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Karlsruhe "Plötzlich bekam ich keine Luft mehr": Die offene Frage, wodurch Ute W. bei den Schlosslichtspielen verletzt wurde

Am Dienstagabend soll ein Unbekannter eine Flüssigkeit verspritzt haben, die bei insgesamt 17 Besuchern der Schlosslichtspiele in Karlsruhe für Atembeschwerden und Übelkeit gesorgt haben. Unter ihnen: Ute W.. Im Gespräch mit ka-news schildert sie den Vorfall an einem ganz normalen Dienstagabend. Ihren Namen will sie nicht veröffentlicht sehen.

Es sollte ein schöner Dienstag werden für Ute W.. Am Abend besucht die Frau aus dem Karlsruher Raum mit Freunden die Schlosslichtspiele in Karlsruhe. Gegen 22 Uhr treten bei ihr und ihren Bekannten Atembeschwerden und Übelkeit auf. "Plötzlich bekam ich keine Luft mehr", sagt sie immer noch sichtlich mitgenommen.

Sie wählt sofort den Notruf. Von der Leitstelle erfährt sie, dass es bereits mehrere Anrufe in dieser Sache gab. Wie die Polizei später berichtet, ist sie nicht die einzige mit diesen Problemen: Insgesamt 17 Besucher klagen über ähnliche Beschwerden.

Auch am Tag danach sitzt der Schock bei Ute W. noch tief, sie wird weiterhin ärztlich betreut. Am Abend war die Sauerstoffsättigung im Blut niedrig - wie auch bei den anderen Betroffenen. Am Mittwoch normalisierten die Werte sich zwar wieder. Doch die Frage, die W. am meisten beschäftigt, können auch die Ärzte nicht beantworten: "Was hat diese Atemnot ausgelöst und was hat es mit den Atemwegen gemacht?" 

Es war alles ruhig

Auch mit den Erinnerungen an den Abend kann sie sich diese Frage nicht beantworten. Die 54-Jährige war mit Freunden bei den Schlosslichtspielen. Sie saßen etwa 15 Meter von dem Weinstand entfernt, der auf der rechten Seite vor dem Eingang zum Schlosshof steht. "Wir haben nichts Ungewöhnliches wahrgenommen. Uns hat diese Ruhe begeistert, wie alle fasziniert die Shows angeschaut haben." Es hätten um sie herum nur leise Gespräche stattgefunden.

Mit ihren Freunden habe sich W. noch über einen süßen Geruch gewundert: "Es hat uns an Kaiserschmarrn oder Crêpes erinnert. Aber dort steht kein solcher Stand." Dann war innerhalb von Sekunden erst der Hals rau, dann war die Luft weg. Ute W. steht auf und läuft zurück in Richtung Zirkel, "nur weg" denkt sie sich. Vom Zirkel aus hat sie dann die Rettungskräfte alarmiert. Später wurde sie dort von der Polizei aufgenommen und zu einem eingerichteten Behandlungsraum im Schlossgebäude gebracht, wo auch ihre Freunde behandelt werden. Auch zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch Probleme mit dem Atmen.

Große Dankbarkeit für die Arbeit der Helfer

Erst später habe sie von dem Mann erfahren, den die Ermittler nun suchen. "Wir haben zuvor nichts wahrgenommen oder mit einem Mann gesprochen", sagt sie. Das hat sie auch der Polizei erzählt, die noch mit den Ermittlungen beschäftigt ist. "Erst heute wurde ich angerufen und gefragt, wie es mir geht. Die Arbeit der Polizei und der Rettungskräfte war und ist absolut vorbildlich", lobt W.. Die Betreuung habe ihr und ihren Freunden sehr geholfen, dafür ist sie sehr dankbar.

Nun hofft sie, dass die Ermittler möglichst schnell einen Fahndungserfolg vermelden können, damit sie die Frage für sich beantworten kann, was an dem Abend die Atemnot ausgelöst hat. Große Veranstaltungen will Ute W. vorerst meiden, und auch die Schlosslichtspiele wird sie wohl in diesem Jahr nicht mehr besuchen. 

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Kommentare (8)
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  •   udoh
    (1749 Beiträge)

    23.08.2018 14:26 Uhr
    Sollte man ernst nehmen
    Aspertam oder Phosgen riechen auch süßlich (wie "faulende Bananen"). Vielleicht war ein **** Drecks... mal wieder nur zu blöd um einen geplanten Schaden anzurichten?
    Den Betroffenen rasche und vollständige Genesung und den Behörden umfassenden Fahnungserfolg!

    Ach ja: welchen Typ haben sie gerade beim Bundesgerichtshof vorgeführt?
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  •   kawai
    (135 Beiträge)

    23.08.2018 11:28 Uhr
    Was ist denn hier los?
    Wie kann man sich bitte über so etwas lustig machen?

    Danke an ka-news für's Moderieren.
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  •   VielVorNixDahinter
    (214 Beiträge)

    23.08.2018 09:41 Uhr
    Karlsruhe ist sicher
    Ist das erst der Anfang oder schon das Ende?
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  •   udoh
    (1749 Beiträge)

    23.08.2018 15:40 Uhr
    Sicher ist jedenfalls, dass so etwas in einer U-Haltestelle
    übler ausgegangen wäre
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  •   Chris.Lok75
    (691 Beiträge)

    23.08.2018 03:19 Uhr
    ?
    Hatte am Mitwochmorgen auch so ein Erlebnis.
    War natürlich wieder zu früh beim Discounter und mußte ein paar Minuten bis zum Einlass warten.
    Normalerweise stehe ich dann ganz gerne im Schatten.
    Leider stand da so ne Type mit ner Giftgaswolke (Rasierwasser) um sich rum.
    Da kann einem auch schon mal Übel werden.
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  •   Eckfaehnchen
    (2632 Beiträge)

    23.08.2018 13:45 Uhr
    Besser nach Rasierwasser riechen
    wie einer der schon 3 Tage bei 35 Grad das gleiche Hemd trägt.
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  •   betablocker
    (4089 Beiträge)

    22.08.2018 22:05 Uhr
    Dieser
    Geruch müsste doch eigentlich schon einen ersten Hinweis geben?

    Es ist echt schlimm was für Irre rumlaufen. Jetzt kann man noch nichtmal mehr in Frieden zu so einer harmlosen Veranstaltung mit eigentlich lauter völlig normalen Leuten gehen.
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  •   axel1961
    (229 Beiträge)

    22.08.2018 18:36 Uhr
    Was soll
    dieser Kommentar? Das liesr sich so, als wenn der Besucherin unterstellt würde, dass sie sich das Ganze nur eingebildet haben könnte. Bei solchen Menschenmassen halte ich es aber durchaus nicht für unwahrscheinlich, dass irgendein Spinner eine Chemikalie als Aerosol versprüht haben könnte. Zumal sich ja offensichtlich noch weitere Geschädigte gemeldet haben. Mich würde schon noch interessieren, was die Ermittlungen bzgl. des eingeatmeten Stoffes ergeben.
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  •   Heisenberg
    (74 Beiträge)

    22.08.2018 18:11 Uhr
    Klarer Fall
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