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Karlsruhe Prozess um Falschaussage: Vermeintliches Belästigungsopfer verurteilt

Wegen des Vorwurfs der Freiheitsberaubung musste sich am Dienstag eine 24-jährige vor dem Karlsruher Amtsgericht verantworten. Ihr wurde zur Last gelegt einen 22 Jahre alten Studenten gegenüber Ermittlern zu Unrecht der versuchten sexuellen Nötigung bezichtigt zu haben. Die Angeklagte gestand die Tat vor Gericht.

Infolge der Falschaussagen der Angeklagten Michelle B. wurde gegen den 22-jährigen Mann Untersuchungshaft angeordnet. Zwei Monate saß der Mann dort unschuldig ein bis er im Mai des vergangenen Jahres vor Gericht freigesprochen wurde, nachdem die 24-jährige Frau ihre Anschuldigungen zurück nahm und eine Falschaussage einräumte.

Wegen falscher Verdächtigung und Freiheitsberaubung musste sich die junge Frau am Dienstag vor Gericht verantworten. Gleich zu Prozessbeginn gestand die gelernte Hotelfachfrau, bei ihren Aussagen gegenüber der Polizei mehrmals gelogen und den Mechatronikstudenten zu Unrecht beschuldigt zu haben.

Freiheitsstrafe wird auf Bewährung ausgelegt 

Nach der Anhörung des zu unrecht Beschuldigten, der als Nebenkläger auftrat, des damals ermittelten Polizeikommissars und der ehemaligen Mitbewohnerin der Angeklagten, fällte das Gericht am Mittag das Urteil: Die 24-jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt.

Damit deckt sich das Urteil des Gerichts weitestgehend mit den Forderungen von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung. Außerdem muss die junge Frau für die Kosten des Verfahrens, Schmerzensgeld und weitere Kosten von insgesamt 12.000 Euro aufkommen.    

Mehrmals bei der Polizei gelogen

Gegenüber ihrer Mitbewohnerin und der Kriminalpolizei gab Michelle B. an, von dem 22 Jährigen an eine Hauswand gedrängt und geküsst worden zu sein. Zur gleichen Zeit ereigneten sich in Karlsruhe mehrere Überfalle auf Frauen mit ähnlichem Tatmuster, wie der von Michelle B. damals bei der Polizei angegeben. Wie die Angeklagte am Dienstag vor Gericht bestätigte, wusste sie auch von diesen Fällen. Die Polizei ging damals davon aus, dass der von Michelle B. beschuldigte Mann auch für die anderen Überfälle verantwortlich sei. Diese Vermutung bekräftigte die Frau bei mehreren Telefonaten und Verhören. Dies bestätigte der als Zeuge geladene Kriminalkommissar der Richterin.     

Nachdem eine DNA-Spur zunächst den Verdacht gegen den jungen Mann erhärtete, machte die Aussage eines Nachbarn des Beschuldigten die Ermittler stutzig, da diese sich nicht mit den Aussagen von Michelle B. deckten. So revidierte die Angeklagte erst beim sechsten Verhör gegenüber der Polizei bei ihren Aussagen gelogen zu haben und gab zu, den Studenten zu Unrecht beschuldigt zu haben. 

Die Anwältin des Nebenklägers berichtete vor Gericht von den Folgen die ihr Mandant durch die Anschuldigungen erlitten habe. So konnte der Student an mehreren Prüfungen aufgrund seiner U-Haft nicht teilnehmen, seine Freundin trennte sich von ihm und auch sein soziales Umfeld sei auf Abstand gegangen. Zudem habe er den Handballverein wechseln müssen und sei an der Uni gemobbt worden. Aufgrund der Umstände habe seine Mutter zudem einen Schock erlitten und musste mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden. 

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Kommentare (26)
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  •   Rambazamba
    (261 Beiträge)

