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Karlsruhe Pegida und NoKargida: Mehrere Festnahmen, eine Verletzte

Am Dienstag, 31. März, findet erneut eine Kundgebung der Karlsruher Pegida auf dem Stephanplatz statt. Auch Gegenveranstaltungen wurden angemeldet. In der Innenstadt werden deshalb einige Straßen gesperrt, die Bahnen werden wie in den vergangen Wochen umgeleitet.


AkNeben dem Stephanplatz hinter der Postgalerie sind laut Stadt und Polizei die Amalien-, Douglas-, Hirsch- sowie die Leopoldstraße und der Kaiserplatz von den Sperrungen betroffen. Insbesondere die Nutzung der dort gelegenen Parkhäuser "Postgalerie" und "Amalienstraße" ist an diesem Abend voraussichtlich ab 18.30 Uhr für etwa zwei Stunden erheblich beeinträchtigt.

"Pegida-Redner teilweise rechtsextrem"

Auch die Bahnen werden auf einigen Strecken erneut umgeleitet. Ab etwa 19 Uhr wird nach Auskunft einer Sprecherin der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) die Kaiserstraße zwischen dem Europaplatz und der Schillerstraße gesperrt sein. Die Umleitung verläuft wie in den vergangenen Wochen über die Karlstraße. Bei spontanen Änderungen sei man jederzeit in der Lage, kurzfristig zu reagieren, erklärt die Sprecherin.

Neben der Pegida-Kundgebung wird es auch Gegenveranstaltungen geben. Ziel der Pegida-Gegner ist es laut diversen Pressemitteilungen, die Proteste gegen die islamkritische Bewegung nicht abflammen zu lassen. Die Pegida-Kundgebungen könnten nur verhindert werden, "wenn sich genügend Menschen aktiv an den Gegenprotesten beteiligen", heißt es zum Beispiel in einer Pressemitteilung der Libertären Gruppe Karlsruhe.

 Auch die Karlsruher Grünen hatten zuletzt zu weiteren Protesten aufgerufen.  Wer den Pegida-Rednern zuhöre, müsse erkennen, dass hinter der Bewegung teilweise rechtspopulistische und rechtsextreme Kräfte stecken, sagte Grünen-Stadtrat Joshua Konrad.

Aktualisierung, 20 Uhr:

Wie die Karlsruher Polizei mitteilt, startete die NoKargida-Demonstration vor etwa 50 Minuten mit etwa 200 Personen auf dem Europaplatz. Auf dem Stephanplatz sammelten sich zu diesem Zeitpunkt rund 100 Personen. In der Amalienstraße kam es während dem Demonstrationsgeschehen erneut zu einer Sitzblockade. Die Teilnehmer wurden von der Polizei aufgefordert, aufzustehen. Gegen 19.55 Uhr twittert die Polizei Karlsruhe: "Die Personen sind wiederholten Aufforderungen nicht nachgekommen, mussten weggetragen werden - verlief alles friedlich."

Aktualisierung, 20.40 Uhr:

Gegen 20.30 startete der Kargida-Aufzug mit rund 120 Teilnehmern. An mehreren Orten der Umgebung protestieren Gegendemonstranten mit Sprechchören gegen die Pegida-Szene. 

Aktualisierung, 21.40 Uhr:

Wie die Polizei mitteilt, wurden einige Einsatzkräfte im Bereich der Sperrung in der Kaiserstraße von etwa 40 Personen angegangen. Sie versuchten offenbar die Absperrung zu durchbrechen. Die Beamten konnten dies unter Einsatz von Pfefferspray verhindern. Etwa 20 Minuten später hatte man die Lage im Griff, wie die Polizei auf Twitter vermeldet. Gegen 20.30 Uhr wurden die Versammlung und Kundgebung auf dem Stephanplatz beendet. Nach der Abschlusskundgebung der Pegida-Veranstaltung wurden die Teilnehmer mit zwei Bussen weggefahren.

