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Kalrsruhe Probleme mit der "Blauen Tonne": Hat sich Karlsruhe verschätzt?

Pappe zu Pappe, Plastik zu Plastik, so einfach könnte es sein. Um Kosten einzusparen, hatte die Stadt 2014 eine eigene "Blaue Tonne" für Altpapier beschlossen - ein Vorschlag, der nicht überall auf Gegenliebe traf. Mehr als ein Jahr nach der Einführung wollen es die Freien Wähler wissen: Was hat die "Blaue Tonne" tatsächlich gebracht?

Sie hat einen schweren Stand in Karlsruhe: Noch bevor die städtische "Blaue Tonne" im Dezember 2014 im Stadtgebiet verteilt wurde, wurde über den Nutzen der Papiertonne heftig diskutiert. So mancher Stadtrat titulierte sie sogar als "Zwangstonne".

Stadt soll aktuelle Zahlen offenlegen

Die Kritiker befürworteten das lange bewährte "Karlsruher System", bei dem die Bürger zwischen einer Sammlung von Vereinen und der Firma Kühl wählen konnten. Mehr als ein Jahr nach der Einführung der umstrittenen Tonne wollen es die Freien Wähler nun wissen: Was hat die "Blaue Tonne" tatsächlich gebracht?

In einer Anfrage fordern sie die Stadt zu einem Fazit auf - auch in Hinblick auf die möglichen Alternativen in der Fächerstadt. Im Jahr 2014 habe die Stadt in ihrer Stellungnahme zur Einführung der Papiertonne angeführt, dass keinerlei Einbußen bei den Vereinssammlungen zu befürchten seien, so die Freien Wähler, vertreten durch Stadtrat Jürgen Wenzel, in ihrer Anfrage. Auch sei die Verwaltung damals von Einsparungen durch die entfallende Sortierung ausgegangen. Doch hat sich das bewahrheitet?

Papier wird weiter in Wertstofftonne geworfen

In einer Stellungnahme informiert die Stadt über die "Blaue Tonne":  Im letzten Jahr wurden über die städtische Papiertonne 6.292 Tonnen an Papier, Pappe und Kartonage gesammelt. Wie viel Papier weiterhin durch die Firma Kühl oder die städtischen Vereine gesammelt wurde, kann die Stadt nicht sagen. Dem Amt für Abfallwirtschaft (AfA) liegen hierzu nach eigener Aussage keine Zahlen vor.

Eines zeichnet sich allerdings ab: Die tatsächlich eingesammelte Papiermenge liegt weit unter den Erwartungen der Stadt. "Während in der Prognose für 2015 noch von einer Vermarktungsmenge von zirka 12.900 Megagramm (Anm. d. Redaktion: Mg entspricht einem Gewicht von einer Tonne) Papier (aus Wertstoff- und Papiertonne) ausgegangen worden ist, wurde in 2015 lediglich für das Papier aus der Papiertonne noch Erlöse von zirka 6.300 Megagramm erzielt", so das Fazit der Stadtverwaltung.

Noch immer gibt es mit der Blauen Tonne Probleme, räumt sie in ihrer Stellungnahme ein. So müssten bei 5.400 Grundstücken derzeit noch Platzprobleme geklärt werden. Ein weiteres Problem bei der städtischen Papiersammlung: Weiterhin würden rund 5.884 Tonnen Papiermüll weiterhin über die Wertstofftonne, auch bekannt als "Rote Tonne", entsorgt. Eine möglich Erklärung der Stadt: Noch immer gebe es zu wenige Papiertonnen, Überschüsse würden dann weiterhin in der Wertstofftonne landen.

Stadt will auf Tonnen-Besitzer zugehen

Dennoch, das betont der Stadt auch in ihrer aktuellen Stellungnahme, wird der Gebührenzahler durch die städtische Papiertonne nicht belastet. "Vielmehr findet im direkten Vergleich mit der Situation vor der Einführung der Papiertonne (2014) eine Entlastung des Gebührenhaushalts um zirka 560.000 Euro statt", so die Stadt. Hauptgrund seien hier die eingesparten Kosten für die Sortierung des Wertstoffinhalts.

Die Stadt will dennoch im kommenden Jahr weiter Werbung für die "Blaue Tonne" machen und an machen Stellen nachbessern. So plant die Stadtverwaltung, ihre Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren. "Schwerpunkt ist hierbei, die sortenreine Erfassung der Papiermengen weiter voranzubringen", erklärt die Stadt. Da dies ein langwieriger Prozess sei, soll das AfA parallel noch aktiv auf Eigentümer zugehen. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass die Papiermengen in der Wertstofftonne weiter reduziert werden könnten.

