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Karlsruhe Prognose steigt wieder: Kosten für Kombilösung wachsen weiter

Für die Kombilösung wird nun schon seit 2010 gebaggert, gebohrt und gebaut. Mehr als sieben Jahre bestimmen die Baustellen das Karlsruher Stadtbild. Ursprünglich rechnete man mit Kosten von etwa 530 Millionen Euro. Doch schnell verteuerte sich das Projekt - und jetzt soll es noch mehr kosten.

Wenn am Dienstag der Karlsruher Gemeinderat tagt (ka-news wird live vor Ort sein), dann steht nicht nur das Thema Südtangente oder Kinderarmut auf der Tagesordnung. Es geht auch um den aktuellen Stand in Sachen Kombilösung. Die Stadt Karlsruher will dann nicht nur über die Fortschritte bei den Bauarbeiten berichten, sondern auch um die Kosten der beiden Tunnelbauwerke.

Ging man 2002 noch von Gesamtkosten in Höhe von etwa 530 Millionen Euro für den Tunnel unter der Kaiserstraße und den unter der Kriegsstraße, steigerten sich die Ausgaben schnell. 2008, als die Förderzusage kam, schätzte man die Kosten bereits auf mehr als 580 Millionen Euro. Vor drei Jahren, im Januar 2015, gingen die Stadt und die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig), die Bauherrin der Kombilösung, davon aus, dass der Bau 897,3 Millionen Euro verschlingen werde. 

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Paul Needham

2017 wurde dann die Milliarden-Marke geknackt: Die Zahlen für den Jahrhundertbau in der Fächerstadt mussten aufgrund "reeller Mehrkosten" erneut nach oben korrigiert werden. Nun, im März 2018, kommt raus, das Vorzeigeprojekt der selbsternannten Mobilitätshauptstadt Deutschlands wird noch mehr Geld kosten als bislang angenommen. Laut aktuellem Sachstandbericht erhöhen sich die Kosten bei den Bauarbeiten, die die ARGE Stadtbahntunnel durchführt. In dem Bericht an den Gemeinderat ist von Mehrkosten die Rede, die aus der Entsorgung von belastetem Erdaushub resultieren. Auch die Arbeiten, die von sogenannten Dritten übernommen werden, verteuern sich. 

(Symbolbild)
(Symbolbild) | Bild: Paul Needham

Mehrkosten durch gute Konjunktur

Auch die Verwaltungskosten, die ursprünglich mit knapp 34 Millionen Euro eingeplant waren, müssen nun angepasst werden. "Leistungen mussten höher beauftragt werden, als bisher Berücksichtigung fand", heißt es in dem Sachstandbericht der Stadt. 

Vor allem die Kosten für den Ausbau seien maßgeblich für die erneute Preissteigerung bei der Kombilösung. "Die Prognosewerte mussten angesichts der aktuellen Konjunkturlage und dem herrschenden ausgeprägten Nachfragemarkt erhöht werden, um dem gestiegenen Preisniveau Rechnung zu tragen", so die Information an die Gemeinderäte. Eine seriöse Abschätzung sei in Anbetracht der zum Teil völlig überhöhten Angebotswerte schwer. 

Etwa 1,086 Milliarden Euro waren bisher veranschlagt. Je nach vorliegendem Szenario könnte sich das Jahrhundertprojekt der Stadt auf bis zu 1,222 Milliarden Euro verteuern. Das wäre ein finanzieller Mehraufwand von bis zu 136 Millionen Euro. Laut Kasig käme diese Preissteigerung allerdings nicht überraschend, denn zum Teil beruhen diese Zahlen auch nur auf Prognosen. Und bekanntlich heißt es ja: "Abgerechnet wird zum Schluss." 

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Kombilösung Karlsruhe | ka-news.de: Baufortschritt, Mehrkosten, Sperrungen und Verzögerungen: Mehr Infos und Fotos von der Karlsruher Kombilösung finden Sie in unserem Dossier!
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  •   schmidmi
    (2837 Beiträge)

    14.03.2018 15:06 Uhr
    Alle großen und wichtigen Projekte
    scheitern immer in den letzten 5 Minuten. Bis da ist grundsätzlich alles beherrschbar und im Lot. Ich kenne das aus jahrelanger Anschauung.
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  •   ALFPFIN
    (7851 Beiträge)

