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Karlsruhe Preis an Friedenshelferin verliehen: So setzt sich Claudia Vollmer aus Karlsruhe für den Weltfrieden ein

"Sie halten Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie an jenen Orten hoch, an denen diese oft Fremdworte sind." Mit diesen Worten ehrte Bundesminister Heiko Maas im Juni neun Frauen und Männer, die bei Friedens- und Krisenmissionen der UN teilnahmen. Eine von ihnen ist die Karlsruherin Claudia Vollmer. Wie setzt sie sich für den Frieden auf der Welt ein? ka-news.de stand sie im Interview Rede und Antwort.

Am 6. Juni diesen Jahres, dem Tag des Peacekeepers, wurde mittlerweile zum siebten Mal in Folge von der Bundesregierung der Preis für neun deutsche Peacekeeper vergeben. Dieser Preis soll den Frauen und Männern stellvertretend für alle internationalen Friedenseinsätze Anerkennung schenken.

Dieses Jahr gehört auch die gebürtige Karlsruherin Claudia Vollmer zu den drei stolzen Preisträgern aus Deutschland. Sie arbeitet beim Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF). Die Organisation entsendet Teams, die dann in verschiedenen Ländern Wahlbeobachtungen durchführen.

Claudia Vollmer ist seit 20 Jahren in der internationalen Arbeit tätig.
Claudia Vollmer ist seit 20 Jahren in der internationalen Arbeit tätig. | Bild: Claudia Vollmer

Herzlichen Glückwunsch zu dieser besonderen Ehrung! Freuen Sie sich?

Für mich kam der Preis überraschend, aber natürlich freue ich mich über die Anerkennung meiner Arbeit. Ich finde, der Preis ist eine gute Gelegenheit die ganzen Einsatzmöglichkeiten in internationalen Organisationen bekannter zu machen.

Was ist das ZIF und für welche Werte steht es?

Das ZIF ist eine Tochterorganisation des Auswärtigen Amts. Die Aufgabe des ZIF ist es, zivile Kapazitäten zur Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung zu stärken. Es arbeitet mit dem Auswärtigen Amt, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, des Innern, der Verteidigung und internationalen Organisationen wie der UN, EU und der OSZE zusammen.

Es gibt drei Aufgabenfelder: Einmal die Bereitstellung, Vermittlung und Betreuung von Zivilpersonal für internationale Einsätze oder ähnliches durch Aufbau und Pflege eines Expertenpools von deutschem Fachpersonal. Dann bietet das ZIF Trainings für Personen an, die in Auslandseinsätzen arbeiten und stellt die Qualifizierung sicher. Zuletzt erstellt es unabhängige Analysen und bietet Veranstaltungs-, Informations- und Beratungsformate auf nationaler und internationaler Ebene an.

Was hat Sie dazu bewegt beim ZIF mitzumachen, wie sind Sie darauf gekommen?

Ich habe mich aus Eigeninitiative in einer Datenbank für Wahlbeobachtungsmissionen der EU und der OSZE registriert. Nach einem vom ZIF organisierten Kurs kann man als Kurzzeitwahlbeobachter für eine Woche oder als Langzeitwahlbeobachter für zirka einen Monat bei Wahlen in den unterschiedlichsten Ländern eingesetzt werden. Dies ist ein guter Einstieg, bei dem man die internationale Arbeit kennenlernt. Auch mit einem bestehenden Arbeitsplatz in Deutschland ist diese Tätigkeit vereinbar.

Bild: OSZE Präsenz in Albanien

In welchem Aufgabengebiet arbeiten Sie nun?

Als Leiterin der Demokratisierungsabteilung der OSZE, also der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, in Tirana, Albanien, liegt mein Fokus auf der Unterstützung der Wahladministration, des Parlaments, der Medien sowie der Zivilgesellschaft und auf dem Thema Frauenförderung. Zudem moderiere ich Workshops und Veranstaltungen.

Was macht Ihnen viel Spaß, was eher weniger?

Die Arbeit ist sehr vielfältig und dadurch sehr bereichernd. Routine kommt nur selten auf. Und was ich zu bemängeln habe: Es hört sich an wie eine Anekdote, ist aber ernst gemeint - am meisten fehlt mir Sauerkraut, das in vielen Ländern nicht hergestellt wird und oft nicht zu kaufen ist.

Bild: OSZE Präsenz in Albanien

Haben Sie im Rahmen ihrer Tätigkeit schon außergewöhnliche Geschichten erlebt, oder ein ganz besonderes Abenteuer zu erzählen?

Da fällt mir auch nach längerem Überlegen nichts ein. Das liegt vielleicht daran, dass ich das Besondere im Alltag suche und auch entdecke.

Was muss man für die internationale Arbeit mitbringen?

Bei der Arbeit in einer internationalen Organisation arbeitet man mit Menschen unterschiedlicher Länder zusammen und die Kommunikation in diesem multinationalen Umfeld findet in der Regel in einer Fremdsprache statt, oft ist das Englisch. Auch der Einsatzort ist meist im Ausland. Daher sind Fremdsprachenkenntnisse, vor allem Englisch, wichtig für den Einsatz.

Welchen Beruf üben sie eigentlich aus?

Ich bin Politologin.

Bild: Janine Schmitz/photothek.net (Janine Schmitz/photothek.net)

Und wie lange sind Sie schon in der internationalen Arbeit tätig?

Seit 20 Jahren schon!

Was wünschen Sie sich für die Zukunft und was sind Ihre Ziele?

Ich wünsche mir Gesundheit, und dass ich weiterhin vor interessante Aufgaben gestellt werde. 

Danke für die Antworten! Und zuletzt - wo fängt Frieden an? Wie kann man im kleinen Umfeld für Frieden sorgen?

Im privaten Umfeld versuche ich meist eine "win-win"-Lösung zu finden, bei der alle Seiten etwas gewinnen. Aus meiner Erfahrung ist das meist möglich, wenn man ein Problem von vielen verschiedenen Seiten betrachtet.

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