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Karlsruhe Prostituierte in Karlsruhe: Jetzt gibt's Hilfe auf dem Straßenstrich

Rund 250 Frauen arbeiten in Karlsruhe als Prostituierte. Im vergangenen Jahr hat das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche eine spezielle Beratungsstelle für die Frauen ins Leben gerufen. Am Freitag wurde diese nun offiziell eröffnet. Aber wird das Angebot überhaupt angenommen?

Straßenstrich, Laufhäuser, Wohnwagen oder Escortdienste: Schätzungsweise 250 bis 300 Frauen arbeiten in der Fächerstadt als Prostituierte. Im vergangen Jahr ging das Diakonische Hilfswerk sogar von 700 Frauen aus - meist aus den südöstlichen EU-Mitgliedsstaaten.

Hilfe in allen Lebenslagen

Seit dem ersten Juli vergangenen Jahres helfen zwei Sozialarbeiterinnen diesen Frauen - nach einer knappen Planungs- und Vorbereitungsphase, wie Beraterin Hanna Lindenfelser im Gespräch mit ka-news verrät. "Es wird schon seit über zwei Jahren gesagt, dass eine Beratungsstelle in Karlsruhe fehlt", schildert sie.

In Mannheim, Freiburg, Friedrichshafen, Stuttgart und Heilbronn gibt es solche Beratungsstellen bereits. Seit Freitag existiert dieses Angebot nun auch in der Südweststadt. Ziel der Beratung: "Wir versuchen, den betroffenen Frauen den Rücken zu stärken und einen alternativen Lebensweg aufzuzeigen", so Wolfgang Stoll, Direktor des Diakonischen Werks Karlsruhe. Und Bürgermeister Martin Lenz ergänzt: "Wir können das Problem nicht lösen, aber sicherlich lindern"

In einem großen Büro und einem Gruppenraum beraten nun zwei Sozialarbeiterinnen Frauen zu rechtlichen, finanziellen oder gesundheitlichen Fragen und geben bei Bedarf auch Hilfestellung beim Ausstieg aus dem Sexgewerbe. Unterstützt wird das Hilfswerk bei seiner Arbeit von der Stadt, die 60.000 bis 70.000 Euro für eine Sozialarbeiterstelle bereit stellte. "Finanziert werden wir zudem durch 'Aktion Mensch' und die Diakonie", erklärt Sozialarbeiterin Hanna Lindenfelser, "die Stadt hat sehr viel dazu beigetragen, dass es uns gibt."

Beraterinnen sprechen Frauen vor Ort an

Seit die Beratungsstelle ihre Tätigkeit aufgenommen hat, hätten sich bereits 18 Frauen gemeldet. 12 davon kamen aus Bulgarien, zwei aus Rumänien und jeweils eine aus Ungarn, Nigeria und Italien. Eine von ihnen war nicht einmal 20 Jahre alt.

Und wie können betroffene Frauen Kontakt aufnehmen? "Wir beraten in unserem Büro, aber betreiben auch aufsuchende Arbeit", erklärt Lindenfelser. Neben flexiblen persönlichen Terminen, die telefonisch vereinbart werden können, gehen die Mitarbeiterinnen auch auf die Straße oder in Bordelle und suchen dort Kontakt mit den Frauen. 

Ein Drittel der insgesamt 60 Örtlichkeiten in Karlsruhe hätte die Beratungsstelle bereits angeschrieben. "Wir wollen die Frauen vor Ort informieren, dass eine solche Beratungsstelle auch in Karlsruhe existiert", berichtet Lindenfelser. Zusätzlich dazu sind die Beraterinnen in einem Beratungsbus unterwegs und verteilen dabei Informationsmaterial, Visitenkarten oder Feuerzeuge mit den Kontaktdaten. Eines ist für die Sozialarbeiterinnen bei ihrer Arbeit entscheidend: "Wir beraten, informieren und begleiten zu den Themen, die die Frauen beschäftigen und nicht zu Themen, die wir oder andere für wesentlich halten."

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  •   ralf
    (3718 Beiträge)

    01.03.2015 00:09 Uhr
    Artikel gelesen?
    Darin steht:
    Zitat von ka-news Unterstützt wird das Hilfswerk bei seiner Arbeit von der Stadt, die 60.000 bis 70.000 Euro für eine Sozialarbeiterstelle bereit stellte.


