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Karlsruhe Polizei sorgt sich: Karlsruhe hat ein Problem mit Kriminalität aus Osteuropa

Viele Karlsruher fühlen sich unsicher, das geht aus der aktuellen Sicherheitsumfrage 2014 vom Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) hervor. Über die Gründe wurde am Dienstagabend im Hauptausschuss des Karlsruher Gemeinderats spekuliert. Ein wachsendes Problemfeld sieht Polizeipräsident Günther Freisleben bei Fahrzeugdiebstählen und importierter Kriminalität aus Osteuropa.

Trotz schlechtem Umfrageergebnis: "Wir leben in einer sicheren Stadt", versichern Polizeipräsident Günther Freisleben und Erster Bürgermeister Wolfram Jäger am Dienstagabend im Hauptausschuss des Gemeinderats. In den vergangenen Jahren habe man verstärkt mit Wohnungseinbrüchen zu kämpfen gehabt - laut Polizeipräsident kein spezifisches Problem in Karlsruhe, sondern in ganz Europa.

Rückgang bei Wohnungseinbrüchen

Seit Mai 2014 intensivierte die Karlsruher Polizei ihre Maßnahmen in diesem Bereich: Rund 50 Beamte sind ausschließlich für dieses Problemfeld abgestellt worden. "Das war notwendig", so Freisleben. Und erfolgreich: Rund 200 Tatverdächtige wurden in diesem Zeitraum festgenommen, 50 davon kamen in Haft. Im Schnitt ging die Anzahl der Einbrüche von 2013 auf 2014 um rund 10 Prozent zurück. "Wir sind zuversichtlich, dass wir auf diesem positiven Weg weitermachen", so Freisleben.

Derweil machen der Polizei zwei andere Kriminalitätsbereiche Sorgen: "Die Verlagerung der Wohnungseinbrüche zu Fahrzeugen", so Freisleben. Banden haben es gezielt auf Navigationsgeräte und Wertgegenstände in Autos abgesehen. Positiv merkte der Präsident an, dass die Sensibilität der Bürger bei diesem Thema gestiegen sei: "Die Fahrzeuge werden nicht mehr unverschlossen abgestellt."

Problemfeld: Anteil nicht deutscher Tatverdächtiger

Ein weiteres Problemfeld ist der hohe Anteil nicht deutscher Tatverdächtiger - laut Freisleben rund 45 Prozent: "Ich will hier nichts beschönigen", so die deutlichen Worte von Freisleben. "Es ist festzustellen, dass unser gutes - und ich betone gutes! - Asylrecht gezielt von einzelnen, kriminellen Gruppen missbraucht wird." Man habe ein Problem mit importierter Kriminalität - dabei handelt es sich nicht um Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten, sondern um Personen aus osteuropäischen Ländern wie beispielsweise Georgien und Litauen.

Das zeige auch die Situation an den Flüchtlingsaufnahmestellen: Die Störungen haben nicht zugenommen, einzelne Auseinandersetzungen seien nicht außergewöhnlich. Kritik gibt es vom Polizeipräsident für eine fehlende Organisationsstruktur, beispielsweise bei der Erfassung der ankommenden Flüchtlinge. Dies sei jedoch nicht Aufgabe der Polizei, sondern des Integrationsministeriums. Es sei deutlich zu merken, "dass die Gesellschaft nicht auf diesen Flüchtlingsansturm vorbereitet ist".

"Es ist das strukturierte Vorgehen, das uns Sorgen macht", so Freisleben. Beim Vorgehen gegen die Bandenkriminalität herrscht teilweise Ratlosigkeit: "Wie wir das als Karlsruher Präsidium angehen sollen, kann ich Ihnen nicht sagen", sagt Freisleben vor dem Hauptausschuss im Ständehaussaal und verweist auf das Land Baden-Württemberg. Geplant seien landesweit die Einführung von Pedelec-Streifen, die den Bereich zwischen Fuß- und Fahrzeugstreifen abdecken sollen. Derzeit arbeite man an einer "sehr tiefgehenden Auswertung" in diesem Bereich. In Karlsruhe will der Polizeipräsident zur Verbrechensbekämpfung weiterhin verstärkt auf Fußstreifen setzen.

 

ka-news Hintergrund:

Anlass des mündlichen Berichts von Polizeipräsident Günther Freisleben war die aktuelle Sicherheitsumfrage 2014 des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD). Dort zeigt sich, dass das 2009 festgestellte hohe Sicherheitsempfinden in Karlsruhe so nicht fortbesteht und sich das wahrgenommene Sicherheitsniveau in vielerlei Hinsicht auf die Verhältnisse von 1999 zurückbewegt hat. Befragt wurden insgesamt 17.846 Personen im Alter von 18 bis 89 Jahren in Karlsruhe - 4.320 auswertbare Fragebögen kamen zurück.

