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Karlsruhe Protest gegen Südumfahrung Hagsfeld: Demo vor Rathaus - Entscheidung verschoben

Zum geplanten Verkehrsprojekt "Südumfahrung Hagsfeld" werden die Gegenstimmen laut: Jüngst startete Bürger eine Online-Petition gegen die neue Trasse. Heute um 17 Uhr soll auf dem Marktplatz lautstark demonstriert werden. Unterstützung gibt es von der Klimabewegung "Fridays For Future". Eigentlich sollte der Gemeinderat am Dienstag über den Bau der Verkehrstrasse abstimmen, nun wurde die Entscheidung vertagt.

Sehr lange schon ist die "Südumfahrung Hagsfeld" Diskussionsthema. Zwischen den Stadtteilen Hagsfeld und Rintheim soll eine neue Straße gebaut werden, die die Autobahn 5 mit der Landstraße 560 verbindet. Diese führt mit dem Namen Haid-und-Neu-Straße mitten durch die beiden Ortschaften. Das Ziel: Die Stadtteile sollen vom Durchgangsverkehr entlastet werden. 

Eine Visualisierung der "Brücken"-Variante der Südumfahrung Hagsfeld. | Bild: Mailänder Consult/Stadt Karlsruhe

Doch nicht alle Bürger sind von der Idee der Verkehrstrasse überzeugt. Sowohl aus Rintheim als auch aus Hagsfeld wird die Kritik laut. Zuletzt wurde eine Online-Petition gestartet, die derzeit (Stand Montag, 17. Februar) rund 2.000 Unterschriften zählt. 

  Diese Petition wird heute, am Montag, den Fraktionen des Karlsruher Gemeinderates übergeben. Dazu versammeln sich die Gegner der Umfahrung zum Protest auf dem Karlsruher Marktplatz.

Denn: Eigentlich sollten der Karlsruher Gemeinderat morgen bei seiner Sitzung entscheiden, welche der beiden Varianten - Brücke oder Unterführung - realisiert wird. Dann wäre der Weg frei für den nächsten Schritt: Das Planfeststellungsverfahren des Regierungspräsidiums. 

Brücke oder keine Brücke: Entscheidung wurde vertagt

Doch: Die Entscheidung wurde vertagt. "Es haben sich noch offene Punkte gezeigt, für die eine weitere Vorbesprechung notwendig ist", teilt die Stadt auf Nachfrage von ka-news.de mit. Welche Aspekte dies im Detail betreffe, darüber könne man im Moment keine weitere Auskunft geben.

Obwohl das Thema morgen im Gemeinderat also  nicht zur Debatte stehen wird, finden die Umfahrungs-Gegner heute vor dem Karlsruher Rathaus zusammen, um ihre ablehnende Haltung deutlich zu machen. 

Protest gegen die geplante Umfahrung vor dem Karlsruher Rathaus. | Bild: Kube

Einer von ihnen ist Anwohner Frederick Frey. "Ich laufe jeden Abend von Rintheim nach Hagsfeld", sagt er im Gespräch mit ka-news.de. Die Umfahrung sei ein großer Eingriff in die Natur. "Es gibt dort nicht so viele grüne Ruhezentren."

Auch die Jugendlichen von "Fridays For Future" haben sich angekündigt. "Die bis zu 70 Millionen Euro, die in dieses Projekt fließen, sollen besser in das Klimaschutzkonzept der Stadt investiert werden", sagt Annika Kelber im Gespräch mit ka-news.de. "Der Bau frisst viele Ressourcen und  stößt viel CO2 aus."

Annika Kelber von "Fridays For Future" (rechts). | Bild: Kube

Die Planungen der Südumfahrung Hagsfeld sind jedoch schon weit fortgeschritten. Der nächste Schritt wäre, dass sich die Gemeinderäte für eine der Varianten - einer Brücke für 55 Millionen oder einer Unterführung für rund 70 Millionen Euro - entscheiden. Bis die Bagger letztendlich rollen, werden selbst nach der Entscheidung noch mehrere Jahre verstreichen.

