wie viele vermuten.

Nach Ansicht von Thomas Lindemann, Verleger des Infoverlags Karlsruhe, spielen für den Regio-Krimi vor allem die "Verortung der handelnden Personen sowie die Wiedererkennbarkeit von nachvollziehbaren Eigenheiten, Schauplätzen und Orten der Gegend eine entscheidende Rolle". Zum Vermitteln von Lokalkolorit sind eine ausgeprägte Ortskenntnis, historische Hintergründe sowie das Verwenden von Dialekten wichtig. Hinzu kommen detaillierte Beschreibungen von Straßen inklusive einzelner Geschäfte.

In den Oskar Lindt-Romanen von Bernd Leix trägt zum lokalen Flair der oft durch die Fächerstadt radelnde Kommissar bei. "Karlsruhe ist eine ideale Fahrradstadt. Man kommt überall hin", meint Leix. Der Leser erkundet mit dem Protagonisten gemeinsam auf dem Rad die Fächerstadt und fühlt sich so heimisch, obwohl nach Leixs Meinung gar keine solch detailreiche und atmosphärische Beschreibung stattfindet.

Illusion und Fantasie als Schlüssel des Regio-Krimis

Er spricht von einer Illusion des Lesers: "Viele kommen und sagen, ich kenne den Ort, den sie da beschreiben. Doch jeder Leser beschreibt ihn mir anders." Und genau darin liege der Reiz, so Leix: "Jeder soll sich mit seiner eigenen Fantasie die Figuren und Orte vorstellen", erklärt der Autor im Gespräch mit ka-news.

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Wolfgang Burger, der mit seinen fünf um die Jahrtausendwende erschienenen Kommissar Petzold-Romanen als einer der ersten Karlsruher Krimi-Autoren gilt: "Die Leute meinen, ihre Heimat wird dort im Roman beschrieben. Oft reichen ein, zwei Glanzlichter, um Bilder im Kopf des Lesers abzurufen. Aber die Bilder, die sie meinen zu erkennen, sind ihre eigenen Erinnerungen an den Ort", beschreibt Burger das Phänomen Regio-Krimi.

Zwar sind detailgetreue Beschreibungen von Kneipen oder vom Marktplatz seiner Meinung nach in manch anderen Romanen vorhanden, doch nicht zwingend gang und gäbe: "Wer diese Orte nicht kennt, wird damit wenig anfangen können. Jeder stellt sich eine eigene Kneipe oder seinen Marktplatz vor. Die Karlsruher assoziieren eben ihren", so der Autor. Die Fantasie spielt also eine entscheidende Rolle beim Mythos Regio-Krimi. "Du sollst den Leser nicht mit zu viel Detailverliebtheit langweilen", ergänzt Burger.

Verbrecher im Dunkeln
(Symbolbild) |

Viele Tatorte, kein Hotspot

Doch wie steht es grundsätzlich um den Krimistandort Karlsruhe? Neben dem Polizeipräsidium ist vor allem der Schlosspark oft im Fokus der Ermittlungen. Dort scheinen die Autoren gern zu morden. Ansonsten lässt sich nicht wirklich von einem Hotspot an Schauplätzen sprechen: Egal ob in einer Wohnung, im Schwimmbad, auf dem Marktplatz, im Städtischen Klinikum, auf Friedhöfen oder im Hardtwald - die Vielfalt der Tatorte macht den Karlsruher Krimi aus. Wenn es um historische Verortung geht, spielen zudem Museen und Archive eine wichtige Rolle in der Handlung.

Neben einer Menge klassischer Krimihandlungen, wie denen von Burger oder Leix, stechen einige besondere Werke heraus. So gibt es mit "Strafraum" und "Totland" sogar zwei KSC-Krimis von Holger Nicklas und Johannes Hucke. Mysteriös wird es mit Bernd Hettlages "Das Geheimnis von Karlsruhe", der im Stile eines Dan Brown mit Verschwörungstheorien rund um die Gründung der Stadt aufwartet. In einer Romanreihe von Harald Pflug geht es wiederum um Mordserien im Karlsruhe des Jahres 1945.

Fehlendes Image

Auch wenn es inzwischen eine größere Zahl an Karlsruhe-Krimis gibt, so lässt sich die Fächerstadt im Gegensatz zu den beliebten Allgäu- oder Eifelkrimis noch lange nicht als Hotspot der literarischen Krimiszene bezeichnen. Einen Grund dafür sieht Burger in der fehlenden Attraktivität für die breite Leserschaft und zieht dazu einen Vergleich zu seinen Heidelberger Krimis: "Karlsruhe ist in der Außenwirkung irgendeine Großstadt. Heidelberg dagegen hat ein weltweites Image, das hat Karlsruhe leider nicht", so der Schriftsteller.