    14.03.2018 12:36 Uhr
    Meinen Sie wirklich,
    die UStrab wird fertig, ja gut, das könnte schon sein, aber wann. Da geht es unserer UStrab nicht anders wie dem BER in Berlin. grinsen
    Und die Teuerungsrate für das UBähnle nach oben endet noch lange nicht. Da sind wir voll im Trend und müssen uns nicht wegducken. Im Gegenteil stolz können wir sein, dass unsere Verantwortlichen das so sauber hinbekommen. Ja und sauber werden auch die Bahnen unten rum bleiben, die Tickets werden vermutlich so teuer, dass keiner mehr mit der Bahn fahren will. grinsen
    Aber immerhin können wir ja vor Lüpertz heiligen Kacheln dann für unser Usträble beten.
    Und ja, ich weiß, Ironie macht es auch nicht besser.
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  •   mein-senf
    (1048 Beiträge)

    14.03.2018 12:00 Uhr
    ach tatsächlich
    wer hätte das gedacht, dass ein Projekt der öffentlichen Hand und speziell in Karlsruhe mehr kostet als man dem dummen Bürger versucht hat zu verkaufen. Sowas gab´s doch noch nie !!!
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  •   schmidmi
    (2837 Beiträge)

    14.03.2018 15:02 Uhr
    Du sagst es
    die dummen Bürger. Wo hatten die damals beim Bürgerentscheid um Himmels Willen nur ihr Gehirn gelagert????
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  •   mein-senf
    (1048 Beiträge)

    14.03.2018 18:51 Uhr
    alles eine Frage des Marketing und der Werbung
    damit kann man alles schlicht und einfach verkaufen, in dem Fall dem doofen Bürger klar machen dass alles ganz gut ist und fast nix kostet ... wenn man damals dem Bürger gesgagt hätte was ggf. der worst case ist , wäre die Abstimmung anders verlaufen, nun hammers halt anner Backe, man hat ja dafür gestimmt, oder sollte man sagen man wurde mal wieder hinters Licht geführt, damit man dafür stimmt, denn so doof kann wohl kein Politiker und / oder deren Berater sein dass man nicht dieses Szenario auch annehmen musste...
    Aber das ist zweitrangig, es geht darum die Profilneurosen der Mächtigen dieser Stadt zu befriedigen , " jetzt hämmer in Karlsruh au ä Ubahn " was das kostet interessiert die doch als wenn in China ein Fahrrad umfällt, ist ja nicht deren Geld, und wenn man genau schaut soll/sollte es auch nicht der Schaden derer sein die das Projekt durchgeboxt haben, denn für Umme gibts bekannlich ned viel...
    Augen zu und durch, unsere Kindeskinder werden dafür noch blechen.
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  •   mueck
    (12406 Beiträge)

    15.03.2018 13:25 Uhr
    !
    Stuttgart-Effekt nicht vergessen!
    - Was Stuttgart schon hat, müssen wir auch haben
    - Wenn wir das Geld nicht nehmen, kriegt's Stuttgart
    Mit den beiden Argumenten konnte und kann man immer noch viele Karlsruher übe den Tisch ziehen ...
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  •   dipfele
    (5978 Beiträge)

    15.03.2018 02:20 Uhr
    Die Kosten......
    ..... interessieren schon, denn die Kohle fehlt ja an anderer Stelle.
    Das Perfide aber ist doch, dass wie die SPD Frau Baitinger mal bemerkte, der Gemeinderat doch nur des Bürgers Willen umsetzt. Und die CDU Frau Lukzack-Schwarz Handlangerin von Tunnelheinz und liebem Frank
    zur Finanzbürgermeisterin geadelt wird.
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  •   art5gg
    (537 Beiträge)

    14.03.2018 21:48 Uhr
    Da fallen mir noch ein paar flapsige Sprüche ein:
    "Wir schaffen das!"
    "Niemand wird etwas weggenommen!"
    "Nun ist es halt mal da!" (Das Loch)
    "Ich sehe keinen Grund, etwas anders zu machen!"
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  •   schmidmi
    (2837 Beiträge)

    14.03.2018 19:10 Uhr
    Wie wäre es denn
    wenn die Dummen Betroffenen (Zähler) bei solchen Abstimmungen mal selbst nachdenken, anstatt blind dem Marketingsprech zu folgen? Wenn dann noch der Mode folgend nach mehr Volksbefragungen gerufen wird, läuft es mir kalt den Rücken runter.....
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  •   bergdoerfler
    (1692 Beiträge)

    14.03.2018 11:41 Uhr
    Wenn Handwerker überhaupt noch Aufträge entgegen
    nehmen, wird kräftig aufgeschlagen. Dem kann sich auch die Kombilösung nicht entziehen, wenn jetzt erst die Gewerke ausgeschrieben werden können.
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