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Karlsruhe Ratten in Karlsruhe: Stadt appelliert an Bürger - "Müll entsorgen!"

In Karlsruhe werden regelmäßig Ratten an der Oberfläche gesichtet. Unter anderem treiben sie die Baustellen der Kombilösung nach oben. Das Problem ist bekannt: Im April versprach die Stadtverwaltung Bekämpfungsmaßnahmen. Wie sieht die Situation jetzt aus?

Sie sind in der Regel nicht gerne gesehen, treiben sich meist in der Kanalisation herum und kommen aber auch immer wieder an die Oberfläche. Die Rede ist von Ratten. Die Bauarbeiten der Kombilösung liefen zwei Jahre bis zum erstem Mal von einer "Plage" der Nagetiere in der Fächerstadt gesprochen wurde. Der Grund: Die Bauarbeiten am Stadtbahntunnel unter der Kaiserstraße treiben die Tiere an die Oberfläche.

In den folgenden Jahren waren die Ratten immer wieder Thema. Im April landete das Thema auf der Tagesordnung im Karlsruher Gemeinderat: Die FDP-Fraktion erkundigte sich nach der Ausbreitung der Ratten im Stadtgebiet. Die Stadtverwaltung räumt ein: Es gibt einige Problemstellen, beispielsweise am Durlacher Tor und im Umfeld der Kirche St. Bernhard, in der Günther-Klotz-Anlage und am Friedrichsplatz. Die Stadt sicherte zu: Man wolle sich um die Bekämpfung der Nagetiere kümmern.

Population schrumpft nicht - wächst aber auch nicht

Wie hat das geklappt? Sechs Monate nach der Sitzung des Gemeinderats, werden die Tiere noch an einigen Stellen gesichtet - vor allem in Baustellenbereichen. Ein Zeichen für eine Vergrößerung der Population? "Verlässliche Zahlen zur Rattenpopulation sind kaum zu bekommen", so Helga Riedel vom Presse- und Informationsamt der Stadt Karlsruhe, "Schwankungen gibt es immer, aber über die Jahre hinweg ist die Population nach Einschätzung unserer Fachleute eigentlich stabil."

"Im Sommer erreichen uns mehr Meldungen über gesichtete Ratten, im Winter weniger. Von Mai bis September sind es etwa drei mal so viele Meldungen zu Ratten-Sichtungen im Vergleich zum Rest des Jahres", führt Riedel weiter aus.

Gift kommt zum Einsatz

Die Bekämpfung wird vom entsprechenden städtischen Fachbereich durchgeführt: Das Tiefbauamt kümmert sich um auftretende Populationen in und im Umfeld der Kanalisation, das Gartenbauamt um die Tiere in Grünanlagen und Grünstreifen sowie das Amt für Abfallwirtschaft um Ratten in Zusammenhang mit Abfallbehältern, Müllcontainern und um die Öffentlichkeitsarbeit zum richtigen Umgang mit Abfall, Kompost und Mülltrennung. "Die Ämter nehmen gezielte Bekämpfungsmaßnahmen vor, gegebenenfalls auch durch geschütztes Auslegen von Gift", so Riedel weiter.

Bei den städtischen Baustellen ist wiederum die Baufirma für die Reinigung zuständig. Eine Aufgabe, die auch wahrgenommen werde, sagt Achim Winkel, Pressesprecher der Karlsruher Schienen Infrastruktur-Gesellschaft (Kasig). So seien es insbesondere die Erschütterungen der Baustelle, welche die Ratten an die Oberfläche treibe, so Winkel. Damit sie dort keine Nahrung finden, würden eigene Kräfte die Baufelder sauber halten. Weiterhin sind Rattenköder in den betroffenen Baustellenbereichen angebracht.

Müll in die Tonne, statt auf den Boden

Eine der Schwerpunkte der Bekämpfungsmaßnahmen sei die Günter-Klotz-Anlage. "Ob hier die Sensibilisierung der Öffentlichkeit über die aufgestellten Hinweisschilder (Tenor: Wildtiere nicht füttern) erfolgreich ist, wird man erst nach einer gewissen Zeit beurteilen können", so die Stadt.

Generell appelliert die Stadt aber an die Bürger: "Jeder kann dazu beitragen, dass sich Ratten im Stadtgebiet nicht zu sehr vermehren", so Riedel, "Lebensmittelreste nicht einfach durch Fallenlassen 'entsorgen', sich also eigenverantwortlich um den eigenen Müll kümmern." So gebe es beispielsweise auf dem Christkindlesmarkt ausreichend Mülleimer und Reinigungspersonal - nur würden die Abfallbehälter schlicht häufig nicht genutzt werden.

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Kommentare (19)
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  •   Petrolhead
    (960 Beiträge)

    07.12.2017 16:21 Uhr
    Wer im Glashaus sitzt
    die Stadt geht leider mit ganz schlechten Beispiel voran. Es kann doch nicht angehen, dass bereits zur Mittagszeit die Mülleimer in der Innenstadt überquellen. Nicht nur vor Fastfood Lokalitäten, sondern auch an anderen Orten. Aber auch zum Beispiel in der Klotze.