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  •   alexka
    (3 Beiträge)

    18.02.2020 17:27 Uhr
    linke Tasche, rechte Tasche
    Laut der Verkehrsprognose die die Stadt Karlsruhe in Auftrag gegeben hat, ist die Entlastung für Hagsfeld im Bereich der Schwetzinger Str. / Brückenstraße mit bis zu 3.300 Autos pro Tag ausgwiesen, bei einem Aufkommen von 11.500 Autos pro Tag. Dem gegenüber steht eine Belastung für die Anwohner in Hagsfeld Süd und Rintheim Nord durch die neue Straße von +23.000 Autos pro Tag. Hier wird also ein Projekt für 70 Mio propagiert, das für Hagsfeld Mitte/Nord wenig Entlastung bringt, und stattedessen Hagsfeld Süd / Rintheim Nord stark belastet. (linke Tasche, rechte Tasche) - wo ist hier der Nutzen ? Hier die Hagsfelder gegen die Rintheimer auszuspielen wird den Fakten nicht gerecht. Das Projekt bringt letztendlich den Karlsruhern nichts.
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  •   Freigeist1
    (891 Beiträge)

    20.02.2020 20:24 Uhr
    Da fahren diese Hagsfelder selbst
    aber auch ganz schön viel per Auto durch Ihren Ortsteil, oder? Die typischen FFF Aktivsten sind das also eher nicht. @FFF: Aufpassen dass ihr Euch nicht ungewollt vor deren Wagen spannen lasst. Nicht über jedes Stöckchen springen!

    Also ich bin für: Verbindung zur Haid- und Neustrasse in Minimalausführung + anschließend Bebauung der aufgegegenen ehemaligen Nordtangentrasse (im Wald natürlich ned) + wirksame Verkehrsberuhigung in Hagsfeld (Einbahnstraßen- und Sackgassenregelungen, Poller, Verengungen, etc.) damit auch der hausgemachte Autoverkehr abnimmt. FFF - was meint Ihr dazu?
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  •   lynx1984
    (3268 Beiträge)

    19.02.2020 15:46 Uhr
    Taschenvergleich
    die Anwohner der einen Tasche wohnen hinter einem Lärmschutzwall oder baulich getrennt von der Straße und die anderen Anwohner / andere Tasche mitten durch den viel zu schmalen Ortsdurchfahrt führt.

    Die prozentual gering anmutende Entlastung auf Hagsfeld betrifft schwerpunktmäßig allerdings den Berufsverkehr. Der restliche Verkehr ist innerörtlicher Verkehr oder Verkehr von Hagsfeldern selbst. Dieser fährt aber auch nicht durch den kompletten Ort. Der Berufsverkehr wird nahezu komplett auf die neue Strecke geleitet und die Entlastungswirkung ist insbesondere in den Schwepunktzeiten sehr stark.
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  •   alexka
    (3 Beiträge)

    20.02.2020 14:43 Uhr
    Gibt es Alternativen ?
    ist es zielführend zu diskutieren welche Belastung für die betroffen Menschen höher ausfällt ? Wäre es nicht angebracht die Möglichkeiten der Verkehsreduzierung in der Ortsdurchfahrt in Hagsfeld auszuschöpfen bevor über ein sehr teures Bauprojekt mit fraglichem Nutzen gestritten wird ? Schikanen, Pförtnerampeln, Durfahrtsbeschränkungen für LKWs - all das sind Maßnahmen die noch nicht angegangen worden sind. Die ca. 20-30 % Reduzierung würden sich evtl. realisieren lassen. Es ist zu befürchten, dass durch die neue Straße viel mehr Verkehr in den Nord-Osten von Karlsruhe geführt wird als vorher da war. Der Platz für dringend benötigten Wohnraum in der Nähe der anzubindenden Arbeitsplätze (TPK) wird nebenbei mit der Straße ebenfalls zugebaut.
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  •   Scardust
    (1 Beiträge)

    18.02.2020 15:42 Uhr
    Lösungen?
    Was mich schon immer an all den Protesten gestört hat ist ein Gegenvorschlag. Wenn dann heißt es "öffentliche Verkehrsmittel" oder Dinge in der Art, aber so ein richtiger naturverträglicher Vorschlag der die entsprechende Problematik auch wirklich löst bleibt doch zumeist aus.