Aktualisierung, Mittwoch 8 Uhr:

Wie die Polizei mitteilt, wurde eine 28 Jahre alte Frau am Unterschenkel verletzt. Die genauen Umstände sind noch unklar - die polizeilichen Ermittlungen dauern an.

Nach der fünften Pegida-Versammlung zieht die Polizei eine insgesamt positive Bilanz. "Die konsequente Separierung der beiden Demonstrationslager ging auch diesmal wieder auf, sodass wir eine direkte Konfrontation verhindern konnten", so Einsatzleiter Wolfgang Tritsch. Insgesamt werden sechs Gegendemonstranten mit Anzeigen wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und vier wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte rechnen müssen; weitere neun werden wegen Beleidigung von Polizeibeamten zur Anzeige gebracht.

Das "Offene Antifa-Treffen Karlsruhe" verurteilt den Polizeieinsatz bei der Kundgebung gegen Kargida am Dienstagabend in einer Pressemitteilung scharf. Bei einem Einsatz zum Ende des Pegida-Marschs am Stephanplatz sollen Gegendemonstranten durch Schlagstockeinsatz und Fußtritte schwer verletzt worden sein.

Aktualisierung, 13 Uhr:

In einer Stellungnahme gegenüber ka-news, teilt die Polizei Karlsruhe mit, dass die verletzte 28-Jährige im Krankenhaus vernommen wurde. In Medienberichten heißt es zum Teil, dass die Verletzungen die Folgen einer Auseinandersetzung mit Polizeibeamten gewesen sein sollen. Wie die Polizei mitteilt, habe die Frau bei der Erst-Vernehmung im Krankenhaus keine Angaben zum Hergang gemacht. Die Kriminalpolizei ermittelt nun die weiteren Umstände.

ka-news Hintergrund:
Am Dienstag, 31. März, findet die insgesamt 5. Pegida-Kundgebung in Karlsruhe statt. Zu den Kundgebungen der islamkritischen Bewegung kommt es auf dem Stephanplatz hinter der Postgalerie. Rund um diese Veranstaltung formieren sich Gegenkundgebungen. In der Vergangenheit kam es zu teils schweren Ausschreitungen zwischen Pegida-Gegnern und -Anhängern. Eine Klage der Verantwortlichen der Post-Galerie, die Demonstrationen an einen anderen Ort zu verlegen, wurde abgelehnt.

Mehr zum Thema bei ka-news:

Bilder von den Demos am 31. März gibt es hier

Pegida-Demo, die Fünfte: Wieder weiträumige Sperrungen in Karlsruhe

Bilder von den Demos am 23. März gibt es hier

Pegida-Demo darf stattfinden: VGH lehnt Beschwerde ab

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  •   Tino
    (189 Beiträge)

    02.04.2015 15:22 Uhr
    Gestern schrieb Propagandahilfskraf an dieser Stelle:
    Nach einigen sich deckenden Aussagen wurde die Frau von Polizisten ins Bein getreten. Es gibt auch mindestens eine Videoaufnahme von dem Vorfall, aber ich weiß nicht ob diese den Angriff detailiert genug zeigt. Als die Frau auf dem Boden lag wurde eine anwesende Pressefotografin von einen Polizisten tätlich angegriffen und erhielt einen harten Schlag von Hinten in den Nacken. Vielleicht hat der anwesende KA-Newsreporter das aufgenommen? Die Fotografin zeigte gerade ihren Presseaufweis hoch als ein Polizist sie von hinten in den Nacken geschlagen hat.
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  •   Tino
    (189 Beiträge)

    02.04.2015 15:26 Uhr
    Ohne Individuelle Kennzeichnung der Polizisten
    wie es in Berlin sowie in Brandenburg vorgeschrieben ist,
    wird der betreffende Beamte wohl nie ermittelt werden können.
    Die Gesichter der Beamten waren zum Teil mittels Sturmhauben vermummt.



