Karlsruhe Polizeikontrollen am Ettlinger Tor: Anrufer will Straßburg-Attentäter in Karlsruhe gesehen haben - Verdacht bestätigte sich nicht

Am Donnerstagabend wurden starke Polizeikontrollen am Ettlinger Tor und am Friedrichsplatz durchgeführt. Die Polizei sprach gegenüber ka-news zunächst von "verdächtigen Wahrnehmungen", denen nachgegangen wurde. Um 20.30 Uhr vermeldete die Polizei Details: Ein Anrufer wollte den flüchtigen Straßburg-Attentäter gesehen haben. Der Verdacht bestätigte sich jedoch nicht, vielmehr handelte es sich um unbescholtene Weihnachtsmarktbesucher.

Gegen 18.30 Uhr meldeten ka-Reporter starke Polizeipräsenz auf dem Weihnachtsmarkt am Friedrichsplatz. Dies bestätigte die Polizei gegenüber ka-news. Ursache der Kontrollen war eine "verdächtige Wahnehmung gemeldet, der wir nun nachgehen", bestätigte ein Polizei-Sprecher. "Wir sind mit starken Kräften vor Ort, und versuchen aufzuklären, was beobachtet wurde!" Nähere Angaben konnte der Polizeisprecher zu diesem Zeitpunkt noch nicht machen. 

Bild: Thomas Riedel

Ursache für die Kontrollen war ein Hinweis eines Bürgers gegen 17 Uhr: Zwei "verdächtige Fahrzeuge mit französischen Kennzeichen und deren Insassen", so heißt es in der entsprechenden Polizeimeldung, wurden gemeldet.

Der Anrufer brachte eine der Personen aufgrund der Beschreibung mit dem geflüchteten Attentäter aus Straßburg in Verbindung. Darauf kam zu intensiven Polizeikontrollen: Sie waren erfolgreich - die Personen wurden angetroffen und kontrolliert. "Ein dahingehender vager Verdacht bestätigte sich aber nicht", so die Pressemeldung, "es handelte sich vielmehr um aus Frankreich stammende, unbescholtene Besucher eines Einkaufszentrums."

Medienberichte: Mutmaßlicher Straßburg-Attentäter getötet

Laut Medienberichten ist der mutmaßliche Angreifer von Straßburg getötet worden, das berichtet "tagesschau.de" in einer entsprechenden Eilmeldung um 21.34 Uhr. Sie beruft sich auf französische Medienberichte des Senders France Info.

Der mutmaßliche Straßburger Attentäter Chekatt sei einem Medienbericht zufolge von der Polizei "neutralisiert" worden, das berichtet nun auch die Deutsche Presseagentur (dpa). Sie verweist ebenfalls auf den Nachrichtensender Franceinfo am Donnerstagabend unter Berufung auf Polizeiquellen. Das Verb "neutralisieren" kann im Französischen entweder "töten" oder "außer Gefecht setzen" heißen.

Der mutmaßliche Attentäter hatte am Dienstagabend auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet - drei Menschen wurden getötet und 18 Menschen zum Teil schwer verletzt. Der Täter war auf der Flucht.

Aktualisierung: 14.40 Uhr 13. Dezember

Nach dem Tod des mutmaßlichen Straßburger Attentäters Chérif Chekatt sind sieben Menschen in Polizeigewahrsam, das meldet die Deutsche Presseagentur (dpa). Dabei handele es sich um vier Familienangehörige und drei der Familie nahestehende Personen, sagte der Staatsanwalt von Paris, Rémy Heitz, in Straßburg.

Zwei von ihnen seien in der Nacht festgenommen worden. Nach einer zweitägigen Großfahndung hatte die Polizei den mutmaßlichen Straßburg-Attentäter Chérif Chekatt am Abend getötet. Er soll für den Terroranschlag in der elsässischen Metropole am Dienstagabend mit drei Toten verantwortlich sein.

Der Artikel wurde aktualisiert.

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