    Wenn man schon keine ausreichenden Auffangkapazitäten schafft, dann müssen die Dinger eben öfters geleert werden.

    Das ist mittlerweile schon fast ein typisches Karlsruher Problem.
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  •   Mammut
    (568 Beiträge)

    06.12.2017 17:55 Uhr
    Warum kommen die Ratten nicht ins Tierheim?
    Hunde und Katzen werden nicht bekämpft - ist das jetzt "gruppenbezogene Diskriminierung" von Tieren?
    Wo bleiben bei diesem Rassimus jetzt DUH, BUND, Nabu und die sonstigen wohlallimentierten Wichtigtuer?
    Nicht zu vergessen die Grünen: Um Bienen, Schmetterlinge und Vögel wollen sie sich doch jetzt kümmern - wieso werden da die Ratten ausgegrenzt?
    Da müssen mal Zeichen gesetzt werden, Mahnwachen und Lichterketten sind zu organisieren!
    Diskriminierung und Rassimus in Karlsruhe - das geht gar nicht!
    Herr Mentrup - bitte übernehmen sie!
    (Dann richtet er vielleicht nicht so viel sonstigen Unsinn an.)
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  •   ALFPFIN
    (5715 Beiträge)

    06.12.2017 16:03 Uhr
    Jetzt könnte man ja
    zynisch sagen, die Ratten fressen ja wenigstens den meisten Dreck weg, den die zweibeinigen Dreckbutzen durch die Gegend werfen. Und überhaupt, Ratten pflegen sich selbst immer sehr gründlich. Vermutlich auch im Gegensatz zu den zweibeinigen Dreckbutzen.

    Das hat sich vor allen Dingen in den letzten Jahrzehnten so entwickelt. Der Staat/die Kommune hat sich zu kümmern, schließlich zahlen wir Steuern. Eigenverantwortung wurde auch teilweise dadurch wegtrainiert, dass ja ständig von Seiten der verantwortlichen Politiker über soziale Verpflichtungen des Staates gesprochen wird, natürlich besonders im Wahlkampf. Sicher in vielen Fällen berechtigt. Aber im Bewusstsein vieler Menschen heißt das, ich muss mich nicht kümmern. Das fängt auch schon damit an, dass man seinen Abfall einfach irgendwo hinwirft.
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  •   cc91
    (134 Beiträge)

    06.12.2017 13:16 Uhr
    Wesentlich störender
    als die Ratten sind definitiv die Tauben. Deren Anzahl ist sicher höher, man sieht wesentlich mehr, sind überhaupt nicht scheu und zerstören ziemlich viel. Hier wären Giftköder angebracht.
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  •   TeddyAfro
    (1394 Beiträge)

    06.12.2017 11:25 Uhr
    Ist mir desöftern
    schon aufgefallen. Vor allem nachts am Wochenende am Europaplatz, wenn das Partyvolk ihren Fast-Food-Müll auf der Straße entsorgt. Unzählige Ratten an den beiden Haltestellen, die sich Essensreste vom Boden schnappen.
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  •   andip
    (8299 Beiträge)

    06.12.2017 12:01 Uhr
    Die habe ich da auch schon gesehen
    Nur war das zu Zeiten, als es noch keinerlei Baustellen für die U-Strab gab, die sind also nicht daran schuld, sondern eben die Menschen, die ihr Zeug überall hinschmeissen.
    Rein statistisch gesehen kommt sowieso schon seit langem auf jeden Einwohner eine Ratte, von daher passt es ja.
    Im Übrigen, Ratten sind auch nichts anderes als zu gross geratenen Mäuse. Und wer hat schon Angst vor Mäusen? zwinkern
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  •   maehdrescher
    (633 Beiträge)

    06.12.2017 11:19 Uhr
    Hinweis der Stadt:
    Lebensmittelreste nicht einfach durch Fallenlassen 'entsorgen'.

    Und so was muss man den Leuten extra sagen?
    Oder mal anders herum gefragt: Glaubt die Stadt, dass solche Leute, die bisher ihre Essensreste auf den Boden schmeißen, das jetzt nicht mehr tun, weil die Stadt sagt: "Macht das bitte nicht"? Bei dem Publikum helfen doch keine Worte - da müssten Bußgelder in vierstelliger Höhe her!
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  •   betablocker
    (917 Beiträge)

    06.12.2017 13:28 Uhr
    Ich glaub
    in Tokio oder Singapore machst du das genau einmal. grinsen
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  •   santana
    (809 Beiträge)

    06.12.2017 11:04 Uhr
    Eine Frage:
    "Die Bauarbeiten am Stadtbahntunnel unter der Kaiserstraße treiben die Tiere an die Oberfläche."
    Die armen Tiere, wo bleibt da der Aufschrei der Grünen?
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  •   heaven
    (796 Beiträge)

    06.12.2017 09:11 Uhr
    Dann
    appelliert auch mal an die alten Mütterchen die tonnenweise Taubenfutter im Stadtgebiet verteilen.
    ...notfalls auch mit "Nachdruck"
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