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Karlsruhe Pläne auf Eis: Keine Leichtbauhalle für PSK Lions - Europahalle als Notlösung

Alles wieder auf Anfang: Die erhoffte Leichtbauhalle für die PSK Lions wird nun doch nicht kommen. Das verkündeten die Verantwortlichen bei einem kurzfristig anberaumtem Pressetermin am Dienstag. Dafür ist jetzt eine andere Halle wieder im Gespräch- zumindest übergangsweise.

Eigentlich schien die neue Leichtbauhalle für die PSK Lions in trockenen Tüchern zu sein. Am 11. Juli gab der Hauptausschuss grünes Licht für die neue Halle aus Gotha. Die Beschlussvorlage wurde dort mit deutlicher Zustimmung beschlossen- allerdings in modifizierter Form. Diese Pläne liegen nun allerdings auf Eis: Am Dienstag verkündeten die Stadt Karlsruhe und die PSK Lions in Vertretung durch Oberbürgermeister Mentrup und dem PSK-Vorsitzenden Joachim Kögele, dass die Pläne für die Errichtung der Leichtbauhalle geplatzt sind. 

Probleme mit Brandschutz und Kosten

Die ursprünglich geplante Errichtung der Leichtbauhalle auf dem PSK-Gelände lasse sich nach eingehender Prüfung nun doch nicht realisieren, so die Begründung. Zwei Faktoren spielten hierbei eine entscheidende Rolle: Sicherheit und Kosten. Der Brandschutz der Leichtbauhalle ist nach Einschätzung der Verantwortlichen nicht ausreichend für die geplante Nutzungsdauer von fünf Jahren. "Wir sind davon ausgegangen, dass die Leichtbauhalle die Mindeststandards erfüllt, schließlich stand die Halle auch mehrere Jahre in Gotha", so Mentrup beim Gespräch am Dienstag.  

Außerdem stünden bei einer kürzeren Dauer die Kosten für die Halle in keinem Verhältnis zur Nutzung. Der letzte Kostenvoranschlag lag nach Aussage des Karlsruher Stadtoberhaupts bei rund 500.000 Euro- und damit 100.000 Euro über dem Budget, das die Stadt für die Leichtbauhalle eingeplant hatte. 

PSK-Vorsitzender Hans-Joachim Kögele, OB Frank Mentrup und Bürgermeister Michael Obert bei der Pressekonferenz am Dienstag. | Bild: Lukas Hiegle

Europahalle wird neuer Spielort der Lions 

Das Problem: Die Halle in der Friedrich-List-Schule, in der die Spiele der Lions bisher stattfanden, genügt nicht den Anforderungen der höheren Spielklasse. Nach ihrem Aufstieg müssen die Lions eine Halle mit einer Kapazität von 1.500 Plätzen zur Verfügung stellen. Um die Lizenz der PSK Lions nicht zu gefährden, hat sich die Stadtspitze entschlossen, die Europahalle vorübergehend und ausschließlich für die Spiele der Lions zu ertüchtigen.

Die Stadt sieht sich dabei damit konfrontiert, gutachterlichen Kritikpunkte - in erster Linie Brandschutz und Fluchtwege - an der Europahalle für die Spiele der Lions aus dem Weg zu räumen. Ein Brandschutzgutachten hatte 2014 Mängel in der Europahalle zutage gebracht. Seither steht die Halle für Veranstaltungen mit über 200 Personen eigentlich nicht mehr zur Verfügung. Durch provisorische, technische Einrichtungen, wie etwa mobile Groß-Lüfter, mehr Sicherheitspersonal sowie eine Brandaufsicht will die Stadt die Europahalle "spielfähig" machen. 

Zwischen acht und siebzehn Spielen in der Europahalle geplant

Oberbürgermeister Frank Mentrup und Michael Obert betonen bei der Pressekonferenz jedoch mehrfach, dass dies eine absolute Notlösung sei und keinesfalls über die Basketball-Saison hinaus Bestand hätte. Soll heißen: Die Notlösung ist ausschließlich für die Spiele der Lions gedacht, nicht aber für andere Sportarten.

Sie ist insgesamt eine von drei Heimspielstätten: Neben der Europahalle werden die Lions in der Saison 2017/2018 ihre Heimspiele in St. Leon-Rot und weiterhin in der eigentlich zu kleinen Halle der Friedrich-List-Schule austragen. Ab dem 6. Januar 2018 soll die Europahalle  für die noch ausstehenden acht bis 17 Heimspiele der Karlsruher Basketballer zur Verfügung stehen. Zu den Kosten dieser Maßnahme machten die Verantwortlichen keine Angaben.

"Wir haben in den letzten Tagen intensiv nach einer Lösung gesucht, um die Lions nicht im Regen stehen zu lassen", erklärte Michael Obert zum Abschluss der Pressekonferenz am Dienstagmittag im Rathaus. Unklar ist derzeit noch, wie es bei einer erfolgreichen Saison der Lions über die Saison 2017/2018 hinaus weiter geht.  

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  •   Ludwigsstammtischbruddler
    (765 Beiträge)

    05.09.2017 17:59 Uhr
    Karlsruhe:
    Große Gosch, nix dahinter. grinsen
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  •   teflon
    (2991 Beiträge)

    05.09.2017 20:08 Uhr
    Immer wenn ich bei solchen
    Zusammenhängen den Namen "Obert" lese, wundert mich gar nichts mehr.
    Diese Verwaltung ist selbst noch für Schilda zu schlecht...
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  • unbekannt
    (906 Beiträge)

    05.09.2017 17:34 Uhr
    Eine SCHANDE!
    Für die Stadt Karlsruhe und die politisch Verantwortlichen.
    Wie kann es sein, dass die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs schon seit Jahren über keine Sporthalle verfügt in der Veranstaltungen möglich sind. Wie kann man nur über Jahre so schläfrig und ignorant sein? Wozu haben wir eigentlich einen Sportbürgermeister? Wozu haben wir ein Sportamt? Seit der "Stillegung" der Europahallle hat man einfach nichts mehr gemacht. Jahrelang. Auch mit dem Wissen dass wir Vereine wie die BG und jetzt Post haben, die sehr wohl -auch schon vor Jahren- Profibasketball hätten spielen können. Das Problem ist ja nun mal nicht neu.
    Aber Ihr politisch Verantwortlichen: Ruht weiter in Karlsruhe, genießt Eure B-Gehälter und klopft Euch weiterhin auf die Schultern.
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  •   lynx1984
    (3303 Beiträge)

    05.09.2017 18:03 Uhr
    Du sagst es
    klar ist das mit der Europahalle und den einhergehenden Brandschutzbestimmungen äußerst doof gelaufen - aber keine Erklärung für das JAHRELANGE NICHTSTUN. Bürgermeister Michael Obert hätte lieber den Konflikt mit dem BadischBrauhaus sein lassen sollen und diese Zeit und Energie in die Arbeit an einer Lösung für eine funktionelle Sporthalle nutzen können. Hier werden Vereine im Regen stehen gelassen.
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