Wenn die Ermittlungen am Tatort Karlsruhe eines zeigen, dann folgendes: Es ist egal, wo ein Krimi verortet ist: "Jeder Krimi muss irgendwo spielen", erklärt Burger. Das Erfolgsgeheimnis liegt in der Illusionskraft, beim regionalen Leser Erinnerung und Fantasie anzuregen.

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Kommentare (13)
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  •   Eine_Armlaenge_Abstand
    (1122 Beiträge)

    27.12.2017 19:49 Uhr
    Ist eigentlich ein hinterrücks Erdolchen
    aufgrund anhaltender Penetranz rechtsstaatlich abgesichert?
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  •   Susanne91
    (29 Beiträge)

    27.12.2017 19:48 Uhr
    Die Stadt hat zu wenig Frauen
    Und zu viele Männer!

    Karlsruhe ist gruslig!
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  •   ALFPFIN
    (6695 Beiträge)

    27.12.2017 15:36 Uhr
    Ja und alle anderen
    "Imageträger", ob sie vorher noch zum Frisör gehen oder nicht, würde man am liebsten in Karlsruhe um die Ecke bringen, nach der (begeisterten) Überschrift zu urteilen, nur wo in Karlsruhe ist noch nicht so ganz klar. grinsen
    Also da könnte ich mir jetzt vorstellen, hinter den vielleicht zukünftig frommen Kacheln im U-Bahn Tunnel, ist man sicher gut aufgehoben. Oder unter der Brücke draußen am Rhein. Wenn die dann irgendwann runterkommt, haben die Archäologen bei Ausgrabungen wenigstens was zu untersuchen. Und dann unter der Pyramide könnte einer dem alten Markgraf Gesellschaft leisten. grinsen

    Jetzt hör ich uff und nein, ich hab net de reschtliche Glühwein vom Weihnachtsmarkt getrunke. grinsen
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  •   NeoTiger
    (675 Beiträge)

    27.12.2017 10:55 Uhr
    Hoffentlich ...
    ... liest kein Hinterbliebener eines Mordopfers diesen mißglückten Versuch einer humoristischen Übrerschrift.
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  •   yokohama
    (3368 Beiträge)

    27.12.2017 21:41 Uhr
    Die Mordrate
    ist in Karlsruhe wirklich niedrig, tendiert gegen Null. Der badische Krimi kann deswegen als Ersatz für die langweilige Realität dienen.
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  •   silberahorn
    (9799 Beiträge)

    27.12.2017 22:32 Uhr
    Nur neun Morde
    seit den 60er Jahren sind in Karlsruhe unaufgeklärt. So stand das vor einiger Zeit in den BNN.
    Man will schließlich keinen erschrecken und noch etwas zu den unaufgeklärten Versuchen schreiben.
    Mich würde es trotzdem interessieren, wie viele das insgesamt waren.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    27.12.2017 09:00 Uhr
    Eben:
    Karlsruhe ist in der Außenwirkung irgendeine Großstadt.

    Da hat er vollkommen recht.

    PS: Es wird Zeit, dass der Hauptimageträger endlich ein Stadion bekommt und aufsteigt.
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  •   Mammut
    (766 Beiträge)

    27.12.2017 12:30 Uhr
    Ein Imageträger muss nicht zwingend.....
    ....Träger eines positiven Bildes sein.
    Es reicht, wenn dieser Imageträger bekannt ist und mit Karlsruhe in Verbindung gebracht wird.
    Da fallen mir zum Einen die Mini-U-Bahn ein, die immerhin an dritter Stelle nach BER und S21 kommt und zum Andern die Bestrebungen nach Maximierung der Umweltbelastung für die Stadt durch die Blockadehaltung gegenüber einer leistungsfähigen Ost-West Verkehrsverbindung.
    Auch der Oberzeichensetzer verschafft der Stadt Karlsruhe inzwischen bundesweit eine gewisse Bekanntheit.
    Ganz zu schweigen von dem schlechtfrisierten Parteigründer aus dem Landkreis.
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  •   bier2
    (884 Beiträge)

    27.12.2017 11:39 Uhr
    der Hauptimageträger von KA
    sind die vielen Firmen hier die viele Arbeitsplätze schaffen und das KIT.. den Rest kann man vergessen..
    Als IT Standort ist KA bekannt..
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  •   JimmyBluebutton
    (831 Beiträge)

    27.12.2017 11:35 Uhr
    Der Hauptimageträger
    wohnt ja noch net emol in Kallsruh...
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