Für Nachfragen, Beschwerden und Anliegen seitens der Karlsruher Bürger hat die Stadt die Behördennummer 115 eingerichtet. Auch Tonnenbestellungen, Änderungen und das Abbestellen der "Blauen Tonne" ist über diese Rufnummer möglich. Ebenso ist dies online möglich. Klicken Sie hier, um direkt zur städtischen Seite zur Papiertonne zu gelangen.

Der Artikel wurde nachträglich bearbeitet.

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Kommentare (56)
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  •   Malerdoerfler
    (3661 Beiträge)

    02.06.2016 20:56 Uhr
    Wieder mal verrechnet?
    Also bei uns bekommen die Vereine weiterhin regelmäßig jede Menge Papier. Und das ist gut so.
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  •   Mobfel
    (185 Beiträge)

    02.06.2016 13:51 Uhr
    Herrlich auch die Frage einiger Karlsruher-Bürger(innen) (auch hier im Forum) bei der Einführung:
    "Was soll denn dann in die neue Papiertonne rein......?" (Bewusst ohne jeden weiteren Kommentar zwinkern )
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  •   dipfele
    (4240 Beiträge)

    02.06.2016 14:20 Uhr
    die Frage stellt sich mir....
    ... auch, ob da nur Zeitungspapier oder auch die Hochglanzbroschüren der KASIG rein dürfen?
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  •   Vector
    (808 Beiträge)

    02.06.2016 16:23 Uhr
    Ja,
    Glanzpapier darf rein. Und auch zB Kuverts mit Sichtfenster oder dünn beschichtete Papiere wie zB das Einwickelpapier beim Metzger.
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  •   ka-lex
    (1520 Beiträge)

    02.06.2016 16:49 Uhr
    Der Text von der Stadt:
    Was darf in die Papiertonne?

    In die Papiertonne dürfen folgende Abfallarten: loses Papier, Briefumschläge mit und ohne Sichtfenster, Zeitungen, Bücher, Zeitschriften, Magazine, Kataloge, Prospekte, Werbeausdrucke, Hefte, Büro- und Schreibpapier, Pergamentpapier, Ordner aus Pappe, Pappe, Kartonagen, Verpackungspapier (zum Beispiel Bäckertüten, Eierkartons oder Backpapier, Papierverpackungen mit dem Grünen Punkt).

    Was darf nicht in die Papiertonne?

    Stark verschmutztes oder durchgefärbtes Papier (dies kommt in den Restmüll), Tapeten, Verbundkartons (zum Beispiel Getränkekartons), Papierverbunde, Plastik, Verpackungskunststoffe, Hygieneartikel, Ordner aus Kunststoff, Servietten, Abfall, Glas, Dosen, Kompost und Essensreste, Steine, Holz etcetera.
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  •   Zackenbarsch
    (220 Beiträge)

    02.06.2016 17:37 Uhr
    Och Mensch
    und ich hab da immer Steine reingeworfen... kein Wunder war die Tonne so schwer. grinsen
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  •   ka-lex
    (1520 Beiträge)

    02.06.2016 18:07 Uhr
    Lach nicht!
    Bei uns wurde die Blaue Tonne wieder abgeschafft, weil die Herrschaften Hausbewohner permanent Altglas, Restmüll und sonstigen Müll reingeschmissen haben.
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  •   Mobfel
    (185 Beiträge)

    02.06.2016 13:44 Uhr
    Problem in Karlsruhe ist nicht die paiertonne, sondern der Bürger!
    Papiertonnen gibt es im Bundesgebiet bereist seit 30 Jahren. KA hat Inhalt in diesem Fall, wie bei den meisten Dingen auch, länger gebraucht. Auch das hier von einer "Zwangstonne" die Rede ist zeigt, dass hier einfach was rausgeblasen wird, ohne sich auch nur Annähernd informiert zu haben. KEIN Haushalt dieser Stadt ist Verplichtet eine Papiertonne zu haben! Jeder kann einen einfachen Antrag (kostenlos) stellen, dass er von der Papiertonne befreit wird. Er muss er AfA halt nur sagen, wie er denn zukünftig sein Papier entsorgen möchte (z.B. Vereinssammlungen). Und das hier manche maulen, es hätte, trotz 560.000€ Entlastung des Gebührenhaushaltes, es hätte ja "gar nix gebracht, zeugt von den Rechenkünsten in einigen Kreisen der Bevölkerung. Aber das Nörgeln in dieser Stadt hat ja eine große Tradition, da will die heutige Bevölkerung halt nicht damit aufhören.....
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  •   kevin_liest
    (53 Beiträge)

    02.06.2016 13:05 Uhr
    Fehler ...
    im System - und das ist in Karlsruhe kein einzelfall.

    naja, passt dann ja auch Wieder!
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  •   766ziegler
    (137 Beiträge)

    02.06.2016 13:02 Uhr
    blaue tonne
    unsere blaue tonne ist nach eine woche voll, steht dann eine woche so rum, jede woche leeren könnte abhilfe schaffen, so landet der rest in der roten tonne
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