    Die Kombination aus beidem kommt einer Einladung zur Anwendung von unberechtiger und übertrieberner Gewalt gegen Dritte gleich.
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  •   fallobst
    (1345 Beiträge)

    03.04.2015 11:15 Uhr
    Der links
    im Bild ist gleich ein potenzieller Kandidat. Genauso sehen sie aus.
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  •   Reyosa
    (51 Beiträge)

    03.04.2015 15:05 Uhr
    meinst du das ist ein Polizist in zivil?
    du scheinst dich echt auszukennen!
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  •   fallobst
    (1345 Beiträge)

    03.04.2015 16:21 Uhr
    Ne,
    der hat Steine im Rucksack, zwei runde, drei flache und ein Päckchen Kiesel.

    Obwohl, er sieht nicht aus als ob er das tragen könnte...

    Reyosa, hübscher Name, mal was anderes. zwinkern
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  •   maxpippus
    (19 Beiträge)

    02.04.2015 14:44 Uhr
    Es liegt doch auf der Hand
    Leute , die in Ihrer lauten Darstellung über " andere " urteilen - Du bist Nazi - haben doch eine besondere Plattform , werden ja von den Medien unterstützt ! .... Sollte jedoch in Deutschland die Auswirkungen des " Gutmenschentums " repariert werden müssen , durch Maloche ! Haben sich die WOHLSTANDSKOMMUNISTEN und MENSCHENVERSTEHER versteckt !
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  •   Tino
    (189 Beiträge)

    02.04.2015 15:08 Uhr
    Für dich ist wohl jeder, der gegen Nazis ist ein Kommunist
    genau diese Sichtweise kennen wir zu Genüge von rechtsextremen Kommentatoren.
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  •   Tino
    (189 Beiträge)

    02.04.2015 12:43 Uhr
    wenn man den Rechtsextremen keine Aufmerksamkeit schenkt
    dann ziehen sie ungestört durch die Straßen, am liebsten Nachts und mit Fackeln. Und wenn man sie lange genug ignoriert, dann ziehen sie sich seltsame Kostüme an, wie in den USA.
    video
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  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    02.04.2015 17:14 Uhr
    Ich stimme Ihnen absolut zu...
    dass sich mit der Polizei prügeln und Steine werfen der falscheste Weg ist, um eine antifaschistische Haltung zu beweisen.

    Allerdings halte ich es ebenso für falsch und fatal, mit Rechtsextremisten zu reden und ihnen nachzugeben. Wenn es mit friedlichen Mitteln möglich ist, Naziaufmärsche zu verhindern, also z.B. durch Sitzblockaden etc. kann das absolut sinnvoll sein, aber dazu braucht es mehr Gegendemonstranten als zur Zeit in Karlsruhe - und je mehr gewalttätige Auseinandersetzungen es gibt, umso weniger werden kommen.

    Viel wichtiger als Symbolpolitik ist es aber, die Argumente von Rechtsextremisten zu widerlegen und glaubwürdige Alternativen aufzuzeigen. Deshalb fände ich es auch schön, wenn sich mehr Menschen in der direkten Arbeit mit Flüchtlingen engagieren würden, das hilft nämlich konkret...
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  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    02.04.2015 16:47 Uhr
    Ich halte überhaupt nichts von Pegida...
    ...und allen anderen rechtsextremen Organisationen und bin auch der Meinung, dass sich die Zivilgesellschaft gegen diese Organisationen wehren muss. Aber die Strategie der Gegendemonstrationen geht in meinen Augen im Moment nicht wirklich auf!
    Es sind in Karlsruhe zur Zeit zu wenige Menschen bei den Gegendemonstrationen um die Pegida-Aufmärsche wirklich zu verhindern. Unabhängig davon, ob die Gewalt nur deshalb ausbricht, weil einige militante Autonome genau das wollen, weil diePolizei provoziert, oder weil sich Anhänger der Rechtsextremen unter die Gegendemonstranten mischen: die Gewaltszenen helfen nur Pegida, denn nur so schaffen sie es, mit jeder noch so kleinenen Kundgebung in die Presse.

    Deshalb halte ich die von Frau_Doktor angestoßene Diskussion über die richtige Strategie im Kampf gegen Rechtsextremisten für absolut berechtigt.
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