    14.03.2018 13:27 Uhr
    Sexuelle Belästigung
    Im Grunde spielt es keine Rolle von wem man belästigt wird, denn es ist immer scheußlich, erschreckend und beängstigend. Genauso wenig spielt es eine Rolle, wer einem etwas anhängt, das man nicht getan hat. Kein Mann hat das Recht sich einer Frau aufzudrängen, sowie keine Frau das Recht hat, jemanden das Leben mit solch einer Falschaussage zu versauen. Selbst wenn die Unschuld des jungen Mannes nun erwiesen ist, bleibt immer etwas hängen (Wo Rauch ist...). Die Nationalität oder die soziale Stellung (Michelle-Bashing) dieser beiden "Akteure" sind Wasser auf die Mühlen derer, die nur das sehen, was sie sehen wollen.
    Diese junge Frau hat nicht nur dem zu Unrecht beschuldigten jungen Mann Unrecht getan, sondern macht es den echten Opfern noch schwerer, Ernst genommen zu werden bzw. müssen diese jetzt umso mehr für ihre Glaubhaftigkeit kämpfen. Schade, dass das im Urteil nicht berücksichtigt wurde.
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  •   Hüttenkäse
    (219 Beiträge)

    14.03.2018 09:59 Uhr
    "Heimtücke" ist eigentlich auch erfüllt!
    Denn wie sich die junge Straftäterin schamlos der grassierenden Verfolgungsängste ihrer besorgten Mitbürger bemächtigt hat, um damit die am Rande der Belastungsgrenze arbeitenden deutschen Strafverfolgungsbehörden zu täuschen - wo bleibt der Aufschrei aller Aufrechten?
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  •   IchKA
    (434 Beiträge)

    14.03.2018 12:02 Uhr
    Fakt ist eine Ermittlungspanne der Polizei
    denn nur der sehr engagierten Anwältin des anfangs Tatverdächtigen ist es zu verdanken, dass die verurteilte Frau aufgeflogen ist. Es war die spätere Initiative der jungen Anwältin, die erst später den Fall übernommen hatte und die dazu führte auch Hausbewohner als Zeugen zu befragen, während die Polizei es versäumt hatte die Hausbewohner zu befragen, was dem Beklagten zwei Monate U-Haft erspart hätte, denn es war die eine erdrückende Aussage eines Hausbewohners, welche dann zum Geständnis der Falschbeschuldigung der verurteilten Frau führte und damit zur verspäteten Freilassung des völlig zu Unrecht beschuldigten KIT-Studenten.
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  •   Hüttenkäse
    (219 Beiträge)

    14.03.2018 12:26 Uhr
    Tja, die "besorgniserregte" Polizei...
    Man darf ja auch nicht erwarten, dass die geschürte Panik im Lande an den Bürgern in Uniform spurlos vorbei geht.
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  •   stoersender
    (1086 Beiträge)

    13.03.2018 20:16 Uhr
    Ich warte schon
    auf den hämischen Kommentar des Herrn aus dem südlichen Landkreis, der ja schon vom ersten Moment an wusste, dass dieser junge Man unschuldig ist.
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  •   art5gg
    (468 Beiträge)

    14.03.2018 17:57 Uhr
    Aber nachdem anscheinend die gute Frau...
    ...sowohl "mit Migrationshintergrund" und eine "Farbige" ist, weiß der Herr aus dem südlichen Landkreis gar nicht mehr, was die "politische Corrctness" zu so einem Fall gebietet!
    Das ist jetzt die klassische Konstellation für eine Übersprungshandlung nach der Instinkttheorie.
    Vielleicht lässt sich noch die "deutsche Staatsbürgerschaft" verdammen?
    Andererseits: Ist es keine Diskriminierung, dass man jemand eine Lüge zum Vorwurf macht und dass sie sogar dafür bestraft wird?
    Hätte sie vielleicht vor Gericht behaupten sollen, dass sie erst 15 ist?
    Das wird doch heutzutage immer wieder gerne geglaubt!
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  •   Joerg_Rupp
    (2163 Beiträge)

    14.03.2018 08:48 Uhr
    Ich habe von anfang
    An auf Unschuldsvermutung plädiert. Wie recht ich hatte. UNd die ganze braune Soße, die hier schreibt, und ihn sofort ausweisen lassen wollte, wird sich nicht entschuldigen.
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  •   Ein_Wanderer
    (232 Beiträge)

    14.03.2018 13:14 Uhr
    Braune Soße
    Ach, Herr Rupp... Ihre beleidigenden Verallgemeinerungen sagen doch alles über Ihren Charakter.
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  •   caleu
    (374 Beiträge)

    14.03.2018 14:04 Uhr
    ???
    und wo ist hier etwas beleidigendes?
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  •   stoersender
    (1086 Beiträge)

    14.03.2018 15:12 Uhr
    Sie denken wohl
    bei 'Braune Soße' nur an Ihren Sonntagsbraten? Den meinte der Herr Rupp wohl eher nicht grinsen
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