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Karlsruhe Pegida-Demo am Montag: Karlsruhe sperrt großräumig ab

Nicht Dienstag, sondern Montag heißt es in Karlsruhe wieder: Ausnahmezustand rund um den Europaplatz. Ab 19 Uhr werden Anhänger und Gegner der Bewegung auf die Straße gehen. Das Areal um die Postgalerie wird wie in den vergangenen Wochen großräumig abgesperrt. Über damit zusammenhängenden Kundenverlust, beschwert sich nun auch ein ka-Reporter, der ein Restaurant in der Nachbarschaft betreibt.

Konkret betroffen sind Amalien-, Douglas-, Hirsch- und Leopoldstraße im Bereich der Postgalerie. Auch der Kaiserplatz wird von der Polizei für den Verkehr gesperrt. Entsprechende Hinweisschilder mit Halte- und Durchfahrtsverboten will die Stadt Karlsruhe frühzeitig aufstellen. "Insbesondere die Nutzung der dort gelegenen Parkhäuser 'Postgalerie' und 'Amalienstraße' ist an diesem Abend voraussichtlich ab 19 Uhr für etwa zwei Stunden erheblich beeinträchtigt", gibt die Stadt in einer Pressemitteilung bekannt.

Ab zirka 19 Uhr werden auch die Bahnen abermals eine Umleitung fahren: Gesperrt wird die Kaiserstraße zwischen Europaplatz und Schillerstraße - umgeleitet wird über die Karlstraße. "Natürlich müssen wir aber auf die aktuellen Gegebenheiten reagieren und haben entsprechende Pläne in der Schublade, die schnell umgesetzt werden können", heißt es vonseiten der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK).

Straßen sind zwei bis drei Stunden gesperrt

Beim vierten Demonstrationstag in Karlsruhe setzt die Polizei auf die bewährte strikte Trennung der beiden Demo-Gruppen: "Zur Gewährleistung der Versammlungsfreiheit und zur Verhinderung gewalttätiger Auseinandersetzungen wird die Polizei auf eine strikte Separierung der gegnerischen Lager hinwirken", so die Stadt. Personen- und Fahrzeugverkehr wird innerhalb dieses abgesperrten Raumes für die Dauer von voraussichtlich zwei bis drei Stunden nicht mehr möglich sein.

Für die Geschäftsleute im betroffenen Bereich bedeutet dies Umsatzeinbußen - die Stimmung in den Geschäften ist schlecht: "Die westliche Innenstadt, die ohnehin durch die Kombilösungsbaustelle gebeutelt ist, leidet massiv unter der Auswirkung der Pegida- und Anti-Pegida-Demonstration", schreibt ka-Reporter Alessandro Muccardo. Er besitzt ein Restaurant in der Leopoldstraße - hier sei bei Demonstrationen ab dem Nachmittag kein Durchkommen mehr.

Stadt: Demos können nicht verboten werden

"Zwischen der Kaiser- und Amalienstraße herrscht Parkverbot, die Parkplätze werden von Einsatzkräften der Polizei beansprucht", so Muccardo. Traue sich doch ein Besucher in das Restaurant, muss er von "martialisch" aussehenden Polizisten begleitet werden. Er sei nicht der Einzige, der unter den Demonstrationen leide: Auch die Geschäfte entlang der Kaiser- und Amalienstraße klagten über Kundenrückgang, einige würden gar frühzeitig schließen. Dass die Zahl der Kunden während der Demonstrationen drastisch zurückgeht, bestätigte jüngst eine Sprecherin der Postgalerie.

Die Stadt bittet die betroffenen Geschäftsleute um Verständnis und weist darauf hin, dass man derzeit aus rechtlichen Gründen keine Möglichkeit sehe, die angemeldeten Versammlungen zeitlich oder örtlich zu verlegen. Die  Gittersperren an den genannten Örtlichkeiten seien unerlässlich.

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  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    23.03.2015 16:35 Uhr
    Ich bin durchaus des Lesens mächtig...
    und kenne die von Ihnen zitierte Website der "Tea-Party Karlsruhe" nicht nur sondern habe deren Leitlinien mit steigendem Widerwillen aber trotzdem aufmerksam durchgelesen und komme gerade deshalb zu dem Schluss, dass es sich hierbei um eine Organisation aus dem Spektrum der sog. Neuen Rechten handelt, bei der die Einstufung als rechtsextrem sehr zutreffend ist.

