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Karlsruhe Personal-Probleme: Viele Rettungswagen in Karlsruhe nicht pünktlich

In Karlsruhe und dem Landkreis halten Rettungsfahrzeuge nicht immer die vorgegebenen Fristen ein. Nach Angaben des Landes waren 90,7 Prozent der Rettungswagen und Noteinsatzfahrzeuge pünktlich vor Ort, bei den Notärzten lag die Zahl sogar bei nur 88,5 Prozent. Mit mehreren Maßnahmen soll gegengesteuert werden.

Bereits seit vielen Jahren steigen die Einsätze permanent an: Rückten 2013 der Rettungswagen noch 28.516 Mal und der Notarzt 12.923 Mal aus, gab es 2014 im Rettungsdienstbereich des Stadt- und Landkreises Karlsruhe bereits 29.820 bzw. 13.526 Einsätze. Im Jahr 2015 war eine weitere Steigerung auf 37.565 Einsätze des Rettungswagens zu verzeichnen, lediglich die Einsätze des Notarztes sanken leicht.

Neue Fahrzeuge, aber mehr Stunden

In einer sogenannten "kleinen Anfrage" wandten sich deshalb die Landtagsabgeordneten Joachim Kößler (Bretten), Christine Neumann (Ettlingen) und Ulli Hockenberger (Bruchsal) an das Innenministerium von Baden-Württemberg, um herauszufinden, was zur weiteren Optimierung der Hilfsfristen geplant ist.

Aus der Stellungnahme des Landes geht hervor, dass der Bereichsausschuss für den Rettungsdienstbereich Stadt- und Landkreis Karlsruhe zahlreiche Maßnahmen beschlossen habe, welche die notfallmedizinische Versorgung nach und nach verbessern sollen. Im Zentrum dieser Maßnahmen stehen dabei die Ablösung der Mehrzweckfahrzeugstrategie und die Einführung eines Trennsystems für Notfallrettung und Krankentransport. Letzteres wird im Stadt- und Landkreis Karlsruhe seit dem 1. Januar 2017 unter Inbetriebnahme zusätzlicher Krankentransportfahrzeuge umgesetzt. 

Zudem werden die RTW-Vorhaltungen (Rettungswagen) in Bruchsal und Ettlingen erweitert, in der Rettungswache Karlsruhe-Mitte ist ein zweites Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) stationiert worden, ebenso in der Rettungswache Langensteinbach und in der Rettungswache Philippsburg kämen ein NEF sowie zwei RTW dazu, auch die Personalvorhaltestunden seien insgesamt erhöht worden.

Personalmangel sorgt für Probleme

Allerdings gibt das Land auch zu, dass der Rettungsdienst im Stadt- und Landkreis Karlsruhe unter akutem Fachkräftemangel leidet: "Wie in den anderen Gesundheitsbereichen zeichnet sich nach Mitteilung der Hilfsorganisationen auch im Rettungsdienst ein Fachkräftemängel ab, dem es frühzeitig entgegenzuwirken gilt."

Kennzeichnend dafür seien Schwierigkeiten bei der Besetzung von Stellen. "Derzeit gibt es über alle im Rettungsdienst im Rettungsdienstbereich Stadt- und Landkreis Karlsruhe beteiligten Leistungserbringer und -träger 40 Stellen, die es zu besetzen gilt. Dabei handelt es sich zumeist um Stellen für Rettungssanitäter", heißt es weiter. Wie das Land gedenkt, die freien Stellen zu besetzen, bleibt in der Stellungnahme jedoch offen.

Das Ziel sollen 100 Prozent sein 

Auf die Frage der drei CDU-Landtagsabgeordneten, ob für eine hundertprozentige Einhaltung der Hilfsfristen weitere Notarztstationen notwendig seien, erklärt das Land, dass man nun erst einmal abwarten wolle, ob die bereits eingeleiteten Maßnahmen greifen und zur Einhaltung der Hilfsfrist beitragen.

"Sollte dies nicht der Fall sein, müssten durch den Bereichsausschuss noch weitere Hilfsfristverbesserungsmaßnahmen geprüft werden", so die abschließende Aussage des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration.