    Man sollte dazu übergehen, wenn man keinen konstruktiven Vorschlag erbringt, wird einfach das durchgezogen was auf dem Tisch liegt. Hier gibt es zwei drei Lösungen und es muss eine her.
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  •   toilettenfrau
    (285 Beiträge)

    18.02.2020 14:58 Uhr
    Ein paar
    Berufsdemonstranten und notorische Autogegner versuchen eine dringend notwendige Entlastung der Anwohner zu verhindern. Wieso hat der Gemeinderat nicht die Eier endlich den Beschluss zu fassen?
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  •   alexka
    (3 Beiträge)

    18.02.2020 13:37 Uhr
    Alternativen sind gefragt
    Dieses Projekt wurde bereits vor mehr als 50 Jahren als Nordumfahrung für Karlsruhe projektiert und wird nun in einer "Salami-Taktik" als Teillösung Stück für Stück vorangetrieben. Damals war die Nordtangente noch eine Umfahrung, heute führt die Straße direkt an Wohngebieten vorbei und durchschneidet wertvolle naturnahe Flächen. Dass die beidseitig begründeten Interessen zwischen den betroffenen Anwohnern von Hagfeld und Rintheim dann gegeinander ausgespielt werden macht das Projekt nicht besser oder sinnvoller. Das Projekt passt nicht in unser Zeit, in der Klimanotstand herscht und alternative Verkehskonzepte gefragt sind.
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  •   Messer
    (305 Beiträge)

    18.02.2020 13:34 Uhr
    diese sogenannte Umfahrung ist der Witz des Jahrhundert
    bringt kaum Vorteile für die Mitte von Hagsfeld und dafür gravierende Nachteile für die Hagsfelder die in Richtung Rintheim wohnen, es wäre völlig unverantwortlich diesen Mist zu bauen, Kosten über 100 Millionen.
    Der gesamte Autoverkehr, bei Staus zwischen Karlsruhe und Bruchsal, würde in Zukunft über diese Strecke gehen.
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  •   dipfele
    (5710 Beiträge)

    18.02.2020 15:56 Uhr
    Liebes Messer, 100 Mio.....
    ….. sind übertrieben. 65 kostet der Trog und 52 Mio die Monsterbrücke. Die Südumfahrung könnte auch mit einem begrünten Strassendamm mit Brücke über die Bahn für 6 bis 8 Mio zu haben sein. Das die Verwaltung kein Interesse an der Südumfahrung hat, zeigt die Planung jener Monsterbrücke. Nur noch Beton. Unter der Brücke wächst kein Grün, wie in den Zeichnungen dargestellt. Kein Mensch will so ein Ungeheuer. Desshalb wurde die zur Abschreckung der naiven Bevölkerung vorgestellt.
    Der Trog ist gleich mal 10 Mio teurer, weil im Grundwasser. Da kostet der wasserdichte Baugrubenverbau mit Grundwasserhaltung allein schon so viel wie das eigentliche Bauwerk. Da Schall nach oben abstrahlt, müssen teure Schallschluckelemente in die Trogwände eingebaut werden.
    Für 50 Mio könnten auch 160 Sozialwohnungen gebaut werden.
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  •   lynx1984
    (3268 Beiträge)

    18.02.2020 13:54 Uhr
    dann erklären Sie mal den "Witz"
    Es bringt massive Vorteile für die Mitte von Hagsfeld.
    In den öffentlichen Terminen wurde bei der Prognose der Verkehre genau der Berufsverkehr genannt welcher zukünftig vollständig auf diese Trasse verlagt wird. Damit wird sich in den Spitzenzeiten der Verkehr innerhalb Hagsfeld mehr als halbieren. Auf die Gesamtfahrzeugzahl binnen 24h (diese Slides sind sogar auf ka-news abrufbar) wird rund 1/3 weniger Verkerhsaufkommen sein. Das ist das innerörtliche Verkehrsaufkommen von Hagsfeld. Die permanenente Überlastung Hagsfelds wird damit beendet sein.

    Und von welchen Nachteilen für die Hagsfelder die Richtung Rintheim wohnen sprechen Sie? Lärm? Es ist im Planungsausschuss nicht einmal eine Anspruchsberechtigung auf Schallschutzmaßnahmen festgestellt worden, da die anzuwendenden Immissionsgrenzwerte eingehalten werden. Komplett ohne Schallschutzmaßnahmen wie Flüsteraspahlt oder Lärmschutzwänden usw. Schlichtweg auch weil der Umgebungsschall eh bereits dort hoch ist.
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