    Ich würde es natürlich begrüßen, wenn die Stadt die Sache komplett in die Hand nimmt.
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  •   spital8katz
    (1178 Beiträge)

    28.02.2015 16:43 Uhr
    Und wer
    hilft den gestressten Freiern?
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  •   Humshakal
    (48 Beiträge)

    01.03.2015 00:49 Uhr
    Die Nutten
    damit verdienen die ihr Geld
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  •   Laetschebachschorsch
    (3177 Beiträge)

    28.02.2015 11:57 Uhr
    Oh
    wo unterstützen wir noch überall? Asylbereich, Wiederaufbau i. V. m. Friedensstiftung, Staatskredite ohne Wiederkehr, Hilfe zur Selbstverteidigung, Aufbau des Gesundheitswesen (und unser Gesundheitswesen bzw. unsere Altenversorgung, ich weiß - kein Vergleich aber kein Geld dafür da) und und und. Und wer bezahlt das? Du und ich, bis wir nicht mehr können. Und dann? Ob uns dann auch einer hilft? Ich glaube eher nicht.
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  •   duerrmi
    (304 Beiträge)

    28.02.2015 16:41 Uhr
    Wir unterstützen wo wir können
    ...macht nicht genau das einen Sozialstaat aus, für den wir uns alle (sonst würden wir woanders leben) entschieden haben? Ob jetzt jeder Euro an der richtigen Stelle eingesetzt ist, sei mal dahingestellt, "das System" ist jedoch m.E. OK. Sonst geht die viel zitierte Schere immer mehr auseinander.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (14337 Beiträge)

    28.02.2015 14:21 Uhr
    Laetschebachschorsch, jetzt zeigt
    das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche (unterstützt mit unseren/meinen Kirchensteuern), dass es sich aufgrund von Glauben und Nächstenliebe sozial einbringt und nun ist's auch wieder nicht recht! Auch wenn Sie (vermutlich) nicht die Dienste von Prostituierten annehmen, irgendjemand muss sich schliesslich auch um diese Mädchen und Frauen kümmern. Und ich glaube kaum, dass deshalb das Diakonische Werk mit zusätzlichen Millionen von Steuergelder unterstützt werden muss.
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  •   hajmo
    (4243 Beiträge)

    28.02.2015 19:19 Uhr
    (unterstützt mit unseren/meinen Kirchensteuern)
    Ob viel von deinen Kirchensteuern da landet wage ich zu bezweifeln. Die Kirchen lassen sich gut für ihre Arbeit von Staat/Land/Stadt bezahlen. Zusätzlich erhalten sie noch die Entschädigungen aus der Säkularisation in Millionenhöhe. (Sollte schon seit Weimarer Tagen abgeschaft werden). Da sind bisher Milliarden geflossen.
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (14337 Beiträge)

    28.02.2015 20:13 Uhr
    Okay, hajmo ;-)
    gerecht wäre dann genauso anzuzweifeln, wo landen denn eigentlich meine Steuern beim Tanken die zu einem ziemlich grossen Teil für den Strassenbau angedacht waren? Angedacht sind, kann man in Anbetracht unserer Strassen, wohl kaum noch mehr sagen.
    Ich weiss, zu diesem Thema vollkommen unpassend, aber eben weil und ....1:24 Minute(!) die sich lohnen:
    Günter Verheugen: Konstrukt EU um Deutschland zu schwächen
    Warum also, ich frage Dich hajmo, warum sollen dann nicht auch noch ein paar Groschen für eine klitzekleine Minderheit, den sogenannten Prostituierten abfallen?
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  •   Dr_Saidias
    (748 Beiträge)

    28.02.2015 20:50 Uhr
    Achtung,
    die Link-daisyy bringt wieder Links von vorgestern grinsen
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  •  hat kein leider Bild
    unbekannt
    (14337 Beiträge)

    28.02.2015 23:05 Uhr
    Übrigens, Dr_saidias
    wo waren Ihre "Link"-Bemerkungen bei marlons nervtötenden Drogen-Links?
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