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Kommentare (19)
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  •   Cooky86
    (5 Beiträge)

    12.06.2017 16:43 Uhr
    Rettungssanitäter??
    Naja, ich stelle hier mal die Qualität der Berichterstattung und mancher Kommentatoren in Frage.
    Im oben verlinktem Bericht von 2016 und in diesem werden die Begriffe Rettungssanitäter und Notfallsanitäter durcheinander gebracht! Rettungssanitäter ist ein Kurs von knapp 3 Monaten und keine Berufsausbildung. Somit kann auch ein ehrenamtlicher diese Aufgabe erfüllen. Wobei das wiederum eine Frage der Qualität im Rettungsdienst ist. Aufgrund des Wegfalls der RettAss-Ausbildung und der Übergangsfrist zu Ende 2020 bzw. Januar 2021 fehlen Notfallsanitäter. Das Rettungsdienstwesen, gehört wie in den anderen Bundesländern in kommunale Hände und nicht in die Hände von Leuten die früher in der Politik waren oder es noch sind und gleichzeitig Mitglied in einem Verein und auch nicht in die Hände der Kostenträger. Und immerhin wurde jetzt auch schon die 5-Jahres Regel bei der Ergänzungsprüfung geändert, das mehr RA´s den NotSan machen! Ich würde noch mehr schreiben, aber meine Zeichen reic...
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    13.06.2017 02:19 Uhr
    Egal
    wie das heisst, es kann doch nicht sein, dass Leute die Leben retten ihre Ausbildung selbst bezahlen müssen. Wenn so ein esoterischer Globoliheilpraktiker das muss - ok, aber doch nicht Leute die im Einsatz sind. Die schon auf der Fahrt zum Einsatzort gefährdet sind und dann mit Situationen konfrontiert werden die sich der 'Otto' gar nicht vorstellen will.

    Idiotisch ist das.
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  •   Route66
    (2991 Beiträge)

    12.06.2017 15:15 Uhr
    Unglaublich
    Die GFs verdienen sich dumm und dämich. Leisten sich fette Dienstwagen und es kümmert sie nicht, ob Menschen, die mit dem Tod ringen gerettet werden können. Genau so ist es nämlich. Die Sanitäter werden hundsmiserabel bezahlt oder arbeiten freiwillig. Ganz abgesehen von den Arbeitszeiten und dass sie mittlerweile beim Einsatz immer häufiger körperlich angegriffen und behindert werden. Hauptsache geglotzt und ein cooles Bild gemacht vom Opfer.
    Es geht um Menschenleben und dafür ist keine Kohle da? Dass ich nicht lache.
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  •   VielVorNixDahinter
    (292 Beiträge)

    12.06.2017 14:23 Uhr
    Alle Gründe untersucht?
    Mir fehlen hier ein paar Infos. 1.: In welcher Region gab es die meisten Verzögerungen? 2.: In welchen Regionen wurden Leitstellen zusammengestrichen (wie z.B. in Blankenloch)?

    Oder wird das dann zu peinlich für die "Planer" dieser Maßnahmen?
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  •   schmidmi
    (2860 Beiträge)

    12.06.2017 13:00 Uhr
    Leute ausnutzen
    Was soll man dazu nur sagen?
    Ich habe in meiner Jugend ca. 10 Jahre ehrenamtlich im Rettungsdienst gearbeitet. Das waren ca. 3000 Stunden pro Jahr. Und? Es hat einfach Spaß gemacht.
    Aber heutzutage scheint so ein Engagement nicht mehr in zu sein. leider!
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  •   Eckfaehnchen
    (2681 Beiträge)

    13.06.2017 03:16 Uhr
    Sorry,
    aber da frage ich mich wovon du gelebt hast ? 3000 Stunden pro Jahr ehrenamtlich. schon mal ausgerechnet
    wieviele Stunden das monatlich sind ?
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  •   schmidmi
    (2860 Beiträge)

    13.06.2017 10:14 Uhr
    Studentenleben
    Ich war in der Zeit Schüler und Student.
    Die Stunden bekommt man einfach zusammen:
    Jedes Wochende 56 Stunden durchgehend.
    Dann jede 2te Woche in der Woche Ausbildungen.
    Und zur Abrundung noch alle Feiertage.
    Die Ferien bestanden immer aus 24 Stunden Dienst und 24 Stunden frei im täglichen Wechsel.
    Das läppert sich dann eben...
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  •   schmidmi
    (2860 Beiträge)

    12.06.2017 17:24 Uhr
    Rettungsassistent
    Na, die zweijährige Ausbildung gab es zu meiner zeit auch schon....
    Und dass man sie selbst bezahlte war logisch.
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  •   andip
    (11326 Beiträge)

    12.06.2017 15:30 Uhr
    Siehe dazu den obigen Link
    Als Sani auf einem RTW muss man heutzutage Vollprofi sein mit einer entsprechenden Ausbildung, die drei Jahre dauert und man auch noch selber bezahlen muss.
    Ehrenamtliche mag es sicher noch geben, aber die dürfen nicht mehr ran, zumindestens nicht bei Notfalleinsätzen.
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  •   Ozeiger
    (1459 Beiträge)

    12.06.2017 12:44 Uhr
    Ist schon verrückt
    wofür Geld im Überfluss da ist und wofür nicht....
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