Wie aus dem Umfrageergebnis hervorgeht, fühlen sich 68,5 Prozent der Befragten in der Karlsruher Innenstadt bei Tag sicher. Nur 2,9 Prozent sind vom Gegenteil überzeugt. Nachts fühle man sich in der City deutlich unsicherer: 37,2 Prozent geben an, dass ihnen der nächtliche Gang durch die Innenstadt nicht behagt - 47,5 Prozent fühlen sich "einigermaßen sicher", nur 15,3 Prozent sicher. Besonders gemieden werde, so die Bilanz, der Europaplatz - er gilt unter den Umfrageteilnehmern als besonders unsicher.

Hier geht's zur Beschlussvorlage (Link führt auf externe Seite).
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Kommentare (76)
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  •   Amethyst
    (323 Beiträge)

    16.07.2015 10:39 Uhr
    Bei der Berliner Freibad-Randale hat man die Herkunft nicht genannt,
    jedenfalls nicht in der Tageszeitung meiner Stadt und auch im Netz war nur von "jugendlichen Tätern" die Rede.
    Obwohl gerade für diesen Tathergang die Herkunft und vorallem:
    die Wertevorstellung dieses Kulturkreises, nämlich Muslime,
    von Bedeutung ist.

    Es gab keine Freibad-Randalen, bevor die zweite und dritte Generation von Türken herangewachsen ist.
    Heutzutage braucht es schon massive Security dort.
    Deutschland, erwache.
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  •   definitivabseits
    (1075 Beiträge)

    16.07.2015 01:14 Uhr
    Groatien?
    ...
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  •   Wurzelsau
    (518 Beiträge)

    16.07.2015 09:49 Uhr
    Geranien?
    grinsen
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  •   friend60
    (2576 Beiträge)

    16.07.2015 12:13 Uhr
    G....
    Das Ge...... stimmt schon mal zwinkern
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  •   definitivabseits
    (1075 Beiträge)

    16.07.2015 17:13 Uhr
    Geppingen?
    Gengenbach?

    GERMANY?
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  •   Unglauber
    (153 Beiträge)

    15.07.2015 15:49 Uhr
    Was willst du denn
    mit dieser Aussage rauskitzeln?
    Dass es keine osteuropäischen Wanderheuschrecken gibt und man denen deren Herkunft nicht ansieht?
    Lass es, alles schon mal durchgekaut.
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  •   silberahorn
    (10611 Beiträge)

    15.07.2015 15:31 Uhr
    Ist doch ganz einfach
    Eingeborene sind klein und dick. Alles was über 160 ist ...
    Obwohl? Ziemlich kompliziert scheint das tatsächlich zu sein, wenn die hiesigen Eingeborenen womöglich gar keine Deutschen sind. Also dann eben umgekehrt.
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  •   Byron
    (38 Beiträge)

    15.07.2015 14:25 Uhr
    Haha
    Also wenn man "sichere Stadt" so definiert, dass es nicht so schlimm wie überall anderst ist, dann kann das vieles heissen.
    Wenn die Polizei dazu rät ja nichts im Auto liegen zu haben oder nachts mit dem Handy in der Hand rum zu laufen, dann weiss ich nicht was daran sicher sein soll.
    Sicher wäre doch eher wohl wenn ich mein Auto offen stehen lassen könnte, das Fahrrad nicht mir zwei Ketten abschließen muss und die Bundesregierung kein Programm einführen würde durch das die Installation von Alarmanlagen in Wohnhäuser gefördert wird.
    Alles ist relativ
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  •   Laetschebachschorsch
    (3173 Beiträge)

    15.07.2015 13:53 Uhr
    Osteuropäer?
    Wo fängt Osteuropa an und wo hört es auf? Zählt MV auch schon dazu, oder beginnt es an deren östliche Grenzen? Osteuropäer können auch Bürger der EU - sein eine recht unglückliche Definition, aber das eine schließt das andere nicht aus, genauso wie "Asiaten oder Afrikaner. Das Problem ist, das wir bequemen Deutschen uns halt bewegen müssen um zu lernen mit den Umständen fertig zu werden. Die Grenzen unserer Gutmenschen- und Heileweltauffassung bekommen wir jetzt halt aufgezeigt.
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  •   Baden01
    (619 Beiträge)

    15.07.2015 22:31 Uhr
    Widerstand
    statt überlegen wo Osteuropa anfängt. Diese Banden in muss der Staat bekämpfen, tut er dies nicht, Selbsthilfe durch Bürgerwehren?
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