    Das, was dort geschrieben wird, hat nichts mit liberaler und auch sehr wenig mit konservativer Politik zu tun, sondern beruht auf einem reaktionären patriachalen Gesellschaftsmodell, dass unsere soziale Marktwirtschaft komplett ablehnt. Konsequenter Weise will man dann auch unser Grundgesetz durch eine andere Verfassung ersetzen.
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  •   Am_Rhein
    (716 Beiträge)

    23.03.2015 19:10 Uhr
    Leider ist rechts der Union
    ein Vakuum entstanden durch die deutliche Linksbewegung der CDU unter Merkel. Und die CSU unter Seehofer hängt auch ihr Fähnchen mal nach da und mal nach da.

    Es ist genau das passiert, wovor Franz Josef Strauß einst vehement gewarnt hat: Ein Vakuum rechts der Union. Das füllt sich jetzt mit enttäuschten Konservativen. Ich halte zwar diese Bewegung mit ihren sehr rechtslastigen Rednern nicht für die Lösung - aber ich kann gut nachvollziehen, wieso es dazu kommt. Man nimmt die Menschen nicht mehr ernst, die sich den linken Thesen nicht anschließen wollen.
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  •   OtusScopus
    (1602 Beiträge)

    23.03.2015 19:50 Uhr
    Die CDU hat in den letzten Jahren...
    einige gesellschaftliche Realitäten akzeptiert, wie zum Beispiel die, dass Deutschland seit vielen Jahren ein Einwanderungsland ist. Deshalb von einer Linksbewegung zu sprechen, halte ich nicht für korrekt. Ohne solche Korrekturen wäre die CDU schon lange nicht mehr mehrheitsfähig, wie man an den in der Regel schlechten Ergebnissen in Großstädten sehen kann. Von linken Thesen kann bei der CDU aber absolut keine Rede sein. Den Spagat, den die CSU unter Strauß zwischen der konservativen Mitte und der reaktionären Rechten vollführt hat, kann sich heute zum Glück keine Partei mehr leisten.

    Pegida in Dresden zieht denn auch eher Menschen, die sich als Verlierer der deutschen Wiedervereinigung oder der Globalisierung sehen und Schwierigkeiten haben, sich mit einer komplexer gewordenen Welt mit ihren neuen Herausforderungen und Gefahren abzufinden.

    Pegida in Karlsruhe und anderen westdeutschen Städten ist der Versuch von Rechtsextremisten auf diesen Zug aufzuspringen.
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  •   till
    (947 Beiträge)

    23.03.2015 15:07 Uhr
    Bei
    "Freie Marktwirtschaft" habe ich aufgehört zu lesen.
    Marktfaschisten sind auch Faschisten.
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  •   Amethyst
    (323 Beiträge)

    23.03.2015 15:20 Uhr
    Interessant.
    Für was sind Sie denn?
    Sozialismus? Kommunismus?
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  •   till
    (947 Beiträge)

    23.03.2015 16:15 Uhr
    "Freie Marktwirtschaft"
    ist Raubkapitalismus in Reinkultur.
    So was wollte nicht mal der Adenauer.
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  •   Amethyst
    (323 Beiträge)

    23.03.2015 17:00 Uhr
    Nun bin ich mal gespannt, welche Wirtschaftsordnung
    Sie vorschlagen.
    Bitte eine konkrete Antwort, nicht einfach die Marktwirtschaft ist böse und so.
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  •   till
    (947 Beiträge)

    23.03.2015 23:05 Uhr
    Na ihr KARGIDophilen
    wollt doch eine andere.
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  •   Amethyst
    (323 Beiträge)

    24.03.2015 08:06 Uhr
    Ich bitte zum zweiten Mal um Beantwortung meiner
    Frage, welche Wirtschaftsordnung Sie bevorzugen.
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  •   till
    (947 Beiträge)

    24.03.2015 21:47 Uhr
    Mir
    reicht die bestehende mit etwas mehr sozialer Verantwortung.
    Hier noch ein Zitat! aus dem Bericht einer PEGIdiotin aus Karlsruhe.
    So viel zum Thema "harmlos".

    "Es sind wenige Zuschauer auf dem Gehweg. Nur vor dem Kebabladen ist wie immer ein Brennpunkt. Beim Rückweg hält unser Zug just dort an und die vorderen rufen "Abschieben" ... taktisch unklug"
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